Grüne fordern rasche Umsetzung der Homo-Ehe

12.10.2009 | 11:40 |   (DiePresse.com)

Will die Regierung ihr Versprechen für ein Partnerschaftsgesetz ab 2010 einhalten, drängt die Zeit, sagen die Grünen. Sie fordern die Öffnung der Ehe und das Modell Zivilpakt als "lockere Alternative".

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Die Grünen haben am Montag abermals die Umsetzung der Homo-Ehe gefordert. Sollte die Regierung ihr Versprechen für ein Partnerschaftsgesetz ab 1. Jänner 2010 einhalten, "drängt die Zeit", so der Grüne Justizsprecher Albert Steinhauser bei einer Pressekonferenz. Wege für eine Gleichstellung homosexueller Paare wären für die Grünen die Öffnung der Ehe und das Modell "Zivilpakt", das auch heterosexuellen Paaren eine lockerere Alternative zur Ehe bieten könne.

Entscheidend sei, dass für die Gleichstellung homosexueller Paare kein "Sonderrecht" geschaffen werde, sondern diese dieselben Rechte und Pflichten wie Ehepartner erhalten, betonte Steinhauser. Derzeit würden homosexuelle Paare in vielen Bereichen, etwa beim Fremdenrecht oder der Pensionsversicherung, benachteiligt, ergänzte die Grüne EU-Abgeordnete und Gleichstellungssprecherin Ulrike Lunacek.

Vorschläge: Öffnung der Ehe, Zivilpakt

Gefordert wird von den Grünen einerseits die Öffnung der Ehe für homosexuelle Paare. Dafür müsste man im entsprechenden Gesetz lediglich die Formulierung ändern, sagte Steinhauser. Andererseits wollen die Grünen den sogenannten Zivilpakt einführen, der allen Paaren die Rechte und Pflichten einer Ehe in gelockerter Form bieten soll. Im Unterschied zur Ehe soll es etwa Unterhaltsansprüche nur während des Paktes geben, und der Pakt soll leichter aufzulösen sein.

Eine Zeremonie vor dem Standesamt sei außerdem "wichtig", erklärte Lunacek in Bezug auf die ÖVP, die sich gegen eine solche wehre. Bei einer Zeremonie könnten homosexuelle Paare ihr Bekenntnis zueinander "sichtbar machen", was sich positiv auf das Bild Homosexueller in der Öffentlichkeit auswirke, meinte Lunacek. Sie frage sich, wovor die Volkspartei Angst habe, ÖVP-Parteichef Josef Pröll "darf sich nicht mehr vor seinem Vorgänger (Wolfgang, Anm.) Schüssel fürchten".

(APA)

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33 Kommentare
 
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Gast: Lauser
13.10.2009 15:08
1

Brauchen Homo-Ehe-Kandidaten künftig auch ein Ehefähigkeitszeugnis?

Gilt für die Homos auch die "Ein-Ehe"? Wird Ehebruch bestraft.
Ich nehme an, wichtig sind die Befürwortern vor allem die materiellen Vorteile, mit denen der STaat die Ehe begünstigt: Steuererleichterungen, Wohnbauförderungen, aber auch soziale Vorteile wie Witwen/er-Pension, Mitversicherung usw.

Das wird zusammen schon ein Sümmchen ausmachen. Aber wenn wir es in der Wirtschaftskrise nicht hätten, täten wir es ja nicht!

Gast: hetero
13.10.2009 00:14
3

diskriminierung

Ich fühle mich diskriminiert. Ich führe eine heterosexuelle Ehe. Mit ausschliesslich eigenen Kindern. Ich habe dafür Nachteile in Kauf genommen: keine Alleinerzieherförderung, keine Zuschläge zur Kindererziehung. Keine Gratisplätze für irgendwas. Oder gar eine steuerliche Absetzbarkeit meiner Unterhaltspflichten. Und keine Zeit für Lobbying und Auftritte in zweifelhaften Umgebungen.

Dabei bin ich nur einer von 1.5 Millionen Familienvätern. Gegenüber den vielen hunderten von Schwulen bin ich da eindeutig benachteiligt. Echt. Und in der Minderheit. Weil ich (und auch die andern 1.5 Millionen) haben keine Zeit für Lobbying so wie die paar hundert. Und Gespräche mit willigen Medien und deren Vertretern. Wo es um alles andere als um den Sinn des Lebens geht. Sondern nur um Aufmerksamkeit. Und vielleicht auch darum, dass einer unserer intelligenzbefreiten Politiker vielleicht doch schwach wird, eine Subvention auslässt oder glaubt, mit Randgruppenthemen in die Geschichte eingehen zu müssen.

Was ich mir wünsche? Den gesunden Hausverstand. Aber dessen Abwesenheit ist ja eine Grundvoraussetzung für öffentliche Auftritte, Ämter oder ähnliches. Hast du den nämlich, bleibst du Auftritte, Ämtern oder ähnlichem fern. Also alles Illusion........

Antworten Gast: heinz
13.10.2009 14:29
4

Re: diskriminierung

welche rechte haben homosexuelle die sie nicht haben?

oder sind sie einfach nur ein bisserl frustriert at the moment?

Zivilpakt als grundsätzliche (einzige) Ehemöglichkeit für alle.

Trennungen werden einfacher und günstiger. Der Zivilpakt ist auch für Dreierbeziehungen etc. offen - eine Möglichkeit wechselseitiger Absicherung und Grundlage gemeinsamen Wirtschaftens, mehr nicht.

Option auf Umwandlung des Zivilpaktes in eine Ehe im traditionellen Sinn wird nur gewährt, sobald/ wenn Kinder (auch adoptiert oder in die Ehe mitgbebracht) vorhanden sind. Erst dann entstehen auch weitergehende Ansprüche auf Kosten Dritter (Witwenrente, Mitversicherung etc.).
Vollständige Entkoppelung von religiöser Trauung
und ziviler Ehe/Partnerschaft. Wer will soll kirchlich auch Vielehen eingehen können oder sich, wie in Indien, mit einem Heiligen Buch vermählen können - Ansprüche an die Allgemeinheit dürfen daraus natürlich nicht erwachsen, religiöse Zeremonien können in beliebiger Form unabhängig durchgeführt werden und sind reine Privatsache.
Damit wäre allem gedient und ein modernes, sachorientiertes Eherecht geschaffen.

hehe

Da ist den Gutmenschen Hascherln ja wieder mal was Tolles eingefallen. Aber das ist gut so. Man freut sich jedesmal über so einen Quatsch. Wieder ein Schritt, daß diese Koffer nach der nächsten Wahl endlich von der Bildflächer verschwinden. ähm, sorry Kofferinnen natürlich!

Gast: Murphy
12.10.2009 19:31
1

Ist das alles, wofür Homosexuelle nun seit über 40 Jahren kämpfen?

Bis auf ein paar unwichtige Details wie: "lieber doch auf der Bezirkshauptmannschaft Gmünd als am Standesamt von Kirchberg am Walde; dagegen spricht wirklich nichts... " ist die Sache endlich unter Dach und Fach.

Wenn Fragen wie "Wer bekommt was nach der Scheidung?" oder "Was kann ich erben?" und nicht die Frage "Wie kann ich als Homosexueller Mensch meinen Beitrag zum Gemeinwesen leisten?" in den Vordergrund gestellt werden; wenn es als diskriminierend erlebt wird, dass Homosexuelle keinen Witwer-Pensionsanspruch haben, darf es nicht wundern, wenn das Verstehen auf so viel Widerstand stößt...

Ich wünsche mir und den Homosexuellen, dass sie endlich weiterkommen und irgendwann die wirklich wichtigen Fragen stellen, z. B.: "Wie können wir eine Welt schaffen, in der Homosexuelle nicht diskriminiert."


Re: Ist das alles, wofür Homosexuelle nun seit über 40 Jahren kämpfen?

Und die homosexuelle Vielehe unter Muslimen besitzt noch immer viel zu wenig Beachtung bei den DamInnen und HerrInnen der GrünInnen.

der Begriff der Ehe (meine Meinung)

ursprünglich ist die Ehe eine Gemeinschaft mit dem vorrangigen Ziel Kinder zu zeugen und eine Familie zu gründen. Jemand, der dieses Ziel nicht verfolgt, strebt eine Partnerschaft oder sonstige Gemeinschaft an. Nach diesem Verständnis gibt es keine Homo-Ehe, weil Homosexuelle nur zu zweit keine Kinder bekommen können. Allerdings gibt es Homo-Partnerschaften genauso wie es Partnerschaften von Paaren gibt, die keine Ehe im klassischen Sinn führen können oder wollen, also keine Kinder kriegen. Auch kinderlose Paare führen eine Ehe, richtiger wäre in diesem Fall die Bezeichnung Partnerschaft. Genauso wie die Homosexuellen-Partnerschaft. Ich finde, dass der Begriff Ehe Paaren mit einem Kinderwunsch vorbehalten sein sollte und das der Begriff Partnerschaft für alle anderen gelten soll. Darüberhinaus sollten Ehen aufgrund unserer niedrigen Geburtenzahlen steuerlich besonders gefördert werden.

Gast: Lebensnah
12.10.2009 18:26
1

Hirn einschalten, Emotion beiseite!

Ich halte diesen alten grünen Zivilpakt-Vorschlag für m.E. das Interessanteste, was derzeit zum Thema Partnerschaften im 3. Jahrtausend in Österreich auf dem Tisch liegt. Die Sache ist ja vollkommen absurderweise von allen Seiten emotionalisiert. Es sollte weder Staat noch Gesellschaft interessieren, ob zwei Leute mit einander in die Kiste steigen oder nicht. Es sollte die Gesellschaft allerdings interessieren, was sie sich an Transferleistungen für Singles erspart, wenn zwei Leute dauerhaft und erklärtermaßen für einander sorgen wollen, Krankenpflege betreiben wollen, Wohnraum gemeinsam nutzen wollen, einander auch finanziell unterstützen wollen. Die Gesellschaft fährt ökonomischer mit Paaren, egal welchen Geschlechts oder Alters. Eingetragene Partnerschaften (auch von 2 alten Freund(inn)en, Geschwistern...) erzeugen einen sozialen Mehrwert, dem auch ein Bündel an Rechten (Auskunft, Verträge...) gegenüberstehen sollte. Und damit habe ich bis jetzt weder das Wort Homo, noch das Wort Ehe (die soll bleiben was sie ist) noch irgendwelche Igittigitt-Reaktionen auf das medial immer mitgereichte küssende Herrenpaar erwähnt. Hirn einschalten vermeidet Erregungen, die unbefriedigt bleiben.

Antworten Gast: John
12.10.2009 21:01
0

Re: Hirn einschalten, Emotion beiseite!

Mir ist nicht klar, warum selbst die Befürworter der Zivilpakt-Idee immer mit den küssenden Homos kommen, anstatt die tatsächlichen ökonomischen Vorteile freiwilliger Verantwortung für die ganze Gesellschaft aufzuzeigen (und vorzurechnen). Die wären nämlich gewaltig. Denken Sie allein an die vielen Alten/Kranken, die in funktionierende Partnerschaften länger daheim bleiben könnten als die wachsende Zahl der Singles...

Umsetzung der Homo-Ehe?

Gilt das etwa für jedermann?
Muss ich mich jetzt von meiner Frau scheiden lassen und ein Mannsbild heiraten, um diese zeitgeistige Schnapsidee umzusetzen?

Bei der verquasten Formulierung fängt's nämlich schon an: Wer sich so patschert ausdrückt, sollte ein paar Ehrenrunden an der ganztägigen Volksschule drehen.

Gast: Lebensmensch
12.10.2009 17:46
2

Sind die wirklich so blöde?

Glauben die wirklich nur weil die private sexuelle Ausrichtung eine andere ist, ist man sofort Gutmensch, Multikulti und Linkswähler??
Die sollen sich pro Homosexuellengewinsel sonst wohin stecken (ja der Spruch ist tief - ich weis..)!
Man braucht sie nicht als Sprachrohr!
Vor allem nicht eine homosexuellenfeindliche pro Islamistenpartei.

Wie schön,

dass die Grünen keine anderen Probleme haben. Ehaben die meisten ÖsterreicherInnen sehr viele andere Probleme und wollen mit dem Nicht-Thema Homoehe nicht mehr länger belästigt werden.

Die Grünen

sind eine Partei, die glaubt, durch alle von ihr gestarteten Initiativen die Zerstörung bewährter Strukturen unseres Landes einleiten zu müssen.
Man muß sich einmal bildlich vorstellen, wie Österreich unter einer grün dominierten Regierung aussehen würde!
Allein die zu erwartenden Konflikte zwischen
zwischen zwei von den Grünen geförderten Gruppen, den moslemischen Zuwanderern und der Kerntruppe des " Life-Ball", wären
Grund genug, Glawischnig, Lunacek & Co. ballettreifen Spagat zur Problembewältigung üben zu lassen.
Doch Spaß beiseite :
Haben wir wirklich keine anderen Sorgen ?


Gast: lucky charm
12.10.2009 15:19
2

die überschrift darf nicht leer sein

selten soviel intoleranten und asozialen schwachsinn wie in diesem forum gelesen- es ist zu speiben

Antworten Gast: Bösewicht
12.10.2009 16:39
2

Re: die überschrift darf nicht leer sein

Intolerant ist die Zensur. Aber gut: Die Presse darf auf ihrem Server soviel Homowerbung machen wie sie will und Postings nach Belieben löschen, die sich mit dieser hier propagierten Lebensform nicht anfreunden können.

Als Ehe

(v. althochdeutsch: ewa = Ewigkeit, Recht, Gesetz, rechtssprachlich hist. Konnubium) bezeichnet man eine sozial anerkannte und durch allgemein geltende, meist gesetzliche Regeln gefestigte Lebensgemeinschaft zweier Personen, die als Ehegatten, Eheleute oder auch Ehepartner bezeichnet werden.
Viele, aber nicht alle Staaten und Religionen setzen voraus, dass die Ehegatten verschiedenen Geschlechts sein müssen.

Darüber kann man ja diskutieren :D

Die Grünen haben wieder ein

"wichtigstes" Thema gefunden zum Thematisieren. Soll das von der täglich explodierenden und für immer Mehr Österreicher sichtbarer Kriminalität und Misständen im Zusammenhang mit Migranten ablenken? Grüne Propaganda so zu sagen?

Gast: Peter
12.10.2009 14:07
1

Was fürchtet die ÖVP?

Die ÖVP fürchtet sich nicht vor Herrn Altkanzler Dr. Schüssel sondern vor ihren noch verbliebenen, eigenen Wählern!
So schaut's aus!

Antworten Gast: Lauser
12.10.2009 14:29
2

Re: Realitätsverlust? Ich würde nach den letzten Wahlergebnissen sagen,

die Linken müssen sich fürchten.
Und der Tag kommt immer näher, wo jene, die für die Politik der Geldverschwendung eintreten, erklären werden müssen: "woher nehmen, ohne zu stehlen (nämlich vom Steuerzahler)!"

Die SPÖ gilt als Pionnierin für die Umsetzung - die Grünen ziehen mit und wer blockiert? Die ÖVP - Sie ist schuld!

Als Pionirin geht die SPÖ als einzige Partei seit ihrer Geschichte als positive Kraft für dieses wichtige Tehema voran. Es ist eine Urforderung der Sozialdemokratie.

Schuld ist die ÖVP, die seit Jahrzehnte blockiert, weil Sie anscheinend Angst vor dieser Zielgruppe hat. Eine andere Erklärung gibt es nicht, warum Sie blockiert!

Menschen können sich nicht freuen sondern sind traurig, weil die ÖVP nicht handelt.

Re: Die SPÖ gilt als Pionnierin für die Umsetzung - die Grünen ziehen mit und wer blockiert? Die ÖVP - Sie ist schuld!

Ich muß mich korrigieren. Die wahren Schuldigen sind die Wähler. Immer wieder verschaffen sie der ÖVP und der FPÖ Mehrheiten. Wären es andere Wähler, dann könnte die SPÖ problemlos ihre schw ule Politik machen.

Re: Die SPÖ gilt als Pionnierin für die Umsetzung - die Grünen ziehen mit und wer blockiert? Die ÖVP - Sie ist schuld!

Ich muß mich korrigieren. Die wahren Schuldigen sind die Wähler. Immer wieder verschaffen sie der ÖVP und der FPÖ Mehrheiten. Wären es andere Wähler, dann könnte die SPÖ problemlos ihre schwule Politik machen.

Antworten Gast: Martin S
12.10.2009 19:48
0

Re: Die SPÖ gilt als Pionnierin für die Umsetzung - die Grünen ziehen mit und wer blockiert? Die ÖVP - Sie ist schuld!

Bla bla bla, blöck blöck blöck, sabber sabber sabber

Sie sind ein TROLL!!

Antworten Gast: Lauser
12.10.2009 14:25
1

Re: Auch in die meisten moslimischen Länder kennen die Ehe light!

Bei diesen Partnerschaftsverträgen, die man sogar zeitlich befristen kann, braucht der Ehemann nur zu seiner Ehefrau sagen: "Hebe dich hinweg!" und die Ehe ist vorbei! Und keine Unterhaltsverpflichtung - das ist auch wichtig! Ich finde, das ist eine gute Lösung, um seine schiache Alte gegen eine neue Liebe auszutauschen!

Ich finde aber eine solche Verbindung ist zu locker, um etwa erbrechtliche od. pensionsrechtliche Folgen daran zu verknüpfen. Denn wer für seinen Ehepartner nicht sorgen muß, der kann nicht verlangen, daß der Staat das tut!

Gast: WhyNot
12.10.2009 13:09
4

hoffentlich endlich

die Umsetzung der HomoEhe!!!
Das ist schon längst überfällig

 
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