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Grüne: Die Angst vor den Wählern

18.06.2009 | 18:34 |  MARTIN FRITZL (Die Presse)

Internet-Blogger wollen bei der Kandidatenauswahl für die Wiener Wahl mitreden. Doch vielen in der Partei ist das nicht recht.

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Wien. Was macht eine Partei, wenn sich hunderte Sympathisanten plötzlich engagieren wollen? Sie fürchtet sich! Zumindest bei den Wiener Grünen scheint das der Fall zu sein, seit sich auf den Internetplattformen Facebook und Twitter eine Community zusammengefunden hat, die bei der Kandidatenauswahl für die Wiener Gemeinderatswahl mitreden will. Grundlage ist das Parteistatut, das es auch „Unterstützern“ ermöglicht, an den Vorwahlen im November teilzunehmen.

Insgesamt 406 potenzielle Unterstützer haben sich eingefunden, die einen Antrag abgeben wollen. Doch nur ein Teil von ihnen wird tatsächlich akzeptiert. Angst vor Unterwanderung und „Autobusdemokratie“ (Kandidaten mit großem Freundeskreis setzen ihre Unterstützer in einen Autobus und fahren damit zur Wahlveranstaltung) hat die Partei bewogen, die Anträge genau zu prüfen. Das soll bis Ende des Monats abgeschlossen sein.

Um welche Größenordnungen es sich dabei handelt, will Landesgeschäftsführer Robert Korbei noch nicht sagen. Die Kriterien für eine Annahme: eine „Teilhabe an den Grünen“. Sprich: Wer schon bei grünen Projekten mitgearbeitet hat, darf sich an der Kandidatenauswahl beteiligen. „Sich nur in einem Blog im Sinne der Grünen zu äußern, ist zu wenig“, so Korbei zur „Presse“. Man versuche aber, die Kriterien möglichst großzügig auszulegen. Korbei: „Wenn wir die Vermutung haben, dass in Zukunft Taten gesetzt werden, reicht das auch.“ Viele Unterstützer erhalten jetzt Post der Grünen, wonach sie ihr Engagement näher erläutern sollen.

Doch diese Linie ist auch in der Landesorganisation selbst umstritten. Da gibt es prominente Mandatare wie den früheren Stadtrat Christoph Chorherr, der alle Unterstützer aufnehmen will. „Die bringen all das mit, wofür wir Grünen eigentlich stehen: Engagement, Fantasie, Witz, Eleganz.“ Ein derartiges Unterstützungskomitee aufzubauen, wie es sich hier spontan und freiwillig gebildet hat, wäre eine teure Sache, ist das grüne Urgestein überzeugt.

Auch andere aus dem „Realo-Flügel“ der Wiener Grünen, wie die Abgeordneten Marie Ringler oder Sigrid Pilz, sehen die Aktion der Internetcommunity positiv. Der linke Fundi-Flügel und der größere Teil der Funktionäre steht den Aktivisten dagegen mit Skepsis gegenüber.

Maria Vassilakou, grüne Klubchefin im Rathaus und stellvertretende Bundessprecherin, gehört eindeutig dem Realo-Flügel an. Sie will möglichst alle aufnehmen, stößt aber an die Grenzen des grünen Parteiapparats. „Wir haben eben nicht die politische Kultur, bei der es einen Chef gibt, der alles anschafft“, sagt Vassilakou. Für diejenigen, die für nicht würdig befunden wurden, als Unterstützer zu agieren, hat sie aber ein Angebot parat: Sie sollen Parteimitglied werden. Denn diese sind bei der Landesversammlung generell wahlberechtigt.

Bundessprecherin Eva Glawischnig stärkt ihrer Stellvertreterin den Rücken. Die Internet- und Blogger-Szene sei natürlich eine relevante Gruppe für die Grünen. „Ich freue mich über jeden und jede, die mitarbeiten will.“ Die formalen Details seien freilich von der Landesorganisation zu klären.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.06.2009)

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22 Kommentare
Gast: r2d2
20.06.2009 09:52
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grrrrrün? nie!

bei der nächsten nationalratswahl wünsch ich mir, dass die Eva den selben gesichtsausdruck (siehe oben) hat und sich dabei denkt, schade, jetzt sind wir aus dem parlament geflogen. 3% sind halt doch zu wenig.
vielleicht geht dieser wunsch in erfüllung ;-)

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Leider

sind die Grünen nicht mehr:

- eine Oppositionspartei die wirksam mobilisiert
- eine Partei mit Potential die Visionen vermittelt
- eine Partei die Sorgen von Bürgern erkennt

Sie ist meinem Empfinden nach mehr eine Gruppe von Leuten die sich als rechtschaffen empfinden und Jobs untereinander verteilen. Sich um Randgruppen zu sorgen ist ehrenhaft, aber dafür gibt es effektivere Organisationen. Eine Partei sollte umsetzbare, pragmatische Vorschläge zur Gestaltung einer Gesellschaft haben.

Pilz muss man Respekt zollen - ich teile meist nicht seine Ansichten, aber er hat Mut, ein echter Oppositionspolitiker - solche Menschen sind unangenehm aber extrem wichtig. Sein Engagement in der Frage um den Terrorverdacht bezüglich Ahmadinejad ist ebenfalls Mutig und bewundernswert.

Die restlichen, verbliebenen Grünen sind unterdurchschnittlich - leider.


DerÄtzer
19.06.2009 15:44
0 0

Der Strache ist als rechter Mann das Feindbild?

Der Graf ist doch schon vom Heiratsmarkt, warum rennen die Grünalgen dem so nach?

Wortmann
19.06.2009 11:10
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EINE STINKNORMALE POLITISCHE PARTEI.


Die Grüne sind keine Bewegung mehr. Sie bewegen niemanden. Sie sind eine normale, öde politische Partei. Mit Sesselklebenden Apparatchiks, mit einschläfernden Parteijargon und mit einem akuten Wählerproblem. Denn die Wähler finden die Grünen in ihrem momentanen Zustand schlichtweg unnötig. Der Weg zu einen poitischen Randerscheinung ist aber nur eine österreichische Spezialität. Die Grünen Europas haben dagegen gerade einige Siege gefeiert.

derpradler
19.06.2009 10:16
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Die Grünen

können sich auf Kritiker nicht einlassen. Sie haben kein Konzept sondern nur "spontan Einfälle" einzelner Randgruppen-Politiker(innen).
Da kann man schwer darüber diskutieren, deshalb igeln sie sich ein und versuchen ALLE um sie herum als blöd hinzustellen.
Politiker, die in Moskau für die Abhaltung der Regenbogenparade demonstrieren und stolz sind weil sie verhaftet wurden, sind eben schwer zu rechtfertigen.
Daher haben "diese Grünen" ausgegrünt! Und das ist gut so!

mäxchen
19.06.2009 09:37
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Wirklich faszinierend...

... ich könnte schwören, dass es in Österreich zumindest tausende Grüngesinnte gibt, die diese Partei dennoch nicht wählen können.

Vielleicht sind sie schon zu sehr Partei und zu wenig grün (atmosphärische Ansteckung durch Großparteien)?

Antworten Gast: hustenreiz
19.06.2009 10:33
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Re: Wirklich faszinierend...

richtig, ich bin so einer

lionsj
19.06.2009 09:25
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Eine eigene Meinung

zu haben ist eben nicht gefragt, estwas welk die Grünen !

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"...scheren sie sich um das Volk, das sie unterstützt hat, nicht mehr."

eine schöne definition, die für ALLE wahlwerbenden gruppen seit der erfindung von wahlen gilt!

Antworten mäxchen
19.06.2009 09:38
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Re: stimmt!

Aber es wäre nett gewesen, wäre eine Gruppierung so innovativ, diesem Leitsatz ausnahmsweise nicht zu folgen.

Kantig
19.06.2009 06:08
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Tatsächlich eine schwere Entscheidung! Ist Glawi von Stalinisten eingeschleust?

Ist ja möglich wie bei Gusi und Faymann bei den Roten die von den Schwarzen infiltriert scheinen.

Auch gar nicht wahr könnte wahr sein. Merkt man doch erst am Handeln den Schwindel.

Auf alle Fälle gilt die Frage wer ist für Österreich zu handeln bereit.

Mit Stalinmethoden auf Mitbürger losgehen ist zwar gepflegter Antifaschismus, aber macht bei der Opfergruppe keinen Unterschied.

Welche Prüfung die Förderer abzulegen haben kann ich nicht sagen; aber in den Staub mit euch vor der grünen Erhabenheit macht sich immer gut.

Der Schelm denkt wie er ist!


DFAvJ
19.06.2009 01:56
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Ja, ja, die Linken (oder der linke Flügel)...

Das war doch schon früher so: sobald die protestierenden Linken an die Macht kommen, scheren sie sich um das Volk, das sie unterstützt hat, nicht mehr. Nach dem Prinzip: "Im Kapitalismus nützen Menschen andere Menschen aus. Bei den Linken ist es umgekehrt".

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Normal?

Welcher halbwegs intelligente/normale/denkende MenschIn sollte noch die GrünInnen wählen?

Antworten Gast: Fritzl
19.06.2009 10:36
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Grünninen bitte, nicht GrünInnen.


Gast: hugo8
18.06.2009 22:32
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Großartige Sache

find ich gut diese aktion. und wie man bald sehen wird, schaffen die charismatischen Grünen sogar diese wirklich demokratische Annäherung. Gut so. Das werden blau/orange niemals verstehen und schon gar nicht hinkriegen.

Antworten hugo8
19.06.2009 05:50
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Re: Großartige Sache

ich finds auch gut das die männerausgrenzungspartei plus pilz selbst nix mehr bestimmt, na ja bei den paar prozent ists egal

hugo8
18.06.2009 21:06
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die

grünen haben angst vorm wähler, ja vor den 50 steinewerfern und der antifa

Kreis6
18.06.2009 20:27
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Uiii, is des bled!

Sakra, die Demokratie is a Teifi.

Gast: G Ast
18.06.2009 20:02
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Keine Sorge, das Zentralkomitee der scharfen Weiber wird die Angelegenheit im emanzipatorischen Sinne "erledigen".


harbard
18.06.2009 18:59
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Angst vor den Wählern

...eine streng antifaschistisch geführte partei wie die grünen
...hat mit der demokratie nicht die mindeste freude!

Antworten DerÄtzer
18.06.2009 20:20
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Re: Antifaschistisch wär eine Stalinistin am Faschisteln, sonst wäre die Partei sicher Kontrafaschistisch!

Macht nix, denke mir schon lange, die sind für den Stalinismus. Extrem gegen Faschismus und das Antifaschistis war eines der Lieblingsworte des verehrten Stalin.

Bin ich froh Antifaschistisch verharmlosen zu dürfen.

hugo8
18.06.2009 18:47
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die grünen

die internet und tütenpartei, demonstieren antifa und nazi raus brüllen und steinewerfen, sehr löblich die interessen der realitätsfernen multikultis

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