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Maria Gugging: Der Sprung zur Spitzenforschung

17.05.2009 | 18:05 |  ERICH WITZMANN (Die Presse)

Das Vorzeigeinstitut bereitet sich auf seine Eröffnung vor, das Areal des ehemaligen Nervenklinikums ist kaum wieder zu erkennen. 2010 wird ein neues Laborgebäude am Rande des Campus-Teichs fertig gestellt, in sieben Jahren sollen 500 Wissenschaftler beschäftigt sein.

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KLOSTERNEUBURG. Thomas Henzinger wirkt irgendwie verlegen. Bei einem Rundgang vor Fotografen und TV-Kameras vermeidet der erste Präsident des Exzellenzinstituts I.S.T. Austria (Institute of Science and Technology) plakative Aussagen. Und noch sind etwa 100 Arbeiter tätig, um die Arbeiten auf dem Campus in Klosterneuburg-Maria Gugging für die feierliche Eröffnung am 2. Juni abzuschließen. Im September wird Henzinger mit seiner ersten Forschergruppe einziehen, bis Ende des Jahres sollen drei weitere ihre Arbeit aufnehmen.

Das Areal des ehemaligen Nervenklinikums ist kaum wieder zu erkennen. Die frühere Hauptstraße wurde verschwenkt, an das alte Hauptgebäude schmiegt sich die neue Lecture Hall. 17 alte Gebäude wurden abgerissen, weitere 15 erstrahlen in neuem Glanz. Und Henzinger verweist auf die nächsten Schritte: 2010 wird ein neues Laborgebäude am Rande des Campus-Teichs fertig gestellt, im Jahresabstand folgen zwei weitere. Hand in Hand geht der wissenschaftliche Aufbau: Vorerst in den Sparten Evaluationsbiologie, Computerwissenschaften und Zellbiologie, im nächsten Jahr Materialwissenschaften, Angewandte Mathematik und voraussichtlich Hirnforschung. Die weiteren Bereiche hängen von den Berufungen ab.

 

Zu Kooperationen verpflichtet

Die neuen Forscher hofft Henzinger durch ein in Österreich einmaliges Karrieremodell zu rekrutieren: Erstens wird es die auf fünf Jahre bestellten Assistant-Professoren geben, die sich anschließend einer Tenure-Evaluation stellen und dann unbefristet bleiben können. Aber unbefristete Professorenanstellungen von Beginn an sind ebenso möglich. Zweitens durch das Engagement von Doktoratsstudenten, die in vier Jahren das Doktorat erwerben und sich dann in einem anderen Institut bewerben sollen. Und drittens durch die Anstellung von Post-Docs (jungen graduierten Forschern) auf die Dauer von vier bis fünf Jahren.

I.S.T.A. ist zu Kooperationen verpflichtet. Denn ein Drittel des Bundesbudgets, das sind bis 2016 100 Millionen Euro, wird nur dann ausbezahlt, wenn ein gleich hoher Betrag aus Drittmitteln eingebracht wird.

Der neue I.S.T.A.-Chef ist auf die Dauer von vier Jahren bestellt, seine Sicht reicht aber bis zum Ende der ersten Ausbaustufe im Jahr 2016: Da soll es 40 bis 50 Forschergruppen geben, eine Gruppe mit etwa zehn Mitarbeitern. Und international will man präsent sein: Durch Einladungen an renommierte Gäste zu Vorträgen und Seminaren und durch eigene Aktivitäten. „Man wird bewertet durch den Ruf in der internationalen Scientific Community“, sagt Henzinger.

Als negative Begleiterscheinung empfindet Heinzinger, dass bei allen Schwierigkeiten mit der Forschung und der Forschungsförderung stets gleich sein Institut ins Spiel gebracht werde. So habe man auch den CERN-Ausstieg mit I.S.T.A. in Verbindung gebracht. Zu diesem Ausstieg könne er nichts sagen, er sei aber „wenig hilfreich für den Ruf Österreichs als Wissenschaftsstandort“.

Einer der I.S.T.A.-Väter, der ehemalige Präsident des israelischen Weizmann-Instituts Haim Harari, sieht eben dieses Institut als Vorbild für das Vorhaben in Klosterneuburg. Und Thomas Henzinger? „Am ehesten die beiden ETH-Universitäten in der Schweiz. Das sind wissenschaftliche Spitzeneinrichtungen, die im Volk bekannt sind und auch geschätzt werden.“ Leitartikel S. 27

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.05.2009)

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10 Kommentare
Gast: tcp
29.05.2009 11:46
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Berichtigung

Die Eröffnung findet am Pfingstmontag statt. Das ist der 1. Juni 2009.

Kantig
18.05.2009 13:36
0 0

Mit irrsinnigem Hintergrund - ein Wahnsinn wie klug!

Savatare der Welt - kommt;-)

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Gukkingin, Gukkindorf

Die Spielarten für Maria Gugging im elften Jahrhundert lassen ganz wunderbar erkennen, daß Hartmann mit seinen Blicken vom Freiberg über Gugging einer alten Tradition folgte. Immer sind sie da oben gestanden, die kirchlichen Herrschaften aus Passau, und immer haben sie den Blick gesenkt auf Gugging und dann wieder gehoben nach Passau. Und wenn Einheimische dazu gekommen sind, dann haben sie natürlich die Geistlichen gefragt, ob sie helfen könnten, ob den Herrschaften nicht ganz wohl sei, da sie doch den Blick nicht in der Höhe halten konnten. Und dann haben die Gugger immer gesagt "Passau, ...severini..." und haben durchgeschnauft und vor lauter Heimweh den Blick gesenkt. Und die Hilfsbereiten haben immer verstanden: "Paß auf!". Und dann haben die auch mitgeguggt und sich gedacht, daß sie auf den Fleck aufpassen sollten, wo der gesenkte Blick hinfällt, und dann ist Gukkindorf ein heiliger Ort geworden. Wenn jetzt Passaus Bischof Schraml mit dem Herrn des neuen Bistums Küng und BP Fischer zu St. Pölten das erste österreichische Stadtrecht überhaupt feierte, dann erinnert das zwar an die Zeit eines Hartmann, der schon nach Brixen seiner großen Berufung gefolgt war und eines Staufers Konrad III., der von Muslimen und Bayern/Welfen bedrängt war, aber doch der babenbergische Konrad (II. von Salzburg) als Halbbruder des Königs Konrad III. (nicht zu verwechseln mit dem niederbayerischen Heiligen Bruder Konrad) Bischof von Passau geworden war, um die erste Stadt Österreichs zu gründe

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Ich erzähle keine Märchen!

Und wenn auch, dann wäre die Sage von Pilegrinus auch nicht weniger heilig, die da die ewige Guggerei vom Freiberg begründete. Pilgrim von Pöchlarn war der erste Tangentendenker, der von Königstetten nach Klosterneuburg eine heilige Linie sah, wo Gugging der Schwerpunkt ist. Sollte Klerikalhistorikern das ein Dorn im Auge sein, daß ich immer meinen Hartmann von Brixen als ersten Vertreter des Chiemseebistums oder gar Domherren im Chiemsee hoch preise, wo er doch nur Propst des neu eingerichteten Stifts auf Herrenchiemsee (seit Tassilo III. bis 1130 Benediktiner, dann Augustiner-Chorherren) von Salzburg aus war, und Georg Altdorfer erst ein halbes Jahrhundert nach Hartmanns seligem Tod so richtig das Chiemseebistum als Kanzler des Fürstbischofs von Salzburg vom heutigen Sitz der Salzburger Landesregierung aus leiten durfte, bleibe ich bei meiner Vereinfachung mit Hartmann als unserem ersten Domherren im Chiemseebistum, weil die Basilika durch ihn gefördert noch zu seinen Lebzeiten (wenn auch er derweil ganz Tiroler war) eingeweiht wurde. Die großen Marken gegen Falschheit im Christentum setzten bei uns Severin, Hartmann und Berthold Pürstinger. Letzterer hat als Weihbischof den Sessel im Chiemseehof zu Salzburg wegen der Verrohrung der bischöflichen Gemächer mit Bordellen umgestoßen und wollte auf gut Deutsch die Lutherei aufhalten. Ich bekomme Angst, wenn heute Wagner nicht Weihbischof in Linz werden darf, denn Pürstinger hätte als Papst den Religionskriegen den Grund entzoge

Gast: Wurzelzieher
17.05.2009 22:32
0 0

Positiv denken

Vorschusslorbeeren für Gugging!
Aber: so wie an der Donau Uni Krems, werden sich bald Seilschaften bilden ( aus St. Pölten unterstützt) und dann kommt die selbe mediokre Situation wie in Krems! Leider! Weil die Antagonisten alle noch am Ruder sind!!

Gast: gast
17.05.2009 20:38
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Eine weiter niederösterreichische Titelmühle...

... nach der Donauuniversität. Möchte gerne wissen, woher die Kapazunder kommen.

Antworten Gast: Beobachter
18.05.2009 02:16
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Re: Eine weiter niederösterreichische Titelmühle...

Na, aus Kleinasien, woher denn sonst bei diesen "Vaetern"?

Antworten Antworten Gast: Uff
19.05.2009 09:59
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Re: Re: Eine weiter niederösterreichische Titelmühle...

Der (voelkische?) Beobachter scheint ein Antisemit zu sein. Liebe Presse, muss so ein Kommentar wirklich freigeschaltet werden?

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Hartmann-Uni

Wo der Sohn des Nationalheiligen Leopold also kein Geringerer als der kleine Weltchronist und kreuzfahrende Weltenherrscher Otto von Freising als junger Kleriker versagte, mußte aus Salzburg vom Chiemseebistum doch wieder ein gescheiter Niederbayer geholt werden, um das Christentum in Klosterneuburg und dem ganzen Osten des Erzbistums Passau zu retten: Hartmann aus Oberpolling, der spätere selige Hartmann von Brixen, der wie Leopold selbst in der Welt des Altmann von Passau erzogen war. Hartmann ging gerne auf den Freiberg ob Kritzendorf (das damals schon nach dem slawischen Ausdruck für Christen/Christian benannt war), um über das Grüntal und den jetzt neu geschaffenen Campus und Maria Gugging in Richtung Heimat zu blicken mit der untergehenden Sonne. Hartmann hat den Standort Wien nie gemocht, aber er wollte ein Zentrum des Wissens und der christlichen Forschung im Schutz der Hügel an der Tangente des Wienerwalds, wo er seinen Blick in die Ferne richtete. Wollen wir historisch wahrhaftig bleiben in Würdigung der christlichen Wurzeln Europas, dann können wir nicht den heimlichen Namen "Hartmann-Uni" verweigern. Wir werden hier mit Hirnforschung die neurologische Überforderung schwacher Menschen beweisen, die mit permanenter Todesdrohung und ohne jede Heilshoffnung im Judentum schon als Kinder getötet werden. Wir werden mit Hirnforschung beweisen, wie der Weltfrieden mit der Genese der geschlossenen Psychiatrie und angeschlossenem Bordell in Palästina unmöglich gemacht wurde.

Antworten Gast: ein Wissenschaftler
17.05.2009 22:29
0 0

Re: Hartmann-Uni

omg!
*kopfschüttel*