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SPÖ legt sich bei Pensionsvorsorge quer

06.11.2009 | 20:32 |   (DiePresse.com)

Kanzler Werner Faymann akzeptiert die Förderung von Produkten ohne Kapitalgarantie nicht. Das hatte Vizekanzler Josef Pröll vorgeschlagen. Der verteidigt die Wahlfreiheit zwischen Risiko und Sicherheit.

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Wien (APA). Die Reform der staatlich geförderten Zukunftsvorsorge wird zu einem rot-schwarzen Streitfall. Stein des Anstoßes bei der von Finanzminister Josef Pröll (ÖVP) vorgelegten Novelle ist ein neues Angebot an den Kunden: Künftig soll die Bank auch Produkte ohne Kapitalgarantie mit staatlicher Prämie anbieten können. Voraussetzung ist, dass sie auch ein Produkt mit Garantie im Programm hat, der Kunde also freiwillig auf die Absicherung verzichtet.

Dagegen lief bereits am Donnerstag die Arbeiterkammer Sturm, gestern folgte die SPÖ. Erst lehnte Finanzstaatssekretär Schieder den Plan ab. Für die SPÖ sei „in Zeiten angespannter Budgetsituation eine Förderung spekulativer Produkte nicht vorstellbar." Die Zukunftsvorsorge dürfe „kein Glücksspiel werden", sekundierte Kai Jan Krainer, SP-Finanzsprecher im Parlament.
Am späten Nachmittag meldete sich dann der Chef persönlich zu Wort: Aus dem Büro von Bundeskanzler Werner Faymann wurde gemeldet, dass das „Abgabenänderungsgesetz 2009" mit der umstrittenen Passage nicht durch den Ministerrat gelangen werde.

Pröll verteidigt Wahlfreiheit

In Prölls Umfeld zeigte man sich darob erstaunt. „Der Entwurf war mit Schieder akkordiert", wunderte sich Sprecher Harald Waiglein über die Ablehnung und raisonnierte über das damit gestörte Koalitionsklima: „Wenn man mit der SPÖ jetzt nichts mehr verhandeln kann, weil sie jeden Tag eine andere Profilierung bei Finanzthemen braucht, wird das Arbeiten schwierig. Dann setzt die SPÖ auf Dauerstreit."

Der Grund für die geplante Angebotserweiterung: Die Banken lassen sich ihr Risiko von Mehrkosten bei einer verpflichtenden Mindestverzinsung teuer entgelten. Deshalb verzichten viele Anleger gerne auf eine solche Garantie. Ihrem Wunsch nach „Wahlfreiheit" solle die Novelle Rechnung tragen, erklärt Waiglein. In der Sache gebe es keinen Grund, das nicht zuzulassen. Denn „absolute Sicherheit gibt es nicht, auch nicht im staatlichen Pensionssystem".

Außer Streit stehen zwei weitere Änderungen bei der prämienbegünstigten Vorsorge: Die Aktienquote wird von 40 auf 30 Prozent gesenkt. Außerdem folgt der Aktienanteil künftig - wie bei vielen Rentensparplänen - einem „Lebenszyklusmodell": Ab dem 45. Lebensjahr sinkt er auf 25 Prozent, ab 55 Jahren auf 15 Prozent. Je näher die Pension rückt, desto geringer soll das Risiko sein, dass der Kunde Verluste erleidet.

Die „Zukunftsvorsorge" wurde 2003 als staatlich geförderte Zusatzpension eingeführt. Diese „dritte Säule" sollte Einbußen durch Reformen beim staatlichen Pensionssystem abfedern. Ihr hoher, auf österreichische Titel eingeschränkter Aktienanteil förderte die Entwicklung der Börse Wien, war aber von Anfang an wegen des hohen Risikos umstritten.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 07.11.2009)

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31 Kommentare
 
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Prolet
10.11.2009 08:21
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Planen Bankster die nächste Abzocke?

Mit Sicherheit kreisen die Gedanken von Bankstern ununterbrochen um schnellen Profit.

Was liegt da näher als den Himmel zu versprechen - der zahlt Dividente erst im Jenseits.

Das Muster ist bekannt, sind ausreichend Einzahlungen geleistet, verschwindet alles "spekulativ" und die Einzahler verschwinden im Elend.

Aber seltsam, Gusenbauer finder Zusammenarbeit mit Fonds in seltsamer Gegend, nur der Streikfond taucht nicht wieder auf.


Kreuzhans
08.11.2009 15:34
0 0

Pensionsvorsorge

Warum nicht bei der ASVG freiwillig mehr einzahlen, dann wird die Pension ja auch höher.

Antworten Gast: ASVGler
08.11.2009 17:10
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Re: Pensionsvorsorge

Seit dem Jahr 2000 wollen die Politiker, daß sich der Staat aus der Pensionsverantwortung zurück zieht. Da wurden doch das 3 Säulenmodell propagiert. Derzeit ist nur eine Säule aufrecht, die ASVG. Säule II und III wurden bereits zu Grabe getragen. Nachzulesen beim Schutzverband der Pensionskassenberechtigten (pekabe).

Gast: gepoppter
08.11.2009 08:28
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Merkwürdig.

Daß so viele so wenig Hirn haben. Bei beinahe 3,5 Millionen Beschäftigten, davon 280.000 Beamte sollte wohl die Erkenntnis Platz greifen müssen, daß die Altersversorgung wohl nur über einen gemeinsamen Versicherer, eine staatliche Einrichtung möglich ist. Alles andere ist Demagogie. Denn die nichtstaatliche Versicherung liefert ja laufend Beispiele was sie im Sinn hat:

Profit.

Antworten Gast: Geschädigter(-25%)
08.11.2009 17:00
0 0

Re: Merkwürdig.

Wenn die Pensionskassen wenigstens Gewinn gemacht hätten. Als 2002 die ersten negativ Zahlen kamen, wurden die Sicherheitsklauseln in einer Nacht- und Nebelaktion vom der damaligen Regierung aufgehoben. Das Geld der Einzahler wurde verzokt. Die Pensionskassen selbst sind ja nur mit einem Eigenkapital von 1% beteiligt und können nicht haftbar gemacht werden. Es bewegt sich alles im Rahmen der gesetzlichen Vorgaben.

Gast: tulcinea
07.11.2009 22:36
0 0

Bankenförderung

Na ja - werden die 15 Milliarden frisches Geld und die 100 Milliarden Haftungen halt doch nicht gereicht haben. Wenns tatsächlich bei den Banken schon soweit ist, wäre es für den Staat günstiger, die derzeitige Prämie von 9,5 % in Form von Zuschüssen an die zukünftigen Pensionisten auszuzahlen.

Antworten Gast: gepoppter
08.11.2009 08:32
0 0

Re: Bankenförderung

Nicht auszuzahlen. Sondern zweckgebunden an die ASVG-Pensionskasse überweisen. Oder an die noch leider immer existierenden kleinen Versicherungen. Denn bei Pensionsantritt werden die Beiträge dann wirksam. Eine Stärkung des staatlichen Pensionsträgers ist überlebenswichtig. Damit nicht neuerlich die Polarisierung, ohnedies nur ungenügend abgedeckt, wiederaufsteht.

Gast: gast22
07.11.2009 18:38
0 0

Wieviel solche Garantien des Finanzsektors wert sind,

nämlich nichts, könnte "Stan" Faymann eigentlich wissen, ungefähr seit Mitte September 2008.

Andererseits - kann er eigentlich nicht. Es handelt sich nur um ein weiteres der zahlreichen Gebiete, von denen er keinerlei Ahnung hat.

Nicht, dass ihm sein Partner "Ollie" Pröll da so weit voraus wäre...

Gast: isidoro
07.11.2009 18:28
0 0

Pensionsvorsorge

Wieso muss es immer eine Versicherung sein. Es sollte auch als Wahlmöglichkeit ein einfaches Konto in Form eines Sparbuches mit einer fixen Verzinsung (sogar in schlechten Zeiten, wie in den derzeitigen, wird mit Sparbuchzinsen von über 3 % geworben ) und einer fixen Prämie angeboten werden. Da der Staat beim Sparbuch immer die Haftung über € 100.000,-- übernimmt, erübrigt sich das bla, bla, bla über die Kapitalgarantie.

Antworten Gast: gepoppter
08.11.2009 09:22
0 0

Re: Pensionsvorsorge

Man frägt sich, wenn der Zinsrechner im Internet richtig rechnet, wohin die Schekel hingeraten. Folgende Berechnung. Bei einem Einkommen von 2000 Euro monatlich, die Lohnerhöhungen unberücksichtigt, beträgt der Pensionsbeitrag im Monat ca 500 Euro.DN und DG-Anteil. 14 mal. Bei einer monatlichen "Ansparrate" von 580 Euro, valorisiert mit jährlich 2 Prozent, bei 3 Prozent Verzinsung ergibt sich ein Kapital samt Zinsen nach 45 Jahren von ca 900.000 Euro. Nach dieser "Ansparzeit" bei diesem Einkommen sind nun für die nächsten 30 Jahre genügend Eigenmittelvorsorgebeträge aufgehäuft.Wären da nicht die ständig steigende Zahl der Wenigzahler und Mitbegünstigten, die zu einer höheren Pension gelangen als sie jemals erhalten dürften, dann die dauernden Sozialstaatgeschenke, die die Beitragsleister aufbringen müssen, die Vielzahl der Grundsicherungen, die mit einer unverdienten Pension gleichzuhalten ist und die ständig steigende Bemessungsgrundlage mit allen Auswirkungen, vor allem die ständig steigenden Pensionen.Von Inflation und ähnlichen Wirtschaftsereignissen ganz zu schweigen. Also ein Milchmäderl-Modell ist zwar simpel aber einfältig.

Antworten Antworten Gast: UKW
08.11.2009 13:36
0 0

Re: Re: Pensionsvorsorge

DN und DG-Anteil in der Pensionsversicherung liegen zusammen bei 22,8 Prozent. Sie haben zuerst mit 25 Prozent gerechnet und dann sogar 580 genommen. Wenn man auf 45 Jahre hochrechnet macht das nun mal einen sehr großen Unterschied.

Antworten Antworten Gast: UKW
08.11.2009 13:30
0 0

Re: Re: Pensionsvorsorge

Ich will ja nicht pingelig sein, aber DN und DG-Anteil in der Pensionsversicherung liegen zusammen bei 22,8 Prozent. Sie haben mit 25 Prozent gerechnet. Wenn man auf 45 Jahre hochrechnet macht das nun mal einen sehr großen Unterschied.

Antworten Gast: UKW
07.11.2009 19:54
0 0

Re: Pensionsvorsorge

Geht nicht! Da verdient die Bank zuwenig, weil das zu transparent wäre und sie keine Kosten verstecken könnte.

Im ernst: Ist natürllich völlig richtig, das würde schon der Hausverstand gebieten. Die Politiker locken meiner Meinung nach die Menschen in derartige intransparente Produkte hinein, in die sie ohne Förderung nie investieren würden. Wenn die meisten Menschen in Österreich staatliche Förderung hören setzt augenblicklich der Verstand aus. Siehe Bausparen. Ist nicht wirklich attraktiv das ganze, geht aber weg wie die warmen Semmeln.

Gast: sparefroh
07.11.2009 18:21
0 0

Da hat Faymann völlig Recht!

Zocken kann keine Basis für eine serlöse Pensionsvorsorge sein!
Pröll sollte sich von seinen Raiffeisenfreunderln fachlich emanzipieren und im Sinne der Österreichischen Bevölkerung handeln - auch wenns ihm offensichtlich sehr schwer fällt.

Antworten Gast: gepoppter
08.11.2009 09:27
0 0

Re: Da hat Faymann völlig Recht!

Die Profiteure aus der Regierung zu treiben ist eine Sache. Aber die entsprechende Kontrolle darf auch nicht vernachlässig werden. Das abgelutschte Bassenakoalitionsmodell ist ablösereif. Eine aus einer Partei, hiefür kommt für mich die SPÖ, trotz Ihrer Blauäugigkeit und teilweiser Nativenfeindlichkeit und die Opposition in Frage. Dann kann die ÖVP ja ihrer Lebensphilosophie huldigen. Und trotzdem den Österreichern die Augen öffenen. Nur, so wie das Staatsschinakel jetzt gelent wird, wird es auflaufen.

Gast: t
07.11.2009 12:34
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Falsch

ich denke pröll liegt hier falsch: viele leute, die keine ahnung haben lassen sich dann von schöner werbung übertölpeln und verlieren ihr geld. die, die ohnedies genügend geld haben, haben eh ihre berater. aber die kleinen müssen geschützt werden.

Antworten Gast: gepoppter
08.11.2009 09:41
0 0

Re: Falsch

Ja. Die Finanzdienstleister wie AWD, die Bankheinis, die zumeist nicht wissen, was sie verkaufen. Das haben sie, die genügend Geld erarbeitet haben.

Antworten hw
07.11.2009 17:02
0 1

Re: Falsch

und wie immer müssen die, die eine ahnung haben dafür büßen.

bitte was hat das mit viel und wenig geld zutun?

mündige bürger sollen wahlfreiheit haben, unmündigen muss man alles vorschreiben.

liberaler
07.11.2009 08:42
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SPÖ hat es noch immer nicht verstanden!

Ursache der Finanzkrise ist und war eine undurchsichtige Ausgestaltung der Anlageprodukte. Meist die mit einer sog. Kapitalgarantie. Das einzige was wirklich Sinn macht ist in originäre Anlage zu investieren: Wie Aktien oder Firmenanleihen oder die zweit beste Wahl in Staatsanleihen.

Antworten hw
07.11.2009 17:04
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Re: SPÖ hat es noch immer nicht verstanden!

der auslöser der finanzkrise war zum einen die vervierfachung des ölpreises überlagert mit der verdoppelung der zinsen.
das sind die dinge die die "häuslbauer" KO geschlagen haben.

Antworten Gast: UKW
07.11.2009 13:55
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Re: SPÖ hat es noch immer nicht verstanden!

Völlig richtig. Negativ hervorzustreichen sind vor allem Lebensversicherungen. Wobei es egal ist, ob es sich um klassische oder um fondsgebundene Produkte handelt. Es wird immer mit der Garantie von 2,25 Prozent auf die Sparprämie geworben, wohlwissend, dass die wenigsten Menschen wissen, dass nur cirka 70 Prozent ihrer laufende Prämienzahlung dem Sparanteil zugerechnet werden. Der Rest ist Gebühren für Vermittlung, Versicherung etc und natürlich die Absicherung gegen Tod etc. Bei vorzeitiger Auflösung gibt es dann meistens nur die Hälfte der eingezahlten Prämien zurück. So was gehört abgestellt.

Wie Sie richtig schreiben sind am Besten Direktinvestments in Aktien oder Anleihen (am Besten bis zum Laufzeitende halten) oder täglich fällige Spareinlagen, und keine sogenannten Finanzprodukte (Fonds, Zertifikate, LV etc).

Antworten Antworten Gast: gepoppter
08.11.2009 09:44
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Re: Re: SPÖ hat es noch immer nicht verstanden!

Sag ich auch. Dann ist wenigstens eines wahrscheinlich. Die Marie geht flöten. Es sei denn man hat einige Milliönchen Spielkapital.

Antworten Antworten hw
07.11.2009 17:07
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Re: Re: SPÖ hat es noch immer nicht verstanden!

nicht zu vergessen die versicherungssteuer. der staat verdient auch noch bei der vorsorge! und tut dann wieder scheinheilig, wie er nicht um die vorsorge der menschen bemüht ist.

Gast: Urban Alfred
07.11.2009 08:21
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Aus Fehlern nichts gelernt

Viele Menschen wurden in der Vergangenheit von sogenannten "Finanzberatern" und auch von Banken und Fonds hineingelegt. Der Aktienanteil bei den Privatpensionen war viel zu hoch. Man soll bei Pensionen ohne Risiko agieren. Lieber weniger Risiko - aber auf der sicheren Seite ein Einkommen in der Pension.

Antworten liberaler
07.11.2009 11:30
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Re: Aus Fehlern nichts gelernt

Risiko ist immer relativ:
Wenn ich im Alter von 25 Jahren beginne eine Altersvorsorge aufzubauen ist ein Aktienanteil von 100% risikoarm. Wenn das gleiche im Alter von 50 Jahren passiert ist es risikoreich.
Originäre Anlageprodukte kaufen und Hände weg von Garantieprodukten und sonstigen undurchsichtigen Strukturen.
Aktien und Unternehmensanleihen in guter Mischung ist die beste Vorsorge.

Antworten Antworten Gast: gepoppter
08.11.2009 09:50
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Re: Re: Aus Fehlern nichts gelernt

Schade, daß sie dem Soros und dem Konstolany nicht bekannt sind. Die hätten sicher von ihrem Wissen profitieren können. Man sagt , nur ein Esel geht aufs Eis tanzen. SCheinbar geht er auch aufs Parkett.

 
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