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Kasachstan-Affäre erfasst auch SPÖ

21.07.2009 | 22:32 |  Von Martina Salomon UND MARTIN FRITZL (Die Presse)

Ex-SPÖ-Wehrsprecher Anton Gaal hatte dubiose Kontakte zu kasachischem Agenten. Hat die Staatsanwaltschaft fahrlässig gehandelt?

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Im letzte Woche präsentierten Verfassungsschutzbericht ist nur von Kontakten zwischen kasachischem Geheimdienst und FPÖ, die für parlamentarische Anfragen instrumentalisiert worden sein könnte, die Rede. Aber auch (ehemalige) SPÖ-Politiker scheinen in die offenbar gar nicht zimperliche Jagd der Kasachen auf den in Österreich unter Polizeischutz stehenden ehemaligen Botschafter Rachat Alijew tiefer verwickelt zu sein, als bisher bekannt war.

95 Telefonate zwischen dem früheren SPÖ-Wehrsprecher Anton Gaal und dem kasachischen Geheimdienst im Jahr 2008 sollen dokumentiert sein, wie „Die Presse" erfuhr. Hat Gaal den kasachischen Agenten Ildar A., der im September vor Gericht steht, mit dem pensionierten Bundesheer-Agenten Jimmy H. zusammengebracht, wie der „Falter" behauptet? Faktum ist, dass es drei (verhinderte) Entführungsfälle gab, deren Adressen von dieser Kontaktperson ausgekundschaftet worden sein könnten. Man nimmt an, dass dafür viel Geld geflossen ist.

Dass es diese 95 Telefonate gegeben hat, stellte Gaal Dienstagabend in Abrede.
Gaal selbst stellt den Kontakt mit Ildar A. als harmlos dar. A. sei sein Nachbar gewesen und habe nach Klosterneuburg übersiedeln wollen. Gaal wollte dessen Haus kaufen. Im Zuge dessen sei er von A. immer wieder angerufen worden, sagt Gaal zur „Presse". Dass er den Kontakt zu Jimmy H. vermittelt hat, bestätigt Gaal: „Ildar A. wollte eine Beratung in Sicherheitsfragen. Ich bin beim Zivilschutzverband, dafür sind wir nicht zuständig. Daher habe ich ihn an Jimmy H. vermittelt." Als das BVT ihn informiert habe, dass Ildar A. beim kasachischen Geheimdienst sei, habe er den Kontakt abgebrochen. Von der kasachischen Botschaft sei er nie kontaktiert worden, auch Geld habe er nie angenommen, so Gaal.

Doch nicht nur gegen Gaal werden jetzt Vorwürfe erhoben, sondern auch gegen die Staatsanwaltschaft: Hätte diese die - letztlich missglückten - Entführungsversuche von Alijew-Vertrauten verhindern können, oder hat sie aus politischen Gründen nicht ermittelt? Der ehemalige SPÖ-Wehrsprecher ist Vorsitzender der Bundesheer-Beschwerdekommission und Chef der SPÖ Favoriten. Schon im Februar erschien ein „Profil"-Bericht, der Gaal sowie den Seniorenbundobmann Karl Blecha als Verbindungsmänner in dieser Affäre nannte. Blecha dementierte und drohte mit Klage. Er soll, wie der „Presse" berichtet wird, vor einiger Zeit mit einem bekannten SPÖ-Anwalt nach Kasachstan gereist sein. Welcher Art waren ihre Geschäfte? Blecha war für die „Presse" am Dienstag telefonisch nicht erreichbar.

„Heikle Aspekte"

Und die Vorwürfe gegen die Staatsanwaltschaft? Sprecher Gerhard Jarosch will die im „Presse"-Gespräch nicht kommentieren, weil es sich um laufende Ermittlungen handle. Er könne daher auch nicht sagen, wer da aller involviert sei. Bekannt sind lediglich Verfahren gegen zwei Polizeibeamte und gegen jenen kasachischen Agenten, der mit Gaal kooperiert haben soll. Es gehe um „Entführung sowie um Bestechung von Polizeibeamten", so Jarosch. Und die Politik? Da gebe es „heikle Aspekte".
Der FPÖ wird vorgeworfen, durch gezielte, mit dem kasachischen Geheimdienst abgestimmte parlamentarische Anfragen versucht zu haben, den Aufenthaltsort Alijews herauszubekommen. Eine dubiose Rolle spielt auch ein ehemaliger ORF-Journalist, der als Verbindungsmann zwischen Heeresabwehramt und FPÖ gedient haben soll.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.07.2009)

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23 Kommentare
Gast: gast
22.07.2009 10:44
2 1

politisch unklug

war schon wirklich peinlich gestern abend in der zib2. da is er gestanden vor der biederen eckbank, die fliegen haben ihn umschwirrt, rot war er im gesicht vor aufregung, ständig verhaspelt hat er sich. und immer wieder erklärt, wie unschuldig blauäugig er in die sache reingerutscht wär - ich muss sagen, ohne die genauen umständ zu kennen - ich hab's ihm in dem moment glauben müssen. ich glaub, er war einfach wirklich zu naiv um die umstände zu durchschauen. am ende hat er auch nochmal seine unschuld betont - und dann is was wirklich lustiges gekommen: "ich habe nicht politisch unklug gehandelt". noja.

3 2

Irgendwer überrascht?

War doch nur eine Frage der Zeit, bis auch hier die Roten Nelken welken.
Am Besten gefällt mir die Ausrede:"Ich habe ja nur telefoniert!"
Das kenne ich doch von irgendwo. Also war es sicher keine Spionage, sondern eher so eine Art "Beratungsgespräch" *gg*

Antworten Gast: Ramera
22.07.2009 10:40
3 2

Re: Irgendwer überrascht?

Sie haben ganz RECHT!!!!
Gefallen hat mir auch...."..ich war nicht wirklich dabei, weil ich mit dem Ober gesprochen habe."
NUR....wenn diese Blüten ein Strache von sich gegeben hätte, hätte der Wolf sehr unangenehm reagiert und GEBOHRT!!!!
So steht die Sache.

Gast: gast
22.07.2009 09:12
1 2

das interview in der zib 2

und speziell die anworten sollten die redenschreiber bei den nächstjährigen faschingssitzungen inspirieren....
heilau....
zwickts mi, i man i dram...wo bin i daham....

renmin
22.07.2009 08:48
3 2

Haette mich ja gewundert

wenn der Lucona Charly da nicht mitgemischt haette. Hat ja schon in seiner Zeit als Innenminister beste Kontakte (natuerlich nur fluechtige Bekannte) zu georgischen "Unternehmern". Ich glaub', einer davon ist in der Annagasse verunglueckt oder so.
Aber davon aehhhh, damit muss man leben als IM. Da ist der Tod halt allgegenwaertig. Jaja, die Welt ist schlecht. Gottseidank gibt es so unerschrockene, integre Menschen wie den Lucona Charly, die sich mit aller Kraft dagegenstellen. Lieb Vaterland magst ruhig sein...

Gast: Holec
22.07.2009 08:18
0 2

I haaß Holec, du haaßt Holec, ...


... warum nur grausts dem Volk?

Gast: peteranton
22.07.2009 07:41
4 2

Endlich

ist unser Pensionistencharly wieder aktiv.
LUCONA ist ja gottseidank schon vergessen.
Freundschaft, Sippschaft.

Gast: Alpinista
22.07.2009 07:13
1 2

Datenschmutzschutz

Diese Geschichte wird man nur von hinten nach vorne richtig analysieren können und zwar nach den politischen Entscheidungen. Ich denke hier wird ein Instrument eingesetzt um anderweitig ans Ziel zu kommen. Es könnte auch sein, dass
andere faule Umstände des Staates Alpendänemark mit dem Zeigefinger und der Beamtenmundzuhaltung unter den Tisch gekehrt werden sollen. Was wäre da besser geeignet als sich plötzlich für den Datenschutz stark zu machen.

Gast: Miranda
22.07.2009 02:21
3 3

Da kann auch nicht der ORF

helfen. Wiof weiss zumindest , was sich gehoert, was man von dem Lackaffen im ZIB um 24 Uhr im ORF 1 nicht behaupten kann.

Was macht dieser ausser schoen und gut angezogen zu sein?
Wird er brav von einer Partei bezahlt? Gruen oder rot?
Hat keine Ahnung von ueberparteilichen Journalismus.

Jeder von unsren Politikern muss kontrolliert werden, aber bitte alle in gleicher Weise und denselben Respekt.

Und uns interessiert WIRKLICH nicht die politische Neigung eines Moderators.

Antworten Gast: Zynicus
22.07.2009 17:19
0 0

Re: Da kann auch nicht der ORF

Lackaffe ist bestens! Mich regt dieser präpotente Schönling auch schon lange auf!

Gast: jenerwelcher
22.07.2009 00:13
3 2

Bedenket

Schon sehr seltsam. Gerade jener Gaal der all die Jahre an die Speerspitze der Heeres-Modernisierungsverweigerer repräsentierte. Der war ja gegen alles was dem ÖBH irgendwie eine Perspektive verschafft hätte. Mitten drinn in der Reformkommission und im Landesverteidigungsausschuss - und Chef der Beschwerdekommission. Jedenfalls passen die Ost-Kontakte wie die Faust aufs Aug zu diesem Gehabe.
Der Herr Zivilschutzexperte der den Ostagenten Sicherheitstipps gibt weil in seinem Wahlkreis die höchste Kriminalitätsrate herrscht - man packt es nicht.
Und solche Leute dürften sich Urteile und Entscheidungen übers ÖBH anmaßen....

Antworten Gast: Nowotny
22.07.2009 07:33
3 2

Re: Ja da habens recht

Jetzt wo Sie's erwähnen, fällt mir auch wieder ein, wie der Gaál dunkelrot angelaufen im Nationalrat bis zum nach-hinten-kippen gegen die "Kampfbomber die Europa nicht braucht" wetterte. Bar jeder Ahnung natürlich, im Gespräch war ihm der verfügbare Markt an Mehrzweckflugzeugen überhaupt nicht klar. Suchte sein Lebtag' noch den klassischen Abfangjäger der 60er Jahre, ein echter Spezialist. Auch dank ihm hat das Bundesheer mindestens ein Jahrzehnt an Improvement verloren. Aber: Wem hat er aller die genauen Schritte der Reform 2010 beim Favoritner Wirten rüberg'schoben? Passt perfekt zu lauter so Agenten-Detektiv-Haberer, der cholerische Zivilschützer (sic.!)...

0 0

Re: Re: Ja da habens recht

Er soll ja privat ein sehr umgänglicher Mensch sein. Nur militärisch äußern sollte er sich nicht. Ist aber Wehrsprecher der SP. Der hat sich einmal hingestellt und hat öffentlich empört zurückgewiesen, dass das Bundesheer jemals im Inland eingesetzt werden könnte. Er hat also keine K enntnis des Wehrgesetzes. Von der Befugnis des Heeres Kenntnis zu erlangen ist aber nicht schwer: Das steht schon im 2. Paragraphen des WG drin. Braucht man nicht weit lesen.
Da ist ihm jeder aufmerksame Grundwehrdiener überlegen. Die müssen sich die rechtlichen Grundlagen der Landesverteidigung nämlich allesamt anhören.

Gast: Leo
21.07.2009 23:33
3 2

was soll der Blödsinn?

die SPÖ kann doch niemals nicht in unsaubere Sachen verwickelt sein, also hört mit dem Schmarrn auf. Die ganz Bösen sind doch immer blau und orange und der Mörder ist immer der Gärtner...

Gast: Propellix
21.07.2009 22:49
3 3

Kontakt abbrechen!

Hr. Verteidigungsminister Darabosch! Ich fordere Sie auf, bis zur gerichtlichen Klärung der Kasachstan-Connection Toni Gaáls die Leitung der Bundesheer-Beschwerdekommission interimistisch an jemanden anderen zu geben und Gaáls Zutritt auf Heeresgelände auszusetzen. Sicher werden Sie auch im U-Ausschuss einen "wertvollen Verbündeten" dazu finden. Bis dahin sollte ebenfalls gelten dass er "nicht mehr mein Vertrauen" hat. Das waren Ihre Worte - in anderen Fällen...

Antworten renmin
22.07.2009 08:55
1 2

Re: Kontakt abbrechen!

was kuemmerts den Drueckebertl was er gestern gesagt hat? Der is froh, dass er lebt und nicht selber wieder im Mittelpunkt einer peinlichen Geschichte steht. Aber wer weiss, was noch kommt...

Gast: Sozialfighter
21.07.2009 22:44
3 2

flanker

Und? Wo ist das vorsorgliche Kasernenverbot für Toni Gaál, samt Meldungspflicht bei allen Kontaktversuchen seinerseits zu Heeresangehörigen? Ka Fadenkreuz an Hirn? Weil er ein 'Guter' ist? Hat ihn deswegen das BVT rechtzeitig informiert, Vilimsky z.B. aber nicht? Was haben wir doch - in jeder Partei - für jämmerliche Figuren in dem Land, so wie er stammelnd und eiernd soeben in der ZiB2... Hauptsache Gaál hat uns seinerzeit im Parlament in seiner fachlichen Kompetenz als Wehrsprecher damit unterhalten, die Schweizer "F-5 könnten nicht über 6.000m steigen". Komisch, in der Schweiz können sie's. - Sch.ei.ß Parteisoldat, sup.erfla.ch aber nun angebl. ahnungslos. Sicher wird ihn der Genosse Norbsi schützen...
Wen wunderts dass sich da Volk in Grausen von allen diesen Lemuren abwendet! Was kommt aber dann..?

Gast: Zynicus
21.07.2009 21:46
2 2

Immer wieder, immer wieder, immer wieder Carly Blecha!!!


untertan
21.07.2009 20:13
2 2

Wie besteche ich gekonnt?

Die Primitivmethode.
Es wird im Ausland ein Konto errichtet und bei einem der Besuche wird von diesem abgeschöpft.
Die weiterentwickelte.
Ein Gegenstand der persönlichen Begierde wird mit einem "Defekt" bedient und zu einem allgemein anerkannten Schnäppchenpreis "abgegeben".
Die Profimethode.
Da es sich hier immer um größere Summen handelt, wird entweder eine Scheinfirma gegründet, die "Honorare" in Rechnung stellt oder wenns proletarisch gekonnt zugeht, dann wird eine wohlfeile Immobilie über mehrer Kaufvertragspartner an die Zieladresse gereicht. Dauert, ist kaum nachzuvollziehen und somit sicher.
Das heißt natürlich nicht, daß der Fall Gaal ein solcher wäre. Nur ein wenig pikant ist er schon. Aber daß ein honoriger Roter sowas macht, das man ja nur von den Schwarzen erwartet ist für mich undenkbar. Es wird sich herausstellen, daß die Vermutungen allesamt grundlos waren. So wie es ja zu erwarten ist. Zustandegekommen ist der Deal auch nicht. Aus welchem Grund auch immer. Also ist alles nur reine Spekulation.

romolaner
21.07.2009 19:32
0 2

Die Ganze Bagage

wieder dabei....................

Gast: Lächler
21.07.2009 19:09
7 2

ist Faymann schon das Lachen vergangen

bei uns daham sagt man:
Ein Narr lacht auch, wenn das Haus brennt

Antworten untertan
21.07.2009 20:14
1 3

Re: ist Faymann schon das Lachen vergangen

Mühsam lächelt er, wenn man genau hinschaut.

Gast: sid
21.07.2009 18:50
6 2

dementieren und lügen

dementieren und lügen so lange es geht. aber der gerichtlich verurteilte ex-innenminister droht gleich mit klagen.

Mein Parlament