Der Politquereinsteiger Klaus Werner-Lobo will für den Wahlkampf der Wiener Grünen das Kreativpotenzial parteifreier Sympathisanten anzapfen und lädt deshalb am 20. Februar zum "Grün-Camp". Mit der Initiative will die Partei potenzielle Wähler - hauptsächlich junge Menschen - vermehrt in politische Aktivitäten einbinden.
Ziel sei es, Input von außen zu erhalten und bei entsprechend qualitativer Ausbeute in die Kampagnen einfließen zu lassen. Geld für engagierte Mitstreiter gebe es nicht, stattdessen "Aufmerksamkeit und Liebe", erklärte Werner-Lobo: "Das ist die grüne Antwort auf den Superpraktikanten."
ÖVP-Chef Josef Pröll hatte ja einen "Superpraktikanten" gesucht und für die Aktion viel Kritik einstecken müsse,
Werner-Lobo betonte, es gehe bei dem "Camp" nicht darum, ganze Wahlkampfkampagnen zu entwerfen, sondern um "strategische Auseinandersetzungen", wie Web 2.0 eingebunden, die Jugend mobilisiert oder mit dem Ausländerthema umgegangen werden könne. "Eine Partei mit ihren Entscheidungsstrukturen ist wie ein träges Raumschiff, das ordentlich durchstarten kann, wenn man Außenmotoren an den richtigen Stelle anbringt", so der Neo-Grüne.
Den Vorwurf, die Grünen würden ob eigener Einfallslosigkeit auf die Bereitschaft zur Selbstausbeutung externer "Praktikanten" setzen, will Werner-Lobo nicht geltenlassen. Es gehe vielmehr darum, die Partei noch demokratischer und partizipatorischer zu machen.
(APA)

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