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Josef Pröll und die "Blume aus dem Gemeindebau"

22.01.2010 | 18:29 |  THOMAS PRIOR (Die Presse)

Der Finanzminister hat seine „Superpraktikantin“ gefunden – sie will ihm ein neues Outfit verpassen. Ganz Österreich freut sich nun schon auf die nächste Ministerratssitzung.

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WIEN. Zur Begrüßung pirscht sich ein Glücksschwein heran an Josef Pröll und herzt ihn nach Kräften. Genau genommen ist es ein Mann im rosafarbenen Schweinekostüm, mit Ringelschwanz und schwarzer Fliege um den Hals. Es (er) ist die auffälligste unter vielen auffälligen Erscheinungen an diesem Donnerstagabend im Platinum Vienna, wohin die ÖVP geladen hat, um Prölls „Superpraktikanten“ zu küren.

Die angesichts der „Generation Praktikum“ politisch nicht unumstrittene Aktion startete Anfang November und rief letztlich 400 Bewerber auf den Plan. Aus dem wochenlangen Onlinevoting kristallisierten sich schließlich fünf Finalisten heraus, die in einem „Starmania“-artigen Showdown nun vor 900 Zuschauern ihr superpraktisches Talent unter Beweis stellen müssen.

Von der Bühne weg führt ein Laufsteg hin zu einem silbernen Fauteuil, auf dem sitzend sich ein feixender Pröll die Kandidaten vorführen lässt: Julia (15), die mit der Jazz-Gitti einen Promi-Fan im Publikum hat, Anna (17), Felix (16), Resul (28) und Reez, eine 26-jährige Hobby-Modedesignerin mit Hang zur Farbe Rosa, wie ihre Strumpfhosen zeigen. Sie hat ein fleischgewordenes Glücksschwein mitgebracht und will, wie sie sagt, eines Tages Bundespräsidentin werden.

Die erste Aufgabe hat zum Ziel, Pröll ein Sakko aus dem Publikum zu besorgen, für den „Notfall“, dass er sich seiniges vor einem Termin beschmutzt. Das ist leichter gesagt als getan. Wie ein Modell posiert der Finanzminister auf der Bühne in den Textilteilen, allein: zum Zuknöpfen bringt er keines davon. Das Quintett muss danach ein Interview geben, Pröll auf Kinderfotos identifizieren und Walzer tanzen. Denn nächste Woche, wenn der Superpraktikant seinen Chef begleiten wird, steht neben einer Ministerernennung auch der Jägerball an. Zur Belohnung spendiert die ÖVP eine Skiwoche in Ischgl für zwei Personen – Skipass, Halbpension und 500 Euro Taschengeld inklusive.

 

Robbie Williams, nicht Pröll

Dass Reez Wollner den jungen Robbie Williams auf einem der Bilder für Josef Pröll gehalten hat, tut nichts zur Sache: Die Jury entscheidet sich für die „Blume aus dem Gemeindebau“, als die sich die Wienerin beworben hat. Im Publikum tanzt das Glücksschwein, und Reez verkündet in der Siegerpose, dass sie Pröll nun ein neues Outfit verpassen will: „Ich bekomme eine rosa Krawatte und Socken dazu“, frohlockt der Vizekanzler. Und ganz Österreich freut sich schon auf die nächste Ministerratssitzung.

(Die Fernsehreportage zur Show bringt „ATV“ am 22. Februar.)

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.01.2010)

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6 Kommentare
Gast: gast
25.01.2010 16:54
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naja ..

da bin ich aber jetzt beruhigt .. ich habe schon gefürchtet, dass eine teilnehmerin monika heist :-)

derpradler
24.01.2010 16:12
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Warum soll ich mich deshalb

freuen? Weil ich sonst keine anderen Sorgen habe, als diesen Ungustl zu betrachten?!

enzo
22.01.2010 20:09
0 0

Politzirkus

Anstatt ordentlicher Arbeit für Land und Volk.
Der Start Politik in Richtung Clowns ist vollzogen.

Antworten Gast: politiker
23.01.2010 18:26
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Re: Politzirkus

politiker haben nichts zu sagen und sind nur für die verbissen an demokratie glaubenden patrias geschaffen worden....die wirkliche politik macht das int. großkapital --- politiker aller colours sind nur hampelmänner diese gruppe der 5000....geht es ihnen schlecht nehmen politiker SOFORT das geld der steuerzahler und geben es ohne auflagen an das großkapital ( obama in US ...molterer in Ö ) weiter......
politiker sind nie interssiert an ECHTER problemlösung ( sonst wären zb. in Ö die löhne von männern und frauen schon jahrzehntelang gleich hoch ...die parteien von heute werben für problemlösungen für probleme die sie schon vorgestern auf grund ihrer damaligen mehrheit lösen hätten sollen )... im gegenteil werden probleme am köcheln gehalten und andere geschaffen um so die patria zu beschäftigen und abzulenken und um den wahren herren und meister zu verstecken....
spass shows so wie diese passen ins bild der brot und spiele....

Gast: tztz
22.01.2010 19:59
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die nächste Ministerratssitzung?

Wird dass eine Faschingssitzung, eine Art lei lei?
wenn man schon untergeht dann wenigstens lustig?

Gast: mir und mich
22.01.2010 19:10
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Nichts für ungut,

aber der Bildungsprozess war bei ihr nicht wirklich von Erfolg gekrönt.

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