Zu einem heftigen Schlagabtausch zwischen FPÖ und Grünen ist es am Dienstag im Spitzel-U-Ausschuss gekommen. Auslöser des Konflikts war ein Aufruf zum Mord mittels Giftspritze gegen den Grünen Politiker und Rollstuhlfahrer Gunther Trübswasser. Der Aufruf wurde im Internet unter den Synonymen "Prinz Eugen" und "Eispickel" verbreitet. Der Grüne Peter Pilz sprach im U-Ausschuss von Querverbindungen zwischen Rechtsextremen und FPÖ-Funktionären, die im Zuge der Ermittlungen in diesem Fall aufgetaucht seien.
Bei den FPÖ-Abgeordneten sorgte das für Empörung. Der Dritte Nationalratspräsident Martin Graf zog einen Vergleich zu "Stasi- und Gestapo-Methoden". Er warf gleichzeitig den Grünen vor, Kontakte zu Linksextremen zu haben. Auf Aufforderung des Ausschuss-Vorsitzenden Martin Bartenstein (ÖVP) zog Graf den Ausdruck "Gestapo-Methoden" letztlich aber wieder zurück. Das BZÖ schlug sich in der Diskussion auf Seite der Grünen.
FPÖ droht mit Konsequenzen
Die FPÖ drohte wegen der Vorwürfe der Grünen mit der Aufkündigung der oppositionellen Zusammenarbeit im Parlament. Die Opposition versucht ja derzeit, mit Nationalrats-Sondersitzungen und einem Stopp von Verhandlungen über Zwei-Drittel-Materien, die Regierungsparteien unter Druck zu setzen. SPÖ und ÖVP sollen dazu gebracht werden, der Ladung von Regierungsmitgliedern in den U-Ausschuss zuzustimmen.
Sollte die FPÖ tatsächlich die Zusammenarbeit aufkündigen, gibt die Opposition ihre Druckmittel gegen die Regierungsparteien aus der Hand. Denn nur FPÖ, Grüne und BZÖ gemeinsam haben die Möglichkeit, beliebig viele Nationalrats-Sondersitzungen einzuberufen und besitzen eine Zwei-Drittel-Sperre, weil sie über mehr als ein Drittel der Nationalratsabgeordneten verfügen - ohne sie kann die Regierung also keine Zwei-Drittel-Materien beschließen.
(APA)
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