21.11.2009 17:40 | Meine Presse Merkliste0

Kurt Palm: "Linken gelingt keine plausible Alternative"

09.08.2009 | 18:37 |  PHILIPP AICHINGER (Die Presse)

Kurt Palm sieht den Zustand der SPÖ als das größte Problem Österreichs. Das Land brauche eine neue Linkspartei. Diese solle von den Rechten lernen, wie man Themen kommuniziert. Ein "Presse"-Interview".

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Die Presse: Sie haben in Ihrem Leben die unterschiedlichsten Tätigkeiten ausgeübt und kennen Österreich daher aus den verschiedensten Perspektiven. Aus welchem Blickwinkel hat Ihnen das Land denn am besten gefallen?

Kurt Palm: Als Wanderer. Österreich ist ja ein sehr schönes Land, aber dafür kann niemand etwas, das ist ein objektives Faktum. Am besten ist, man geht zu Fuß und ist weder auf die ÖBB noch auf eine andere Institution in diesem Land angewiesen.

Aus welcher Sicht gefällt Ihnen Österreich am wenigsten?

Palm: Das ist eine sehr allgemeine Frage. Ich habe als junger Mensch immer gehofft, dass Österreich ein solidarisches weltoffenes Land sein würde, wenn ich 50 bin. Ich bin jetzt 54. Aber diese Vision hat sich nicht erfüllt. Egal, wohin man schaut: Mir fiele spontan kein Bereich ein, in dem sich in den letzten zehn Jahren etwas Substanzielles zum Positiven geändert hat.

Woran krankt es in Österreich am meisten?

Palm: An der Sozialdemokratie. Das größte Problem in Österreich ist, dass sich die Sozialdemokratie vor allem seit dem Beitritt zur EU derart rasch nach rechts entwickelt hat. Die SPÖ, die diesen Namen schon längst nicht mehr zu Recht trägt, hat sich zu einer ganz klassischen neoliberalen Partei entwickelt und bildet mit der ÖVP einen riesigen bürgerlichen Block. Die ÖVP ist nur in Nuancen ein bisschen rechter als die SPÖ.

Worin zeigt sich zum Beispiel, dass die SPÖ in die falsche Richtung geht?

Palm: Zum Beispiel bei der Mindestsicherung. Was sich da abspielt, ist doch ein absoluter Skandal. Ein Sozialminister, der früher ÖGB-Chef war, stimmt einem Paket zu, das eigentlich ein Hohn ist. Beim Bankenpaket stellt man schnell Milliarden auf. Aber wenn es um soziale oder auch kulturelle Belange geht, dann ist plötzlich kein Geld da. Faymann ist ja für mich die Personifikation des Niedergangs der SPÖ. Ich dachte, nach dem Gusenbauer kann es nicht mehr noch weiter abwärtsgehen mit dieser Partei. Aber plötzlich ziehen die aus irgendeiner Schublade den Faymann hervor. Es wird immer noch schlimmer. Josef Pröll und Werner Faymann wurden als das neue Dream-Team präsentiert. Aber die beiden sind ein Albtraum-Team.

Welcher Politiker gefällt Ihnen denn in Österreich noch am besten?

Palm: Es gibt leider keinen. Ich kenne diese Leute ja auch: Fekter ist mit mir in die Schule gegangen, Strasser hat mit mir studiert. Das Tragische an der Situation ist ja, dass sie so sind, wie sie rüberkommen. Die verstellen sich gar nicht.

Braucht Österreich eine neue Linkspartei?

Palm: Absolut. Die Rechten sind toporganisiert, das muss man neidlos anerkennen. Sie lügen natürlich, dass sich die Balken biegen, aber sie schaffen es sogar, auf die Jugendkultur Einfluss zu nehmen. Mir blutet das Herz, dass es der Linken nicht gelingt, eine plausible Alternative anzubieten.

Wie groß wäre Ihrer Ansicht nach das Wählerpotenzial einer neuen Linkspartei?

Palm: Linke Positionen haben es zwar in Österreich immer schwer gehabt. Aber ein Potenzial von fünf bis zehn Prozent bei Wahlen müsste es für eine Linkspartei geben. Die KPÖ hat in Österreich Fehler gemacht, etwa durch die jahrzehntelange Abhängigkeit von der Sowjetunion. Nach der Einverleibung der sozialistischen Länder durch den Kapitalismus hat die KPÖ es verabsäumt, eine glaubwürdige linke Politik zu machen und eine Alternative anzubieten.

Was könnte eine Linkspartei denn von den Rechten lernen?

Palm: Dass man Themen so kommuniziert, dass die Menschen sie verstehen. Unlängst hat ein Politikwissenschaftler die Slogans der Parteien von der EU-Wahl analysiert und gesagt: Um das zu verstehen, was die FPÖ will, genügt ein Hauptschulabschluss. Um das zu verstehen, was die KPÖ will, muss man einen Hochschulabschluss haben. Viele wählen Strache nicht, weil sie rechts sind. Sie wählen ihn aus einer totalen Frustration heraus über die Politik von SPÖ, ÖVP und EU. Würde es eine linke Alternative wie in Deutschland geben, dann würde es bei Wahlen anders aussehen.

Sollen die Linken zum besseren Verständnis ihrer Themen also wie die FPÖ auf den Plakaten dichten?

Palm:(lacht) Wenn sie besser als die FPÖ dichten würden, wäre es sicher nicht schlecht.

Sie waren ja schon einmal Kandidat der KPÖ bei der Nationalratswahl 2006. Könnten Sie sich vorstellen, bei einer neuen Linkspartei noch einmal zu kandidieren?

Palm: An einer symbolischen Stelle würde ich das schon machen. Aber ganz ehrlich gesagt interessiert es mich momentan nicht sehr, konkrete Politik zu machen. Mir fehlt da momentan der Enthusiasmus.

Warum, waren die Erfahrungen als Kandidat bei der Wahl nicht gut?

Palm: Im Wesentlichen waren die Erfahrungen gut. Aber ich bin halt nicht vom Naschmarkt zum Brunnenmarkt gegangen und habe die Menschen anagitiert. Das ist mir peinlich. Aber das muss man als Politiker machen, und das ist nicht mein Ding.

Sie haben einmal beklagt, dass Politiker generell zu humorlos sind. Warum ist das so?

Ich glaube, dass sie zu wenig reale Lebenserfahrung haben. Sie machen nicht das, was unsereins macht: Man ist unter den Leuten, geht fort, geht schwimmen, geht einkaufen. Ich fand sehr lustig, wie Josef Cap einmal von den „Menschen da draußen“ gesprochen hat. Da kriegt man das Bild, das wohl auch stimmt: Die sitzen da in ihren Parteisekretariaten und machen sich Gedanken über die Menschen da draußen. Ich wette, dass Cap in den letzten dreißig Jahren kein einziges Mal einkaufen war. Wenn man den fragt, wie viel ein Liter Milch kostet, wird er einen sicher blöd anschauen.

Sie bezeichnen sich selbst als „Volksbildner“. Wie beurteilen Sie das österreichische Bildungssystem, über das immer wieder diskutiert wird?

Palm: Die Sozialdemokratie schafft es nicht einmal hier, substanziell etwas Neues zu machen. Es wird immer schlimmer. Man müsste etwa den Deutschunterricht für Kinder aus nicht deutschsprachigen Familien massiv fördern. Stattdessen werden Stunden gestrichen. Was natürlich auch fehlt, ist die Gesamtschule. Die Vision, die es in der Sozialdemokratie in den Zwanziger- und Dreißigerjahren gab, ist weg. Dabei wäre eine Radikalreform nötig.

Auch als Fußballspieler waren Sie einst aktiv. Was steht denn Ihrer Meinung nach besser da: die österreichische Politik oder der heimische Fußball?

Palm: Das Dilemma ist, dass der Fußball fast ein Spiegelbild der Politik ist. Bei der Europameisterschaft haben einige österreichische Kicker tatsächlich geglaubt, sie könnten Europameister werden. Und auch in der Politik ist es so, dass man von der absoluten Selbstüberschätzung lebt. Österreich steht in vielen Bereichen in Europa schlecht da, und gleichzeitig bildet man sich ein, dass man irrsinnig gut dasteht. Didi Constantini meint ja auch immer noch, dass es im Grunde ein Sieg ist, wenn man 0:1 gegen Serbien verliert. Ich glaube, dass man sich in Österreich auf andere Sportarten konzentrieren sollte.

Welche andere Sportart würde denn gut zu unserer Mentalität passen?

Palm:Kegelscheiben passt zur österreichischen Mentalität: Viele schauen zu, es ist nicht sehr anstrengend, aber man kann doch etwas umschmeißen.


Bisher erschienen: Gustav Peichl, 13.7., Barbara Helige, 17.7., Jazz Gitti, 25.7., Reinhard Haller, 29.7., Werner Lampert, 5. 8., Christoph Badelt, 6. 8., Fatima Ferreira, 8. 8.

ZUR PERSON

Kurt Palm (54) wuchs im oberösterreichischen Timelkam auf. Von 1962 bis 1975 war Palm nach eigenen Angaben als Ministrant, Mittelstürmer, Nachtwächter und Autostopper tätig. Nach Abschluss des Germanistikstudiums (Dissertationsthema: „Brecht und Österreich. Vom Boykott zur Anerkennung“) begann Palm 1982 seine Karriere als Regisseur, Autor und Volksbildner. Von 1994 bis 1996 inszenierte Palm 24 TV-Folgen der von Hermes Phettberg moderierten „Phettbergs Nette Leit Show“. Bei der Nationalratswahl 2006 trat Palm für die KPÖ an.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 10.08.2009)

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62 Kommentare
1 2
haeferl
03.09.2009 13:31
0 0

Bin an meine speedy mouse angekommen>>

Danke, Herr Palm! Uns reicht es, wir haben
schon drei von dieser Sorte.

haeferl
03.09.2009 13:23
0 0

Danke, Herr Palm!


"Würde es eine linke Alternative wie in Deutschland geben, dann würde es bei Wahlen anders aussehen."


Quatsch!

Der Gysi und der Lafontaine sind hoffnungslos gestrige Sozialromantiker, deren Umverteilungswahn an der Realität scheitern wird. Gerade bei den Ungebildeten können sie jedoch auf diese Weise punkten. Und von denen gibt es viele, denn Deutschland hat ein großes Industrieproletariat und eben auch die Ossis, die Gysi aus Tradition wählen wie bei uns die Pensionisten die SPÖ... ;-)

Ebenso fehlt es in D an einer rechten Alternative, die NPD ist ein zerstrittener Haufen von Wadlbeißern und für vernünftige Menschen unwählbar. Die hatten eben keinen Jörg Haider.

Der gelernte Österreicher weiß, was linke Politik bedeutet: Mehr Steuern, mehr Schulden, noch mehr arbeiten für den Finanzminister, noch mehr Ausländer, noch mehr Bürokratie. Da es den Menschen in Ö überwiegend gut geht, sind sie an einer Verschlechterung im obigem Sinne natürlich nicht interessiert.

Aber es passt, das sich die Linken mit ihrem "Wir brauchen eine bessere Partei"- Geschwurbel selbst vom wahren Problem ablenken: ihrer Ideologie.

derpradler
22.08.2009 17:11
0 0

Was soll den LINKEN

innerhalb des Neoliberalismus für eine Alternative gelingen? Wenn Sie im falschen Zug sitzen, können Sie auch nur die Notbremse ziehen oder einfach da hin fahren wo der Zug eben hinfährt. Brüssel müßte mit dem Neoliberalismus brechen, da ist man aber nicht einmal bereit aus er gemachten F.-Krise die nötigen Konsequenzen zu ziehen.

Gast: bourdon-lafontaine
11.08.2009 18:57
4 0

Dieses Interview: Bingo !

Die Analogie Fußball - Politik (Sozialdemokratie) -Selbstüberschätzung trifft ins Schwarze. Dass diese von einem engagierten Linken kommt, überrascht. Und was ist seine Konsequenz? Suchen wir uns halt Randsportarten, wo die Konkurrenz nicht so groß ist, um uns weiter in den Sack zu lügen und Weltklasse suggerieren. Nichts wirklich Neues.
Und was hat Kurt Palm außer Pauschalanwürfen (die Lügen der Rechten) an konkreten Vorschlägen zu bieten ?
Dieses Interview dokumentiert die Ratlosigkeit der Linken auf eindrucksvolle Weise.


Antworten Gast: bourdon-lafontaine
12.08.2009 08:24
0 1

Re: Dieses Interview: Bingo !

Voriger Eintrag doppelt, war nicht Absicht

Wir haben schon 3 Linksparteien:
- SPÖ
- Grüne
- KPÖ
Was eine vierte Linkspartei im politischen Spektrum ausmacht, kann man sich leicht ausrechnen.
Die Linke braucht keine zusätzliche Partei, sondern Intellektuelle, diesen Namen verdienen.


0 0

Wenn man genauer hinsieht

dann gibt es zur Zeit nur Linksparteien in Österreich. Das Parteiprogramm der FP ist auf weite Strecken identisch mit dem der SP. Die ÖVP ist mit dem dort zur Zeit mächtigen Flügel ebenfalls ein großer Geschenkeverteiler. Schüssel war der letzte, der sich traute ganz leise einzuwerfen: Das, was wir verteilen, das muss auch von wem erarbeitet werden. Mehr hat der nicht gebraucht. Also bleibt Herrn Palm auch nichts anderes übrig als mit Schlagworten zu arbeiten. "Neoliberal" kommt immer gut. Und "links" soll es sein. Aber wie das praktisch gehen soll, das wird nobel verschwiegen. Es wird nicht einmal mehr dargestellt, was man sich heute unter diesem "Linkssein" vorzustellen hat. Stattdessen stellt sich der hin und will uns ernsthaft weismachen, dass man nur an der Präsentation scheitert. Und deshalb die Rechten so erfolgreich wären.
Ich empfehle Herrn Palm das fortgesetzte Nachdenken. Und er soll sich nicht davor fürchten, wenn das Ergebnis seines Denkens zu sehr dem Parteiprogramm der ÖVP ähnelt.
Dieses Fürchten führt nämlich dazu, dass es aus Prinzip verworfen wird. Aus diesem Vakuum wächst der Erfolg der Dumpf-Rechten.
Aber immerhin: Palm ist einer, der sich immerhin schon parteipolitisch engagiert hat. Anstatt demokratische Politi k misszuverstehen als Bühne für verbale Äußerungen ohne Wahrnehmung des passiven Wahlrechtes.

Gast: bourdon-lafontaine
11.08.2009 18:56
0 0

Dieses Interview: Bingo !

Die Analogie Fußball - Politik (Sozialdemokratie) -Selbstüberschätzung trifft ins Schwarze. Dass diese von einem engagierten Linken kommt, überrascht. Und was ist seine Konsequenz? Suchen wir uns halt Randsportarten, wo die Konkurrenz nicht so groß ist, um uns weiter in den Sack zu lügen und Weltklasse suggerieren. Nichts wirklich Neues.
Und was hat Kurt Palm außer Pauschalanwürfen (die Lügen der Rechten) an konkreten Vorschlägen zu bieten ?
Dieses Interview dokumentiert die Ratlosigkeit der Linken auf eindrucksvolle Weise.


Gast: Lausbub
11.08.2009 02:05
1 0

Der typische Raunzer ohne eigenes Engagement!

Die KP nimmt auch schon jeden. Ob er ein Marxist ist, war dem Interview aber nicht zu entnehmen!

Die Gründung einer eigenen "Linken" ist auch noch kein politisches Konzept! Damit würde er - wie in Deutschland zu beobachten - die Sozialdemokratie nur schwächen, während die ebenfalls ziemlich konzeptlose Linke (das Herz am linken Fleck zu haben ist schließlich auch kein beeindruckendes Konzept) auch in Deutschland stagniert!

Am besten sollte Palme mit Hans-Peter Martin eine neue Partei gründen. Das wäre wenigstens unterhaltsam! Unterhaltsamer jedenfalls als die vom ihm ersonnene "Nette Leit`Show"!

demiurg
10.08.2009 19:09
1 0

eine neue linke?

als wenn die alte nicht reicht!?!
österreich braucht eine brauchbare mitte, in der werte wie humanismus und leistung noch werte sind. eine liberale mitte. nicht neo-liberal sondern liberal im sinne des herkömmlichen liberalismus, die freiheit des menschen im mittelpunkt sehend, seine leistung unterstützend, seine heimat verteidigend, sein leben schützend.
haben wir aber nicht. lieber links und rechts herumprotzen, sich gegenseitig anplärren, das volk im ständigen streit halten, damit es nicht auf die idee kommt sich mal einig zu sein (die größte angst aller parteien).
das abendland gehört weder in die hand von stalinisten und ihren gulags, noch in "christenhand", denn erst humanisten beendeten das wüten der christen unter "ungläubigen" und "ketzern" - abendland in humanistenhand, jene die uns freie wahlen und demokratie erst ermöglicht haben.
was linke und rechte daraus im laufe der letzten 150 jahre gemacht haben ist eine katastrophe!
nein, wir brauchen keine neuen linken ideen, ebensowenig wie rechte rülpser. wir brauchen ehrliche, liberale politik.
aber woher?
wo?

Prolet
10.08.2009 17:45
1 0

Im Parlament treten die Blauen stets sozialer auf als Exsozialisten!

Hr. Betriebsrat, als Synonym für Al Capone, ist traurige Tatsache.

Wir brauchen keine neue Linke, sondern Funktionäre die nicht nur die eigenen Villen im Kopf haben.

Gast: Gastl
10.08.2009 17:01
2 0

Klingt nach einem typischen elitedenkenden linken "Intellektuellen"


Die Herablassung mit der er auf die fehlende "Solidarität" der Massen schaut, sag alles.
Am liebsten würde er halt als "Avantgarde" dem Volk die "richtigen" Entscheidungen abnehmen für die er es zu blöd hält.

Ok, an jeder Gesellschaft muss gearbeitet werden, aber ich frag mich warum dass für solche Typen IMMER so kompliziert zu verstehen ist.
Du verachtest letztendlich die Menschen die dich umgeben, dann HAU HALT AB!
Niemand braucht dich, du bist weder "moralisch" was Besseres noch dreht sich die Welt um dich.

Such dir deine "Solidargemeinschaft woanders, wo Menschen nach deinen Standards leben.
Naturgemäß NIERGEND Szu finden ;)

Gast: till uilenspygel
10.08.2009 12:50
11 0

Lieber Kurti,

Deine Analyse die SP betreffend ist konzise*; die daraus abgeleitete Schlussfolgerung, dass es in diesem Land einen Bedarf für eine "echte" Linxpartei gäbe, jedoch trügerisch: was sind denn Kummerln und Grüne dann?

Wenn man (wie ich) links mit
- Bestrafung von Fleiß
- Ächtung autochthoner Kultur
- Förderung wichtigtuerischer Psychohanseln
- Subventionierung suspekter NGOs
- Posten-Packelei zur Endlagerung vollkommen unfähiger Paddei-Vollkoffer
- Massenimport von mit unserem westlichen Wertesystem 100% inkompatiblen Dumpfbacken
uswusf.
asoziiert, dann gehen die p.t. Wähler nicht den Rechtspopulisten auf den Leim, sondern tanzen nur nicht den linken Demagogen hinein.
Allen Spindoktoren, linksliberalen <lach> Medien und "opinion-leaders" zum Trotz.

Kurzum: das Andienen einer dritten Linxpartei kann ich nur mit dem Titel eines Deiner (genialen) Dramulette umschreiben: "Die Trilogie vom Schase"

P.S: *Natürlich hast Du auch mit dem Tschapperl recht, der seine proletarische Attitüde wie ein Parfüm aufträgt- pflegt der Pepi doch einen großbürgerlichen Background und Lebensstil. Der Gusi hat's ihm nur nachgemacht.

Peregrin
10.08.2009 14:27
5 0

Re: Lieber Kurti,

Bin sehr fuer eine fuenfte Linkspartei: Je mehr, desto besser. Mit ein bisschen Glueck schafft dann keine davon ein Grundmandat.

Antworten Gast: Werktätig
10.08.2009 13:15
4 0

Re: Lieber Kurti,

Die Aussagen vom Till kann man nur unterstreichen. Ist man nicht voll auf den Kopf gefallen, wird man kaum das hiesige Linxangebot nutzen.

Gast: Kritiker
10.08.2009 12:44
1 0

Das Problem in Ö:

ALLE Parteien, egal aus welcher Richtung, wursteln sich irgendwie durch.

Parteiprogramme sind zum Schmeissen, führende Politiker detto.

KEIN EINZIGER unserer großartigen Staatsmänner hat je einen ehrlichen Handgriff Arbeit geleistet, alle leben von Freunderlwirtschaft.

Wer es nicht glaubt, soll sich die Verbandelung zwischen den einzelnen Ebenen (Bund, Länder, Gemeinden, Versicherungen, Gewerkschaft, Kammern) zu Gemüte führen. Da wird hin- und hergewechselt, da gibt es Doppelbesetzungen, man glaubt es kaum.

Die Krise ist also eine moralische, keine ideelle!


Gast: bonzo
10.08.2009 11:57
2 0

Ergänzung

Kurt Palm hat etwas vergessen:

Die Gewerkschaften. Die haben sich zu reaktionären Organisationen entwickelt und sind einzig und allein daran interessiert, ihren Besitzstand zu erweitern und ihre Macht zu erhalten. Siehe Eisenbahnergewerkschaft, Beamtengewerkschaft, Lehrergewerkschaft ...

Von denen habe ich noch nie einen konstruktiven Vorschlag gelesen, wie man eventuell aus der gegenwärtigen Staats- und Wirtschaftskrise herauskommen könnte.

1 6

Der gute Mann hat einen Denkfehler...

Er meint, wenn es eine Linkspartei geben würde, würden 5 bis 10 % sie waehlen...

Die Tatsache ist aber, dass die Österreicher bis zu 90 % von Geburt aus rassistisch eingestellt sind. Das ist zwar keine Genendefekt aber die Gesellschaft macht sie dazu.

In Sachen SPÖ hat er völlig Recht... Wer kann denn hier den Unterschied zwischen der SPÖ und ÖVP definieren... Beide rutschen in Richtung FPÖ...


Peregrin
10.08.2009 14:26
0 0

Re: Der gute Mann hat einen Denkfehler...

90 % fuer eine neugegruendete Kummerlpartei scheint mir ein bisschen ueberoptimistisch.

Gast: pour le merite
10.08.2009 11:48
4 1

...unterschiedlichste Tätigkeiten ausgeübt ...

Heißt im Klartext:

Dieser Mann ist zu Nix zu gebrauchen!

Er reiht sich damit nahtlos in die Parasiten-Riege von Grünen, Linken und Kommunisten ein.

Gast: Realist
10.08.2009 11:41
3 0

Die Linke hat keine Alternative,

weil das von ihr gewünschte Szenario ohnehin stattfindet: Durch Asozialpolitik und Dekadenz, systenmatische Aufwertung von Homosexualität und Emanzentum wird die Geburtenrate der Inländer nacgh unter gedrückt, dafür wird seit 1970 - der Regierung Kreísky - keine Gelegenheit ausgelassen noch und noch und noch mehr kinderreiche möglichst weit entfernte Fremdé ins Land zu lassen.

Nach dem Zusammenbruch der Arbeiterparadiese hat die Linke ihre von Grund auf antieuropäische Politik auf der multikulturellen Schiene fortgesetzt, d.h. die europäischen Kulturvölker werden durch Massenzuwanderung zur Minderheit ihrer Heimat entgeignet, zur Minderheit im eigenen Land gemacht und letzt aus der Evolution geschmissen.

Daß es dabei zu Kollateralschäden kommt, also die eigenen treuen Genossen unter die Räder der Ausländerkriminalität kommen, die Migrationskosten bezahlen müssen und ihre bescheidene Lebensqualität zB in den Gemeindebauten verlieren, wird letztlich für das große ideologische Ziel in Kauf genommen.

Also duldet man auch die Auswüchse des Kapitalismus - oder profitiert von ihnen, soferne man Bonze im Nadelstreif ist, selbst mit. Schließlich stimmen Lohndumping durch Überangebot fremder Arbeitskräfte und Globalisierung als Gewinnmaximierungsstrategien mit dem ideologischen Migrationsziel der Linken überein.

Womit eine echte Alternative nur (nach herkömmlichen Koordinaten) rechts liegen kann - was Palm vielleicht nicht gerne hört...

Antworten Gast: Grummelbart
10.08.2009 13:02
1 1

Re: Die Linke hat keine Alternative,

Ich finde die Unterstellung, die "Bonzen" (wer immer das auch sein mag, aber jedenfalls egal wer, es ist jemand anders als man selbst) stehen auf die billigen Arbeitskräfte... Na, sagen sie mal, Herr Realist, welcher Bonze profitiert von arbeitslosen Sozialhilfeempfängern, die mangels Ausbildung die einfachsten Tätigkeiten nicht verrichten können? Niemand.
Egal, ob das jetzt In- oder Ausländer sind.

Ich finde das herrlich, wie sie Kapitalismus- und Linksfeindlichkeit in einen Hut werfen, und alles auf die anonymen "Bonzen" abwerfen (die ja im Prinzip alle sein könnten, außer wir selbst).

Echte Alternative, Herr Realist, gibts leider nur in Bildung - um Arbeitslosen einen Job (und der Wirtschaft qualifizierte Arbeitskräfte) zu geben, um Ausländer ordentlich zu integrieren, und, ja, auch um Vorurteile abzubauen. Aber für Bildung sind sich die "Alternativen rechts" leider zu "schade". Eh klar. Selberdenken schadet ja.

1 5

"..die europäischen Kulturvölker werden durch Massenzuwanderung zur Minderheit ihrer Heimat entgeignet.."

ach so?
wo denn?

Antworten Antworten Gast: Na wo denn
10.08.2009 17:23
3 0

zB in vielen Wiener Schulen


2 0

das größte problem, das österreich hat ist die spö

na danke, das würde schon reichen.

und die spö ist rechts?

eine neue linke partei? sind die grünen auch zu weit rechts?

in einem hat er sicher recht, der cap weiß bestimmt nicht, was ein liter milch kostet.

mfg
mc

0 0

Re: das größte problem, das österreich hat ist die spö

Natürlich ist die SP rechts. Auch. Aber sicher nicht nur. Sie matcht sich ja mit den falschen: Der FP.
Der Jammer ist, dass es in Österreich unterblieb, ideologische Abklärung zu betreiben.
Also haben wir eine traditionell gemischte (und deshalb mir persönlich sehr sympathische) ÖVP, die allerlei Gesellschaftsschichten und politische Bedürfnisse umfasst, dabei aber eine erstaunliche Vitalität entwickelt. Wir haben aber auch eine SP mit dem Anspruch auf eine klare Linie. Die gibt es aber schon seit langem nicht mehr. Seit Kreisky eigentlich. Der hat ja mit Altnazis zusammengearbeitet. Seither war alles möglich und Linke wussten nicht mehr, wohin es geht in Österreich. Kreisky hat einen Pyrrhussieg errungen: Er hat zu viele zum Mitgehen aufgefordert, um schnell viel weiterzubringen. Er hat damit die verlässliche Idee des "Linksseins" geopfert.
In Österreich ist soetwas normal: Es werden politische Totengräber zum Mythos erhoben.
Und das in einem Land, das den März 1938 erleben musste.

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