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U-Ausschuss: Die Oppositionsfront bröckelt

03.11.2009 | 18:47 |  MARTIN FRITZL (Die Presse)

Konflikte zwischen FPÖ und Grünen stellen gemeinsames Vorgehen infrage. Das Verhältnis unter den Oppositionsparteien ist jedenfalls gestört, und das könnte noch weitreichende Folgen haben.

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Wien. Lange hat die Zusammenarbeit zwischen Blauen und Grünen im Untersuchungsausschuss nicht gehalten. Am Dienstag kam es zu heftigen Wortgefechten zwischen den beiden Parteien. Der grüne Abgeordnete Peter Pilz sprach von engen Verbindungen der Neonaziszene zur FPÖ, der freiheitliche Mandatar Martin Graf warf ihm daraufhin Stasi- und Gestapomethoden vor. Das wiederum wollte Pilz nicht auf sich sitzen lassen. Auch Ausschussvorsitzender Martin Bartenstein (ÖVP) rügte Graf und forderte ihn auf, die Gestapovorwürfe zurückzunehmen – was dieser dann auch (etwas halbherzig) machte. Auch BZÖ-Mandatar Ewald Stadler stellte sich in der Angelegenheit auf die Seite der Grünen.

Das Verhältnis unter den Oppositionsparteien ist jedenfalls gestört, und das könnte noch weitreichende Folgen haben. Hatten sich doch FPÖ, BZÖ und Grüne auf ein gemeinsames Vorgehen verständigt, um die von den Koalitionsparteien abgelehnte Ladung von aktiven und ehemaligen Ministern in den U-Ausschuss zu erzwingen.

 

Pilz die Bühne nehmen

Mit einer Reihe von Nationalratssondersitzungen – die erste findet bereits am Donnerstag statt – wollte man dabei die Koalition in die Knie zwingen, ebenso mit dem Boykott von Verfassungsgesetzen, bei denen zumindest eine Oppositionspartei mitstimmen müsste. Die FPÖ stellt diese Vorgangsweise nun infrage: „Wir lassen uns nicht von den Grünen kriminalisieren“, so Graf zur „Presse“. Als ersten Schritt will er nun Pilz bei der Sondersitzung am Donnerstag die Bühne nehmen. Pilz hätte die vom ORF live übertragene Dringliche Anfrage begründen sollen. Nun will die FPÖ selbst eine Dringliche Anfrage einbringen, die Vorrang hätte, weil die FPÖ die stärkere Partei ist. „Das wäre ein Bruch der Vereinbarung“, poltert Pilz. „Da hört sich alles auf.“

Auch die Blockade von Verfassungsgesetzen will Graf nun nicht mehr so umsetzen. „Wir werden vernünftige Vorschläge nicht verhindern“, so der Dritte Nationalratspräsident. Im ersten aktuellen Fall, der EU-Dienstleistungsrichtlinie, die noch dieses Jahr in nationales Recht umgesetzt werden müsste, will er aber noch nicht von der gemeinsamen Linie abweichen. Denn in diesem Fall sei die FPÖ ohnehin gegen den Vorschlag.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 04.11.2009)

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26 Kommentare
Gast: xy j.e.
05.11.2009 17:49
1 0

Traurig!

Um den Öllinger sollten sich die Grünen besser Sorgen machen! Traurige Ablenkungstechnik.
Erinnert mich bisschen an "Den Buben der immer Wölfe!Wölfe! rief"- die Glaubwürdigkeit schwindet dahin...

1 0

Bin ich gesperrt - macht nix - es gibt andere Foren!


Gast: ökono-mist
04.11.2009 02:54
3 0

Zurück zur parlamentarischen Professionalität, wenn man bitten darf!


Das hat ja gerade noch gefehlt, daß ausgerechnet jetzt die Opposition in der Sandkiste um Schauferl und Küberl zu streiten beginnt! (Offenbar will sie geschlossen der Regierung beitreten...)

Reißt's euch g'fälligst z'samm' - seid's doch alle erwachsene Leut'.
Diese Animositäten sind doch unprofessionell und lächerlich. Auseinanderdividieren lassen sich ja bekanntlich nur die Kinder und die Dummen.

P. S.: Falls ein Burnout-Syndrom vorliegen sollte (was in Anbetracht der Masse der vom Ausschuß aufzuschneidenden politischen Eiterbeulen gar niemanden verwundern würde), dann geht's doch einmal zusammen in Klausur! Macht doch die SPÖVP auch so.


Gast: gast
03.11.2009 19:32
1 1

Was lernen wir aus den Kommentaren? Wenn man Nazivergleiche in Richtung FPÖ zieht, ist das ganz böse. Wenn man Nazivergleiche in Richtung Grüne zieht, ist das gut.

Nein, das war aber auch gar nicht vorherzusehen.

:-)

Gast: E-F-V
03.11.2009 19:24
0 0


Gast: Bösewicht
03.11.2009 18:43
2 1

Was war an Grafs Aussage falsch?

Die Methode, mit fingierten Anschlagsdrohungen Hass zu schüren, haben sowohl die Gestapo als auch die Stasi benützt.

hugo8
03.11.2009 18:27
2 3

teufelselbst

die grünen als österreichische staatsbürger zu bezeichnen, ist wohl auch differenziert zu betrachten

1 3

Er sollte aber differenzieren können!

Bei Gestapo waren die Österreicher sehr aktiv dabei aber nicht bei der Stasi.


2 0

Ups

Wieder einmal ein fingiertes "Attentat". Es gibt ja auch Feuerwehrmänner, die Brände legen... weil sie so gerne Feuer löschen wollen.

citoyen
03.11.2009 17:33
1 1

Die Grünen regen sich wieder einmal künstlich auf

Sonst noch was? Keine anderen Sorgen?

Gast: alibaba
03.11.2009 17:29
1 1

Gestapo !

was gab es an der guten alten gestapo auszusetzen, die waren immer höflich, 24 online und immer zuvorkommend...tztztzt

Alien
03.11.2009 16:38
6 1

Ganz nett finde ich ja,

daß Graf nur die Gestapo-Methoden zurücknehmen mußte, während alle (inklusive der Grünen) die Stasi-Methoden akzeptiert haben.

0 12

nicht mal in der geschichte kennt er sich aus!

stasi- und gestapo-methoden?

na da hätten sich die opfer aber mächtig gefreut, wenn ihnen von diesen verbrecherorganisationen QUERVERBINDUNGEN (zu wem auch immer) vorgeworfen worden wären...

wie immer lautet das f-motto: ich hab zwar keine ahnung, wovon ich rede, aber hauptsache ich mach den mund auf und produziere einen 'sager'.

koko
03.11.2009 18:46
0 0

Re: nicht mal in der geschichte kennt er sich aus!

Verfolgen, bespitzeln, denunzieren von politisch mißliebigen Personen. Den Mob auf der Straße mobilisieren, um den Gegner mundtot zu machen und einzuschüchtern. Grundsätzlich sind die Methoden die gleichen Die Grünen müssen halt innerhalb ihrer Möglichkeiten bleiben und haben zum Glück keinen allumfassenden Apparat hinter sich. Aber die Intention ist die gleiche. Und wenn sie die Macht wie diese Regime hätten, wären viele ihrer Gegner schon im Knast.

Gerald
03.11.2009 17:20
4 0

Re: nicht mal in der geschichte kennt er sich aus!

Das was Sie da als "f-motto" ausgeben, scheint wohl eher Ihr eigenes zu sein.

Antworten Antworten Gast: stasi- und gestapo
03.11.2009 17:32
0 2

Re: Re: nicht mal in der geschichte kennt er sich aus!

aber an unterschied erkennen¿s schon - oder?

Gerald
03.11.2009 17:48
4 0

Re: Re: Re: nicht mal in der geschichte kennt er sich aus!

Ja.

Die einen haben für die nationalen Sozialisten gespitzelt und denunziiert, die anderen für die internationalen Sozialisten.

Gast: Metternick
03.11.2009 14:59
11 1

Tja

wo er recht hat hat er recht. Die Grünen wenden halt die Taktik 'haltet den Dieb' an. Immer weniger glauben denen noch.

14 3

So gehts einem halt ...

... der ständig die Faschismuskeule schwingt.
Schade, dass Graf einen Rückzieher gemacht hat.

Demokrat70
03.11.2009 14:59
7 1

Re: So gehts einem halt ...

macht nichts - das war ein taktischer Rückzieher - gesagt ist gesagt

Gast: trainingsraum
03.11.2009 14:39
9 0

graf sorgt IMMER für aufregung

auch wenn er nur guten morgen sagt ... zumindest im grünen hühnerstall. die sind ja richtig dankbar, wenn ihnen wer ein körnchen hinwirft, um das sie aufgeregt gackernd herumflattern können. dann müssen sie sich nicht so öden dingen wie arbeit widmen.

Antworten Gast: Kuckuck
03.11.2009 18:13
0 2

Re: graf sorgt IMMER für aufregung

... tja, manche F-Politiker können halt nicht seriös argumentieren, sie müssen halt des öfteren tief in die unterste Schublade greifen u. ihre politischen Gegner beschimpfen/beleidigen/verleumden - sie nennen das dann gerne Politische Arbeit!

0 0

Re: Re: Danke für Ihr Outing - Sie dürften das Lesen nicht richtig beherrschen?


hugo8
03.11.2009 14:38
4 1

haha

die grünen, jetzt wo es brenzlig wird, sind sie empört, das die fpö jetzt die anschuldigungen , die sie selbst erdulden musste, gegen die grünen stasispitzel richtet
köstlich sind auch immer wieder die gefakten drohungen gegen grüne, die schon oft als lug und trug entlarvt wurden

Antworten Gast: xy
03.11.2009 16:25
0 1

Re: haha

wie oft und welche drohungen wurden "als lug und trug entlarvt"? fakten?

hugo8
03.11.2009 18:26
0 0

Re: Re: haha

zb. email aus der parteizentrale der fpö an die grünen, wobei der schreiberling ein grüner war

Schlagzeilen Politik