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Porträt: "Bonzenquäler" Harry Himmer

04.11.2009 | 16:05 |   (DiePresse.com)

Vom jung-schwarzen Bonzenquäler zum Alcatel-Generaldirektor. Der ÖVP-Politiker Harry Himmer ist seit 1995 in der Politik.

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"Bonzen quälen, Himmer wählen" - dieser Wahlslogan aus dem Jahr 1990 ist bis heute die bekannteste politische Aktion von Harald Himmer. Damals warb der Obmann der Jungen ÖVP im Nationalratswahlkampf um Vorzugsstimmen - und scheiterte.

Politisches Urgestein

Seither ist sowohl die politische Karriere als auch das privatwirtschaftliche Engagement des 44-Jährigen von bemerkenswerter Konstanz geprägt: Seit dem Jahr 1995 ist Himmer VP-Bezirksobmann in Wien-Landstraße und zugleich Bundesrat. Im Brotberuf arbeitet er seit 1992 beim Telekomausrüster Alcatel.

Himmer als Hahn-Nachfolger?

Nach vierzehn Jahren als Zukunftshoffnung der Wiener Volkspartei setzt Harald Himmer, auch gerne Harry genannt, nun offensichtlich zum Sprung an die Spitze der Hauptstadt-Konservativen an. Gerüchte, wonach er sich bei der Bundespartei auch gleich als Nachfolger von Johannes Hahn als Wissenschaftsminister ins Gespräch gebracht hat, möchte der Betroffene allerdings nicht kommentieren.

Himmer, ein ÖAAB-Mann

Innerhalb des Bünde-Systems der Volkspartei ist Himmer ungeachtet seiner privatwirtschaftlichen Führungsposition dem Arbeitnehmerflügel ÖABB zuzurechnen und wird dementsprechend von diesem Flügel in seinen Ambitionen unterstützt. Zupass kommt ihm dabei, dass der Wiener ÖAAB-Landesobmann Matthias Tschirf nicht nur Klubobmann der VP im Rathaus, sondern im Bezirk Landstraße auch Stellvertreter Himmers ist. Diesem wird keine große Sympathie für den ebenfalls um den Parteivorsitz ritternden Wirtschaftsbündler Ferry Maier nachgesagt, seit dieser 2004 Tschirf den Rücktritt als Klubobmann nahegelegt hatte.

Politische Geschichte

Himmer selbst trat auf politischer Ebene vor seinem Wechsel in den Bundesrat 1995 primär als Bundesobmann der JVP in Erscheinung, eine Funktion, die er zwischen 1990 und 1993 bekleidete. Im Nationalratswahlkampf 1990 gab der Jungpolitiker, der seine Kampagne mit besagtem "Bonzen quälen, Himmer wählen" stellte, Pressekonferenz unter dem Titel "Bonzen, wollt Ihr ewig fressen? Harry Himmers Diätvorschläge gegen die Politversklavung" und plädierte für die Einführung des Persönlichkeitswahlrechtes. Auch forderte der seit 1995 amtierende Bundesrat damals eine Beschränkung der parlamentarischen Tätigkeit auf zwei Funktionsperioden in einer Folge.

Alcatel-Manager

Geboren wurde Himmer am 24. November 1964. Nach einem bereits 1989 abgeschlossenen Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Wirtschaftsuniversität Wien war er zunächst in der Werbebranche tätig, bevor er 1992 bei Alcatel Austria (damals noch ohne US-Partner Lucent firmierend) Austria begann. Nach verschiedenen Positionen im Unternehmen erfolgte 2007 der Aufstieg zum Generaldirektor von Alcatel-Lucent Austria und Ungarn-Chef.

(APA)

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7 Kommentare
Gast: Tutu
11.11.2009 07:57
0 0

Entweder sind Bundesrat und Bezirksobmann nur arbeitsfreie Nebenjobs...

...oder die Alcatel hat einen Fruehstuecksgeneraldirektor !?

mannimmond
10.11.2009 15:38
0 0

Lust am Untergang

Glaubt wirklich jemand in der ÖVP, dass mit Harry Himmer etwas zu gewinnen ist?

Antworten mannimmond
10.11.2009 15:42
0 0

Re: Lust am Untergang

Häupl und Strache können sich nichts Besseres wünschen...

Gindl
05.11.2009 15:22
0 0

Sind wir doch froh..

...dass es möglicherweise einen VP-Spitzenkandidaten gibt, der sich kein Blatt vor den Mund nimmt und bereits in jungen Jahren die Politszene in Österreich aufgemischt hat.

Antworten Gast: SepplP
06.11.2009 13:46
0 0

Re: Sind wir doch froh..

...froh darüber, dass sich hier ein Grüppchen selbst überschätzt und die Wiener ÖVP in den politischen Ruin treibt? Es ist noch nicht aller Tage Abend, darüber sollten wir froh sein.

Gast: Halbgöttin in Schwarz
04.11.2009 18:33
1 0

In Wien is ja wurscht, aber bitte nicht als Wissenschaftsminister!!

Gerade in Zeiten wie diesen vertragen Zukunftsthemen wie Wissenschaft und Forschung keine Spaßpolitiker und politischen Durchlaufposten, die "was werden wollen". Bitte, Pröll, das Ressort etwas ernster zu nehmen!

Antworten Gast: Dr.Gernot Stöckl
10.11.2009 17:56
0 0

Re: In Wien is ja wurscht, aber bitte nicht als Wissenschaftsminister!!

Brauchen`s keine Sorge zu haben! Die Prölls nehmen überhaupt nur mehr ausschließlich Bauern in höhere Ämter!

Österreich ist und bleibt der letzte Arbeiter (SPÖ) und Bauern-Staat (ÖVP)