Die Forderung, Pensionen nach einem eigens geschaffenen Pensionistenpreisindex zu erhöhen, stößt bei Experten auf wenig Gegenliebe. Eine Erhöhung um 1,9 Prozent fordern die 2,2 Millionen Pensionisten. Sie fühlen sich auf der sicheren Seite, erhöht sich ihre Zahl doch ständig. Durch dermaßen überzogene Forderungen wird der Generationenvertrag gefährdet, sagt Alois Guger vom Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo). Vielmehr würde so ein Verhalten eher einen Generationenkonflikt auslösen, erklärte der Experte im Ö1-Morgenjournal.
Straffung bei Spitzenpensionen
Guger kann sich vorstellen, die Mindestpensionen von unter 1000 Euro um die geforderten 1,9 Prozent zu erhöhen. Die Durchschnittspensionen sollten aber maximal um den Verbraucherpreisindex von 1,65 Prozent erhöht werden. Bei Spitzenpensionen wäre es sinnvoll, eine geringere Erhöhung anzudenken, um eine Gegenfinanzierung zu ermöglichen. Guger kritisiert auch das Auftreten der Pensionistenvertreter: "Wenn der Seniorenrat als Solzialpartner anerkannt werden will, dann sollte er auch gleich die Gepflogenheiten der österreichischen Solzialpartner übernehmen und mit keinen konkreten prozentuellen Forderungen an die Öffentlichkeit gehen."
Beamte kosten Staat mehr als alle anderen
Besonders stark belasten derzeit die Beamtenpensionen das österreichische Budget, sagt Bernhard Schwarz von der Pensionskommission. Für 300.000 pensionierte Beamte müssen 2,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts aufgewendet werden, für die anderen rund 1,8 Millionen Pensionisten sind lediglich 2,2 Prozent notwendig. Gleichzeitig relativierte Schwarz das Problem. Langfristig werden Beamtenpensionen durch Einschnitte in das System zu einer geringeren Belastung. Ob es in 50 Jahren überhaupt noch ein Pensionssystem gibt, könne man noch nicht sagen. Das komme auf die Gegebenheiten an, sagt Schwarz.
(Red.)
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