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Land der Zwerge: Die Möchtegern-Präsidenten

02.02.2010 | 19:21 |  PHILIPP AICHINGER (Die Presse)

Politisch klein, doch ambitioniert: Ein Sex-Hotline-Betreiber, ein echter und ein unechter Habsburger sowie ein „Fundi“ sind bei der Hofburg-Wahl am Start.

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Wien. Von wegen Alleingang für Heinz Fischer: An Politzwergen, die gegen das Staatsoberhaupt antreten wollen, mangelt es nicht. Da gibt es etwa den Sex-Hotline-Betreiber Wolfgang Pöltl (48), der nach der Wahl am 25.April in die Hofburg einziehen will. Seine Partei hat der Steirer ganz bescheiden nach sich selbst benannt: Seine PFÖ bedeutet nämlich schlicht „Pöltl für Österreich“. Vor allem das Thema Sozialbetrug hat es Pöltl angetan. Auf seiner Homepage fordert er sogar dazu auf, Sozialbetrüger an ihn zu verpetzen.

Pöltl hat schon bei der letzten Wahl gegen Fischer kandidieren wollen, scheiterte aber an den nötigen Unterstützungserklärungen. Bereits zum dritten Mal versucht es heuer der Ex-Richter Martin Wabl. In die Schlagzeilen geriet Wabl, weil er der Mutter von Natascha Kampusch vorgeworfen hatte, an der Entführung ihrer Tochter beteiligt gewesen zu sein. Die Mutter klagte Wabl erfolgreich.

Habsburger, Sex-Hotline-Betreiber und Co: Die gescheiterten Bewerber

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Neu im Rennen um das höchste Amt im Staat ist Thomas Dolina. Er will mit 38 der bisher jüngste Präsident in der Geschichte Österreichs werden. Dafür posiert Dolina (auch ohne Habsburgerstammbaum) im k.u.k.-Outfit und sucht per Casting eine First Lady. Eine humorvolle Frau mit starken Nerven, kleinen Füßen und großem Herz solle sie sein, betont Dolina. Starke Nerven würden auch die Abgeordneten brauchen, wenn Dolina Bundespräsident wird. Er will nämlich die vom Parlament verabschiedeten Gesetze nur dann unterzeichnen, wenn sie ihm auch selbst gefallen. Dolina – er verdient sein Geld mit Kinder- und Jugendzeitschriften – ist Mitglied beim BZÖ Wien, will aber unabhängig von seiner Partei kandidieren. „Die nehmen meine Kandidatur nicht ernst“, so der „Jugend-Kandidat“.

Sehr ernst nimmt Rudolf Gehring (61) seinen Glauben. Der Kandidat der „Christen“ freut sich, wenn er als „Fundi“ bezeichnet wird. Denn ein festes Fundament sei wichtig. Der niederösterreichische Unternehmer kämpft gegen die Abtreibung, für Kreuze in Klassenzimmern und gegen die Homo-Partnerschaft. Überdies unterstützte Gehring die Demonstrationen gegen den Ausbau eines islamischen Zentrums in Wien.

Historiker Raimund Bahr lockt mit Barem: Er verspricht seinen Wählern ein bedingungsloses Grundeinkommen von rund 1000 Euro. Bahr sitzt momentan für eine Bürgerliste im Gemeinderat von Sankt Wolfgang im Salzkammergut. Seit 25 Jahren im Ausland wohnt Johann Klawatsch. Der 60-jährige Bautechniker will aber von Deutschland nach Österreich zurückkehren, wenn er als Bundespräsident gewählt wird. Klawatsch plant überdies ein „Volksbegehren für Menschsein und Demokratie“.

 

März ist der Monat der Wahrheit

Die Kandidatur aller Anwärter ist aber mehr als unsicher. Denn zwischen 2. und 26.März müssen 6000 Unterstützungserklärungen erreicht werden. Ein zusätzliches Problem hat der Kärntner Grün-Politiker Ulrich Habsburg-Lothringen. Mitglieder seiner Dynastie dürfen laut Verfassung niemals Bundespräsident werden. Habsburg-Lothringen will aber trotzdem Unterschriften sammeln und bei einer Untersagung seiner Kandidatur Klage beim Höchstgericht einbringen. Rechtsexperten geben dieser allerdings kaum Chancen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.02.2010)

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38 Kommentare
 
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Gast: fr sch
13.02.2010 16:33
0 0

...

welch demokratie!

Gast: Graf Gudenus
04.02.2010 14:56
0 0

Trampeltier verliert ungefragt sein passives Wahrecht,

kann also nicht Bundespräsident werden. Man denke ein wenig nach!

Gast: Graf Gudenus
04.02.2010 10:05
0 0

Man schlägt nach, um sich zu vergewiseren

Einführung I:

Ulrichs Vater, Heinrich, geboren 1908, Sohn eines ebensolchen, geboren 1878.

Einführung II: Niederösterreichischer Amtskalender 1919, also republikanische Zeitrechnung, Wien 1919.

Seite 23: Genealogie des regierenden Kaiserhauses (enthält im übrigen auch längst nicht regierende Häuser, wie Bonaparte, Holstein).

Seite 25, Spalte b: der 1878 gborene Heinrich.

Dieser ist unverheiratet.

Conclusio: Ulrichs Vater: Habsburg, Erzherzog von republikanischen Gnaden.

Vielleicht kann unser gelehrter Herr Jourunalist nachschauen. Österreichische Nationlbibliothek, etc.

Auch dem Zeitgeist warde gehuldigt. Die Stammtafel, zuletzt im Jahrgange 1918, fiel der republikanisch-metternich'schen Zensur zum Opfer.

Jahrgänge 1918, 1919 sind sichere Investments. Auch für die eigene Bildung. Das Buch als an der Börse nicht notierte Aktie.

Gast: vorwerfer
03.02.2010 17:13
0 0

hey..es gibt auch andere

die den kampuschs komplimente machen siehe: gutefrage.net-suche,rechts oben:"natascha kampusch" eingeben.Wahnsinn..warum die gute frau sirny nicht anklage erhebt..

2 1

In dieser Ansammlung trauriger Kandidaten fehlen nur noch das BZÖ und die FPÖ/K.


Alfie
03.02.2010 12:25
0 2

Kuriosum

Leider spiegelt damit die Praesidentenwahl ueberhaupt unsere traurige Politlandschaft dar.

Die anderen Parteien finden es nicht fuer wert, dem Parteisoldaten Fischer, der ewig-vorgestrigen Rosenkranz und diesem Aufgebot an Spassvoegeln eine ehrenwerte, angesehene Person der Gesellschaft entgegenzusetzen.

Die Begruendung? Na die wuerden ja nicht gewinnen koennen, und um was sonst geht es denn hier? Nicht um Demokratie, und echte Auswahl, nein einfach nur darum, mehr Stimmen einzusammeln als der andere.

Traurig.

Antworten Gast: naja naja
03.02.2010 13:07
0 0

Re: Kuriosum

alfie, sie haben ganz zielgenau auf die aporie hingewiesen: diese liegt in den beiden adjektiva 'ehrenwert' und 'angesehen' ; die beistrichsetzung erfordert die lesart eines UND; nur: wäre ja neu in österreich, dass jemand der ehrenwert ist auch angesehen ist; und jemand der angesehen ist, ist kaum ehrenwert, weil er sein ansehen unehrenwerten handlungen verdankt.

Gast: Mayer
03.02.2010 11:54
1 0

Wo bleibt

Wo bleibt unser Kaiser Palfreder?

0 0

Re: Wo bleibt


Ist Ihnen unser Heinzi nicht links genug ?


Gast: naja naja
03.02.2010 11:04
0 1

na ja

nun ja, schwammige aussagen über ihr programm liefern alle gleichermaßen. wenn die bp-wahl eine persönlichkeitswahl im eigentlichen sinne wäre, dann dürfte es ja keiner der bis dato vorgeschlagenen oder auch nur ambitionierten werden.
die ewig vorgestrigen, die sich auf vorrechte (der geburt) stützen wollen, welche jedoch als gleichheitswidrig erkannt sind, müssen eben akzeptieren, dass sie jedem über sind und dass das nasale gesäusel dem keine ausgewiesen moralische haltung zugrunde liegt eher das k* erregt denn die hochachtung (beispiel mp). da kann österreicher nur froh sein, dass nach österreichischem recht der bundespräsident in wesentlichen angelegenehiten nichts zu bestimmen hat.

epek
03.02.2010 10:34
0 0

sehr christlich

Herr Gehring scheint sich noch immer nicht verstehen zu wollen, dass die Bundespräsidentenwahl eine Persönlichkeitswahl ist.
Darüber hinaus gibt es "die Christen" de facto und de iure nicht mehr - dafür hat er schließlich selbst gesorgt.
Wenn man deren Programme aufmerksam liest, stellt man bald fest, dass sie so schwammig formuliert sind, dass man sie politisch wohl kaum irgendeine Richtung erkennen lassen, geschweige denn - eine "christliche".

3 4

Ich unterstütz jeden von denen

Hauptsache er tritt gegen Stalinverehrer Fischer an. Jeder ist mir recht!

Antworten epek
03.02.2010 10:38
3 2

Re: Ich unterstütz jeden von denen

Ein Mitglied des Erzhauses, dass mit den Grünen paktiert, scheint mir persönlich auch keine echte Wahl zu sein.
Man darf nicht vergessen, dass seit "Niedergang" des Kommunismus - und in Österreich schon davor - die sogenannten "Grünen" alles gesammelt haben: vom Alt-68er bis zu Stalinisten und Trotzkisten, Maoisten und sonstige Marxoide.
Ist das im Falle Habsburg das Stockholm-Syndrom oder Überzeugung?

Antworten Antworten Gast: Graf Gudenus
03.02.2010 11:33
0 1

Allerhöchstes Erzhaus,

Nachdem Vater von Ulrich zur Zeit der Monarchie, und zwar alles andere als am letzten Tage, geboren ist; findet epek zweifellos Vater als Mitglied des Hauses. Viel Glück beim Nachschauen in einschlägige Biblioteken. Wer suchet der findet auch! Oder nicht?

Antworten Antworten epek
03.02.2010 10:42
3 1

Re: Re: Ich unterstütz jeden von denen

Aber davon abgesehen, sind die Habsburgergesetze eine zum Himmel stinkende Menschenrechtswidrigkeit, die in Verfassungsrang gegossen wurde.
Es ist unfassbar, dass hier nicht längst eine Bereinigung vorgenommen wurde!
In einer echten demokratischen Republik darf so eine Bestimmung schlicht nicht existieren.

1 1

Re: Re: Re: Ich unterstütz jeden von denen


Die Habsburggesetze sind verständlich, wenn man weiß, was sich die Zitta geleistet hat.


Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Graf Gudenus
03.02.2010 12:19
0 3

Ihre Majestät Zitta, der letzte gekrönte König von Ungarn,

hat sich was geleistet?

Gast: Graf Gudenus
02.02.2010 21:43
0 1

Ulrich Habsburg-Lothringen. Mitglieder seiner Dynastie

Nicht Mitglied der (sogenannten) Dynastie, trotz des Namens. Vielleicht wird jemand von der Dynastie ein Haîti-Mädchen adoptieren. Dann gibt später Kandidatin, die bestimmt nicht europäischer Herkunft ist, trotz des Namens.

Im Zeitalter von Wir sind Kaiser kann natürlich jeder - auch Fischer - seine Familie als Dynastie bezeichnen. Andere können in diesem Sinne die Dynastien aufzählen, die über ein Mitglied kandidieren!

Antworten Gast: Graf Gudenus
04.02.2010 10:17
0 0

Haïtianerin ist nur etwas danebengegriffen

"Waschechtes” Mitglied des Kaiserhauses wurde in Afrika 1999 erworben. Am Sklavenmarkt? Nackert? Nun eine Erzherzogin aus Österreich figuriert zur Zeit als nackerte Königin von Spanien, in Spanien. Nun da manche Frau sich als ein Gesammtkunstwerk sieht, so ward dem majestätisch gehuldigt.

Antworten Antworten Gast: Graf Gudenus
04.02.2010 12:45
0 0

Schwarz sticht weiss,

anders ausgedrückt. Die Wadeln der Nazis gehören ein wenig sondergepflegt!

Antworten Gast: Graf Gudenus
03.02.2010 11:28
0 0

Kleider, aber auch Namen machen offensichtlich Leute

Trotz Herkunft Haïti? Farbe kohlraben Schwarz! Abstammung Sklaverei. Nichts ist zu gut vel zu schlecht, um Habsburgkanibale als Köter zu motiviren.

Es sei Gott Dank, dass Ulrich prominentert dänischer Herkunft ist, wie ein Däne, also wie ein Vikinger ausschaut (in Kärnten mit der Lupe nicht anzutreffen).

Achtung: Dänemark hatte auch sein Haïti und der Vikinger ist stolz darauf, schaut gleichzeitig auf Deutschnationale - in Dänemark gleich Pest und Cholera - herab.

Antworten Gast: Graf Gudenus
02.02.2010 22:37
2 1

Ulrich Habsburg-Lothringen. Wo einschlägige Recherche des Berichterstatters?

Nach 3. April 1919 ist es jedenfalls NICHT möglich Mitglied der Dynastie zu werden. Vor diesem Datum war Ulrichs Vater dies nicht, ebenso nicht seine Grossmutter.

Haus-, Hof- und Staatsarchiv, Familienurkunden, jede Geburt, jede Heirat ist hier über entsprechendes Dokument belegt.

Vaters Geburt nicht hier belegt, Heirat der Eltern vor 3. April 1919 NICHT belegt.

Also was solls?

Angehörige der seinerzeit regierenden Dynastie weil Journalisten, etc dies so wollen?

Wolfi
02.02.2010 20:39
1 0

Spaßkandidaten

Diese Spaßkandidaten sind keine Konkurenz zu Heinz Fischer.

Antworten Zapflhuber
03.02.2010 10:25
1 1

Re: Spaßkandidaten

Leider

Antworten Gast: Dr.Gernot Stöckl
02.02.2010 21:19
1 3

Re: Spaßkandidaten würde Fischer eine große Peinlichkeit ersparen!

Angenommen, Fischer hat keinen Gegenkandidaten und wird dann von 30-45% der Wähler abgelehnt. Wäre nach einer Amtsperiode schon sehr peinlich!

Ein solches Ergebnis ist aber durchaus denkbar, denn mit großer Wahrscheinlichkeit wird dann eine Bewegung entstehen, die mit einem Nein zu Fischer auch ein grundsätzliches Nein zum Amt ausdrücken möchte!

Alle Amtsinhaber haben in der Vergangenheit das Ihre dazu beigetragen, das Amt so zu beschädigen, daß es wirklich abgeschafft werden sollte!

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wenn 30-45%

einen spaßkandidaten wählen, dann zeigen sie, dass sie selbst nicht politisch verantwortlich handeln, sondern in der wahlzelle nur ihren spaß haben wollen.

sollte es tatsächlich keinen seriösen gegenkandidaten geben, dann wäre das allerdings ein (zwar auswirkungsloses aber dennoch) armutszeugnis für die demokratische reife dieses landes!

 
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