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Geheimdienste im Zwielicht

13.07.2009 | 18:14 |   (Die Presse)

In den Jahren 2000 und 2001 gab es undichte Stellen im Heeresabwehramt. Der ehemalige Wirtschaftsminister Martin Bartenstein (ÖVP) wird als Vorsitzender des Untersuchungsausschusses nominiert.

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WIEN(oli/pri/APA). Der in der Vorwoche im Parlament von allen Fraktionen beschlossene „Spitzeluntersuchungsausschuss“ könnte um einen weiteren Fall bereichert werden: Über undichte Stellen in einem der drei österreichischen Geheimdienste soll es zu einem Informationsfluss, vermutlich in Richtung FPÖ, gekommen sein.

Allerdings, so schränkt ein Sprecher des Verteidigungsministeriums ein, beziehe sich dies auf die Jahre 2000 und 2001, die Amtszeit des damaligen FPÖ-Verteidigungsministers Herbert Scheibner. Erst unter dem jetzigen Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) sei dann den „schwerwiegenden Verdachtsmomenten“ gegen Mitarbeiter – mehrere Personen des Heeresabwehramts – wegen unzulässiger Weitergabe von Informationen an Außenstehende nachgegangen worden. Nach ressortinternen Ermittlungen schaltete Verteidigungsminister Darabos im April 2009 die Staatsanwaltschaft Wien ein. Für die Verdächtigten, so heißt es im Ministerium, gelte zwar die Unschuldsvermutung, aber die Verdachtsmomente seien in diesem sensiblen Bereich so schwerwiegend gewesen, dass sie an andere Dienststellen versetzt wurden.

 

Bartenstein-Comeback

Ein Comeback auf größerer politischer Bühne bringt der U-Ausschuss, der sich kommende Woche konstituieren soll, für Martin Bartenstein mit sich. Die ÖVP wird den früheren Wirtschaftsminister für den Ausschussvorsitz nominieren. Für die SPÖ signalisierte Klubchef Josef Cap Zustimmung. Der Grüne Peter Pilz hingegen pocht auf einen Vorsitzenden der SPÖ, da diese am wenigsten in die Causa involviert sei. Zumal die ÖVP die Verantwortung im Innen- und im Justizministerium trage. „Ich nehme zur Kenntnis, dass es in der Koalition so ist, dass alle Posten von der ÖVP besetzt werden“, ätzte Pilz.

ÖVP-Klubchef Karlheinz Kopf wies diese Kritik zurück: Der Leiter des U-Ausschusses solle kein Ankläger sein, sondern ein objektiver Lenker des Verfahrens. Das sei Bartenstein sehr wohl zuzutrauen. „Man sollte dem Instrument des U-Ausschusses überhaupt das Dämonenhafte nehmen“, meinte Kopf. Ein U-Ausschuss solle kein Tribunal sein, es gebe auch keine Beschuldigten, sondern nur Auskunftspersonen. Auch SPÖ-Klubchef Cap kann sich eine Befangenheit Bartensteins nicht vorstellen.

Das ÖVP-Team für den U-Ausschuss wird von Werner Amon angeführt. Dazu gesellen sich die Abgeordneten Heribert Donnerbauer, Günter Kössl und Hermann Gahr. SPÖ-Fraktionsführer ist Sicherheitssprecher Otto Pendl, dazu kommen Christine Lapp, Hannes Fazekas, Gerhard Steier und Hannes Weninger. Die Freiheitlichen entsenden Werner Neubauer, Walter Rosenkranz und Johannes Hübner, die Grünen Peter Pilz. Wer den zweiten grünen Platz im Ausschuss einnehmen wird, ist noch nicht entschieden. Beim BZÖ dürfte einer der Plätze an Ewald Stadler gehen, der zweite möglicherweise an Peter Westenthaler.

 

Justizministerium prüft

Auslöser für den U-Ausschuss war die Telefonüberwachung Peter Westenthalers durch die Staatsanwaltschaft. Das Justizministerium lässt nun prüfen, ob das Vorgehen der Staatsanwaltschaft Wien bei der Rufdatenrückerfassung des BZÖ-Abgeordneten korrekt gewesen ist. Westenthalers Immunität wurde umgangen, indem man ihn als Zeugen führte. Man sei derzeit dabei, sich die nötigen Unterlagen von der Staatsanwaltschaft zu beschaffen, hieß es im Büro von Justizministerin Bandion-Ortner.

Der U-Ausschuss wird neben den Vorwürfen von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, FPÖ-Politiker seien vom Grünen-Abgeordneten Karl Öllinger bespitzelt worden, einen weiteren Punkt zu klären haben: ob FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky vom kasachischen Geheimdienst zur Informationsbeschaffung eingespannt wurde. Vilimsky sagt, er wisse davon nichts. „Vilimsky soll sein Gedächtnis strapazieren“, sagt hingegen der Grüne Peter Pilz. Immerhin sei dies im Unterausschuss des Innenausschusses bei der Präsentation des Verfassungsschutzberichtes sehr wohl ein Thema gewesen. Offiziell ist dieser Verfassungsschutzbericht 2009 noch unter Verschluss. Er werde „in den kommenden Wochen“ präsentiert, heißt es im Innenministerium. Vilimsky verweist darauf, dass er 300 Anfragen gestellt habe, nur drei betrafen Kasachstan, eine davon Rakhat Aliyev, den verhafteten Exbotschafter in Wien und in Ungnade gefallenen Exschwiegersohn von Staatspräsident Nasarbajew.

 

Ermittlungen gegen Polizisten

Im Laufen sind die Ermittlungen gegen zwei Polizisten, die verdächtigt werden, für den kasachischen Geheimdienst in der Causa Aliyev Abfragen am Polizeicomputer Ekis getätigt zu haben. Sie wurden vorübergehend in U-Haft genommen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.07.2009)

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463 Kommentare
 
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Gertrud
22.07.2009 15:01
0 0

FP-Chef Strache: "Beim Augenlicht meiner Kinder"

Diese Fragestellung des ORF-Interviewers Roman Rafreider ging eindeutig zu weit!
Das erachte ich als skandalös. Kein einziger Journalist hat das Recht, solche Fragen zu stellen. Man mag über Strache denken, was man will, aber das ist geschmacklos, indiskutabel und aufs Schärfste zu verurteilen.
Keine einzige Politikerlüge rechtfertigt ein solches Vorgehen.

Gast: cursor
16.07.2009 16:13
0 0

FPÖ -Handyüberwachung?

Schon vor zwei Jahren erzählte in einen sechs Augengespräch Robert S. ehemaliger Geschäftsführer der Freiheitlichen
Akademie, jetziges FBI (Freiheitliches Bildungs Institut ) man/WIR sollten keine vertraulichen sms oder Anrufe auf sein FPÖ Dienst Handy tätigen .Er so Robert S. sei sich sicher sein FPÖ Dienst Handy werde abgehört , jedoch meinte und sagte uns Robert S. abgehört von der FPÖ selbst .Dazu muß man sagen Robert S. gehörte zum engsten Kreis von Ewald Stadler , der ja bekanntlich gegen H. c. Strache putschte .

kremser
15.07.2009 20:28
2 2

die FPÖ-Parl.Mirabeiterin hat sich wahrscheinlich Zucker bei einer grünen Koll. ausgeborgt

schliesslich finden sich ja auch die Abgeordneten/in der verschiedenen Parteien beim Heurigen am selben Tisch zusammen - manchmal

Antworten B.Kiddo
15.07.2009 22:16
2 6

Re: die FPÖ-Parl.Mirabeiterin hat sich wahrscheinlich Zucker bei einer grünen Koll. ausgeborgt

... ein wahrlich süßes Argument ...

Saskatoon
15.07.2009 19:47
6 4

grüne wollen unbedingt die FPÖ killen

jedes mittel ist den grünen recht, schließlich verlieren die grünen verlierer bei jeder wahl...und die angst das das BZÖ bei der nächsten wahl auch noch die grünen überholen ist groß.
wer politisch nichts zu bieten hat, wie die grünen greift eben zu kriminellen mitteln, was die grünen eindrucksvoll beweisen.

für mich sind die grünen unwählbar.

Antworten Gast: plebs potus
21.07.2009 15:43
0 0

Re: grüne wollen unbedingt die FPÖ killen

FPÖ-EKIS-Abfragen schon vergessen? Heeresnachrichtendienstliche Überwachung Österreichischer Künstler und Grün-Sympathisanten (Andre Heller) schon vergessen? Alles während einer FPÖ-Regentschaft vorgefallen. Der Raub im Grünen Parteibüro fiel auch GAAANZ ZUFÄLLIG in die Zeit des EF-Untersuchungsausschusses... na so ein Zufall, nicht?

Glauben Sie ernsthaft, dass die grünen, die sich durch eine Heeres-Blockadepolitik auszeichnen solche Beziehungen zu den Geheimdiensten pflegen? Das gilt wohl eher für die bei korrupten Heeresanschaffungen Beifall klatschenden Mitläufer aus FPÖ. BZÖ und ÖVP... die SPÖ nicht zu vergessen. Behauptungen die Grünen würden geheimdienstlich Bespitzeln lassen zeugt von zeitgeschichtlichem Unwissen oder totaler Realitätsverweigerung. Deren Wirtschaftslobby enthält keinen einzigen Waffenhersteller... nicht so wie die der rechtskonservativen (Magna, Daimler-Chrysler, Steyr-Puch, Siemens... alle in Militärgeschäfte verwickelt)

Antworten Gast: Anonym
16.07.2009 08:40
1 2

Re: grüne wollen unbedingt die FPÖ killen

Seid 1986 wird die FPÖ, nach ihrer lesart schon zerstört. Eigentlich könnten die mal eine neue Platte spielen. Fehler gibt es natürlich keine, die FPÖ weiß ja alles ist unfehlbar und balablabla.
Die FPÖ Politiker sollten sich wirklich behandeln lassen, Verfolgungswahn
wird ja wohl behandelbar sein.

Antworten Antworten Gast: MH
16.07.2009 14:41
0 0

Re: Re: grüne wollen unbedingt die FPÖ killen

An alle Grünen:

FPÖ und BZÖ werden nicht zerstört werden, dafür sorgen schon jede Menge Wähler, aber sie werden wie kaum andere Parteien von Grünen und linkslastigen Medien mit allen Mitteln bekämpft. SPÖ und ÖVP die Regierungsparteien lassen sie walten und danken (insgeheim).

Was der "normale" Bürger nicht versteht:

Da widmen sich die Linken lieber dem krampfhaften Suchen nach einer "rechtsradikalen Szene" die beispielsweise irgendwelche geschmacklosen Leiberln verkauft und versucht dies auch als brandgefährlich zu konstruieren anstatt sich den sichtbaren und wirklichen Problemen zu widmen, die zu sehen man keine Detektive braucht. Aber Probleme (Stichwort Migranten und Kriminalität wie und von wem sie wirklich statt findet) die es nicht geben darf, weil sie nicht ins multikulturelle Parteikonzept passen, die gibt es dann auch nicht.

Für Umweltschutz und gegen Atomkraftwerke aufzutreten ist nicht mehr Aufgabe der Grünen, weil auch FPÖler gegen grenznahe AKWs demonstrierten und "mit denen" darf man nicht gemeinsame Sache machen...

Und Jugendarbeitslosigkeit ist anscheinend auch so ein Problem das unter "ferner liefen" abgetan wird bei unseren sich gern so sozial gebenden Linken und bei den alten gut verdienenden Grünpolitikern sowieso.

Prioritäten sind die böse Rechte zu bekämpfen und jeden FPÖler einzeln "fertig zu machen" , Graf "rauszuschießen" ist ja bis jetzt nicht gelungen, vielleicht gelingt es bei anderen -
diesen Eindruck vermitteln die Grünen heute!

poldionkel
15.07.2009 17:47
5 3

was jetzt noch fehlt,

wäre ein fake-artikel in dem h.c.strache als doppelagent des mossad und nsa aufgedeckt wird, und damit wäre dann gottseidank das journalistische sommerloch 2009 gestopft.

Wortmann
15.07.2009 17:11
1 5

ES GEHT UM GAS.


Nachdem Präsident des benachbarten Usbekistans dem russischen Präsidenten Dmitri Medwedew versprochen hatte, usbekisches Gas NICHT über die Nabucco-Pipeline via Türkei zu liefern, sondern immer nur nach Russland, geriet das politisch von der EU favorisierte Nabucco-Projekt in Gefahr.
Kasachstan konnte seinen Westflirt schnell beenden. Darum liess man in Österreich dem kasachischen Geheimdienst zum "wohlstimmen" freie Hand für die Jagd nach Ex-Botschafter Kasachstans, Rakhat Alijew.


Gast: Crusader
15.07.2009 15:13
6 5

Freut euch ihr Multikultis!

Nachdem die Artikel vermehrt linklslastig sind, Moslems nicht mehr kritisiert werden dürfen und auch die SPÖ nur mehr hofiert wird kann sich die Presse ihre Onlinezeitung und auch ihr Forum mit den ganzen Gutmenschen behalten! Sollen sie sich doch alle gegenseitig beweihräuchern!
Und Tschüß!

Antworten Firemage
16.07.2009 03:39
1 2

Re: Freut euch ihr Multikultis!

viel spass im onlineforum der npd. und nicht vergessen: die moslems sind schuld an der spitzelaffäre - nicht die politdilettanten des rechten randes.

*oberschenkelklopf*

Antworten Gast: Montecristo
15.07.2009 22:06
1 3

Re: Freut euch ihr Multikultis!

Oje, da bin ich aber wirklich traurig ... mal sehen, wie lange sie das aushalten ... viel Glück, Claus Pándi wartet schon auf sie;

4 4

Geben Sie es bitte noch nicht auf.

Ich denke mir das zwar auch immer öfter, aber ganz soll man es noch nicht aufgeben. Als Unterberger 2003 hier rausgemobbt wurde, war klar, was mit der Presse geschehen würde. Eine Zeit lang hat sie noch den guten Ruf genützt, sodass ein Armin Wolf sagen konnte: "Wenn es sogar die Presse sagt, die ja sicher keine linke Zeitung ist, dann muss es ja stimmen." Mittlerweile kann man diese Taktik nicht mehr einsetzen - nur noch selten werden Feigenblattartikeln verfasst, der Rest ist linksgrüner Mainstream à la ORF. Jetzt werden die nichtlinken User rausgeekelt, ich weiß. Kämpfen wir halt noch ein Weilchen, hm?

Antworten hugo8
15.07.2009 19:32
4 2

Re: Freut euch ihr Multikultis!

nein wir die grünen sinds nicht gewesen , der strache , der strache hat uns dazu gezwungen (herr der ringe), wir sind nicht böse, aber die fpö ist an allem unheil schuld, sogar an der ausländerschwemme, den einbrüchen und der wirtschaftskrise

Antworten Gast: Gast
15.07.2009 17:43
3 7

Re: Freut euch ihr Multikultis!

D A N K E!

Eine Sorge mit Rechtsradikalen weniger.

Antworten Fintofanto
15.07.2009 16:20
1 7

Hitzekoller?


Antworten Gast: Anonym
15.07.2009 15:27
3 6

Also

beleidigen und hetzen das können Sie.
Aber macht nichts, Sie können jetzt ja gerne Ihre Familie anpöbeln oder Ihre Nachbarn, die werden eine Freude haben, wenn sie dann von Ihnen Beleidigt werden.

Gast: Gast
15.07.2009 14:46
1 5

MS Deutschland

Ja, genau, Sie der sich über Nickklau aufregt. Haben Sie von der Rederei, der Sie den Namen
geklaut haben, schon Post bekommen?

Gast: gast
15.07.2009 12:56
0 0

würde es der harry

überhaupt merken? vielleicht waren es nur gespräche wegen der kasachischen freundschaft mit den freiheitlichen, so auf die art die kasachen nehmen den österreichern asylanten ab.

derpradler
15.07.2009 12:12
0 0

Vorbestrafte

im Parlament, Vorbestrafte im Untersuchungsausschuß........die Republik als Kloake im Völkerbund

Antworten fabrikant
16.07.2009 13:04
0 0

Re: Vorbestrafte

Naja, die Vorstrafe vom Hr. Pilz ist aber schon eine Zeit her.

Gast: onkel tom
15.07.2009 08:21
0 2

ist dem harald

kasachstan überhaupt bekannt?
dem armen hat man eine falle gestellt, sagt der hc.
das kommt davon wenn dumme anfangen ins denken.

Gast: cursor
15.07.2009 08:08
0 0

Vor dem U-Ausschuss ist NACH dem U-Ausschuss !

Ob Strache ,Stadler , Westenthaler und viele andere Politiker in Österreich .Die ganze Aufregung ,bezüglich unserer VOLKSverTRETER wird schön langsam fad. Gerade in einer Demokratie wie in Österreich sollte uns, dem VOLK endlich klar sein ;;;;Jedes Land (DEMOKRATIE )hat die POLITIKER die ES verdient ! Im nachhinein immer und ewig raunzen ist ein WENIG kontraproduktiv , VORHER (vor der Wahl)ein wenig mehr DENKEN würde so einigen Kummer ersparen

Gast: ansicht
14.07.2009 22:04
1 0

Wenn man sich das im Detail betrachtet, entlarvt es sich von selbst.

Wieso sollte Vilimsky gerade mit dem kasach. Geheimdienst Kontakt gehabt haben??
Und dann soll auch noch Stadler Infos bekommen haben??
Geh bitte das ist so weit hergeholt weiter gehts nicht.

Das aber der rote Exbgm. Helmut Z., alias Holec für den tschechischen Geheimd. spioniert und damit sein Heimatland verraten hat ist unbestritten.

1 0

Und wer interessiert sich noch für 1.500 Millionen Euro?


1500 Millionen Euro wird der Steuerzahler für die "Geschützte Werkstätte" AUA zahlen dürfen, der Faymann eine "rotweißrote Heckflosse" verordnet hat.

Ist aber egal, wir haben unseren "Spitzelskandal.


 
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