26.05.2012 10:43 | Meine Presse Merkliste 0

Faymann: Die Rückkehr zum Kuschelkurs

02.12.2009 | 18:33 |  Martina Salomon (Die Presse)

Zum Einjahresjubiläum seiner Regierung kündigt Faymann 50.000 zusätzliche Sozialjobs an. Firmen, die ihren Managern mehr als 500.000 Euro zahlen, sollen die "Supergagen" nicht absetzen können.

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Wien. Beruhigendes in der Krise, Signale nach links, sehr viel soziale Wärme, keine ernsthaften Sticheleien gegen die Volkspartei, aber auch nicht die große Vision: Das war die Festrede von Kanzler Werner Faymann in der Hofburg zum ersten Jahrestag der Regierung. Vom Bundespräsidenten abwärts waren alle gekommen: Minister und Staatssekretäre (außer dem urlaubenden Vizekanzler), die Spitzen von Opposition, Sozialpartnerschaft und Religionsgemeinschaften, Diplomatie, Industrie, Wissenschaft und Medien, aber wenig Kunst.


Tribut an die Linke, die parteiintern immer kräftiger rumort: Managersupergagen, die 500.000 Euro brutto jährlich übersteigen, sollen für Firmen nicht mehr steuerlich absetzbar sein, sondern müssen vom versteuerten Gewinn bezahlt werden. Das bringt angeblich bis zu 50 Millionen Euro im Jahr für den Staatshaushalt.

Sozialer Ausgleich: Dieses Thema zog sich wie ein roter Faden durch die Rede des Bundeskanzlers. „Die Stärke eines Landes misst sich daran, wie es den Schwachen geht“, meinte Faymann. Er will einen „Generationenfonds“, dotiert mit zwei Milliarden Euro, schaffen. Die Hälfte des Geldes soll aus dem Spitalsbereich kommen, die andere Hälfte aus einer (allerdings europaweit zu verhandelnden) Finanztransaktionssteuer und der Schließung von Steuerlücken bei „Spekulationen“. Damit sollen 50.000 „Vollzeitarbeitsplätze“ für Pflege, Schule und Kinderbetreuung geschaffen werden. Vorsichtig sprach der Kanzler den Wunsch nach „Belastung von Vermögenszuwächsen“ aus. Außerdem soll es ein drittes Arbeitsmarktpaket geben.

Bildungssignale: Bis 2018 will Faymann 200.000 Ganztagsschulplätze schaffen. Kritik übte er am heimlichen „Schulgeld“: den Nachhilfekosten. Für Forschung wünscht er sich mehr direkte Prämien statt indirekter steuerlicher Förderung. Wie eine neue Universität aussehen könnte, darüber erfuhr man allerdings nichts Neues. Dass der Kanzler kein Anhänger von Knock-out-Prüfungen und Numerus clausus ist, wusste man schon vorher.

Keine Anbiederung an rechts: Den größten Applaus erhielt Faymann für seinen Appell, Andersgläubige nicht herabzuwürdigen. „Das haben wir nicht notwendig in unserem Land.“

Ein überraschendes Bekenntnis gab Faymann gegen Ende seiner Rede ab: „Auch ich würde die Diskussion um den EU-Kommissar heute anders gestalten – aber Ende gut, alles gut“, sagte Faymann in seiner (größtenteils frei gehaltenen) Rede und gratulierte Johannes Hahn.

Die von der SPÖ heftig akklamierte Ansprache stieß bei der ÖVP auf leise Kritik. „Nichts Neues“, so lautete der Tenor. Das fanden auch die Grünen, die Konkretes zum Klimaschutz vermissten. Bundespräsident Heinz Fischer hingegen lobte die „klaren Positionen“ und die „Demonstration der Zusammenarbeit“. „Sehr positiv berührt“ zeigte sich auch Altkanzler Franz Vranitzky (SPÖ).

Das Rahmenprogramm war mehr als puristisch: keine richtige Begrüßung, kein Vorredner, keine Musik, kein Moderator, kurzer Stehempfang im etwas unübersichtlichen Gewusel danach. Eine Stimme aus dem Lautsprecher kündigte den Kanzler an. Die bei der ÖVP obligate Bundeshymne am Schluss gab es ebenfalls nicht. Rhetorisch konnte Faymann aber überzeugen. Die Hofburgrede soll es ab nun jährlich geben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 3. Dezember 2009)

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187 Kommentare
 
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Gast: Quixote
05.12.2009 15:08
0 0

@ Behaltefrist: Aktionäre schröpfen ist keine Lösung

Was den Bürgern nicht durch schmierige Finanzdienstleister geraubt wurde, sollen sie jetzt als Anleger und Eigenvorsorger als Sühne für die skrupellose Kreditvergabe der Banken als Steuer abführen!!! Faymann bietet Ideologie statt redlicher Lösungen. Richtig wäre eine Diskussion über Living Wills für Banken und darüber wie ein Finanzsystem auszusehen hat, in dem marode Banken nicht aufgefangen müssen, weil sie durch eine schlechte Regulierung systemrelevant werden konnten!!!

hw
04.12.2009 21:20
0 0

wenn ...

man davon ausgeht, dass für einen manager wie für jeden arbeiter auch das nettogehalt entscheidend ist, dann muss eben die firma tiefer in die tasche greifen, damit netto das gleiche bleibt.

und wieder ein mal sehen die granden nur bis zur staatsgrenze. denn die folge ist:
in österreich produzierte produkte und dienstleistungen werden teurer.

was ich befürworte wären allerdings haftungsansprüche für einkommen ab 100.000euro. d.h. im konkursfall haftet der manager/angestellte/arbeiter mit der angesammelten summe. da 80% der konkurse auf managementfehler basieren, wäre das mehr als logisch und längs überfällig.


Antworten xernot
09.12.2009 01:10
0 0

80%?

interessante zahl. es wuerde mich sehr interessieren woher sie stammt. ich konnte nichts dergleichen finden. koennten sie den link zu dieser statistik noch posten?

Antworten Antworten hw
09.12.2009 12:33
0 0

Re: 80%?

oh da gibts sehr viele links, kennen sie google?

http://www.ksv.at/KSV/1870/de/pdf/statistik/Insolvenzursachen2001.pdf

Antworten Faktum Est
05.12.2009 09:49
0 0

was ich befürworte wären allerdings haftungsansprüche für einkommen ab 100.000euro...

Prinzipiell wäre ich bei Ihnen - aber dann wird sich für ein Unternehmen in Schieflage niemand finden, der den Job machen wird/will.
Und da sich ein Konkurs niemals auf genau EINE Fehlentscheidung zurückführen läßt, sind endlose Schadenersatzprozesse vorprogrammiert.
Der "geschaste" Manager wird behaupten, der Nachfolger wäre schuld - und der Nachfolger wird sagen, daß das Unternehmen einfach nicht mehr zu retten gewesen sei.
Trotzdem: ich bin prinzipiell voll bei Ihnen - sehe aber keine praktikable Lösung für das Problem.

Antworten Antworten hw
06.12.2009 15:54
0 0

Re: was ich befürworte wären allerdings haftungsansprüche für einkommen ab 100.000euro...

natürlich findet man jemanden. er haftet ja nur fürs neue einkommen über 100.000.- und bei rettung und entsprechender bezahlung passiert ja nichts. man muss sich halt vorher besser überlegen ob mans übernimmt oder nicht.

interssiert das bei einem personengesellschaft jemanden? da haften sie sogar, wenn sie nachgewiesen keine schuld trifft. genau deswegen wird aber vorsichtiger agiert.

Gast: Dr.Gernot Stöckl
04.12.2009 20:51
1 0

Wie geht es eigentlich dem Gusenbauer?

Ich sehne mich fast schon nach ihm, wenn ich das Faymann`sche Trauerspiel anschauen muß!

Faktum Est
04.12.2009 19:21
0 0

Wozu Gehaltsobergrenzen führen...

Es findet sich niemand, der die Bank of America leiten möchte...

http://diepresse.com/home/wirtschaft/boerse/526241/index.do?from=gl.home_wirtschaft

Bitte Herr F-Mann, machen Sie Ihr Knie schon einmal frei... und laden Sie durch!

Gast: Die Sterne des Orions
04.12.2009 18:59
0 0

Es war einmal

eine SPÖ, die staatstragend die zerstörte II.Republik aufbaute. Gut, es waren eine Menge an Altnazis im BSA mit von der Partie, aber was solls. Nun ist die neue Generation am Ruder. Und die würde im Ernstfall nicht einmal einen rostigen Nagel gerade biegen können. Daher SPÖ = Saudumm, Peinlich, Öde!

Antworten hw
04.12.2009 21:04
0 0

Re: Es war einmal

kann sein dass ich mich irre, aber bis 1970 gabs OVP kanzler.

Antworten Antworten Gast: Die Sterne des Orions
05.12.2009 08:37
0 0

Sie irren

die erste Alleinregierung(!) der ÖVP war zwischen 1966 und 1970, wobei das eingesparte Geld von Kreisky innert weniger Jahre verpulvert wurde, Die Staatsverschuldung lag damals bei ca. 27 Mrd. Euro.

0 0

Re: Sie irren

Diese erste und einzige Alleinregierung der ÖVP beendete eine lange Serie von VP-Kanzlern.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Dr.Gernot Stöckl
06.12.2009 13:44
0 0

Re: Re: Sie irren auch!

...von VP-Kanzlern, die alle einen SPÖ-Oberbremser mit auf dem Kutschbock hatten! Die Folge der Pittermann-Blockadepolitik war dann die ÖVP-Alleinregierung!

Und als Antwort darauf hat Kreisky den linkspolitischen Populismus erfunden der zwangsläufig ins heutige Chaos gemündet hat! Der wirkliche Totengräber der Demokratie war Bruno Kreisky, der mit seinem Schlagwort von "der Durchflutung aller Lebensbereiche mit Demokratie" diese ad absurdum geführt hat!!!!!

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten hw
06.12.2009 15:45
0 0

Re: Re: Re: Sie irren auch!

die ÖVP hätte, genauso wie OVP/FPÖ in der neuzeit die chance gehabt ein neues wahlsystem einzuführen, dass dem wort demokratie gerecht wird. gut man braucht dazu verfassungsmehrheit.

Gast: exösi
04.12.2009 11:28
0 0

Böse Vielverdiener und Spekulanten

Die Feindbilder sind - siehe Geschichte - immer eine gute Gelegenheit , die eigene Unfähigkeit zu vertuschen . Wo gibts in Österreich eigentlich keinen Reformstau ? Warum hat der Staat sich von den Banken einfach plündern lassen - 2010 wird das Jahr der Arbeitslosen sein - bei leeren Sozialtöpfen ? Die Banken versuchen krampfhaft , Gewinne zu maximieren - auf Kosten der kleinen Kunden natürlich ..... Justiz in Österreich - bitte um Selbstanzeige mit genauer Tatbeschreibung - gewisse Personen sind übriges ausser obligo .....
da wird nichteinmal dieses angenommen !
Der Nochkanzler - mit dem Fluch es sein zu wollen , koste es was es wolle - wird Österreich unwissentlich ruinieren - um dann in eine Republik Raika überzuleiten ......

Antworten hw
04.12.2009 12:51
1 0

Re: Böse Vielverdiener und Spekulanten

@banken: nicht die banken haben den staat geplündert, sondern zuvor der staat die banken! wer glauben sie kauft den staatanleihen groß auf? sie?
zur größenordnung: derzeit pro monat etwa eine mrd €.

@gewinne: schön tätens schaun die sozis, wenn die firmen keine gewinne mehr machen. hohe gewinne heißt hohe steuereinnahmen.

@feinbilder: da gebe ich ihnen recht. das liegt in der natur des menschen. in der beziehung hat er leider aus der vergangenheit und gegenwart nichts gelernt. es gibt in zukunft also wieder mal eine ordentlich auf den sender!
wenn man feindbilder schaft, gibts irgendwann eine auseinandersetzung, und im streit/krieg verlieren immer beide.

Gast: demedici
04.12.2009 11:20
0 0

verkehrt rum

Faymann sollte 500.000 EUR Gehalt für jeden fordern, bei den Lohn- und Sozialabgaben in Österreich wäre sein Budget innert kürzester Zeit saniert. :-)

Antworten Gast: ET
04.12.2009 14:08
0 0

Re: verkehrt rum

Das könnte früher kommen als den meisten lieb ist.

Eine kleine Hyperinflation und schon haben wir Masseneinkommen in der von Ihnen genannten Höhe.

Antworten hw
04.12.2009 12:57
0 0

Re: verkehrt rum

wie? denken sie mal fertig. würde jeder bürger von den eigenen einkommen schön auskommen, wozu braucht man dann noch verteilerparteien.

man sollte immer bedenken durch wen oder was eine organisation ihre existenz erhält. weiß man das, sollte man ganz genau schauen was diese organisation wirklich tut.
das gilt für parteien, kirche, wirtschaft, ....

Entropix
04.12.2009 10:07
1 0

also, rein rechnerisch,

wenn er diesen bösen reichen Abzockern jedem eine Million im Jahr abnimmt (und die nicht davonrennen), dann kann er damit doch glatt schon fast 15% des jährlichen Zuschusses an die ÖBB brennen. Die Rettung ist nah!

Gast: ET
04.12.2009 09:52
0 0

Staatssanierung nach der SPÖ!

Man nehme das Geld von 917 Grossverdienern, welche über 0,5 Mio. Euro Brutto im Jahr verdienen, im Durchschnitt wahrscheinlich bei max. 1 Mio. liegen. Dann nimmt man diese 917 x 0,5 Mio Euro = 459 Mio. Euro und finanziert damit 50.000 neuen Arbeitsplätze für Pflege, Schulen, Kindergärten, welche min. 2.500 Mrd. Euro kosten werden. Dass Österreich schon 2009 ein strukturelles Defizit in der Höhe von 13 - 18 Mrd. haben wird, wird vollkommen ausgeblendet. Dass dieses strukturelle Defizit 2010 weiter wachsen wird und dann bei 18 - 25 Mrd. Euro liegen wird, ist auch nicht der Rede wert.

Wo die Prioritäten der Regierung lagen, bzw. liegen, zeigen die Massnahmen wo auch was weiter geht.
- Verpfl. Vorschuljahr (Kosten > 2 Mrd.)
- Gehaltserhöhungen öff. Bedienstete (alleine von 2008 auf 2009 Kostensteigerung von 1,3 Mrd. Euro und das Spiel geht weiter)
- Erhöhung der Parteienförderung
- Mehr Beschäftigten beim AMS
- Rede zur Lage der Nation (nur lächerlich)
- Ganztagsschulen (echte Kosten?)
- Postenschaffen für Exlandeschefs.
- Homosexuellenehe
- Abdrehen von U- Ausschüssen
- etc. etc.

Kein einziges strukturelles Problem wurde gelöst, die Problem wurden nur viel grösser.

Das ist der Untergang von Österreich. Nicht nur, dass es die Staatsfinanzen zerbröseln wird, auch die Gesellschaft wird auseinander brechen. Noch einige Jahre könnte es gehen. Schluss ist dann wenn keiner mehr die Staatsanleihen zeichnet. Dann Gnade uns Gott.

Antworten hw
04.12.2009 12:09
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Re: Staatssanierung nach der SPÖ!

ich meine, dass zu den vielen großverdiener auch großzügige spender der SPÖ zu zählen sind.
sowas traut sich der kanzler nicht mal im traum umsetzen. ich schliesse jetzt mal eine neu geschaffen steuerlücke (siehe stiftung) für diese aus.
es ist reiner wählerfang sonst gar nichts.
die anderen haben halt andere themen.

zum lösen der strukturprobleme traut sich keiner wirklich ans thema ran, weil der große teil von herr und frau österreicher das problem nicht wirklich erkannt haben. "is eh alles so schön, nur schad das moik nimmer im musikantenstandl ist."
nur die endstation kommt von einen auf den anderen tag.

Antworten hw
04.12.2009 12:01
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Re: Staatssanierung nach der SPÖ!

schlagen sie die zeitungen auf, schalten sie den fernseher ein. überlall und immer die gleichen themen. und das geht nun schon 20jahre so.
ich meine das sind unterhaltungsmedien keine informationsmedien, so wie sie sich selbst gerne darstellen.

österreich wird enden wie kärnten! die glaubens bis heute nicht, dass ihre bank pleite ist, und damit ein finanzier ihrer wahlzuckerl.

liberaler
04.12.2009 09:43
1 0

typisch für Sozialisten!

Es wird auf Kosten von Minderheiten eine populistische Politik betrieben. Das hatten wir doch schon ein Mal in diesem Land und bei unserem großen Nachbaren, der uns einmal angeschlossen hat!

Antworten hw
04.12.2009 12:25
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Re: typisch für Sozialisten!

eben. da gibts gleich weitere parteien:
- Grüne haben "die Reichen", wer auch immer das ist.
- FPÖ haben "die Auslaender" wer auch immer das ist.

und der regierung ÖVP/BZÖ verdanken wir dem niedergang des mittelstandes.
nein, das ist kein land für kleine unternehmer.

Antworten Antworten liberaler
05.12.2009 09:08
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Re: Re: typisch für Sozialisten!

bin absolut Ihrer Meinung.
Im Grunde sind Kleinunternehmer - die keine großen Rechtsabteilung, kein Heer von HR officers, keine eigene Steuerabteilung haben - dem Staat und den Gewerkschaften in ihrer unermesslichen Raffgier schutzlos ausgeliefert. Kleinunternehmer sind im Grund rechtlos und vogelfrei!

 
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