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U-Ausschuss: Staatsanwalt "übersah" Anzeige gegen Strasser

01.10.2009 | 14:45 |   (DiePresse.com)

Ein Amtsmissbrauch-Vorwurf gegen den früheren Innenminister verjährte, weil dem zuständigen Staatsanwalt die Anzeige in dem Akt entging. Das wurde nun durch den U-Ausschuss bekannt.

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Erstaunliche Details über den Umgang der Staatsanwaltschaft mit den 2008 veröffentlichten "Strasser-Mails" förderte der U-Ausschuss am Donnerstag zutage. Die E-Mails gewährten Einblick in parteipolitisch motivierte Postenbesetzungen in der Ära des früheren VP-Innenministers Ernst Strasser. Untersucht wurde von der Staatsanwaltschaft allerdings vor allem, wie die Mails an die Öffentlichkeit gelangten. Der ebenfalls angezeigte Amtsmissbrauchs-Vorwurf gegen das Ministerbüro verjährte indes. Der zuständige Staatsanwalt gab nun im U-Ausschuss an, die entsprechende Anzeige in seinem Akt "übersehen" zu haben.

Die E-Mails zeigen, wie Personalentscheidungen im Kabinett Strassers in den Jahren 2001 und 2002 diskutiert wurden. So warnte Personalchef Ernst Kloibmüller den Minister vor einem Polizisten, für den zwar VP-Landeshauptmann Erwin Pröll interveniert hatte, der aber der SPÖ zugerechnet wurde: "der von pröll angesprochene kandidat ist nicht unsererer!!!! (...) man sollte lh von weiterem engagement abraten." Selbst bei der Errichtung von Polizeidienststellen zählten demnach parteipolitische Kriterien.

Pilz kritisiert Staatsanwalt

Der Grüne Sicherheitssprecher Peter Pilz, der die Emails damals veröffentlicht hatte, kritisierte im Ausschuss den Umgang der Staatsanwaltschaft mit dem Thema. Bei ihr gingen nämlich 2008 zwei Anzeigen ein: Eine gegen das Ministerbüro wegen Amtsmissbrauchs sowie eine Anzeige Strassers, der von "gestohlenen E-Mails" sprach. Pilz warf dem Staatsanwalt vor, keine Ermittlungsschritte gesetzt zu haben, obwohl der Amtsmissbrauchs-Verdacht bereits "akut von Verjährung bedroht war".

Der zuständige Staatsanwalt Christian Walzi verwies darauf, dass auch zusätzliche Ermittlungsschritte seinerseits nach damaliger Rechtslage nichts an der drohenden Verjährung (fünf Jahre nach der jeweiligen Postenbesetzung, Anm.) geändert hätten. Allerdings räumte Walzi ein, dass er die entsprechende 150 Seiten starke Anzeige in dem von seinem Vorgänger übernommenen Akt "übersehen" habe: "Mir ist dieses Mail-Konvolut entgangen, bei meinen Ermittlungen."

Sehr wohl ermittelt wurde allerdings in Sachen Daten-Diebstahl. Walzi räumt ein, sich dabei weitgehend an die in der Anzeige geäußerten Wünsche Strassers gehalten zu haben. "Mein Ermittlungsauftrag hat sich mit den Anregungen des Dr. Strasser gedeckt, ja", sagte Walzi. Strasser hatte auch die Beschlagnahme des Pilz zugespielten Datenträgers mit den E-Mails angeregt. In der Folge bat Walzi das mit den Ermittlungen beauftragte Büro für Interne Angelegenheiten (BIA) darum, eine Beschlagnahme anzuregen. Durchgeführt wurde diese allerdings nie.

(APA)

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23 Kommentare
Gast: engelbert eberschneider
01.10.2009 19:24
0 0

...

jahaaaa!! so ist schwarzblaue "entfilzungs"politik wirklich abgelaufen! der alte filz wurde durch ein größeren, widerlicheren ersetzt.

dank an pilz. wenn der nicht hinundwieder was aufdecken würde, würds keiner machen. und selbst wenn er es tut, dann renkts das justizministerium schon wieder ein.
demokratieverständnis à la ö-norm!

Gast: Blitzky
01.10.2009 19:10
0 0

Man muss sich eben bei jedem Verfahren schon vorher darauf einstellen...

... dass das bis zum europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gehen wird. So ungefähr wie in der Türkei, die jeden zweiten Tag dort verurteilt wird.

Gast: freindalwirtschaft
01.10.2009 19:09
0 0

nehme an

dass hier ein wenig CV im spiel war :-)

Gast: Blitzky
01.10.2009 19:07
0 0

Haidinger hatte noch stark untertrieben...


harbard
01.10.2009 18:58
0 0

...scheinheilig, hinterfotzig,...

...einfach ÖVP !

grinch
01.10.2009 18:43
0 0

Der Strasser war immer schon ein guter Mann

und zur Belohnung,
sitzt er jetzt in Brüssel.

Als neue EU Galionsfigur der ÖVP,
darf er seit der Wahl dort für "Amtsmissbrauchsforwürfe" sorgen.
Amen.

Gast: ET
01.10.2009 17:53
0 0

@CanisLumpus

Sofort nach Machtübernahme des Kabinettes Schüssel wurden auch aus den ÖVP dominierten Bundesländern Gerüchte laut, dass es eine extrem "Einfärbung" des Rechtsstaates gegeben hat. Diese Gerüchte waren damals, weil so extrem, wenig Glaubwürdig. Aus heutiger Sicht, nicht nur wegen dem aktuellen Fall Strasser, scheint es mehrere Bestätigungen dafür zu geben.

Irgendwie war das auch notwendig um den "Parteifreunden" den Rücken freizuhalten. Es wurde ganz extrem gewerkt. Einer der Superstars und Abkassierer war der BM Barteinstein. Vor seiner positischen Karriere knapp an der Insolvenz, heute 100- facher Millionär. Ob da die Geschäfte seines Unternehmens mit dem Staat etwas zu tun haben. Oder doch nur der Show Deal mit dem Unternehmen Pharamvit, welches sehr billig gekauft wurde und wenige Jahre später zu einem übertrieben Preis verkauft werden konnte. Korruption sicher nicht, alles nur ein Geschäft. Bei schönen Heinzi, und seinen Freunden, könnte auch noch was kommen, wenn nur tief genug gegraben wird.

Dein Held Schüssel war veilleicht doch so etwas wie Dr. Jekyl und Mr. Hyde?

Die strahlende Fassade wurde vom schönen Heinzi, welcher Kosmetikexperte war, poliert, im Hintergrund vielleicht doch hefitig abkassiert und persönlich bereichert?

Konntest Du das nicht erkennen?

Gast: modestus
01.10.2009 17:47
0 0

SCHWARZ-BLAUER SUMPF


Österreich leidet noch heute an den Folgen - und den Folgekosten!


mick232
01.10.2009 17:47
0 0

Wie lange wollen wir das noch mitmachen?

Unglaublich, in welcher Bananenrepublik wir inzwischen leben, aber statt die Verantwortlichen bei der nächsten Wahl abzustrafen, lassen sich die meisten weiterhin vom antiquierten Links-Rechts-System leiten und berauben sich somit selbst wählbarer Alternativen und damit der Sanktionsmöglichkeit für derlei Machtmißbrauch.

Gast: waal
01.10.2009 17:47
0 0

ist das jetzt kriminell

oder spielt das bei den richtigen leuten keine rolle. u noch ärgern über politikverdrossenheit d bevölkerung.

Gast: Astrowolf
01.10.2009 17:29
1 0

Kein Einzelfall!

Von einem Polizeijuristen weiß ich, dass es mehr als genug derartier Fälle gibt. (Sobald der "heiße" Akt als nächster dran käme, wird er einfach unter den Aktenstapel gelegt, und wieder vergehen Monate, bis dieser Akt wieder auftaucht - dann wird er wieder nach untern gelegt......bis er eben verjährt ist! Übliche Praxis!)

Die klassische Zweiklassengesellschaft. Daraus erkennen wir, dass Gesetze in erster Linie nur für uns "Kleine" geschaffen wurden, damit die "Oberen" in Ruhe agieren können. Diese Konstruktion erhält dann den Namen "Demokratie".......

Antworten mick232
01.10.2009 17:50
0 0

Re: Kein Einzelfall!

Dann wärs an der Zeit, die "Oberen" auszutauschen, und zwar regelmäßig. Immerhin haben wir diese Möglichkeit, nutzen sie aber nicht.

Solange Parteien an die Macht kommen, die über ein Netzwerk an Freunderln in allen Positionen von Politik und Wirtschaft verfügen, wird sich nichts ändern.


Gast: Peter
01.10.2009 17:14
0 0

na das ist aber auch ein zufall

ein schelm wer was böses denkt

es ist schon immer wieder erstaunlich, wie sich so manch einer vor der strafverfolgung drücken kann, da wird was übersehen, da fehlt eine unterschrift und schwupsdiwupps ist die ganze angelegenheit unter den tisch gekehrt

1 0

Es ist betrüblich und peinlich, ...

... dass solche Typen wie der Herr Strasser überhaupt in einen Ministerrang kommen. das spricht einerseits eindeutig gegen diejenigen, die ihn protegiert haben, andererseits auch eine sehr deutliche Sprache hinsichtlich derIntentionen die eine politische Partei damit verbindet. Und dererlei soll jetzt auch noch die Österreicher in der EU "vertreten"?! Man darf daran zweifeln, dass alle Österreicher eingeschlossen sind.

cerumen
01.10.2009 16:57
0 0

das kann schon mal passieren

und hat sicher nichts mit der Parteizugehörigkeit von Hr. Strasser zu tun! Neinnn, sicher nicht ....geh woher ..... Die Staatsanwaltschaft behandelt alle gleich ... nur die Parteimitglieder von ÖVP und SPÖ sind a bissal gleicher als die anderen.

Willkommen in der Bananenrepublik!

Gast: Krampus
01.10.2009 16:37
2 0

Freibananen für alle!

die wirtschaft noch auf die simbabwe-schule umstellen, dann haben wir die metamorphose vom wirtschaftswunder zur bananenrepublik vollständig vollzogen!
(k)ein grund zum feiern! prost!

Eurogirl
01.10.2009 16:00
2 0

Was bei uns zwischen Rechtsstaat und Hofstaat an Schindluder liegt, möchte ich Klavierspielen können!

Gulda wäre ein Anfänger dagegen.

Das Betrübliche, es bleibt alles Folgenlos, aber ein Junge hebt beschwippst die Hand und grölt drei Liter, schon hat er eine ruinöse Vorstrafe weg.

Das ist Gesellschaftlich gesehen auf Dauer ruinös.

Gast: Wiener
01.10.2009 15:49
1 0

Seltsam?!

Bei der FP finden Staatsanwälte dauernd was und wenn`s vorher konstruiert werden muß!
Wird doch nicht parteiisch sein die Justiz......

1 0

Die Staatsanwalt hat die Akte ja gefunden,

deswegen wurde Sie nicht übersehen, sondern nur verzögert bearbeitet!


2 0

übersehen??

der arme staatsanwalt, hat in seinem stress eine 150 seiten dicke anzeige übersehen...der mann gehört abgelöst, weil er seinem job nicht gewachsen ist. wie wärs mit portier im bmj oder posteingangsstelle auf lichtenfelsgasse 7?

Antworten ger49
01.10.2009 16:44
0 0

Re: absichtlich übersehen??

Keine Sorge, für diesen Fehler wird der Staatsanwalt hoch belohnt. Bestimmt ein ganz hoher Posten!!!

Antworten ger49
01.10.2009 16:44
0 0

Re: übersehen??

Keine Sorge, für diesen Fehler wird der Staatsanwalt hoch belohnt. Bestimmt ein ganz hoher Posten!!!

hw
01.10.2009 15:07
2 0

bananenrepublik

welch zufall, einfach übersehen.

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