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Vorratsdatenspeicherung: ÖVP "äußert irritiert"

20.11.2009 | 19:17 |   (DiePresse.com)

Der Gesetzesentwurf von SP-Ministerin Bures sorgt in den Ministerien des Koalitionspartners für Verstimmung. Dass der Entwurf jetzt ohne vorherige Abstimmung begutachtet werde, sei "ein bisschen ein Affront".

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Der von Infrastrukturministerin Doris Bures (SPÖ) am Freitag in Begutachtung geschickte Gesetzesentwurf zur Vorratsdatenspeicherung sorgt für Verstimmung in der ÖVP. Konkreter Vorwurf: Der Abstimmungsprozess sei nicht abgeschlossen, der Entwurf nicht mit dem Koalitionspartner akkordiert. Man sei "äußerst irritiert", hieß es im Innenministerium. Inhaltlich drohe eine Beeinträchtigung der Polizeiarbeit.

"Wir sind davon ausgegangen, das man hier noch mit uns redet", sagte ein Sprecher von Innenministerin Maria Fekter. Bures hatte in einer Aussendung vermeldet, dass der Entwurf über weite Strecken die Zustimmung des Koalitionspartners finde. "Das ist einfach nicht so", so der Fekter-Sprecher.

"Ein bisschen ein Affront"

Auch im Justizministerium wird kritisiert, dass der vereinbarte Abstimmungsprozess von Bures nicht eingehalten worden sei. Dass der vom Boltzmann-Institut für Menschenrechte ausgearbeitete Entwurf für eine Novelle des Telekommunikationsgesetzes jetzt in Begutachtung geschickt wurde, sei "ein bisschen ein Affront".

Im Innenministerium zweifelt man nach einer ersten Sichtung an der Praktikabilität und hegt "schwerste Bedenken", ob der Entwurf den Bedürfnissen der Polizei zur Kriminalitätsbekämpfung entspreche. Kritisiert wird vor allem, dass bei einer Strafandrohung unter einem Jahr Haft kein Zugriff auf gespeicherte Daten erfolgen darf. Dies betreffe etwa Stalking oder den Besitz von kinderpornografischem Material. Auch das Justizressort will "keine Rückschritt bei den bisherigen Möglichkeiten der Kriminalitätsbekämpfung".

Bures weist Kritik zurück

Doris Bures verteidigte am Freitagabend ihr Vorgehen: "Wir haben diesen Entwurf sehr gewissenhaft ausgearbeitet. Dass wir jetzt in Begutachtung gehen, ist im Verfahren vor dem EuGH sehr wichtig", erklärte sie in einer Aussendung. Auch die inhaltliche Kritik ließ sie nicht gelten.

Anders als nun von Innen- und Justizministerium behauptet, bedeute der Entwurf keine Beeinträchtigung der Polizeiarbeit. "Tatsächlich werden durch die Umsetzung der EU-Richtlinie die rechtlich zulässigen Möglichkeiten für Polizei und Justiz erweitert", so Bures. Begleitend müsse aber auch die datenschutzrechtliche Kontrolle erweitert werden.

Sie habe mit Bedacht eine mit acht Wochen außergewöhnlich lange Begutachtungsfrist gewählt. "Die Zeit der Begutachtung ist dazu da, um die Gespräche mit dem Koalitionspartner und mit allen Interessengruppen weiterzuführen. Ich erwarte hier eine rege Beteiligung der Zivilgesellschaft", so Bures.

(APA)

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13 Kommentare
Gast: gast1234567
22.11.2009 22:55
0 1

Petition gegen Vorratsdatenspeicherung

http://www.freiheit-statt-angst.org/

jopc
21.11.2009 14:15
0 0

nicht doch

man ist irritiert - soso
was ist mit menschenrechten, ist man da nicht irritiert?

Gast: argus
21.11.2009 07:58
1 0

Privatspäre wie in einer Diktatur

Weshalb schreiben die Gutmenschen a la FranZobel hier nicht auf, während sie Hans Moser in einem Theaterstück anpinkeln? Leider lebt heute kein Thomas Bernhard mehr, der diese Zustände und den Niedergang der Demokratie anprangert. Aber auch der unabhängige Journalismus, den es ja in Österreich nicht wirklich gibt, hält sich sehr bedeckt zu diesem Thema. Wie schade!

Gast: Analyse
21.11.2009 02:34
0 1

Orwell war gestern..

... wir sind schon weiter. Fekter schei..t auf Bürgerrechte, sie schaut nur wie ihre Partei auch in Zukunft höchste gesellschaftliche Einflüsse haben kann - ein neues Biedermeier wird einfach in Kauf genommen. Hauptsache das Volk lässt sich leicht führen und muckt nicht auf und arbeitet brav für die Eliten.

Gast: Iustinian
20.11.2009 20:24
0 0

Die Ministerinnen für Justiz und Inneres,

die angeblich Rechtswissenschaften studiert haben, würden mit ihrer Ignoranz in Bezug auf Menschenrechte schon bei der Einführungsprüfung scheitern.

Antworten raeter
21.11.2009 08:27
0 0

Re: Die Ministerinnen für Justiz und Inneres,

Die Menschenrechte werden immer mehr zu einer Ersatzreligion.

Statt die Menschenrechte neuen "Umständen" anzupassen, klammern sich Linksideologen an diese, sodaß eine grundsätzlich grandiose "Einrichtung" auf immer mehr Menschen negativ wirkt.

Geänderte Verhältnisse am Globus wie die Völkerwanderung in die Sozialsysteme Mitteleuropas, internationale Kriminalität, techn. Veränderungen (Internet, Kommunikation...), globalisierte Wirtschaft, Auflösung der Nationalstaaten Europas, Machtteilung mit außereuropäischen Kulturen (Islam, China, Indien) werden einfach ignoriert.

Damit kommen die Menschenrechte immer mehr auf ein Abstellgleis.

0 0

also ist ihrer meinung nach die vorratsdatenspeicherung die richtige antwort/maßnahme gegen 'geänderte verhältnisse#?


0 0

ich behaupte:

nicht ein einziges ihrer aufgelisteten probleme kann damit angegangen werden!

Antworten Antworten Antworten Antworten raeter
23.11.2009 10:32
0 0

Re: ich behaupte:

Offene Grenzen werden zwangsläufig zu mehr Überwachung im Inneren führen.
Leider!!! Wenn es "staatsbedrohend" wird, werden sämtlich "Schutzmechanismen" versagen. Dazu muß man kein Prophet sein.

Ich denke schon, daß mit Datenerfassung ein Teil obiger Probleme "gelöst" werden könnte. Allerdings um den Preis der Freiheit.

Die über 50 Jahre alten Menschenrechte entsprechen nicht mehr der heutigen Realität. Anpassungen - im Sinne des Freiheitsbegriffs - sind unumgänglich. Änderungen sollten pragmatisch und unter Einbeziehung anderer Kulturkreise angegangen werden.


Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten raeter
23.11.2009 10:33
0 0

Re: Re: ich behaupte: Ergänzung

"Schutzmechanismen gegen Datenmißbrauch und für Datenschutz" sind gemeint

Gast: ET
20.11.2009 19:55
2 0

Streiten um einen Mist!

Die Ministerin sollte sich besser um die Sanierung der ÖBB und der Asfinag bemühen, wo die Kosten immer mehr ausufern und die Schulden in irre Höhen steigen. Die Österreicher haben ein Recht auf Leistung dieser Unternehmen, ohne Schulden und ohne Subventionen!

Der Koalitionspartner sollte endlich einmal die öff. Dienst, besonders die GÖD, unter Kontrolle bringen. Die Österreicher haben ein Recht auf Leistung zu finanzierbaren Kosten.

Um diese wesentliche Bereiche kümmert sich aber keiner. Viel wichtiger ist die Verwirklichung eine George Orwell Romans.

Warum kommen die Versager ihren eigentlichen Aufgaben nicht nach?

Ist das eine Regierung oder nur noch Kasperl?

Antworten raeter
21.11.2009 08:28
1 0

Re: Streiten um einen Mist!

Sie kommen ihren eigentlichen Aufgaben deswegen nicht nach, weil sie VERSAGER sind.

Faymann, der schlechteste Bundeskanzler der 2. Republik.

Antworten kremser
20.11.2009 22:29
0 0

Binsenweisheit : wie der herr (Fay..), so s'gscherr (Buri)