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Volksbefragung: 95 Prozent lehnen Asylzentrum ab

21.03.2010 | 18:36 |  THOMAS PRIOR (Die Presse)

Die Wahlbeteiligung im Südburgenland beschränkte sich auf knapp 28 Prozent – auch Eberau stimmte erneut klar mit „Nein“. In einigen Gemeinden stimmten sogar 100 Prozent gegen ein Asylzentrum.

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EISENSTADT. Als der Landeshauptmann am Sonntag die Kunde aus dem Südburgenland vernahm, schlug er große Töne an: Von einem „Sieg der Demokratie“ sprach Hans Niessl (SPÖ), und von einem „Sieg der Vernunft“. Doch das Ergebnis der Volksbefragung war auch eine optische Täuschung: 94,49 Prozent der Südburgenländer (als solche gelten die Bewohner der Bezirke Oberwart, Güssing und Jennersdorf) sagten zwar „Nein“ zu einem Asylerstaufnahmezentrum in ihrer jeweiligen Gemeinde. Aber nur 27,67 Prozent von 86.309 Stimmberechtigten traten den Weg in die Wahlkabinen überhaupt an.

Mit dem beginnenden Frühling mag das weniger zu tun gehabt haben, als mit dem Umstand, dass die Würfel in und rund um Eberau politisch längst gefallen sind: Denn die Ortsbevölkerung der nunmehr bekanntesten Gemeinde Südpannoniens sprach sich vor genau einem Monat mit einer deutlichen Mehrheit von 90,14 Prozent gegen ein Erstaufnahmezentrum im Ortsteil Kulm aus. Woraufhin Innenministerin Maria Fekter (ÖVP) das Projekt für gescheitert erklärte.

Die im Burgenland absolut regierende SPÖ ließ sich davon nicht beeindrucken und beharrte auf einer zweiten Volksbefragung, die nicht mehr nur Eberau einschließen sollte, sondern gleich die gesamte Region mit ihren 72 Gemeinden. Wer hier einen Zusammenhang mit der Landtagswahl am 30. Mai vermutet, wird möglicherweise nicht ganz falsch liegen.

Chronologie: Das Hickhack um ein drittes Asylzentrum

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Stinatz: Die meisten „Ja“-Sager

Auf diese Weise erlebten die Eberauer am Sonntag also eine Art Déjà-vu – und sagten noch deutlicher „Nein“ als beim letzten Mal. Nämlich mit 95,8 Prozent. Allerdings: Wenn die Wahlbeteiligung von 54,34 Prozent auch die höchste der gesamten Volksbefragung war, blieb sie dennoch weit unter dem Februarwert von 81,61 Prozent.

Das prozentuell größte Ausmaß der Ablehnung wurde aus der Gemeinde Wolfau gemeldet: 97,94 Prozent. In einzelnen Ortsteilen gab es sogar ein einhelliges „Nein“: In Winten (aus dem der Eberauer ÖVP-Bürgermeister Walter Strobl stammt), Deutsch Ehrensdorf (Gemeinde Strem), Allersdorf (Weiden bei Rechnitz), St. Martin in der Wart (Oberwart), Tudersdorf und Kroatisch Tschantschendorf (beide gehören zu Tobaj) wollen 100 Prozent der Einwohner lieber kein Asylzentrum vor der Haustüre. Den Spitzenwert am anderen Ende der Skala erzielte die burgenlandkroatische Gemeinde Stinatz, in der mit 15,2 Prozent die verhältnismäßig meisten Befürworter daheim sind.

Das Gesamtergebnis ließ jedenfalls viel Raum für Interpretationen: FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache, dessen burgenländische Statthalter zum Boykott der Befragung aufgerufen hatten (sie wollten sie auf das ganze Land ausgedehnt wissen), wollte im Votum erkannt haben, dass „die Grenze des Erträglichen“ in der Asylpolitik längst überschritten sei. SPÖ-Bundesgeschäftsführerin Laura Rudas sah „die Retro-Politik des Drüberfahrens von Innenministerin Fekter“ bestraft. Aus dem Niessl-Büro hieß es: Man habe mit einer Wahlbeteiligung zwischen 20 und 25 Prozent spekuliert. Dieser Wert sei nun sogar übertroffen worden.

(c) APA

AUF EINEN BLICK

In Leoben verlor die SPÖ am Sonntag 8,61 Prozentpunkte, behielt mit 52,85 Prozent aber die absolute Mehrheit. Die Bürgerliste um SPÖ-Dissident Walter Reiter brachte es bei ihrem ersten Antreten auf 8,44 Prozent. ÖVP: 16,03 Prozent; KPÖ: 10,29 Prozent; FPÖ: 8,15 Prozent; Grüne: 2,48 Prozent; BZÖ: 0,64 Prozent.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.03.2010)

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76 Kommentare
 
1 2 3
Cuchulainn
22.03.2010 20:13
1 0

Bundesweite Volksabstimmung!

Stoppt die Flut der Wirtschaftsflüchtlinge, die sich nur an unserem Sozialsystem mästen wollen!

Gast: Nemesis
22.03.2010 17:48
2 0

No na zum Ergebnis!

Und jetzt laßt uns über Moscheen & Co. abstimmen....

chd
22.03.2010 15:52
0 1

Landesfürst Niessl

Ist es ein teurer Scherz, SPOe Wahlpropaganda,
oder ist es Irrsinn mit Methode ?
In dieser Situation eine Volksbefragung zu machen ist jedenfalls in Zeiten wie diesen eine
Pflanzerei des Steuerzahlers. Dann noch von
einem "Sieg der Demokratie" zu sprechen ist
für mich Chuzpe. Bei 27,67 % Beteiligung !!!!

1 0

Volksbefragung in Traiskirchen?

Werden die SP-Politiker jetzt auch in Traiskirchen über das Lager abstimmen lassen, um auch dort "einen Sieg der Vernunft" zu ermöglichen? Oder gilt sowas nur dort, wo es gerade in den laufenden Wahlkampf passt?

Entropix
22.03.2010 10:22
4 0

"wie aus

gewöhnlich gut informierten Kreisen zu hören war, tragen die SPÖ Burgenland, Herr Niessl und Herr Faymann die Kosten der Volksbefragung aus eigener Tasche".... und dann bin ich aufgewacht.. ;-)

1 1

Ein klares Ergebnis!

Auch wenn jetzt wieder die Versuche gestartet werden dieses demokratische Ergebnis umzudeuten sollten die abgehobenen und unfähigen Politiker in der SPÖ, Grünen und Teilen der ÖVP endlich umdenken. Man kann nicht auf Dauer gegen die Interessen der eigenen Bevölkerung regieren. Die Multikulti- und Randgruppenpolitik der linken Gutmenschen ist gescheitert, dies werden noch deutlicher die kommenden Wahlen zeigen. Landeshauptmann Niessl ist einer der wenigen Sozialdemokraten der die Notbremse gezogen hat da er nicht den Kontakt zu seinen Wählern verloren hat!

ernestus
22.03.2010 09:08
1 5

Kleine Rechnung

Wenn man die Wahlbeteiligung ins Verhältnis zum Ergebnis setzt, wird man mit Erstaunen feststellen, daß nur 26,14 % der südlichen Burgenländer gegen das - nun ohnehin nicht geplante - Asylerstaufnahmezentrum gestimmt haben.
S o eigenbrötlerisch, wie LH Nissel seine Landsleute hingestellt hat, sind diese offensichtlich doch nicht!

Gast: Gallier
22.03.2010 08:31
1 1

Ein kleines Dorf...

..mit eigenem Gartenzaun, wo die Zwerge "Wache" stehen, der Kukuck ruft und die Bürger "unter Ihresgleichen" in einer rundum "vom Chef" bestimmten Lebensweise dahinvegetieren, wäre also das Nonplusultra für jene, die sich "vor äußeren Einflüssen" fürchten.

Wenn sie dann in der "großen, weiten Welt" etwas distanziert belächelt werden, ist NICHT die "eigene kurzdenkende Einstellung", sondern der "Rest der Bösen Welt" am Unbehagen dieser "Menschs" schuld.
- "Menschen" denken da ewas anders....

Antworten Gast: Prof. Zwangsjacke
22.03.2010 11:06
1 0

Re: Ein kleines Dorf...

Sie sprechen also jedem, der nicht so denkt wie Sie, das "Mensch-Sein" ab?

Was ist in Ihrem Leben bloß schief gelaufen...

Sebifredi
22.03.2010 08:20
2 0

Wenn ich pünktlich meine Mindestsicherung,

mein Arbeitslosengeld....überwiesen bekomme, warum sollte ich dann für Asylanten etws bauen, für sie kochen, waschen, mich um sie kümmern? Lieber keine Arbeit für andere, für mich braven ,arbeitslosen Österreicher wird schon gesorgt!Und im Burgenland bin ich ja besonders sicher!!! Danke, dass das Bundsheer auf uns so gut aufpasst!

Sebifredi
22.03.2010 08:15
0 0

Wenn ich pünktlich meine Mindestsicherung, mein Arbeitslosengeld....


ahha
22.03.2010 06:14
0 0

Welche Überraschung

Langjährig anwesende, überwiegend integriete, werden ohne viele Worte abgeschoben.
Den Kretins welche uns bestehlen und ausrauben wird man nicht habhaft...
Herr Nissl wäre ein guter Bundespräsident, an der notwendigen Scheinheiligkeit arbeitet er ja schon...

6 0

Ein klares Ergebnis:

95,8% waren gegen ein Asylzentrum.
4,2% waren bei der Abstimmung besoffen.

--


Gast: EINE WELT
22.03.2010 00:56
1 10

Ähnliche abstimmung wie wenn man Kinder darüber abstimen lassen würde ob sie sich Gesund ernähren wollen....


Irgendwann wird der letzte Rechte einsehen: WIR ALLE SIND MENSCHEN

Antworten Gast: Nemesis
22.03.2010 17:49
0 0

Re: Ähnliche abstimmung wie wenn man Kinder darüber abstimen lassen würde ob sie sich Gesund ernähren wollen....

Du bist ein lebender Gutmenschenwitz.

0 0

Re: Ähnliche abstimmung wie wenn man Kinder darüber abstimen lassen würde ob sie sich Gesund ernähren wollen....

Irgendwann wird der letzte Linke einsehen:
Multi-Kulti funktioniert nicht!

Gast: michi
22.03.2010 00:49
0 10

In Österreich wird von der Masse nicht einmal

ASYL von MIGRATION unterschieden-

In Sachen ZUWANDERUNG hat die Mehrheit eben anstatt einen kühlen Kopf und ein warmes Herz - nur ANGST

Das diese Reaktion nichts bringt außer Misslungene Integration, Panik in der Bevölkerung und illegalisierte Menschen sehen wir Tag Täglich in der KRONE...

Österreich braucht nicht weniger, Österreich braucht MEHR zuwanderung - DAS IST EIN FAKT - sonst könnt ihr euch eure Pensionen SOFORT abschreiben.... Wer hat den Österrich aufgebaut, Na? GASTARBEITER

Antworten Gast: jössas
22.03.2010 22:38
1 0

Re: In Österreich wird von der Masse nicht einmal

Mein Gott, da gibt's im Jahr 2010 noch immer einen der mit der Pensionssicherung durch Zuwanderung daherkommt! Und Österreich haben die Gastarbeiter aufgebaut ? Ich will Ihnen ja nicht schmeicheln, aber ...nein, tu ich mir nicht an...aber fängt Ihr Familienname vielleicht mit H an und haben Sie ein Alkoholproblem?

0 0

Teilweise 100 Prozent Zustimmung für die SPÖ - Sie trifft Bürgerins Sorgen auf den Nagel!

Vertreterinnen die genau das tun, was Bürgerin will - das ist der Weg Werner Faymann.

Aus diesem Grund, bekommt er auch 100 Prozent zustimmung. Den was er sagt, bewegt Österreich.

Kein Wunder - ist doch er es, der sozial, kompetent und fair ist. Welche andere Partei könnte es?

Somit weiss die Bürgerin, sie ist bei Faymann in besten Händen. Sie geht diesen Weg gemeinsam. Den Faymann verwendet eine Erfolgssprache die die Bürgerin versteht.

Antworten ernestus
22.03.2010 09:14
0 0

Re: Teilweise 100 Prozent Zustimmung für die SPÖ - Sie trifft Bürgerins Sorgen auf den Nagel!

Michi_Austria scheint schon recht gut integriert zu sein - die Rechtschreibung bessert sich von Tag zu Tag und wird damit zu einer effektiven Werbung für den, von ihr so sehr geliebten Faymann.

(zur Perfektion der Grammatik gibt es recht günstige Deutschkurse !)

Gast: Lache nie über die Dummheit der anderen. Sie ist deine Chance.
21.03.2010 23:55
0 0

Und was passiert jetzt

mit dem Grund, der wegen Verschleierungstaktik von einem Salzburger gekauft wurde, der irgendwas von einem Wohnungsprojekt säuselte?
Wurde da jetzt wieder Steuergeld verbraten?
Schwamm drüber? Erledigt?
Lustig geht die Welt zu Grunde!

Könnte man dort nicht eine Luxusgefängnisstherme für Millionengauner errichten, damit sie nicht soviel leiden müssen, mit einer Luxussauna wo man statt Wasser mit Swarovskysteinen aufgiesst?

Gast: michi
21.03.2010 23:07
0 5

Österreich hat viel zu scharfe Asylgesetze

und noch dazu wird zwischen ASYL und MIGRATION nicht UNTERSCHIEDEN!

Gast: nisemodkod
21.03.2010 21:43
0 2

Ich gratuliere der SPÖ

zu dieser no-na-ned Umfrage. Gut gemacht, Respekt! Wer's zahlt is eh wurscht.

Gast: gast
21.03.2010 21:06
5 0

Wien

So eine Befragung hätte ich in Wien auch gerne. Na wie wär`s Herr Bürgermeister? Nachdem Sie ja jetzt Ihre Liebe für die direkte Demokratie entdeckt haben.

Mswati 3
21.03.2010 20:48
2 4

Die Herrschaften im S-Burgenland

duerfen sich nicht wundern, wenn es keine Jobs gibt und sie nach Graz bzw. nach Wien pendeln muessen

Gast: aha
21.03.2010 20:06
2 0

Und wieder zeigt die SPÖ, was ihr das Steuergeld der Bürger wert ist!

Dies ist in der Tat ein wichtiges Signal, nämlich dafür, wie die SPÖ mit Steuergeld umgeht und es für sinnloseste Umfragen, die keiner mehr braucht aus dem Fenster wirft.

Ein weiteres wichtiges Signal, wie die SPÖ zu Koalitionsabkommen steht und dann, wenn das Abkommen spruchreif wird, sich vehement dagegen stellt und sogar den Koalitionspartner düpiert.

Wichtig aber auch das Signal, dass die linken Gutmenschen Asylzentren offensichtlich nur in "schwarzen" Bundesländern toleriert, aber in roten Bundesländern sogar dagegen Stimmung macht!

 
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