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Kasachstan-Affäre: Seltsame Treffen mit Spionen

22.07.2009 | 19:00 |   (Die Presse)

Wie sehr sind österreichische Politiker in diverse Spitzelaffären verwickelt? Der U-Ausschuss dürfte eine Menge Arbeit bekommen. Ex-Innenminister Blecha und Ex-ORF-Journalist Ender verteidigen ihre Kontakte.

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WIEN/LINZ (mon/geme). Stichwort Kasachstan: Er habe mit Spionage nichts zu tun, meldete sich gestern Karl Blecha, ehemaliger Innenminister und Chef des SPÖ-Pensionistenverbandes, zu Wort. Wie „Die Presse" berichtete, hatten sowohl der frühere SPÖ-Wehrsprecher und Vorsitzende der Heeres-Beschwerdekommission, Anton Gaal, als auch Blecha Kontakt mit dem getarnten kasachischen Geheimdienstmitarbeiter Ildar A., der im Herbst vor Gericht steht.

Blecha bestätigte, dass sich Gaal im Vorjahr an ihn gewandt und ihm A. als österreichischen Staatsbürger russischer Herkunft vorgestellt habe. Dieser habe ihn gefragt, warum der kasachische Ex-Botschafter Rachat Alijew von Österreich nicht an Kasachstan ausgeliefert werde. Er habe privat bei (seiner Parteikollegin) Justizministerin Maria Berger nachgefragt und sei in seiner schon vorher geäußerten Meinung bestätigt worden, dass es keine Auslieferung an Länder gebe, in denen kein faires Verfahren erwartet werde. Einige Zeit später habe es mit A. Kontakt gegeben, weil dieser behauptet hatte, Kasachen würden in Österreich Geldwäsche betreiben. Daraufhin habe er „sofort" Erik Buxbaum, den damaligen Generaldirektor für öffentliche Sicherheit, angerufen.

Ender: „Ich als alter Sozi?"

Zu den Gerüchten, er sei 2008 nach Kasachstan geflogen, meint Blecha, dort sei er seit über zehn Jahren nicht mehr gewesen. „Absoluter Unsinn", sagt auch der 2003 pensionierte ORF-Journalist Bernd Ender im „Presse"-Gespräch zum Vorwurf, er sei Verbindungsmann zwischen Abwehramt und FPÖ gewesen. „Ich als alter Sozi? Niemals!" Auch das Gerücht, der ehemalige Mitarbeiter der Sendung „Hohes Haus" habe der FPÖ bei der Formulierung ihrer parlamentarischen Anfragen betreffend Alijew geholfen, weist er zurück: „Ich hätte das niemals konzipieren können". Er habe keine Ahnung, wie er in diese ganze Geschichte reingezogen worden sei und kenne „keinen einzigen Kasachen". Die FPÖ steht im Verdacht, dass sie sich von den Kasachen instrumentalisieren ließ.

Wie leicht lassen sich Geheimdienste anzapfen? Laut „News" sind im Abwehramt mehrere Ordner mit Altakten aufgetaucht, die keine Geschäftszahl trugen. Offensichtlich hatten einzelne Beamte den Heeresgeheimdienst für Privatermittlungen missbraucht. Zahlreiche Personen wurden ohne dienstliche Veranlassung überprüft. Die betroffenen Akten stammen zum Großteil aus jener Zeit, als Gregor Keller, jetzt Adjutant von Bundespräsident Heinz Fischer, operativer Leiter des Abwehramtes war.

Im April hat das Verteidigungsministerium Verdachtsmomente über einen unzulässigen Datenabfluss an die Staatsanwaltschaft übermittelt. Die betroffenen Mitarbeiter, die Daten an die FPÖ weitergegeben haben sollen, wurden versetzt. Das betrifft aber nicht die Kasachstan-Affäre - da laufen derzeit keine Ermittlungen gegen Heeresmitarbeiter, wohl aber gegen Polizisten.

Spitzelaffäre in Linz

Und dann gibt es noch den blau-grünen Fall in Linz: Der grüne Abgeordnete Karl Öllinger hatte über einen Datenforensiker unter anderem herausfinden wollen, ob der Spitzenkandidat der FPÖ für die Gemeinderatswahl in Linz, Detlef Wimmer, der rechtsextremen Szene angehört. Laut Heeresabwehramt offenbar schon: Wimmer - er war auch Mitarbeiter von Manfred Haimbuchner, jetzt Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Oberösterreich - war beim Bundesheer eine Offizierskarriere verwehrt worden, weil der Geheimdienst auf dessen Kontakte zum rechtsextremen „Bund freier Jugend" aufmerksam gemacht hatte.

Kanzler Werner Faymann überlegt nun laut, die Trennung zwischen Inlands- und Auslandsgeheimdiensten wieder aufzuheben, worauf die Bundesheergewerkschaft prompt von einem „Kriegsgrund" sprach. Derzeit gibt es drei Nachrichtendienste in Österreich: Das Bundesamt für Verfassungsschutz, das Heeresnachrichtenamt sowie das Heeresabwehramt.

AUF EINEN BLICK

Mehrere Spitzelaffären muss der U-Ausschuss – die Zeugenladungen beginnen im September – durchleuchten: Verbindung zwischen Politikern und dem kasachischen Geheimdienst, Bespitzelung der FPÖ durch Grüne, (illegale) Abhörung des (immunen) Abgeordneten Westenthaler, geheime Weitergabe von Daten des Heeresabwehramtes.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.07.2009)

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20 Kommentare
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ÖSISTAN

Es ist schon interessant: Dass die Grünen ein seltsames Verhältnis zum Datenschutz haben, wenn es gegen die "Faschisten" geht, ist bekannt. Dass FPÖ und BZÖ diesbezüglich (und nicht nur diesbezüglich) nicht ganz ernst zu nehmen sind, ist auch bekannt. Aber dass nun in dieser äußerst merkwürdigen Angelegenheit, wo auch immer man rumstochert, ein "Roter" seinen Kopf raussteckt, ist schon höchst bemerkenswert. Eine neue, rot-blau-orange Agenten-Koalition?

Willkommen in Ösistan!!!!

Gast: schalke
23.07.2009 15:17
1 0

SPÖ-Darabos-Leistung

Unter Darabos ist beim Heer scheinbar alles möglich - wer zu stark aus dem roten Konzept fällt und sogar noch bei der FP aktiv ist, wird eben rausgemobbt

Gast: mayer
23.07.2009 14:10
1 0

politische Zuverlässigkeits- Überprüfung

Wimmer wurde eine Offizierskarriere verweigert, weil er als politisch rechtsextrem verdächtigt wurde. Das wurde sogar der Öffentlichkeit kundgetan. Es würde mich interessieren, welches österreichische Gesetz welche politische Strömungen beim BH erlaubt bzw. verbietet. Und welches Gesetz die Publizierung solcher Geheimdiensterkenntnisse erlaubt.

Antworten Gast: fireone
25.07.2009 14:16
1 0

Re: politische Zuverlässigkeits- Überprüfung

Die, des jeweiligen Verteidigungsministers

renmin
23.07.2009 13:21
1 0

Warum tu ich mir beim Lucona Koarl

immer so schwer zu glauben was er sagt? Woran kann das liegen?
Ich meine, er ist ja ein symptatiler...simporti...limpatisch... oder wie man halt sagen kann, Kerl. Glaubwuerdiges Auftreten. Gewinnendes Wesen. Tadellose Vergangenheit. Treuherziger Dackelblick. Durch und durch integre Person halt. Und trotzdem... ich weiss auch nicht woran das liegt....

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Re: Warum tu ich mir beim Lucona Koarl

Shi de, shi de, renmin xian sheng!

Gast: Sozi
23.07.2009 12:49
1 0

Blecha hat bekanntlich echte „Nehmer“-Qualitäten


Yes we can!



Gast: karl
23.07.2009 11:57
2 0

blecha

lucona, geheimdienstaffäre.... karl blecha war, ist und bleibt umtriebig. mich wundert nur, dass er noch auf der bildfläche erscheinen darf und nicht schon längst in pension geschickt wurde. er schadet der spö wo es nur geht. wahrscheinlich wirklich ein geheimdienstler von der fpö ;-)

Gast: sid
23.07.2009 09:59
2 0

unglaubwürdig

seit dem udo proksch-lucona-krimi glaube ich karl blecha jedes wort.

onkeladi8
23.07.2009 08:46
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Wäre auch interessant ob die Tschechen


etwas über den Genossen Blecha in den Akten haben.

Das würde mich nicht überraschen sondern bestätigen.

Die österr. Sozen sind ja völlig verzilkt !


Antworten Gast: Blecha auf CZ
23.07.2009 12:53
1 0

Re: Wäre auch interessant ob die Tschechen

Ich glaube die Tschechen nehmen den Blecha nicht so ernst, oder würdet ihr einen Floh ernst nehmen :D
(Blecha = cz. Floh)

Gast: Alpo
23.07.2009 08:04
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Wer hat das Sagen?

Lese ich richtig? Die Beamtengewerkschaft der Bundesheerler bezeichnet es als "Kriegsgrund", wenn ein demokratisch gewählter Bundeskanzler eine Neuorganisation andenkt. Das ist ja Meuterei. Ich denke da ist extrem viel aufklärungswürdig. Den Obermeuterern sollte man anschließend die letzte Möglichkeit eröffnen ihre kriegstauglichen "Fähigkeiten" im Tschad praktisch anzuwenden.

Gast: freindalwirtschaft
23.07.2009 07:33
1 0

oh la la

liest sich wie ein who is who der sozen

Trog
23.07.2009 00:29
1 0

Karl Blecha!

Wer den auf der Liste hatte, darf im Wettbüro seinen Schein gleich wegschmeißen. Denn dass dieser Herr in dieser Causa in Erscheinung tritt, war klarer, als dass Weihnachten wieder in den Dezember fällt.

Gast: LOL
23.07.2009 00:26
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Haha, die SPÖVP und ihre Linksjournalisten sitzen voll in der Tinte!!!

Aber sie werden trotzdem wiedergewählt, und das türkische Kalifat Ösistan wird weiter den Bach hinuntergehen.

Gast: Brüno
22.07.2009 23:47
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Alles zum Lachen

Österreich wird immer schräger ------ das ist amüsant. Die haben wohl alle zu oft Borat-Film gesehen.

Gast: Freiheit
22.07.2009 23:06
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also die Begruendungen des Herrn Blecha's

Dieser habe ihn gefragt, warum der kasachische Ex-Botschafter Rachat Alijew von Österreich nicht an Kasachstan ausgeliefert werde. Er habe privat bei (seiner Parteikollegin) Justizministerin Maria Berger nachgefragt und sei in seiner schon vorher geäußerten Meinung bestätigt worden, dass es keine Auslieferung an Länder gebe, in denen kein faires Verfahren erwartet werde. Hallo??? statt seine Parteikollegin zu fragen haette er wohl den Herrn A fragen muessen wieso dieser ihn das frage?? Ist das dem Herrn Blecha nicht komisch vorgekommen?????? ich frage mich wer hier fuer bloed verkauft wird?

Gast: Beobachter
22.07.2009 20:55
1 0

Karl Blecha`s Konnektions

Es ist keine Frage, Verbindungen können ganz nützlich sein. Aber der Herr Blecha geht mir schon seit Jahren so etwas auf "den Geist". Dieser Mann tritt in Österreich auch als Vertreter der Pensionisten auf, er kennt nur eines Klassenkampf auf jeder Ebene. Auf der sozialistischen Ebene als österreichischer Politiker ("Pensionistenpreisindex" - mit Unterstützung des Herrn Dr. A. Khol) und als Kapitalist mit Hilfe seiner Verbindungen aus der Zeit als Politiker. Nun, und einige Herrschaften auf höchster Ebene wundert sich immer noch, dass die Jugend so wählt, wie sie eben wählt. Die Begriffe die mir für diesen Herrn Blecha einfallen, die möchte ich hier nicht wiedergeben, um eine Klage zu vermeiden.

Antworten antikarl
23.07.2009 10:42
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Re: Karl Blecha`s Konnektions

ich glaube, dieser Herr weiß viel, sehr viel und das ist seine Stärke. Wie wird man eigentlich Präsident des soz. Pensionistenverbands? Er war immer ein braver Diener - der Mann fürs Grobe.

1 1

"Heeresabwehramt" ...

in grüner Hand.

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