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Amon: Kritik an Bartenstein "Theaterdonner"

23.07.2009 | 12:57 |   (DiePresse.com)

Für den Vorsitzenden der ÖVP-Fraktion im Ausschuss versuchen BZÖ und Grüne "eine Unvereinbarkeit herzustellen und zu konstruieren". Beide kritisieren die Geschäftsbeziehungen des Ausschussvorsitzenden zu Kasachstan

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Die Regierungsparteien sehen keine Unvereinbarkeit bei der Besetzung des Vorsitzenden und des Verfahrensanwalts im Spionage-Untersuchungsausschuss. ÖVP-Fraktionsführer Werner Amon bezeichnete die Aufregung der Grünen und des BZÖ als "Theaterdonner". Auch Otto Pendl  hat sich nach der Sitzung der Fraktionsführer am Donnerstag dafür ausgesprochen, dass die Arbeit im Ausschuss nun "rasch, zügig und transparent" starten kann.

"Die Grünen und das BZÖ versuchen eine Unvereinbarkeit herzustellen und zu konstruieren. Das ist leicht zu durchschauen und soll von der eigenen Unvereinbarkeit ablenken", erklärte Amon. Dass der Verfahrensanwalt Klaus Hoffmann für den Vorsitzenden Martin Bartenstein (ÖVP) als Treuhänder tätig ist, sei dem Unvereinbarkeitsausschuss seit 15 Jahren bekannt. Diesem Ausschuss würde auch BZÖ-Fraktionsführer Ewald Stadler angehören, meinte Amon.

Hoffmann soll zurücktreten

BZÖ und Grüne haben unterdessen bei einer Fraktionsführerbesprechung am Donnerstagvormittag neuerlich auf die Abwahl von Bartenstein und Hoffmann gedrängt. BZÖ-Fraktionschef Ewald Stalder und der Grüne Frontmann Peter Pilz forderten Hoffmann im Anschluss auf, freiwillig auf den Posten zu verzichten.

Stein des Anstoßes sind die Geschäftsverbindungen der Bartenstein-Firma Gerot-Lannach nach Kasachstan sowie die Tatsache, dass Hoffmann als Bartensteins Treuhänder bei Gerot-Lannach fungiert. Da sich der Ausschuss auch mit der politisch heiklen Affäre um den kasachischen Ex-Botschafter in Österreich, Rakhat Alliyev, beschäftigen soll, halten Stadler und Pilz Bartenstein und Hoffmann für befangen.

Amon habe Medienberichten entnommen, dass österreichische Unternehmen in Kasachstan "unfein" von Behörden behandelt worden seien. Es sollen etwa Hausdurchsuchungen durchgeführt worden sein. Ob auch auf das Pharmaunternehmen von Martin Bartenstein, Gerot-Lannach, Druck ausgeübt wurde, sei ihm nicht bekannt, aber: "Das schließe ich nicht aus." Gerade deshalb gehe es in Ordnung, dass Bartenstein den Vorsitz behält. Damit könne man zeigen: "Erpressbar sind wir nicht."

SPÖ: Diskussion "kindisch"

Angesichts der Berichte in den vergangenen Wochen und Tagen gehe es jetzt darum, dass der U-Ausschuss rasch seine Tätigkeit aufnimmt, so Pendl. Die Diskussion um die Besetzung bezeichnete er als "kindisch" und sei "parteipolitisch" motiviert. Im übrigen meinte der SPÖ-Fraktionsführer, dass die Funktion des Vorsitzenden "überbewertet" wird. Ob der U-Ausschuss bereits vor der geplanten nächsten Sitzung am 26. August zusammentreten könnte, hänge vom Einlangen der angeforderten Akten ab: "Das kann ich zur Stunde nicht sagen. Wir bemühen uns, dass wir rasch anfangen", so Pendl.

Das freiheitliche Ausschussmitglied Walter Rosenkranz sah laut einer Aussendung "keinen Grund für personelle Änderungen". Die Treuhand-Tätigkeit Hoffmanns sei dem Parlament seit Jahren bekannt, betonte auch er: "Solange beide in der laufenden Ausschussarbeit korrekt handeln, gibt es daher keinen Grund für personelle Konsequenzen."

(APA)

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5 Kommentare
Gast: buer
23.07.2009 19:13
0 0

U-Ausschuss

Die Regierung rund um Schüssel, Grasser, Molterer, Plassnik und Bartenstein wurde abgewählt, aber die Politiker von damals tauchen immer wieder in irgendeiner „Funktion“ auf. Während es um Schüssel etwas ruhiger geworden ist, sind Namen wie Grasser und Molterer in Zusammenhang mit den Casino-Tätigkeiten im Finanzministerium in die Schlagzeilen gekommen. Tolle Neuigkeiten hört und liest man nun auch über den U-Ausschuss-Vorsitzenden Bartenstein! Das ist jener Untersuchungsausschuss, der sich unter anderem auch mit der „Causa Kasachstan“ zu befassen hat. Nun hat aber sein Pharma-Firmenimperium auch Wirtschaftsbeziehungen mit Kasachstan und der Verfahrensanwalt des Spitzel-U-Ausschusses, Klaus Hoffmann, ist gleichzeitig Treuhänder Bartenstein’s. Diese „Ungereimtheiten“ könnten zu Interessenskonflikten führen. Hat man etwa den Bock zum Gärtner gemacht?

Gast: donald
23.07.2009 19:01
0 0

wie soll herr bartenstein

den ausschuss objektiv leiten, wenn er selbst in kasachstan geschäftlich tätig ist?

die övp biegt sich eben alles so zurecht wie sie es braucht - einmal vergessen sie, dass sie jahrelang in der regierung waren, dann ist eine partei wie die fpö ein qualifizierter regierungspartner,....

Cymry
23.07.2009 17:11
0 0

Kontradiktion

Die Unvereinbarkeit einiger Beteiligter kann nicht die Vereinbarkeit der Qualifizierten beeinträchtigen.

Till Eule
23.07.2009 13:25
0 0

Trauerspiel

1. Leugnen

2. Vertuschen

3. Andere Diffamieren

Amon ist und bleibt ein Berufspolitiker ohne Rückrad - gestützt durch seine Giebelkreuze.

Antworten Gast: lulu
23.07.2009 15:44
0 0

Re: Trauerspiel

na, dann passt der ja eh zu den anderen gfriesern

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