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Justizministerium segnet Homo-Ehe ab

31.10.2009 | 18:07 |   (Die Presse)

Der Entwurf des Justizmisterium für eingetragene Partnerschaften ist fertig. Die SPÖ will noch eine Ausnahmeregelung hineinreklamieren: Es geht um eine mögliche Feier am Standesamt.

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Wien. Der Entwurf des Justizministeriums für die eingetragene Partnerschaft von homosexuellen Paaren ist fertig: Einen Festakt auf dem Standesamt soll es nicht geben, die Partnerschaften können auf dem Land in den Bezirkshauptmannschaften und in der Stadt auf dem Magistrat geschlossen werden.
Rechtlich ist eine weitgehende Gleichstellung im Erb- und Mietrecht und beim Besuchsrecht in Krankenhäusern vorgesehen. Eingetragene Partner sollen sich auch mitversichern lassen können. Nicht zulässig sind Kindesadoptionen und künstliche Befruchtungen.

Die SPÖ will jetzt noch eine Ausnahmeregelung hineinreklamieren: Bürgermeister sollen mit einem Antrag beim Landeshauptmann doch noch „eine schöne Zeremonie" auf dem Standesamt möglich machen, erklärte Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek am Samstag. Dadurch sei zwar auch keine völlige Gleichstellung gegeben. Aber mehr sei mit dem Koalitionspartner nicht möglich.
Der Entwurf soll am 17. November durch den Ministerrat und am 3. Dezember durch den Justizausschuss des Nationalrats.

FPÖ und Grüne kritisierten den Plan heftig - wenn auch von unterschiedlichen Standpunkten aus. Die Freiheitlichen deponierten ihr „klares Nein", denn die Sonderstellung der Ehe zwischen Mann und Frau habe den Sinn, "dass daraus Kinder hervorgehen können".

Die Grünen orten hingegen „eine weitere Verhöhnung von Lesben und Schwulen". EU-Abgeordnete Ulrike warf der ÖVP vor, weiter auf "Apartheid-Kurs" zu sein. Sie forderte die SPÖ auf, Druck "auf den kleinen Regierungspartner" zu machen, damit noch ein "wirklich brauchbares und umfassendes Gesetz" herauskommt, das "uns Lesben und Schwule nicht demütigt, sondern stärkt".

Aus dem BZÖ hieß es, "sämtliche Formen des liebevollen Zusammenlebens verdienen denselben Respekt". "Die Institution der Ehe - als von Religionen geschlossener Bund - ist unantastbar. Genauso unantastbar ist für uns aber auch der Respekt vor anderen Formen des Zusammenlebens in Österreich und deren fairen Behandlung. Dies muss durch klare gesetzliche Regelungen im neuen Gesetz der Justizministerin zum Ausdruck kommen", meinte BZÖ-Abgeordneter Gerald Grosz.

(''Die Presse'', Printausgabe vom 1.11.2009)

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130 Kommentare
 
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Gast: womanlovewoman
03.11.2009 10:21
0 0

Mir soll es recht sein!

Ok, dann heirate ich halt nicht am Standesamt. Ich heirate meine Freundin an einem öffentlichen Ort ;) Vielleicht am See. Genau dort, wo 1000 hetero Menschen rumrennen. Jawohl. Dann können diese Menschen sehen, wie ich meine FRAU küsse und umarme. Liebe Gegner, am Standesamt wäre euch das erspart geblieben, tja - (Ironi)

Ich bin wenigstens froh darüber, dass man ein paar Rechte geschafft hat. Wenn gleich es natürlich nett wäre, wenn wir auch am Standesamt heiraten dürfen. Aber wie gesagt, es gibt ja Alternativen. Keltische Hochzeiten zb.

WEil ehrlich gesagt, hab ich keine Lust an meinen Hochzeitstag dumme Kommentare von Leuten zu hören, die am Standesamt warten.

Gast: menschenrechte
02.11.2009 16:58
4 0

standesamt

prinzipiell gehts darum - jahrelange versäumnisse nachzuholen - etwas zu schaffen ist schon mal positiv
es ist jedermann-frau menschenrecht sich mit einem menschen egal welcher sexualität in einer ehe zu vor dem staat zu zu binden

auf magistraten und bezirkshauptmannschaften zu heiraten, gleicht einer hinterhof-ehe - wichtig ist - das der begriff ehe weg kommt von diesem rein katholischen verständnis von ehe - es geht hier um eine staatliche ehe - die kirche ist privatsache und hat dabei nichts zu reden
zustimmen sollte die spö nur - wenn die länder die freie wahl bekomen zw standesamt und bezirkshauptmannschaft


Antworten Gast: Zeitloser Frühling
02.11.2009 22:51
0 1

Re: standesamt

Selbstverständlich ist das Eingehen einer Ehe kein Menschenrecht für jene, die kraft ihres Defektes zur Liebe zum anderen Geschlecht nicht fähig sind.
Dass sie zusammenleben können und dürfen, sollte kein Problem darstellen.
Aber das Institut der Ehe sollte ihnen für immer verwehrt sein.

Antworten Antworten Gast: contenance
03.11.2009 11:56
0 0

Re: Re: standesamt

Ihnen würde ich vorschlagen den Nick in "Zeitloses Mittelalter" umzunennen.
"die kraft ihres Defektes zur Liebe zum anderen Geschlecht nicht fähig sind." <-- selten habe ich einen so menschenverachtenden Blödsinn gelesen!

Antworten Antworten Antworten Gast: Oh, leider vergessen
04.11.2009 23:27
0 0

Re: Re: Re: standesamt

Ich muss selbstverständlich ergänzen: zur GESCHLECHTLICHEN Liebe....
Jetzt gefällt es Ihnen sicher besser, weils ja auch kein Blödsinn, sondern Tatsache ist.
Hören Sie übrigens mit diesen blödsinnigen Vorwürfen wie "menschenverachtend" auf.

6 0

weil die Homoehe gesellschaftspolitisch „ein Signal in die falsche Richtung“

nur heteros sind gesellschaftspolitisch zu akzeptieren?
oder gar nur blond-blauäugige heteros?

Gast: kein Piusbruder
02.11.2009 10:48
8 0

„Der Katholische Familienverband könne mit der vorliegenden Regelung leben, weil sie „dem hohen Stellenwert der Ehe zwischen Mann und Frau Rechnung trägt“, aber eine Diskriminierung anderer Formen des Zusammenlebens vermeide. Es sei wichtig, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht am selben Ort eingetragen werden können, an denen Ehen geschlossen werden.“





WIESO gibt man RELIGIÖSEN FUNDAMENTALISTEN die Möglichkeit auf die STAATLICHE (!) GESETZGEBUNG Einfluss zu nehmen?





Antworten Gast: Zyniker
02.11.2009 11:43
5 0

@ katholischer Familienverband


wenn man anderen Menschen Probleme macht, sieht man die eigenen nicht so…


8 3

warum genau ist es

"wichtig, dass gleichgeschlechtliche Partnerschaften nicht am selben Ort eingetragen werden können, an denen Ehen geschlossen werden" ??

auf diese antwort bin ich wirklich gespannt

0 0

Re: warum genau ist es

manche in diesem staat glauben wohl, der ort (also das standesamt) wäre danach seiner würde beraubt....

Antworten Gast: Zyniker
02.11.2009 11:44
4 0

Re: warum genau ist es


weil so das Menschenbild von Wagner, Laun, Fischer, Küng, & Co – eben der katholischen Amtskirche – ist.

unverblümter, entlarvender Katholizismus…


Antworten Gugl Hupf
01.11.2009 22:42
5 0

erster anlauf scheint nicht angekommen zu sein, also noch mal ... hier ist meine antwort:

ein beispiel, um anhand eines anderen themas zu verdeutlichen:

warum gab es in amerika aufstände der schwarzen bevölkerung?

"nur" weil sie im bus hinten sitzen mußten, nicht in die gleichen bars durften und nicht aus wasserspendern trinken durften an denen plaketten mit 'whites only' befestigt waren? sie konnten doch immerhin mit dem bus fahren, durften in bars gehen und hatten eigene wasserspender ...

es ist so sehr von bedeutung, daß die gleichgeschlechtliche partnerschaft am selben ort eingetragen wird, weil es absolut keinen rationalen grund gibt, warum das nicht so sein sollte. im gegenteil, die standesämter sind genau für diese zeremonien ausgerichtet, im gegensatz zu den bezirkshauptmannschaften.

darum wird diese unterscheidung, diese differenzierung zum entscheidenden punkt.

die explizite trennung der schließung der partnerschaft vom standesamt, ist eine herabwürdigung und für mich persönlich das equivalent dazu, jemandem ins gesicht zu spucken und ihm zu sagen "du und deine gefühle sind weniger wert als meine."

ich hoffe, ich konnte verständlich machen, warum für mich als schwulen, der ort mindestens so wichtig ist wie die möglichkeit der partnerschaft als solches überhaupt.

ich werde im "bus nicht hinten sitzen". meine beziehung (seit mehr als 8 jahren, 2/3 der ehen halten nicht so lange) ist ebensoviel wert, wie die jedes anderen menschen. ich weigere mich schlicht, sie durch eine derartige aktion, entstanden aus haltlosen vorurteilen, entwerten zu lassen.

Antworten Antworten liberaler
02.11.2009 15:06
0 0

nochwas: Meine Beziehen geht ins 18. Jahr!

freue mich schon auf die Silbernehochzeit!

Antworten Antworten liberaler
02.11.2009 14:59
0 1

Re: erster anlauf scheint nicht angekommen zu sein, also noch mal ... hier ist meine antwort:

also für mich als Schwulen ist es absolut egal wo die eingetragene Partnerschaft abgeschlossen ist. Am liebsten wäre mir ein Formular dass von mir und meinem Mann ausgefüllt wird und wir das einfach zur BH schicken könnten und alles ist erledigt.
Die rechtlichen Aspekte: Erbschafts - Steuerrecht- Hinterbliebenenversorgung - Mietrecht etc. ist alles viel wichtiger - wenn das alles erfüllt ist: sitze ich gerne ganz hinten im Bus!

Antworten Antworten Gast: laris
02.11.2009 10:26
0 0

Re: erster anlauf scheint nicht angekommen zu sein, also noch mal ... hier ist meine antwort:

Sehr logisch erklärt. BRAVO!!

8 1

Eine Diskriminierung durch eine andere ersetzen?

Da will man vorgeblich eine diskriminierung beheben und führt dann als Ausgleich gleich wieder eine ein?

Was soll das bitte mit dem "nicht vorm Standesamt"?!

Wenn zwei Menschen ihr Leben gemeinsam verbringen wollen, so wird das vorm Standesamt registriert und besiegelt. Alles andere ist ein Schwachsinn.

Gast: Schnarchnasenlösung
01.11.2009 18:36
3 0

Zivilpakt für alle wäre besser!

Anstatt jetzt wieder nur ein Loch zu flicken und den Betroffenen möglichst bei jeder Gelegenheit unter die Nase zu reiben, dass man das was tun nicht will (der Aufbau einer zweiten Standesregisterstruktur wäre Unfug am Steuerzahler), sollte man das Wort "Homoehe" endgültig zu Grabe tragen.
Man müsste das Eherecht nicht verändern, wenn man daneben endlich ein Rechtsinstitut schaffte, das auch ohne staatlichen Blick ins Schlafzimmer auskommt. Ein Zivilpakt würde zwei Menschen offen stehen, die dauerhaft für einander da sein wollen. Egal ob Mann/Frau, Frau/Frau oder Mann/Mann. Wo immer zwei Menschen für einander sorgen, erspart sich die Gesellschaft öffentliche Fürsorge. Wenn zwei ältere (Hetero-) Frauen beschließen, ihren Lebensabend als Partnerinnen zu bewältigen, zwei Patchworkdaddies ihr Leben gemeinsam meistern wollen usw usw, dann hat es den Staat sexuelle Orientierung nicht zu interessieren.

Der Zivilpakt ist die zeitgemäßere Lösung. Er stellt auf die Lebensumstände ab, erkennt Partner an ihren Rechten und Pflichten und lässt die sexuelle Orientierung dort wo sie hingehört: Im Privaten.

0 0

Re: Zivilpakt für alle wäre besser!

Kann Ihnen nur zustimmen. Wichtig ist, dass es tatsächlich nur eine wechselseitige Festlegung und Verpflichtung ist, aber keine (finanziellen) Ansprüche gegenüber Dritten, sprich der Allgemeinheit entstehen können. Diese müssen immer an das Vorhandensein von Kindern gebunden sein, eine Ausnahme könnte man noch für eine Pflegekarenz machen.

Gast: Graf Gudenus
01.11.2009 15:41
3 3

Segnet,

seit wann versteht sich Minister - ein Frau - als Priester?

Gast: Gandhi
01.11.2009 13:09
4 14

Meine Lieben!

Es gibt n u r e i n e n Grund, warum die Homos und Lesben eine Ehe wollen: das G E L D !!!!
Mitversicherung und Pension!
Es geht, wie immer nur um das Geld der anderen, wie bei den Pensionisten, den Beamten, den Studenten, ....

8 0

Re: Meine Lieben!

das geld, bester gandhi, ist in diesem fall zweitrangig. völlig sogar. es geht um menschliche gleichstellung.

warum soll einem homosexuellen verweigert werden, was allen anderen zugestanden wird: nämlich die ehe?

warum glauben sie gibt es seit bekanntwerden des gesetztesentwurfs von B-O so einen aufschrei in der schwul-lesbischen kommunity?

WEIL ZEREMONIEN AM STANDESAMT VERWEHRT WERDEN.

nach ihrer logik müssten alle gleichgeschlechtlich liebenden mit dem aktuellen gesetzesentwurf höchst zufrieden sein. sind sie aber nicht.

der aktuelle entwurf stempelt homosexuelle per gesetz zu menschen zweiter klasse. frei nach dem motto: eingetragene partnerschaft wenns sein muss ja, aber bitte nur hinterm misthaufen abschliessen, damit¿s nur ja keiner sieht.

Antworten Gugl Hupf
01.11.2009 16:39
7 0

Re: Meine Lieben!

das geld der anderen?

... weil schwule keine steuern zahlen oder wie genau meinen sie das jetzt ...

Antworten JoeJo
01.11.2009 15:13
10 0

Re: Meine Lieben!

Und warum sollten sie das nicht haben, wenn sie ein Leben lang füreinander gesorgt haben?
Warum kriegen es Heteros und Homos nicht?

Gast: jaja
01.11.2009 12:20
1 9

Schummelkurs

Auf dem Land auf der BH und in der Stadt beim Magistrat heißt zB in Wien sowieso beim Standesamt. Abgesehen davon wird dann dem Scheinehenunwesen und dem Schleppertum eine neue Variante hinzugefügt und der berechtigten Forderung der Homosexuellen nach einer registrierten Partnerschaft ein Bärendienst erwiesen, der nicht nur die Heteros vor neue Probleme stellt.

Antworten Gast: jaja
02.11.2009 14:51
0 0

Re: Schummelkurs

Sehe gerade meine negativen Bewertungen, die Wahrheit schmerzt...

Gast: Sirene
01.11.2009 11:09
3 1

HIV Zahlen, und geforderte Toleranz!


http://www.dvet.de/magazin/Schmale_MagSi_45.pdf


 
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