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Terminchaos bei der Mindestsicherung

16.03.2010 | 11:16 |  von Karl Ettinger und Thomas Prior (Die Presse)

Verzögerung: Der 1. September 2010 dürfte nicht in allen Bundesländern als Starttermin zu halten sein. Nach der Einigung über die Mehrkosten läuft den Organisatoren die Zeit davon.

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Wien. Bei der Umsetzung des SPÖ-Prestigeprojekts einer bedarfsorientierten Mindestsicherung in Höhe von 744 Euro netto ist noch eine ganze Reihe an politischen Beschlüssen und organisatorischen Vorarbeiten offen, sodass der geplante Start ab 1. September dieses Jahres nicht durchgängig zu halten sein wird. In einigen Bundesländern zeichnet sich eine Verschiebung auf Jänner 2011 ab.

Der Hauptgrund dafür ist, dass sich die notwendigen Beschlüsse in allen neun Landtagen bis zum Sommer nicht mehr ausgehen dürften. Wie der „Presse“ bestätigt wurde, zählen so ziemlich alle Bundesländer außer Wien, Niederösterreich und der Steiermark zu den Sorgenkindern. Im Burgenland wird etwa erst am 30. Mai ein neuer Landtag gewählt. Er müsste das Projekt dann nach seiner für Ende Juni erwarteten Konstituierung im Eilzugsverfahren absegnen.

Bundesregierung: Keine Schuld

Außerdem sind noch einige organisatorische Details zu lösen. So ist aus dem Arbeitsmarktservice (AMS) zu hören, dass die Koordinierung mit den Ländern noch verbessert werden muss, um sicherzustellen, dass Bezieher einer Mindestsicherung auch entsprechend bei der Jobsuche unterstützt werden können. Hierfür wurde dem AMS auch mehr Personal und Geld zugesagt.
Die Bundesregierung und das zuständige Sozialministerium sind an der drohenden Verschiebung am wenigsten schuld. Denn SPÖ und ÖVP einigten sich erst bei der Regierungsklausur Anfang März in Graz, dass die erwarteten Mehrkosten für den Bund von insgesamt 42 Millionen Euro (in diesem Jahr) aufgeteilt werden. Damit nahmen sie eine wichtige Hürde in der Projektumsetzung.

Im Sozialministerium laufen die Vorarbeiten weiterhin auf Hochtouren, damit der 1. September 2010 als Starttermin eingehalten werden kann. Schließlich ist diese bundesweit einheitliche „Sozialhilfe neu“ seit dem Antritt der Regierung Gusenbauer im Jänner 2007 bereits mehrfach angekündigt und dann, aus unterschiedlichen Gründen, doch immer wieder verschoben worden. Wegen der steigenden Zahl an Arbeitslosen, die in der Folge auch zu mehr Beziehern von Notstandshilfe führt, möchte die Kanzlerpartei die bedarfsorientierte Mindestsicherung möglichst rasch als unterstes soziales Netz aufspannen.

Im Juli 2009 machte Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) sogar Abstriche (Auszahlung zwölf- statt 14-mal im Jahr), um das Projekt innerhalb der Regierung zu retten. Was dem Ex-ÖGB-Chef innerparteilich massive Kritik aus manchen Ländern und von Gewerkschaftern einbrachte.

Heute sagt der Minister: „Natürlich ist das Projekt eine sportliche Herausforderung für alle, auch der Bund muss noch einiges tun. Aber wenn alle wollen, ist der 1. September 2010 machbar.“

Doch der Hürdenlauf scheint noch lange nicht beendet zu sein. Wie „Die Presse“ erfuhr, liegt dem Sozialministerium bislang noch kein einziger 15-A-Vertrag – die Voraussetzung für einen späteren Beschluss in den Landtagen – vor. Und die Soziallandesräte von Oberösterreich und Salzburg, Josef Ackerl und Erika Scharer (beide SPÖ), meldeten am Montag massive Zweifel an, dass der Zeitplan zu halten sein wird.

Rückwirkende Auszahlung

Hundstorfer ließ sich davon allerdings nicht irritieren: Der 1. September sei mit allen neun Bundesländern als Starttermin vereinbart, stellte er am Montag bei einem Hintergrundgespräch im Sozialministerium klar. „Ich gehe davon aus, dass das Datum hält.“ Falls nicht, will Hundstorfer „dem Prinzip der Nachzahlung“ folgen: In jenen Ländern, in denen es aufgrund legistischer Probleme zu Verzögerungen komme, würde die Mindestsicherung dann rückwirkend mit 1. September ausbezahlt.
Wann auch immer das neue Gesetz in Kraft trete.

("Die Presse" Printausgabe vom 16. März 2010)

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110 Kommentare
 
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Gast: 4711
17.03.2010 09:15
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Danke ihr Träumer

Und die Familienzusammengeführten mit 3-8 Kindern werden im Park in der Sonne sitzen und sich über die "Ungläubigen Arbeitstiere" schieflachen!!!

Wem steht diese Mindestsicherung zu?
Es wird allen zustehen, die sich legal in Österreich aufhalten (natürlich inc. allen "neuen" EU-Bürgern), deren Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe unter der Mindestsicherung liegt. Wenn also z.B. ein rumänischer Staatsbürger in Österriech 1 Jahr gearbeitet hat (bei unter 26jährigen genügen schon 7 Monate) und er weiterhin in Wien wohnt, kann er theoretisch den Rest seines Lebens Mindestsicherung beziehen. Er muss halt die AMS-Auflagen erfüllen wie alle anderen auch (also alle 8 Wochen den Pflichttermin wahrnehmen und ca. 2x im Jahr einen kleinen Kurs machen).

Luzius
16.03.2010 11:34
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beabsichtigte Neiddebatte

um von vielen anderen Missständen ablenken zu können.

Wie kann man jemanden 744.- neiden, von welchen bestenfalls knapp 300.- zu Leben bleiben ? Viele Betroffene (natürlich nicht alle) wären froh, würden sie um auch nur 100.- mehr im Börsel zu haben etwas tun könnten, oder glaubt hier wirklich jemand das es lebenswert ist wenn man mit dem wenigen Geld nicht einmal soziale Kontakte ausreichend pflegen kann ???

Das diese Grundsicherung aber sogar an Flüchtlinge und Eu-Bürger ausbezahlt werden soll, wäre eher den hier von manchen Aufreger wert da es dann zusätzliche Anreize gibt, um hier her zu "flüchten". Dann erst werden die Kosten explodieren, welche sich im wesentlichen im heutigen vorhandenen Rahmen bewegen.

Ich finde es aber auch sehr gut, dass die geplante EInführung NICHT vor der WIenwahl stattfinden wird, um ein gerechteres Wahlergebniss erwarten zu können.

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Terminchaos gab es bei Steuerhöhung noch nie!

Die geplante Unfähigkeit mit der Häme hinter der vorgehaltenen Hand.

Grokonelles Regieren.


Gast: Ameeon
16.03.2010 09:30
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Geld fürs Nichtstun - das Schlechteste was man dem Menschen antun kann

Ich bin dafür, dass man auch etwas TUN muss für dieses Geld. Es geht einfach nicht, dass man fürs NICHTS-TUN Geld bekommt. Es ist nicht zielführend.

Jeder sollte einen gesellschaftlichen Beitrag leisten. Mit finanziellen Geschenken fördert man leider nur die menschliche Trägheit.

Es muss Programme für die Mindestlohnbezieher geben, wo sich diese Leute engagieren können und auch Verantwortung übernehmen, insbesondere im gemeinnützigen, öffentlichen Bereich!

z.B.
- Stadtgärtnerei, Parks
- Bücherei
- Kunst
- Sport
- Behindertenarbeit
- Altenpflege
- ...

entsprechend ihren Fähigkeiten!

UND: Man muss diese Programme qualitativ ständig weiterentwickeln ... und den Menschen ein gutes Gefühl vermitteln. Die Leute sollen entsprechend ihren Fähigkeiten/Interessen einen gesellschaftlichen Beitrag leisten ... bis zu 20 Stunden pro Woche.

Was sollen die Leute sonst mit der vielen Zeit tun? Gartenarbeit ... Biolandbau ... das würde ich mit denen machen ... Belieferung der Krankenhäuser mit Bioprodukten ... etwas in dieser Richtung. Oder sie sollen für die Sozialmärkte arbeiten ... oder für die Obdachlosen kochen usw. Dienstleistungen für sozial Bedürftige anbieten ... Kinderbetreuung ... es gibt SEHR viele Möglichkeiten. Das Schlechteste was man dem Menschen aber antun kann ist fürs Nichtstun Geld zu bekommen!

Warum sind ist man da so unkreativ?

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Re: Geld fürs Nichtstun - das Schlechteste was man dem Menschen antun kann

Das schlechteste ist wohl eindeutig geld für kriege, für skrupelloses, angstrengungsloses spekulieren...

Ansonsten anständige löhne für anständige arbeit bzw. ein bedingungsloses grundeinkommen (überlebensbasis).

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Re: Geld fürs Nichtstun - das Schlechteste was man dem Menschen antun kann

Da bin ich ganz Ihrer Meinung - allerdings als Job mit gutem Lohn.

siddh
16.03.2010 07:16
2 0

Wem steht diese Mindestsicherung zu?

(langzeit)Arbeitslose?
Notstandshilfebezieher?
As.ylw.erber und il.lega.le Einw.anderer?

Ich werd ganz nervös bei dem Gedanken, dass ich mir für wenig Geld tägl. den A. aufreisse! Mindestsicherung ist ja ok, man darf aber nicht zulassen, dass sich das hart arbeitende Volk blöd vorkommt.
Für 200€ mehr arbeiten zig tausend Menschen in Ö jeden Tag, 40Std/Woche schwer!

Mindestlöhne anheben, sofort! Das ist ja zum schreien!

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Re: Wem steht diese Mindestsicherung zu?

bei derartig winzigen einkommen machen 2oo euro mehr o. weniger einen grossen unterschied.

Antworten kreuz
16.03.2010 11:18
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Re: Wem steht diese Mindestsicherung zu?

Es wird allen zustehen, die sich legal in Österreich aufhalten (natürlich inc. allen "neuen" EU-Bürgern), deren Arbeitslosengeld oder Notstandshilfe unter der Mindestsicherung liegt. Wenn also z.B. ein rumänischer Staatsbürger in Österriech 1 Jahr gearbeitet hat (bei unter 26jährigen genügen schon 7 Monate) und er weiterhin in Wien wohnt, kann er theoretisch den Rest seines Lebens Mindestsicherung beziehen. Er muss halt die AMS-Auflagen erfüllen wie alle anderen auch (also alle 8 Wochen den Pflichttermin wahrnehmen und ca. 2x im Jahr einen kleinen Kurs machen).

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Re: Wem steht diese Mindestsicherung zu?

Die Mindestlöhne werden steigen, wenn für redliche Arbeit nicht so ausgebeutet werden kann wie jetzt.

Mindestsicherung leistet noch mehr und kostet fast nichts, weil es keine Arbeitslosigkeit mehr gibt und die Arbeitslosenbeiträge zur Finazierung dienen sollten.

Die Kosten der Verwaltung AMS müßten entfallen - wenn sich die Bürokraten nicht alles unter den Nagel reißen - Ausreden wird es genug geben, wetten?


Antworten Gast: tutnichtszursache
16.03.2010 09:17
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Re: Wem steht diese Mindestsicherung zu?

siehs mal so: ich bin im notstand [440€], arbeite geringfügig für 350€. habe im monat also: 790€ zur verfügung. das heisst: ich arbeite für 40€ pro monat um ein bissl anerkennung und soziale kontakte zu halten und dem staat nicht allzusehr auf der tasche zu liegen. ich könnte natürlich um sozialhilfe ansuchen und pfuschen gehen, dann hätte ich wesentlich mehr geld! glaubst du im ernst, ich baumle selig in der sozialen hängematte wenn ich mit grundsicherung dann ca. 300€ mehr im monat zum überleben habe?

Antworten Antworten Gast: Leimer
16.03.2010 11:07
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Re: Re: Wem steht diese Mindestsicherung zu?

Was verdienen Sie denn?

Re: Re: Re: Wem steht diese Mindestsicherung zu?

Wer lesen kann, ist deutlich im Vorteil...

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Re: Wem steht diese Mindestsicherung zu?

ich werde nervoes, wenn ich kommentare wie den ihren lese. sie goennen den aermsten nicht einmal die 744 euro. humanistisches denken ist ihnen wohl fremd? und koennten sie mir erklaeren, was mindestloehne mit mindestsicherung zu tun haben? denken sie, dass menschen mit geringem einkommen sofort den job hinschmeissen? ich denke nicht, dass dem so ist. denn die mehrheit duerfte ihnen an moral weit ueberlegen sein.

Antworten Antworten siddh
16.03.2010 10:47
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Re: Re: Wem steht diese Mindestsicherung zu?

sicher, dass sie meinen Kommentar gelesen haben? wie kommen sie auf die Idee, ich würde jemanden die Mindestsicherung nicht gönnen? Da bin ich der letzte. Sie sehen anscheinend kein Mißverhältnis zw 750€ Mindestlohn und 40 Std arbeiten für 800-900€.

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Re: Re: Re: Wem steht diese Mindestsicherung zu?

das missverhaeltnis kann aber nur durch die (zu geringe?) entlohnung fuer arbeit entstehen. ergo ist die hoehe der mindestsicherung unerheblich. aber u.u. koennte sie zur anhebung der mindestloehne fuehren, was ich als durchaus positiv sehen wuerde. schliesslich sieht dann auch der "kleine mann", dass seine leistung gebraucht wird. und sowas koennte das soziale klima erheblich verbessern.

Antworten Antworten Antworten Antworten siddh
17.03.2010 06:53
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Re: Re: Re: Re: Wem steht diese Mindestsicherung zu?

Na bitte, wir verstehen uns ja. Genau das meinte ich. Das schwer arbeitende Volk kommt sich blöd vor! Nicht weil die Mindestsicherung so hoch wäre, sondern weil der "erarbeitete" Lohn praktisch gesunken ist. Das gehört gestoppt. Es sollte nach wie vor einen Unterschied machen, ob ich arbeite od nicht (aber bitte keine 100€).

Ich wiederhole mich gerne: Mindestlöhne angleichen, sofort! mind. 200€!

Antworten Antworten Gerald
16.03.2010 09:16
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Re: Re: Wem steht diese Mindestsicherung zu?

Humanistisches Weltbild bedeutet aber nicht, dass man deswegen den Realitätssinn wegwerfen soll. Mit 744 € können manche ganz gut leben und wenn man fürs Arbeiten nur ein paar lumpige Euro mehr verdient, dann gleicht man diese Differenz oft alleine dadurch aus, dass man sich die Kosten für den Arbeitsweg spart. Die meisten Menschen sind eiskalte Kosten-Nutzenrechner und bei einer Mindestsicherung von 744 € lohnen sich viele Teilzeitarbeiten gar nicht mehr.
Hier können Sie übrigens Ihr humanistisches Weltbild erweitern:
http://www.welt.de/politik/deutschland/article6456399/Man-muss-aufpassen-nicht-zynisch-zu-werden.html

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Re: Re: Re: Wem steht diese Mindestsicherung zu?

ein guter artikel in der welt. nur warum soll der an meinem weltbild kratzen? im gegenteil. die aussage der beate r.: "...Man muss aufpassen, dass (...) man nicht alle Kunden über einen Kamm schert, nur weil einige mit allen Tricks versuchen, nicht arbeiten zu müssen. (...) Vielleicht sollte man sie einfach in Ruhe lassen. Das käme wahrscheinlich billiger..." bestaetigt nur, dass die dame realistisch denkt. und wegen der paar euro, die sozialschmarotzer erschleichen, kann es sich ein sozialstaat wie oesterreich nicht leisten, die wirklich beduerftigen (und das duerften ca. 95% sein) durch den rost fallen zu lassen und de facto aus der gesellschaft auszuschliessen. aber wenn es fuer sie real ist, dass ein mensch mit 744 euro im monat ganz gut leben kann, dann ist das ihre (realitaetsferne?) ansicht.

Antworten Antworten Antworten Antworten Gerald
16.03.2010 14:36
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Re: Re: Re: Re: Wem steht diese Mindestsicherung zu?

Na gar so gut können Sie den Welt-Artikel nicht gelesen haben:

"Es gibt auch Menschen, die signalisieren deutlich, dass sie an ihrer Situation nichts ändern wollen. Eine Kundin blockiert vom ersten Moment an. Die sieht mich als Gegnerin, die ihre Lebensplanung durcheinanderbringt. Eine gebildete Frau, sehr planerisch, sehr asketisch. Die kommt mit 359 Euro Hartz IV (plus Miete und Heizung) gut zurecht, geht sogar gelegentlich in Konzerte und ins Theater."

Soviel zu meinen angeblich realitätsfernen Ansichten, dass man mit 744 € nicht gut leben kann.

Antworten Gast: ASVG-Sklave
16.03.2010 08:07
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Re: Wem steht diese Mindestsicherung zu? Hoffentlich jedem, der sie braucht

Was müssen Sie für ein armseliger Wicht sein, für den € 741 ein guter Deal sind?
Wie weiter unten jemand schrieb: Sie sorgen sich um die € 100,-. Unterschied bei Kleinsteinkommen, aber die € 15.000 MONATLICHE Differenz zu den Politiker(mehrfach)bezügen, den Wahnsinnspensionen der Beamten und Kammerfunktionäre, die lassen Sie kalt?
Ich meine Sie haben einfach keinen Durchblick. Und jene "hart-Arbeitenden" in Österreich, die um läppische € 100 ,-- mehr verdienen als die Mindestsicherung, wissen ganz genau, dass sie schon morgen die ersten sein könnten, die auf die Mindestsicherung- aufgrund ihrer prekären Arbeitsverhältnisse -, angewiesen sind. Nein, es sind nicht die Kleinverdiener, die sich über die Mindestsicherungen aufregen. Es sind die Kammerfunktionäre, die Beamtenbrut, die Schwarz-Vermieter, die Kredithaie und anderes arbeitsscheues Gesindel, die den Kuchen nicht teilen wollen.

Antworten Antworten siddh
16.03.2010 09:09
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Re: Re: Wem steht diese Mindestsicherung zu? Hoffentlich jedem, der sie braucht

Verstehe ich sie richtig: wenn man in einem Kommentar NICHT erwähnt, das die Beamtenbezüge ein Witz sind, ist man in ihren Augen ein armseliger Wicht, ohne Durchblick? Dann werd ichs für sie in Zukunft dazuschreiben. Von einem guten Deal, habe ich im übrigen nichts geschrieben. Mäßigen sie sich, auch wenns angesichts unserer Politik nicht leicht ist...ich mach sie nicht

Antworten Gast: ET
16.03.2010 07:45
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Ihre Forderung ist sehr berechtigt!

Die Mindestlöhne passen überhaupt nicht zur Leistung und passen auch nicht zur sozialen Absicherungen und den Pensionen.

Die Mindestsicherung bekommen alle Menschen, welche Mittellos sind und ihr eigenes Leben nicht finanzieren können.

Mittellos heisst, es darf kein Besitz vorhanden sein (also Sparbücher, Kontoguthaben, PKW, Immobilien). Das bedeutet, dass diese Mindestsicherung nur Menschen zugesprochen wird, welche wirklich bettelarm sind.

Es sind Menschen davon ausgeschlossen, welche einen Ehepartner oder Lebenspartner haben, welcher ein brauchbares Einkommen hat. Es soll also zuerst der Familienbund herhalten.

Ob die Verwaltung in Österreich die Kontrolle über den Missbrauch schafft wird sich noch zeigen.

Die Finanzierung sollte für Österreich eher kein Problem sein. Von den laufenden Beiträgen der Arbeitslosenversicherung wird nur etwa 50% an die Bedürften ausgeschüttet, der Rest versickert in Schulungen, Verwaltung oder auch dem allg. Budget. Der Staat sollte dazu keine zusätzlichen Mittel brauchen, er müsste nur mit den Geldern der Arbeitslosenversicherung ordentlich umgehen.

Die 270.000 Menschen, welche das brauchen, bekommen dann total ca. 2,4 Mrd. Euro vom gesamten laufenden Staatsausgaben über 145 Mrd. Euro.

Es sollte also schon passen. Die Entlohnung der Leistungsträger, welche volkswirtschaftliche Leistungen bringen, passt aber überhaupt nicht, die Ruhegenüsse von Beamten schon gar nicht.


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Re: Ihre Forderung ist sehr berechtigt!

wie kommen sie auf 2,4 mrd. euro? grossteils werden ja nur die bereits bestehenden bezuege auf 744 euro aufgestockt. wenn ich richtig gelesen habe, ergibt das rund 250 mio. zusaetzliche belastung. und wegen den paar euro schaden, die eventuell durch sozialbetrug entstehen, die kontrollen aufzublaehen, halte ich fuer unwirtschaftlich.

Antworten Antworten Antworten Gast: ET
16.03.2010 09:14
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Re: Re: Ihre Forderung ist sehr berechtigt!

Ich berücksichtigte die Gesamtkosten und nicht nur die Zusatzkosten.

270.000 Empfänger x 744.- Euro x 12 Monate = 2,41 Mrd. Euro.

Wenn man genau ist, dann müsste man auch noch die Kosten der Krankenversicherung dazu nehmen.

Und wenn man ganz genau ist, dann auch noch die Rückflüsse für die erheblichen Konsumabgaben an den Staat berücksichtigen.

Die Kontrollen braucht man auch nicht aufblähen, sonder ein kleiner Teil der 348.000 öff. Bediensteten müsste ihren Aufgaben nur ordentlich nachkommen. Das hat nichts mit Wirtschaftlich zu tun, nur mit einer Grundfunktion der Staatlichkeit, welche heute nicht gegeben ist.

 
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