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Schlechte Zeiten für Hassprediger

20.04.2010 | 18:55 |   (Die Presse)

Die Gesetzeslage von Österreich bis Frankreich: In immer mehr Ländern wird der Aufruf zum Terrorismus unter Strafe gestellt. In Großbritannien ist sogar dessen Verherrlichung verboten.

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Österreich: Strafe für Terror-Gutheißer

Wer in Österreich zu einer terroristischen Tat auffordert oder sie auch nur gutheißt, dem drohen bis zu zwei Jahre Haft. So sieht es das am Dienstag im Ministerrat verabschiedete Gesetz vor. Dieselbe Strafe droht Personen, die in Medien oder im Internet Anleitung zu einer terroristischen Straftat geben.

Teil des Präventionspakets ist überdies eine Ausweitung des Verhetzungsparagrafen. Künftig darf man auch nicht gegen bestimmte Altersgruppen, ein Geschlecht oder Personen mit einer bestimmten sexuellen Orientierung feindliche Stimmung verbreiten (bis zu zwei Jahre Haft drohen). Bisher galt das nur für durch Rassen oder Religion abgegrenzte Gruppen. Strafbar ist man bereits, wenn man eine der genannten Gruppen öffentlich „verächtlich macht“. Neu sind auch eigene Delikte für die Terroristenausbildung: „Lehrer“ müssen mit bis zu zehn, „Schüler“ mit bis zu fünf Jahren Haft rechnen. aich


Großbritannien: Terrorglorifizierung strafbar

Die Anschläge auf Londons U-Bahn im Juli 2005 führten zu einer gesetzlichen Handhabe gegen Hassprediger: Im erweiterten Antiterrorgesetz von 2006 wurde die Glorifizierung von oder die Anstachelung zu politischer Gewalt unter Strafe gestellt, ebenso die „indirekte Ermutigung“ zu Terrorakten. Der direkte Aufruf zum Terrorismus war aber schon zuvor strafbar. Untersagt ist ebenfalls die Verbreitung von Publikationen, die der Vorbereitung von Anschlägen dienen können. Der bekannteste Fall ist bisher der von Abu Hamza al-Masri, der in der berüchtigten Finsbury Park Moschee predigte: Er wurde zu sieben Jahren Haft verurteilt, weil er zur Tötung von Nichtmuslimen aufgerufen hatte. Auf Basis des neuen Gesetzes wurden auch zahlreiche islamistische Gruppen verboten. Großbritannien ist wegen seiner großen pakistanischen Community besonders wachsam. hd


Deutschland: Handhabe gegen Hassprediger

Seit 2001 traten mehrere neue Antiterrorgesetze in Kraft. Extremistisch ausgerichtete religiöse Gemeinschaften können nach der Novellierung des Vereinsgesetzes verboten werden. Seit einer Erweiterung des Antiterrorgesetzes im Jahr 2007 darf der Verfassungsschutz auch gegen verfassungsfeindliche Bestrebungen agieren, wenn diese die Bereitschaft zur Anwendung von Gewalt fördern. Dabei kann es sich genauso um Hetze rechtsextremistischer Organisationen wie um islamistische Hasspredigten handeln. Seit Juli 2009 kann die Vorbereitung schwerer staatsgefährdender Taten geahndet werden, so etwa die Ausbildung in einem Terrorcamp, mit bis zu zehn Jahren Gefängnis. Voraussetzung ist der Vorsatz, eine Straftat begehen zu wollen. Auch das Verbreiten von Sprengstoffanleitungen und die Aufnahme von Beziehungen zu terroristischen Vereinigungen kann bestraft werden. em


USA: Schwammiger „Patriot Act“

Nach den Anschlägen vom 11.September 2001 wurden in den USA die Antiterrorgesetze drastisch verschärft, gebündelt im sogenannten „Patriot Act“. Dieser stellt unter Strafe, „wissentlich“ ausländischen Terrorgruppen, die vom Außenministerium als solche gelistet sind, materielle Unterstützung oder Ressourcen zur Verfügung zu stellen. Die Bestimmung ist schwammig und enthält vor allem keine Ausnahme bezüglich des ersten Verfassungszusatzes (der die Redefreiheit garantiert). Juristen streiten daher, welche Art verbaler Äußerungen darunterfällt. Jedenfalls unter Strafe steht jeglicher „Expertenratschlag“ (nicht nur in technischer Hinsicht) in der Vorbereitung eines Terroraktes. Ein bekannter Fall war der des Biologen Ali al-Timimi, der 2005 zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt wurde, weil er seine Anhänger dazu angestiftet hatte, Terrorcamps im Ausland zu besuchen. red


Dänemark: Harte Gangart

Im sonst liberalen Dänemark gibt es für die Vorbereitung von Terrorakten drakonische Strafen. Auch wer einen anderen für einen Terrorakt anwirbt oder ihn dafür trainiert, wird mit Gefängnisstrafen von sechs bis zehn Jahren bestraft, unter verschärften Umständen gar bis zu sechzehn Jahren. Mit immer härteren Gesetzen reagiert Dänemark auf die Drohungen, die das skandinavische Land seit der Teilnahme am Irak-Krieg und vor allem seit der Affäre um die Mohammed-Karikaturen als Terrorziel auf eine Stufe mit den USA und Israel hoben. Die Befugnisse der Polizei für Abhörung und Überwachung wurden ausgebaut. Auch in Schweden sollen die Anstiftung, Rekrutierung, Ausbildung und Vorbereitung zu Terrorakten unter verschärfte Strafe gestellt werden, der vorgeschlagene Rahmen ist allerdings allerdings deutlich niedriger als im Nachbarland. gam


Frankreich: Zahlreiche Abschiebungen

Die Anstiftung zu terroristischer Gewalt oder deren Verherrlichung wird in Frankreich mit Haft und Bußgeld bestraft. Auf diesen Gesetzesartikel stützen sich auch Entscheide zur Ausweisung sogenannter Hassprediger. Oft reicht schon „Anstiftung zu Gewalt“ als Begründung einer Ausweisung, wie im jüngsten Fall eines Imams von Saint-Denis im Norden von Paris im Jänner 2010. Laut Innenminister Brice Hortefeux handelte es sich um „ein gefährliches Individuum, das in den Moscheen von Saint-Denis zum Kampf gegen das Abendland aufrief... und zu Gewalt anstiftete“. Eine spezielle Polizeibrigade und Antiterror-Untersuchungsrichter ermitteln nicht nur nach Terrorakten, sondern auch bei deren Verherrlichung durch Dritte. Besonderes Augenmerk gilt dabei Internetforen. Seit 1991 wurden wegen Anstiftung zu Gewalt 129 Islamisten aus Frankreich abgeschoben, darunter 29 Imame oder Prediger. r. b.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.04.2010)

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13 Kommentare
Gast: Ogrosl
23.04.2010 02:57
0 0

Schlechte Zeiten für Hassprediger...?

.... und Bush & Blair kommen als Hassprediger und Kriegsverbrecher (z.B. unmotivierter Angriffskrieg und Besetzung des Irak) ungeschoren davon!

Stephanos
22.04.2010 22:45
0 0

Für alle?

Auch für jene, die in den Moscheen gegen den Westen hetzen?

Gast: hbm
22.04.2010 05:22
0 0

die welt ist voll mit hasspredigern.

die katholische kirche hetzt offen gegen homosexuelle, bezeichnet sie als krank und abartig.
dazu betreibt sie zahlreiche terrorcamps und geht auch mit den eigenen mitgliedern nicht gerade zimperlich um. psychoterror, einschüchtern, angstmachen ist an der tagesordnung.

alle die das finanzieren oder gutheißen müssten sofort nach diesem gesetz bestraft werden.

Gast: Moslem
21.04.2010 18:49
0 0

SCHWACHSINN

was heisst hier "hassprediger"?
hasprediger ist doch jemand der seine meinung sagt oder wenn man einen bart trägt,menschen wie khaled el-masri werden entfürht und dann mundtot gemacht bzw. in nervenheil anstalte eingesperrt.
leute seit doch mal ehrlich ihr lebt in einer zionistischen diktatur die von geldgeilen goyim-loobysten regiert wird.

www.EinladungZumParadies.de

Antworten Ophicus
21.04.2010 20:56
0 0

Re: SCHWACHSINN

Liberale wie Pat Condell sind da am konsequentesten.
Der ist ein erklärter Feind des Islam im besonderen und Religion im allgemeinen, und hat trotzdem gegen das Verbot einer recht radikalen islamistischen Organisation protestiert, weil er eben die Meinungsfreiheit nicht einschränken lassen will - und außerdem der Meinung ist dass die Öffentlichkeit wenigstens wissen sollte wofür diese Leute stehen. Auch und gerade wenn es dumme, radikale Verschwörungstheoretiker sind.

Gast: nikl
21.04.2010 14:01
0 0

Na ja

Na ja, ich würde es gerne glauben, aber die linken und andere gutmenschen dürfen bei uns alles von sich geben, das wird vom linken orf und anderen medien nur unterstützt und totgeschwiegen

hl_1001
21.04.2010 12:55
1 0

EU als Rettungsanker?

Wäre doch schön zu sehen, wenn die EU diese lächerlichen nationalen Gesetzgebungen wieder aushebelt und endlich Meinungsfreiheit durchsetzt. Sagen können UND dürfen was einem passt,aber leider sind wir nur die Trotteln in einem verkehrten System.

Antworten Gast: tja, pech ist nur, daß es die EU ist, die diese terrorgesetze aufgrund ihrer ansässigkeit im mastdarm der USA beschlossen und befohlen hat.
22.04.2010 05:31
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Re: EU als Rettungsanker?

es ist ja nicht eine EU der europäer
sondern ein krieg der EU gegen die europäer. ein verdammt kalter und dummer krieg.

ichmeine
21.04.2010 10:05
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blöde Sprüche über Verbrechen, die vor 2 Generationen begangen wurden,

sind wichtiger, als gegenwärtige Aufrufe zu Verbrechen

ob al-Rawi dann noch immer Wiener Gebetshäuser "kennen" wird, in denen Hassprediger auftreten, wenn diesen Strafen drohen???

für die Wiener-SPÖ wird´s immer enger

Gast: Geheimrat
21.04.2010 09:50
5 0

Na da müsste doch der Koran und somit auch der Islam sofort verboten werden!


Antworten Knieriem
21.04.2010 14:47
0 0

Re: Na da müsste doch der Koran und somit auch der Islam sofort verboten werden!

Aber gehn`S, wieso denn? Carla Amina, die bekannte Märchenerzählerin, erzählt uns doch immer so schöne Geschichten wie aus Tausendundeinenacht. Also so Geschichten von mildtätigen Gaben, von Fasten, usw. Also dafür kann der Koran nach dem neuen Gesetz sicher nicht verboten werden.

Antworten Gast: heidelbeere
21.04.2010 10:31
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Re: Na da müsste doch der Koran und somit auch der Islam sofort verboten werden!

Richtig! Das ist aber nicht gemeint. Eher die Kritik an faschistischen Ideologien soll damit unter Strafe gestellt werden. Der Weg in die Diktatur wurde erfolgreich beschritten

Antworten Gast: Gastname
21.04.2010 09:58
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Re: Na da müsste doch der Koran und somit auch der Islam sofort verboten werden!

Genau solche Aussagen sollen mit diesem Gesetz in Zukunft verhindert werden, damit es der Muslimbruderschaft noch leichter fällt, ein europäisches Kalifat zu errichten!

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