Österreich liegt beim Frauenanteil in politischen Ämtern über dem EU-Durchschnitt. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die am Dienstag in Wien präsentiert wurde. Die Studie zum Thema "Frauen in der Politik - im Rahmen der EU" ist vom Institut für Parlamentarismus und Demokratiefragen durchgeführt worden.
Der Anteil der weiblichen Regierungsmitgliedern beträgt hierzulande demnach 36 Prozent, jener im Nationalrat knapp 27,9 Prozent. Somit liegen beide Frauenanteile über dem EU-Durchschnitt von 25 beziehungsweise 23,9 Prozent. Weiters stellt Österreich mit Nationalratspräsidentin Barbara Prammer eine von europaweit fünf Kammerpräsidentinnen.
EU-weit werde das UN-Ziel einer 30-prozentigen Frauenbeteiligung aber "nicht wirklich erfüllt", beklagte Studienleiterin Melanie Sully bei der Präsentation.
Finnland vorne, Malta Schlusslicht
Anders sieht es in Finnland aus, wo 60 Prozent der Regierungsmitglieder Frauen sind und 41 Prozent der Parlamentsabgeordneten. Sully erklärt dies damit, dass Frauen im skandinavischen Land schon seit Beginn des 20. Jahrhunderts eine Rolle in der Politik spielten. Europäisches Schlusslicht mit einem Frauenanteil von 8,7 Prozent im Parlament stellt Malta dar. Immerhin ist die dortige Regierung zu 22 Prozent weiblich.
Eine Möglichkeit, um Akzente zu setzen, sind laut der Politikwissenschaftlerin die Einführung von Quoten, die meist nur "vorübergehend notwendig wären". Ohne ein entsprechendes Ranking auf Parteilisten und ein Sanktionsmodell bei Nichteinhaltung der Quoten würde dieses System aber wenig ausrichten. Auch ein "Training für Frauen, die sich auf eine politische Karriere vorbereiten", sieht Sully als mögliches Förder-Modell.
(APA)

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