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Gingen Geheimdienstdaten an Ewald Stadler?

15.07.2009 | 11:01 |  MARTIN FRITZL UND MANUEL ESCHER (Die Presse)

Geheime Informationen landeten im Eurofighter-U-Ausschuss. Die fünf Parlamentsfraktionen haben sich darauf geeinigt, dass bereits am Freitag die konstituierende Sitzung des U-Ausschusses stattfinden wird.

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Wien. Die Spionageaffäre ist um eine Facette reicher: Wie „Die Presse“ in Erfahrung bringen konnte, dürfte ein Teil jener Daten, die aus dem Heeres-Abwehramt hinausgespielt wurden, beim Abgeordneten Ewald Stadler (damals FPÖ, jetzt BZÖ) gelandet sein. Stadler habe im Eurofighter-Untersuchungsausschuss (dieser tagte von November 2006 bis Juli 2007) Informationen vorgebracht, die er nur vom Abwehramt haben konnte, berichtet ein gut informierter Insider.

Am Montag ist bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft gegen vier gegenwärtige oder ehemalige Mitarbeiter des Inlands-Geheimdienstes des Bundesheeres Ermittlungen führt, weil diese in der Vergangenheit (in den Jahren 2000 bis 2001) Informationen weitergegeben haben sollen. Ewald Stadler war bis Redaktionsschluss für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

 

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Sicher ist nun auch, dass die Affäre um das Abwehramt Thema für den Untersuchungsausschuss sein wird. Die ÖVP, die bisher skeptisch war, schwenkte am Dienstag um: „Der Vorwurf ist schwerwiegend“, sagte Werner Amon, ÖVP-Fraktionsführer im U-Ausschuss. Das BZÖ hat übrigens neben Peter Westenthaler auch Ewald Stadler für den U-Ausschuss nominiert.

Die Untersuchungen werden jedenfalls rasch losgehen. Die fünf Parlamentsfraktionen haben sich darauf geeinigt, dass bereits am Freitag die konstituierende Sitzung des U-Ausschusses stattfinden wird. Bei dieser wird der Vorsitzende gewählt, Akten angefordert und erste Zeugenladungslisten beschlossen. Die Befragungen dürften dann in der zweiten Augusthälfte starten. Ebenfalls am Freitag wird Innenministerin Maria Fekter den Verfassungsschutzbericht präsentieren – einer der Ausgangspunkte für den U-Ausschuss. Darin steht, dass ein ausländischer Geheimdienst (gemeint: der kasachische) Einfluss auf die Arbeit von Abgeordneten genommen haben soll.

Der U-Ausschuss wird aber auch Vorwürfe von FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache untersuchen, Grünen-Abgeordneter Karl Öllinger habe die FPÖ bespitzeln lassen. Außerdem soll geklärt werden, ob eine Telefonüberwachung Peter Westenthalers durch die Staatsanwaltschaft Wien rechtens war. Für das Handy des BZÖ-Politikers war im vergangenen Sommer eine Rufdatenrückerfassung durchgeführt worden. Westenthaler wurde dabei nicht als Verdächtiger, sondern als Zeuge geführt – womit seine parlamentarische Immunität umgangen wurde.

 

Gegenwind für Bartenstein

Das BZÖ lehnt den von der Koalition für den Vorsitz nominierten Martin Bartenstein „kategorisch“ ab – es bestehe Unvereinbarkeit, weil dieser zum Zeitpunkt der Telefonüberwachung noch Mitglied der Bundesregierung gewesen sei. Auch die FPÖ ist gegen einen Vorsitz Bartensteins: Weil alle Parteien von den Untersuchungen betroffen seien, forderte Parteichef Strache, die Nationalratspräsidenten sollten im Rotationsprinzip den Vorsitz führen.

Als Verfahrensanwalt – der berät im U-Ausschuss den Vorsitzenden und die Zeugen – schlug Strache den früheren VfGH-Präsidenten Ludwig Adamovich vor. Auch Amon konnte sich Adamovich in dieser Funktion vorstellen. Dieser sagte aber ab: Wegen einer im Herbst anstehenden Operation stehe er nicht zur Verfügung.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.07.2009)

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10 Kommentare
Ophicus
15.07.2009 11:11
0 0

Schlimm, schlimm

Der Staatsanwalt ermittelt also wegen Datenweitergabe an Stadler?

Wir wissen gottseidank, dass "es den Staatsanwalt auch nichts angeht, woher ein Abgeordneter sensible Informationen bezieht." (Zitat Martin Fritzl)

Der Skandal ist also nicht die Weitergabe sensibler Daten, sondern die Neugier des Staatsanwalts?

da_el
15.07.2009 10:50
0 0

super wieviele frauen

da einmal wieder beim u-ausschuss dabei sind

traurig is das

Antworten Gast: UKW
19.07.2009 11:55
0 0

Re: super wieviele frauen

Wenn die Typen auf die Arche Noah gehen würden, könnte ich den Einwand verstehen. Aber so?

Gast: cursor
15.07.2009 08:06
1 0

Ursache und Wirkung!

Ob Strache ,Stadler , Westenthaler und viele andere Politiker in Österreich .Die ganze Aufregung ,bezüglich unserer VOLKSverTRETER wird schön langsam fad. Gerade in einer Demokratie wie in Österreich sollte uns, dem VOLK endlich klar sein ;;;;Jedes Land (DEMOKRATIE )hat die POLITIKER die ES verdient ! Im nachhinein immer und ewig raunzen ist ein WENIG kontraproduktiv , VORHER (vor der Wahl)ein wenig mehr DENKEN würde so einigen Kummer ersparen.

Gast: Crusader
15.07.2009 08:05
0 2

Was gibt es in Österreich noch zu verheimlichen?

Wir haben einen linken Staatsapparat, eine parteiische Justiz, ein ruiniertes Bundesheer, eine der Lage nicht mehr Herr werdende Exekutive, unkontrollierte das Sozial und Bildungssystem zerfressende Massenzuwanderung und das ganze kombiniert mit einer unfähigen korrupten politischen Kaste!
Wir brauchen keinen Geheimdienst mehr! Wovor sollte der uns auch schützen? Vor den eigenen Amtsträgern?

DerÄtzer
15.07.2009 07:02
0 0

Unlängst emailte ich meiner Oma, wo mein Wohnungsschlüssel versteckt ist, damit sie in meiner Abwesenheit nicht vor der Türe stehen muß.

Wird nun bei mir mit dem Schlüssel eingebrochen, ist meine Oma Tat-Beihilfe, weil sie doch vom Versteck wußte.

Ich kann mir gut vorstellen, daß Botschaften an jeden Abgeordneten vom politischen Gegner, versteckt hinter einem Pseudonym, rasch erpressbarkeit schafften.

Der Empfänger weiß noch nichts davon. Welches Gesindel denkt sich so etwas aus?

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Hr.Volksanwalt

ich glaube dem Volksanwalt schon wenn er meint er habe gerade DORT seine finger nicht drinnen gehabt!

1 0

Möchte gerne wissen,

was die Abgeordneten mit solchen Ausschüssen zusätzlich verdienen. Irgendeinen Grund muss es ja geben, weshalb sie so happig darauf sind...

Gast: Jack
15.07.2009 00:24
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was für eine Farce

Die ermitteln gegen sich selbst? Graf und Stadler? Bartenstein, damals Minister? Da soll war rauskommen?

Antworten Gast: Athene
15.07.2009 13:35
0 0

Re: was für eine Farce

... den vorbestraften Westenthaler
haben Sie vergessen....der ist auch für den U-Ausschuss nominiert;
jetzt fehlt noch die vorbestrafte Fr.Winter ....

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