26.05.2012 11:06 | Meine Presse Merkliste 0

Beamtenbezüge als Damoklesschwert

16.05.2010 | 18:23 |  KARL ETTINGER (Die Presse)

Ein EuGH-Urteil bringt die Regierung in Bedrängnis. Durch die Anrechnung sogenannter Vordienstzeiten bei Beamten droht eine Millionenbelastung. Die knifflige Suche nach einer günstigen Lösung läuft.

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WIEN. Als ob die Bundesregierung mit den Turbulenzen um den Euro nicht schon genug um die Ohren hätte: Vor der Erstellung des Budgets 2011 ist die Koalition an einer anderen Flanke zusehends in Bedrängnis geraten. Es geht um die Bezüge der Beamten, und zwar, wie der „Presse“ im Beamtenressort und von Gewerkschaftern bestätigt wird, um die Anrechnung sogenannter Vordienstzeiten. Deswegen drohen Mehrbelastungen, über deren Höhe die Einschätzungen allerdings weit auseinandergehen – zwischen einem zweistelligen Millionenbetrag und einer budgetär kaum verkraftbaren Gesamtsumme jenseits der Milliarden-Euro-Grenze.

Fest steht: Die Regierung hat noch vor dem Start der Gehaltsrunde für den öffentlichen Dienst im Herbst ein zusätzliches Problem am Hals. Dabei gab es erst in der Vorwoche neue Drohgebärden der Beamtengewerkschaft wegen der vorgesehenen „undifferenzierten“ Personaleinsparungen in den Ressorts von knapp 3000 Posten bis 2014.

 

Folgen für die Einstufung

Auslöser ist ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zur Anrechnung von Ausbildungszeiten, nämlich Lehrzeiten, für den sogenannten Vorrückungsstichtag. Dieser ist entscheidend für die Einstufung beim Gehalt. Davon hängt in der Folge ab, wann die automatischen Gehaltsvorrückungen alle zwei Jahre (Biennien) zum Tragen kommen.

Grundsätzlich gilt, dass im Bundesdienst Vordienstzeiten erst ab dem 18. Lebensjahr angerechnet werden. Ein Vertragsbediensteter der TU Graz bekam vor dem EuGH Recht, dass diese Grenze eine Altersdiskriminierung darstelle. Ein genereller Ausschluss der Anrechnung von Vordienstzeiten stehe nicht im Einklang mit europarechtlichen Bestimmungen.

Nun sucht die Regierung in Person der für den öffentlichen Dienst zuständigen Ministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) eine Lösung. Kein einfaches Unterfangen. Das Urteil ist ja bereits im Juni 2009 ergangen. Mittlerweile sind, wie der „Presse“ bestätigt wurde, mehrere Varianten geprüft worden. Ob es noch vor dem heurigen Sommer eine Lösung gibt, war allerdings bis zuletzt offen.

 

„Wahnsinnig“ teure Varianten

In der Causa hat die Regierung die Führung der Beamtengewerkschaft grundsätzlich hinter sich. Aber: „Es ist gar nicht so einfach, eine halbwegs wasserdichte Lösung zu finden“, räumt ein Experte ein. Eine derartige Neuregelung sei „schwierig“.

Denn es ist nicht einmal endgültig geklärt, wie das Erkenntnis zu interpretieren ist und ob nur Lehrzeiten neu zu regeln sind. Andernfalls wird es kostspielig. „Sind auch Schul- und Studienzeiten dabei, wäre das wahnsinnig teuer.“

In der Regierung ist man bemüht, die Dimension des Problems und damit etwaiger Zusatzkosten so wenig dramatisch wie möglich darzustellen. In einem gewissen Widerspruch dazu steht freilich, dass der Vorsitzende der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, Christian Meidlinger, in einem Schreiben an alle Mitarbeiter vom 3. Mai auf eine hochkarätig besetzte Konferenz der Personalreferenten am 26. und 27. Mai in Retz verwiesen hat. Auf „ausdrücklichen Wunsch“ der Gemeinde Wien sei eine Neuregelung auf die Tagesordnung dieses Treffens gesetzt worden. Denn betroffen sind auch Beamte und Vertragsbedienstete in Ländern und Gemeinden.

Während manche rechnen, dass maximal ein zweistelliger Millionenbetrag bei einer EU-konformen Reparatur der Bestimmungen notwendig wäre, sprechen andere Experten von Belastungen von mehr als einer Milliarde Euro. Manche argumentieren sogar, auch Beamte im Ruhestand könnten wegen der falschen Anrechnung von Vordienstzeiten noch mehr Pension erhalten.

 

Schon neue Anträge

Ewig kann sich die Regierung nicht mehr Zeit lassen. Denn, so wird der „Presse“ bestätigt, es haben bereits weitere Bundesbedienstete Anträge auf die für sie günstigere Anrechnung von Vordienstzeiten gestellt. Diese Anträge müssen binnen sechs Monaten bearbeitet werden.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 17.05.2010)

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167 Kommentare
 
1 2 3 4
Gast: Beamter i. R.
23.05.2010 17:02
0 0

Weg mit der Untergrenzenaltersdiskriminierung!

Männliche österreichische Staatsbürger dürfen
(mit Einverständnis der Erziehungsberechtigten) schon mit 17 Jahren
den ordentlichen Präsenzdienst beim Bundesheer leisten. Aber der Grundwehrdienst wird erst ab dem 18. Geburtstag als Vordienstzeit angerechnet!
B-Beamte müssen die Matura bestanden haben; A-Beamte müssen darüber hinaus ein akademisches Studium erfolgreich abgeschlossen haben. Aber der Besuch der Oberstufe einer AHS oder ein ähnlicher Schulbesuch nach dem Ende der Schulpflicht (nach dem 8. oder 9. Schuljahr) und das Hochschulstudium vor dem 18. Geburtstag
(das können immerhin einige Monate im 1. Semester sein) werden nicht als Vordienstzeiten angerechnet!
Als Beamter im Ruhestand bitte ich meinen obersten Dienstherrn, den Vater Staat, bei der Anrechnung der Vordienstzeiten logisch und konsequent vorzugehen. Das sollte die Republik Österrecich auch tun, wenn es von
der Europäischen Union und dem Europäischen Gerichtshof nicht gefordert würde.


DerÄtzer
18.05.2010 11:04
0 0

Wenn man diese Zeiten mit den Ruhegünssen über ASVG verrechnet verlieren die den Schrecken!

Dazu braucht man das Volk - eine Abstimmung über Privilegien brächte Klarheit.

jopc
18.05.2010 09:52
0 0

an alle die hier mit schaum vor dem mund posten

schaut euch mal die ÖBB vor ein paar jahren an.
ein ähnliches thema. der geifer lief den werten posten förmlich herunter.
NACH der reform kam man dann drauf dass es VORHER eigentlich billiger war.
aber die hasserfüllte regierung, mit kuckacka an der spitze hat durch das dicke brett vor dem kopf einfach nicht die auswirkungen bedacht und einfach nur immer blind geschrien: weg mit den angestellten, her mit dem ASVG recht. jetzt haben sie es 14 jahre und sind draufgekommen dass es teurer ist.
auch dort hat übrigens die regel gegolten, unter 18 jahre keine anrechenbare zeiten.

Gast: desaster
17.05.2010 23:08
0 1

"ich zittere wirklich schon vor diesem damoklesschwert"

also wie ich vermutete, der clevere Tom9³ hat schon längst eine 100%ige Lösung wie er die Kleingkeit von 1Mrd € aufbringt und schon brauchen wir nicht mehr zu zittern.

Ist ja eh nur unser aller Steuergeld und da wir das Budget schon lang nicht mehr im Griff haben, machen wir halt neue Schulden; mit Zinsen und Zinseszinsen wieder 250 € jährlich für jeden Österreicher, egal ob Baby oder Greis.

Freundschaft, die nächste Generation ist begeistert von unserem geliebten Volksbundeskanzler samt seinem Tom9³, die ja alles bestens im Griff haben.

Tom93
17.05.2010 16:09
1 1

ich zittere wirklich schon vor diesem damoklesschwert!

man kriegts echt mit der angst zu tun! diese VORDIENSTZEITEN werden mir den letzten schlaf rauben! danke herr ettinger!

Tom93
17.05.2010 16:01
1 0

und so eine schnarch-meldung schafft es auf die titelseite?

die presse muß wirklich panische angst vor allem was nach staat, verwaltung und beamten riecht haben. anders kann man sich nicht erklären, dass ein obskures urteil zu "vordienstzeiten" von beamten es bis zum aufmacher bringt.

Tom93
17.05.2010 16:01
2 1

und so eine schnarch-meldung schafft es auf die titelseite?

die presse muß wirklich panische angst vor allem was nach staat, verwaltung und beamten riecht haben. anders kann man sich nicht erklären, dass ein obskures urteil zu "vordienstzeiten" von beamten es bis zum aufmacher bringt.

ABerger
17.05.2010 14:32
3 1

na servas

niveau hier gleicht der kronenzeitung, da bleibt nur eins: sich von der kommentatoren-liste zu löschen, ist reine zeitverschwendung hier überhaupt reinzuschauen. und tschüss.

Antworten pit
17.05.2010 15:06
0 2

Re: na servas

warum kommentieren sie das auch noch? - ah ja der dienstschluß, es dauert so lange so ein arbeitstag ;-))

Antworten Gast: Heinzi
17.05.2010 14:34
0 1

Beleidigter Beamter

der bisher in der Dienstzeit munter gepostet hat?

Antworten Antworten Gast: Gamm4
17.05.2010 16:34
0 1

Re: Beleidigter Beamter

Wahrscheinlich hat er mit den zusätzlichen Jahren schon genug "ghacklt" um gleich in Pension zu gehen...

An Hr.Dr. Josef Pröll / Vizekanzler und Bundesminister für Finanzen

LIEBES GRIECHENLAND ( ELLADA )

Schau´mal mein liebes Österreich an
Es hat dir 2,2 Mrd gebracht
Aber es ißt selbst " Heisse "

Liebes Griechenland
Schau´mal mein liebes Österreich an
Es hat dir Ottakringer Bier gebracht
Aber es trinkt selbst Tee mit Rum

Liebes Griechenland
Schau´mal mein liebes Östereich an
Es hat dir Wiener Schnitzel gebracht
Aber es ißt selbst Semmel mit Tzatziki

Liebes Griechen land
Schau´mal mein liebes Österreich an
Es hat dir Federbett gebracht
Aber es schläft selbst am Boden

Mit freundlichen Grüßen

Sehr nachdenklich gewordener

Attilas Yalcin Tülü,
der (Laut Stammbaum) türkische.chinesische-
griechische Österreicher / Freier Journalist-Dichter - Komponist


" LIEBES ÖSTERREICH " ( AUSTRIA )

Haben Mozart -Kugeln Beine ?
Wenn die Antwort "Nein " ist ,
Dann hast du Glückskäfer gegessen.

Liebes Österreich
Haben Kalamataoliven Beine ?
Wenn die Antwort "Nein 2 ist, Dann hast du Ka
kerlaken gegessen

Mit freundlichen Grüßen

Sehr nachdenklich gewordener

Attilas Yalcin Tülü,

der(Laut Stambaum) türkische-chinesische griechische Österreicher / Freier Journalist- Dichter-Komponist

der

Gast: Fei Man Derl
17.05.2010 13:56
1 2

Staatsschädlinge

Die wahren Staatschädinge sind die überflüssigen Beamten und Politiker.

Jeder zweite Beamte ist ein Staatsschädling, ein Zecke, der uns Steuerzahler aussaugt.

ABerger
17.05.2010 13:53
1 0

pit: mit welcher Arroganz und Recht

bezeichnen Sie andere Menschen als "geistig unterbemittelt"? Warum wohl funktioniert Österreich wohl gut? Hinter jedem System stehen Menschen mit Stärken und Schwächen. Ich hoffe nur, Sie haben keine "Untergebenen", die können einem leid tun.

Antworten Gast: Kurti
17.05.2010 14:35
0 1

Österreich funktioniert gut???

Wie kommst du denn auf den Schmäh?

Antworten Gast: Anton
17.05.2010 14:33
0 1

Hinter jedem System stehen Menschen ...

... die uns zuviel kosten und zuwenig bringen. Entweder wir werfen diese Menschen raus (Kellner und Putzfrauen werden immer gesucht, sie fallen also der Allgemeinheit nicht zur Last) oder wir gehen den griechischen Weg.

Das Wort
17.05.2010 13:52
1 0

Causalität - Ursache und Wirkung der Überforderung des Steuerzahlers!

Moral spielt dabei keine Rolle - Vorteilsnahme sich selber bewilligt, ist das Grokonelle.

Wir wählen sowas - dann bleiben wir Masochisten.

Ob Strache klug oder weniger klug ist, ist nicht so bedeutend. Seine Demokratieansicht ist kontrair der Sozen wie Scheinheiligen - er will mit Bürgern deren Zukunft gestalten.

Wissen ist nichts ethisches - aber wer nicht versteht was die Menschen brauchen, sollte nicht grokonelle Politik betreiben.

Damit gelingt keine Staatsreform - weg vom Hofstaat, weg von Privilegienrittern denen Verelendung und Sterben der Bürger egal ist.

Gast: neidgesellschaft
17.05.2010 13:48
1 0

lieber selber weniger haben

hauptsach man nimmt anderen auch was weg gell!?
es kostet ja auch soviel mehr Energie, für etwas einzustehen und zu kämpfen, als dauernd nur neidig und haßerfüllt rumzujammern.

Antworten Das Wort
17.05.2010 14:48
0 0

Re: Gast: neidgesellschaft >> Wer ist auf eine Raubwanze neidig?

Sie meinen wohl die Neidkeulie schützt - nicht mehr lange, dann sind Sie neidig auf Steuerzahler.

Nutzen Sie das, solange Sie noch keinen nassen Fetzen um die Ohren geschlagen bekommen.


Antworten Antworten jopc
18.05.2010 09:57
0 0

Re: Re: Gast: neidgesellschaft >> Wer ist auf eine Raubwanze neidig?

Da sind sie schon wieder die Töne die soo liebenswert sind.
andere als raubwanzen, schmarotzer und ähnliches zu titulieren.

Gast: Raus aus der EU
17.05.2010 12:59
0 1

Raus aus der EU

Raus aus der EU

und Schluss mit den Gaunereien

Antworten Gast: Denka
17.05.2010 14:36
0 0

Die EU kommt mit 25.000 Beamten aus.

Wir hingegen haben 600.000 Beamte !!!

Antworten Antworten Gast: Alter.Kämpfer
17.05.2010 21:00
0 0

Re: Die EU kommt mit 25.000 Beamten aus.

Allein die Stadt Wien mit 100.000 mehr als die gesamte österreichisch-ungarische Monarchie!

pit
17.05.2010 12:39
0 1

es wird lächerlich

geistig unterbemittelte staatsdiener derart viel aufmerksamkeit zu schenken.
in der verwaltung sind schleunigst 2/3 zu entlassen und der rest hat sofort in analogie zur irland auf 15% des gehalts zu verzichten.
beamtenpensionen sind umgehend auf asvg niveau zu kürzen, weil längst nicht mehr finanzierbar.
streikrecht der beamten? kann sich ein seriöser staat nicht mehr leisten.

Antworten Gast: desaster
18.05.2010 00:06
0 1

Re: es wird lächerlich

Aus eigener Erfahrung ein wenn zugegebener Maßen EXTREMBEISPIEL: Leider kann ich den Fall nicht exakt schildern, sonst weiß man um wen es sich handelt.

An sich ein läppischer Verwaltungsakt, laut Auskunft bei der Oberbehörde, wäre dieser von mir eingebachte Antrag ohne weitere Rückfrage zu entscheiden und daher eine Angelegenheit von max. 10 MINUTEN! Aber sonst sehr nette mir persönliche bekannte Beamte und /innen machten einen Staatsakt daraus, selbst der ranghöchste Beamte mußte eingeschalten werden, dann wurde der Bescheid ausgestellt, natürlich fehlerhaft, nochmals zurück, mindestens 10 S T U N D E N Beamtenarbeitszeit sinnlos vergeudet!! Der Zeitaufwand, ohne Übertreibung also mehr als das SECHZIGFACHE und natürlich meine Nerven und die einiger anderer auch.

Aus auch sonst langjähriger und profunder Kenntnis des Verwaltungsdienstes, hier könnte man wirklich gut die Hälfte an Personal einsparen und wenn man die Verwaltungsgesetze durchforstet nochmals 25%!

Die meisten Politiker werden empört aufschreien und sich verteidigend hinter "ihre" Schützlinge stellen, klar die meisten Politiker sind hilflos den Beamten ausgeliefert, weil sie zu wenig Durchblick haben und sich als erstes einmal mit den Beamten verhabern- so etwas wäre undenkbar in der Privatwirtschaft!

 
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