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BZÖ: Westenthalers Bluff – ein Schuss ins Knie

22.07.2009 | 18:32 |  OLIVER PINK (Die Presse)

Peter Westenthalers Handyaffäre ist doch pikanter als angenommen.

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Wien. Peter Westenthalers Klage, sein Handy sei von der Staatsanwaltschaft überwacht worden, hat nicht nur den U-Ausschuss mit all seinen Folgen ausgelöst, er dürfte sich auch als Schuss ins eigene Knie erweisen. Denn Westenthalers Rufdatenüberprüfung hatte einen durchaus pikanten Hintergrund: Bei einer BZÖ-Sitzung im August 2008, an der Parteigranden wie Jörg Haider, Stefan Petzner oder Herbert Scheibner teilnahmen, soll Westenthaler versucht haben, einen Kontrahenten aus der Wiener Partei auszustechen. Er drohte damit, dass dessen „Drogengeschichte“ auffliegen würde. Westenthaler berief sich – vor Zeugen – auf Infos aus der Polizei, die er soeben via SMS auf sein Handy erhalten habe.

 

Der Bruder eines anderen

Westenthalers Konkurrent, ein Wiener Bezirkspolitiker, war allerdings in kein Drogendelikt verwickelt. Sondern vielmehr der nicht politisch tätige Bruder eines anderen BZÖ-Funktionärs, der zur Gruppe des Westenthaler-Gegenspielers – das Wiener BZÖ war damals in zwei Fraktionen zerfallen – gehörte. Dieser hatte seine Strafe aber bereits abgesessen. Der Bruder des Verurteilten, ein Gastronom, musste wenige Tage nach der BZÖ-Sitzung übrigens eine behördliche Prüfung über sich ergehen lassen.

Der von Westenthaler Beschuldigte wiederum war so empört, dass er die Sitzung verließ und zur Polizei fuhr. Anwesende BZÖ-Politiker sollen noch versucht haben, ihn davon abzuhalten. Vergeblich. Das Büro für Interne Angelegenheiten vernahm später Teilnehmer dieser Sitzung und überprüfte Westenthalers Telefonkontakte zum Zeitpunkt der Sitzung. In diesem Zeitraum war aber kein SMS eines Polizisten bei Westenthaler eingelangt. Allerdings soll das BIA sehr wohl einen Polizisten in Verdacht haben, zuvor mit Westenthaler in Kontakt gewesen zu sein. BIA-Chef Martin Kreutner wollte dazu gestern keine Auskunft geben, da dies Gegenstand der Ermittlungen sei.

Westenthaler steht seit seiner Verurteilung wegen falscher Zeugenaussage auf Kriegsfuß mit der Justiz und hier vor allem mit der Staatsanwaltschaft. Im Herbst könnte er erneut vor Gericht stehen: Er soll nach einem Spiel der Fußball-EM vor dem Ernst-Happel-Stadion einen Polizisten angefahren haben.

Neben dem Dauerwirbel um Westenthaler macht dem BZÖ derzeit vor allem die Affäre im Tiroler BZÖ zu schaffen (siehe Seite 3): Parteichef Gerhard Huber ist mit schweren Vorwürfen konfrontiert, zwei Drittel der BZÖ-Vorstandsmitglieder sind aus der Partei ausgetreten. Das Huber-Lager rechtfertigt dies damit, dass diese Gruppe ohnehin zu rechts gewesen sei.

 

Scheuch: „Gehört abgestellt“

Die Bundes-BZÖ-Spitze schweigt zu alldem beharrlich. Nur Uwe Scheuch, Chef der einflussreichen Kärntner Partei, sagt im „Presse“-Gespräch: „Als Kärntner Landesparteichef erwarte ich mir, dass alle Ungereimtheiten so schnell wie möglich geklärt und abgestellt werden. Und dass wieder zur Arbeit übergegangen wird.“ Meinung, Seite 27

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.07.2009)

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17 Kommentare
Till Eule
23.07.2009 09:38
1 0

Redlich

Wer nichts zu Verbergen hat, braucht keine Angst vor unserer Justiz zu haben - außer vieleicht, er weis eben sehr wohl, was da in den Jahren 2000 - 2006 im Innen- und Justizministerium für ein System aufgebaut wurde.

Diese "Buberlpartie" (Verurteilte Straftäter, Bezahlte Geheimdienstinformanten, alkoholisierte Autofahrer, Bankräuber) kann nicht tragbar sein!

Antworten Gast: Lissi
23.07.2009 10:39
0 0

Re: Redlich

richtig, redlich ist nur unsere Einheitspartei SPÖVP, die sich das Land doch so brüderlich aufteilt und den Parteiabsolutismus mit Hilfe der Medien zur Perfektion gebracht hat.

Antworten Antworten Gast: donald
23.07.2009 15:55
0 0

Re: Re: Redlich

schade, dass das bzö nicht österreichweit an die futtertröge kommt wie in kärnten, gell? so haben sie nur ein einziges bundesland, dass sie brüderlich untereinander aufteilen können...

Antworten Antworten Antworten Kolovrat
23.07.2009 20:05
0 0

Re: Re: Re: Redlich

Der Futtertrog in Kärnten/Koroska ist auch schon leer und ausgefressen von den BZÖ¿lis!

Diese Provinz ist pleite DANK dem "Heiligen Jörgi".

Antworten Gast: Patriot
23.07.2009 09:54
0 0

Re: Redlich

vollkommen richtig!!!
Westenthaler, Winter & Co.gehören nicht ins Parlament! Es muss doch ein Gesetz zustande kommen, dass kriminelle, vorbestrafte Abgeordnete, Politiker sofort zurückzutreten haben.

Antworten Antworten Till Eule
23.07.2009 13:33
0 0

Re: Re: Redlich

dann zahlt sich die Sanierung des Parlamentsgebäudes aber kaum mehr aus ;o)

untertan
23.07.2009 08:49
1 0

Lange Zeit habe ich die Anwürfe gegen

Westenthaler als Diskriminierung gewertet. Jetzt steht meine Meinung fest: Er ist als Politiker derart unsauber, daß er wohl eher am Balkan ein Mandat haben sollte. Nur nicht mehr in Österreich. Und das BZÖ wäre gut beraten, sich von Leuten wie Westenthaler oder anderen, den "Spinnern" zu trennen. Denn sonst wird es auch in Kärnten kein BZÖ mehr geben. Was ja auch kein Fehler ist. Daß ich aber der Strache-FPÖ einen Freibrief hiermit ausstelle, muß ich , wie sagen "meine" Vorbilder immer, mit aller Entschiedenheit zurückweisen.

Kolovrat
23.07.2009 06:23
1 0

Gospodin Hojac

lässt kein Fettnäpfchen aus!

Wildhaber
22.07.2009 23:29
0 0

Lüge oder Wahrheit

Endlich ein Artikel, in dem die richtigen Fragen gestellt werden!
Ich glaube, dass die Lehren, die aus dieser Affäre zu ziehen sind:
1. Bei einer Überwachung von Emails und sms, müssen ALLE Nachrichten gelesen werden, denn erst dann mach eine Überwachung Sinn.
2. Weil dem so ist, sollte die überwachende Behörde verpflichtet sein, nach einer Frist von zwei Monaten alle Betroffenen zu informieren, dass ihre Nachrichten gelesen wurden.
Es muss allen klar sein, dass die Überwachung des elektronischen Informationsaustausch anders erfolgt, als die von Briefen.

Antworten untertan
23.07.2009 09:15
0 0

Re: Lüge oder Wahrheit

Bei der Quali unserer Exekutive ist halt nicht mehr drin. Besoffenen den Führerschein abnehmen, ab und zu einen Ostverbrecher fangen, Jagd auf "Verkehrssünder" mittels Pistolen und sonst den Autofahrern auf den Keks gehen. Die wichtigsten Beschäftigungen unserer Exekutive. Wenn dann einmal höhere Anforderungen gestellt werden, gehts halt in die Hose.

Gast: Michael
22.07.2009 23:00
0 2

vielleicht wird der U-Ausschuss

auch ein Schuss ins Knie einiger linkslastiger Politiker, die das Böse immer in Blau und Orange vermuten. Vielleicht sollte Herr Pink auch die "linke Welt" nicht so oft durch die rosarote Brille sehen. Die Einheitspartei SPÖVP ist ein weit größeres Problem. Ein Großteil der österreichischen Politiker, egal von welcher Partei, gehört mit Schimpf und Schande aus dem Parlament vertrieben....

0 0

Hr. westenthaler sollte sich......

schleunigst aus der politik zurueckziehen - er ist ja schon oefter vor dem richter als im parlament............

Antworten Kolovrat
23.07.2009 06:24
0 1

Re: vielleicht wird der U-Ausschuss

Wollen Sie wieder die SA aufmarschieren lassen,Rechter Recke?

Antworten Antworten Gast: Leo
23.07.2009 10:34
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Re: Re: vielleicht wird der U-Ausschuss

wir brauchen keine SA mehr, Pilz und Kogler erledigen das genauso gut.

Antworten Antworten untertan
23.07.2009 09:21
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Re: Re: vielleicht wird der U-Ausschuss

Die typische Österreichvernaderer-Methode. Auch das Vokabular ist angepaßt. Wir, die Österreicher sind größtteils deutschsprachig und deutschstämmig. Im Osten weniger. Auch im Süden nicht mehr. Da haben sich die Slowenen, die Kroaten und Jugos festgekrallt. War ja auch lange Zeit slowenisches Gebiet in Unterkärnten. Deshalb verstehe ich ja den Haß der aus den Postings spricht.

Antworten Antworten Antworten Kolovrat
23.07.2009 20:01
0 0

Re: Re: Re: vielleicht wird der U-Ausschuss

Von welchem teitshen Stamm stammen Sie ab,Untertan?

Zuwanderer aus dem Norden?

Germanen zurück nach Germanistan!!!!!!

Antworten Antworten Antworten Gast: donald
23.07.2009 15:56
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Re: Re: Re: vielleicht wird der U-Ausschuss

gegen den bsu gelaufen? oder einfach naturblöd?

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