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Wiener Grüne: Die alte Garde regiert

15.11.2009 | 19:02 |  Martin Stuhlpfarrer (Die Presse)

Die Grünen bringen sich für die Wien-Wahl 2010 in Stellung - mit altbekannten Gesichtern. Maria Vassilakou ist als Parteichefin und Spitzenkandidatin ungefährdet, Nummer Zwei David Ellensohn ebenso.

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Wien. Das Leben ist ein Klischee. Vor dem Vienna Austria Center steht ein kleiner, selbst bemalter Wohnwagen mit der Aufschrift „Bio für alle!“. Wenige Meter dahinter halten die Wiener Grünen ihre wichtigste Tagung seit Jahren ab.

Es ist Sonntag, die ehemalige Öko-Partei bringt sich als erste Partei für die Wien-Wahl im Oktober 2010 in Stellung. Forum dieses Wahlkampfstarts ist die 63. Landesversammlung, bei der die Delegierten entscheiden, wer einen sicheren Listenplatz für die Wien-Wahl bekommt – womit für wenige Stunden die Zweckallianzen und echten Freundschaften aufgehoben sind, denn jede(r) kümmert sich um den eigenen Platz auf der Liste.

Die Ausgangslage: Maria Vassilakou ist als Parteichefin und Spitzenkandidatin ungefährdet (sie wird später mit 98,65 Prozent wiedergewählt); David Ellensohn (die Nummer zwei der Wiener Grünen) ebenso. Aber der Rückzug von einigen der 14 Grün-Gemeinderäte schafft Raum für neue Gesichter; wodurch sich gute Chancen auch für Prominente wie Klaus Werner-Lobo ergeben, laut „Spiegel“ einer der „Stars der alternativen Globalisierung“. Zusätzlich hatte sich eine Gruppe von Grün-Sympathisanten über Facebook & Co organisiert und angekündigt, als stimmberechtigte „Unterstützer“ einen massiven Einfluss auf die Kandidatenliste auszuüben.

Routine statt Revolution

Die angekündigte Revolution findet nicht statt. Ein Grund: Von den tausend Delegierten sind nur rund 400 zur Landesversammlung erschienen. „Das schöne Wetter“, meint ein Mandatar achselzuckend. In dieser Situation könnte die Internetinitiative der grünen Vorwähler die gesamte Landesliste kippen. Nur: Von diesen Internetvorwählern ist kaum einer erschienen, Maria Vassilakou kann beruhigt sein.

Die grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig versucht in ihrer Auftaktrede, die Stimmung im Saal anzuheizen: „Die SPÖ ist mitverantwortlich für den Rechtsruck in Österreich.“ Die SPÖ zeichne sich durch Orientierungslosigkeit aus; Faymann wisse nicht nur bei den Studentenprotesten nicht, welche Position er einnehmen solle.

Es bleibt beim Versuch. Denn im Gegensatz zur Listenerstellung für die Wien-Wahl 2005, bei der es einen deutlichen Linksruck bei den Wiener Grünen gab, läuft es diesmal (ohne das Feindbild einer schwarz-blauen Bundesregierung) ruhig ab. Damit übernimmt die alte Garde das Kommando: Auf den ersten acht Plätzen finden sich nur altbekannte Gesichter – ausgenommen Martina Wurzer. Die Assistentin des parlamentarischen grünen Justizsprechers Albert Steinhauser schafft mit einer emotionalen Rede Platz fünf.

Trotzdem gibt es noch weitere neue Gesichter auf sicheren Listenplätzen – allerdings nur auf den hinteren Rängen: Globalisierungskritiker Klaus Werner-Lobo setzt sich im Kampf um Platz zehn durch und besitzt damit ein sicheres Mandat für die Wien-Wahl. Vor ihm wurde Birgit Hebein gereiht, die mit Sozialthemen bei den Delegierten punkten konnte und 2010 ebenfalls erstmals in den Wiener Gemeinderat einziehen wird – ebenso wie Senol Akkilic (er erkämpfte Platz zwölf), der sich als Migrantenvertreter mit einer Anti-Rassimus-Linie bei den Delegierten durchsetzte. Laut Meinungsforschern werden die Wiener Grünen bei der kommenden Wien-Wahl wieder im Bereich von 15 Prozent liegen und damit etwa 14 Mandate zu vergeben haben.

AUF EINEN BLICK

Die grüne Wahlliste. Als Spitzenkandidatin für die Wien-Wahl 2010 wurde auf der 63. Landesversammlung der Wiener Grünen Klubobfrau Maria Vassilakou gewählt. Dahinter folgen der bisherige Stadtrat David Ellensohn, Sabine Gretner, Rüdiger Maresch, Martina Wurzer, Christoph Chorherr, Sigrid Pilz, Martin Margulies, Birgit Hebein, Klaus Werner-Lobo, Monika Vana und Senol Akkilic.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.11.2009)

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72 Kommentare
 
1 2
Kiembeni
16.11.2009 20:38
1 1

Schreiben um des Schreibens Willen

Euch von der Presse passt auch nichts! Wie hieß es vorige Wocje: "Ein Linksruck geht immer" (also böse). Jetzt "Die alte Garde regiert (also auch böse), Wie hätten sie es gern - damit man sich das nächste Mal danach richten kann :)

A.F.
16.11.2009 19:13
0 1

Zum Erwerb der österreichischen Staatsbürgerschaft...

... müssen auf jeden Fall die Allgemeinen Einbürgerungsvoraussetzungen erfüllt sein:
.
(i.a.) Verlust der bisherigen Staatsbürgerschaft (wenn möglich und zumutbar)
-
http://www.wien.gv.at/verwaltung/personenwesen/staatsbuergerschaft/allgem.html

biedermann
16.11.2009 18:13
3 2

bei ihr ist die integration misslungen,

da sie noch immer an ihrer griechischen staatsbürgerschaft festhält.

Gast: perlinger
16.11.2009 14:49
4 3

einfach Spitze !!!!!Sind halt zu grün hinter den Ohren !!!!!

Diese Nominierung einer Ausländerin mit 2 Staatsbürgerschaften ist die beste Wahlwerbung für die anderen Parteien !
Ich habe selten etwas dümmeres gesehen !

Antworten Gast: landderberge
16.11.2009 15:28
2 3

Re: einfach Spitze !!!!!Sind halt zu grün hinter den Ohren !!!!!

Die Grünen werden eine Niederlage erleben die sich gewaschen hat. Dass wäre ja ungefähr so als würde der Häupl einen Islamisten ins Rennen für die SPÖ schicken.
Nächstes Jahr wird die Griechin erfahren warum es besser gewesen wäre dass sie den Politikerjob in Athen angenommen hätte - aber es kommt ja wieder ein Sommer in Greichenland da kann sie vielleicht im städtischen Freibad in Athen als Bademeisterein ihr bestes geben !Eine Art "BaywatchVassilakou"!

Antworten Antworten liberaler
16.11.2009 17:32
0 2

Re: Re: einfach Spitze !!!!!Sind halt zu grün hinter den Ohren !!!!!

Entschuldigen Sie bitte, ich finde Ihre Postings einfach nur dumm. Muß mich auch fragen, wieso jemand mit so einem bescheidenen Intelekt "die Presse" ließt.
PS: Ich würde nie Grün wählen, damit Sie mich nicht falsch verstehen.

Antworten Antworten Antworten A.F.
16.11.2009 18:36
1 1

Re: Re: Re: einfach Spitze !

... wenn ausgerechnet jemand, der anderen einen bescheidenen IntelLekt unterstellt, gerade dieses Wort falsch schreibt und sich weiters fragt wieso jemand mit einem nicht ausreichenden InteLekt die Presse leSSen könnte.

PS.: Damit Sie mich nicht falsch verstehen - Rechtschreibung ist nicht alles und man kann sich schon einmal verhauen, aber wenn man sich schon entschließt mit Steinen zu werfen, dann sollte man vorher das Glashaus verlassen...

Gast: M.S.
16.11.2009 12:18
2 1

tendentiös

Ich finde, dass Sie nicht objektiv berichten. Sie schreiben in vorurteilsbesetzten, abwertenden Klischees. Die 29 jährige Martina Wurzer, die eine sehr berührende und kluge Rede gehalten hatte, ist ihnen keine Erwähnung wert.
Waren Sie nur vor dem Gebäude oder auch drinnen? Der Bus wird als Nahversorgerlieferant für frisches Obst und Gemüse dort hingebracht, wo Gebiete in Wien marktlos sind.

Antworten A.F.
16.11.2009 13:18
0 3

Re: tendentiös

Haben Sie den Artikel gelesen?

A.F.
16.11.2009 12:04
0 2

Griechische Staatsbürgerin?!

Kann mir bitte jemand erklären, wie das geht? Als gewöhnlicher Österreicher verliert man seine Staatsbürgerschaft, wenn man eine andere als die österreichische annimmt. Ich dachte auch immer, dass man eine vorherige andere Stbsch. als Vorbedingung für den Erwerb der österreichischen zurücklegen müßte? Da ist Fr.V. anscheinend gleicher als gewöhnliche Österreicher.

Antworten Gast: gast
16.11.2009 20:04
2 0

Re: Griechische Staatsbürgerin?!

Bei Kindern die von Geburt an beide haben geht es in der Regel, da sie ja mit der Österreichischen geboren werden, d.h. nicht im rechtlichen Sinne eingebürgert sind und dazu auch nicht ihre 'bisherige' ablegen müssen bzw auch keine fremde erwerben, womit es auch keinen Anlass gibt dass sie der Österreichischen verlustig würden.

Antworten Antworten A.F.
16.11.2009 22:25
0 0

Re: Re: Griechische Staatsbürgerin?!

Weiß jemand ob das auf Fr.V. zutrifft? Sie ist ja als etwa 20jährige aus Athen nach Ö. gekommen.

Antworten Antworten Antworten Gast: gast
17.11.2009 19:52
0 0

Re: Re: Re: Griechische Staatsbürgerin?!

Es gibt auch andere Konstellationen. Z.B. wenn der Herkunftstaat exorbitante Gebühren für die Ausbürgerung fordert, Ausbürgerungswerber enteignet, ihnen das Sorgerecht für Kinder entzieht, die Ausbürgerung generell verweigert, wenn Jugendliche eingebürgert werden und sie zum spätestmöglichen Entziehungszeitpunkt noch nicht volljährig sind, ein anderer Staat einen Bürger mit Staatsbürgerschaft zwangsbeglückt und noch einige Sonderfälle.

Selbst wenn man die Grünen nicht mag, die Doppelstaatsbürgerschaft der Spitzenkandidatin ist das geringste Problem der Partei.

Antworten Antworten Antworten Antworten A.F.
17.11.2009 21:34
0 0

Re: Re: Re: Re: Griechische Staatsbürgerin?!

Dass die Grünen damit kein Problem haben glaube ich gern. Aber ich hätte ein Problem damit, wenn mein Vertreter - egal ob von mir gewählt oder nicht, egal von welcher Partei - eine Reserve-, Ausweich-, Wechsel- oder-was-immer-Staatsbürgerschaft hat. Allerdings - ich bin kein Wiener (wenn auch häufig dort) und die Wahrscheinlichkeit, dass Fr.F. nach der Wahl in gestaltender/entscheidender Funktion tätig ist, ist gering. Also relativiert sich das wieder.

Antworten A.F.
16.11.2009 12:06
0 2

Re: Griechische Staatsbürgerin?!

BS.: Ist die Frau Korun etwa auch noch sicherheitshalber türkische Staatsbürgerin?

1 1

Re: Re: Griechische Staatsbürgerin?!

Blödsinn, man kann natürlich Doppelsstaatsbürger sein

Antworten Antworten Antworten biedermann
16.11.2009 18:03
1 0

Re: Re: Re: Griechische Staatsbürgerin?!

gemäß völkerrechtsprinzipien sind doppelstaatsbürgerschaften zu vermeiden bzw aufzulösen.

Antworten Antworten Antworten biedermann
16.11.2009 18:00
1 1

gemäß den prinzipien des völkerrechtes sind doppelstaatsbürgerschaften zu vermeiden.

fr vassilakou ist eine in österreich bewusst ungenügend integrierte rosinenklauberin, die sich aus beiden staatsbürgerschaften jeweils die ihr genehmen vorteile herauspickt.
da sie sich nicht 100%ig für österreich entscheidet, ist sie hier für ein politisches amt untragbar.
(übrigends, eine derartige meldung wird im linxen orf-internet sofort zensuriert.)

Antworten Antworten Antworten A.F.
16.11.2009 13:22
0 1

Re: Re: Re: Griechische Staatsbürgerin?!

Als Frau Vassilakou allem Anschein nach ja, aber das wusste ich schon. Wie das in dem Fall begründet ist, wollte ich wissen.

nopod
16.11.2009 11:19
2 3

Martina Wurzer ist auch neu...

... und wird sehr viele Stimmen erstreiten, wenn sie erst bekannter ist. Es sind also ein Drittel neue Leute und die wurden von der Basis gewählt.

Klar sind ÖVP Basiswappler neidig weil bei denen der Greisenrat bestimmt und neue Gesichter nur im Dekadenrythmus auftauchen. ;)

Nur bei den Grünen hat die Basis was zu sagen, ätsch ;)

derpradler
16.11.2009 10:00
2 4

besser sie gehen

den Grünen auf den Leim als dem Strache!

Gast: Gast
16.11.2009 08:58
1 2

14%?

Geh bitte- so viele werden den Grünen doch diesmal hoffentlich nicht auf den Leim gehen...

0 2

Re: 14%?

14 % , vielleicht mit den vegetariern, veganern, und golfspielern und gärtnern

ichmeine
16.11.2009 06:06
2 2

"Die alte Garde regiert"

never touch a running system

oder für die Öko (ha ha) Grünen

do not push the river it flows by itself

fragt sich nur wie stark und wohin; manche Bächlein versiegen bei zu viel heißer Luft


6 1

Re:

never change a losing team ggggg

mfg
mc

Gast: GR-Fan
16.11.2009 00:09
3 2

was sagt die so besorgte GrünIn über die militärische Aufrüstung in ihrem armen Herkunftsland

Vassilakou ist ja anscheinend so besorgt über die Zustände in Österreich (wer wär das nicht?)

Leider ist sie über die Zustände in ihrer (alten) Heimat Griechenland nicht so besorgt (oder äussert sich nicht dazu!).

Bei einem Handelsbilanzdefizit von -40 Milliarden T€, einem Bilanzminus von 100% des BIP und (nach 25 Jahren EU-Kohäsionshilfen) noch immer tiefroter Nettoempfängerstaat Griechenland gibt es locker 10 Milliarden TEuro pro Jahr für das Militär aus.

Die griechischen Streitkräfte haben jetzt 170 !!!! F-16 Kampfjets bestellt - die gesamtzahl der Militärflugzeuge beträgt 700!!! -

- und in Österreich als EU-Nettozahler wird jahrelang wegen läppischer 15 Teurofighter gestritten (und wegen Hochwassers gleich 9 davon eingespart) - naja, die Griechen habens ja.... (fragt sich nur von wem)

 
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