26.05.2012 11:11 | Meine Presse Merkliste 0

Militärpolizisten für Wien? Mareks Vorschlag entzweit Koalition

08.06.2010 | 16:33 |   (DiePresse.com)

Wiens ÖVP-Chefin Marek will Militärstreifen zu Polizisten umschulen. Innenministerin Fekter findet den Vorschlag "klug", Verteidigungsminister Darabos hält davon "nichts".

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Der Vorschlag der Wiener ÖVP-Chefin Christine Marek, Militärstreifen in Wien einzusetzen, sorgt für Unstimmigkeiten in der Koalition. SP-Verteidigungsminister Norbert Darabos lehnt die Idee ab, VP-Innenministerin Maria Fekter hält "alles, was Wiens Sicherheit dient", für unterstützenswert.

"Ich halte von dem Vorschlag nichts", sagte Darabos. Die Militärstreifen seien durch die Reform 2010 neu aufgestellt worden, und das Heer habe "keine Kapazitäten", um Polizei nach Wien zu entsenden. "Es ist interessant, dass man mich für den Assistenzeinsatz prügelt und plötzlich mit diesem Vorschlag auftaucht", so der Minister. Außerdem wehrte er sich gegen eine "Zurufpolitik": "Man hat nicht mit mir geredet."

Fekter: "Halte den Vorschlag für klug"

"Alles, was der Sicherheit in Wien förderlich ist, ist in meinem Interesse", erklärte hingegen Fekter. Sie würde so viele Personen aus dem Verteidigungsressort übernehmen, wie Darabos entbehren könne. Im Verteidigungsressort seien über tausend Personen "überzählig". Nun müsse man sich anschauen, ob diese für die Sicherheit in Wien eingesetzt werden können.

Von Vorteil wäre nach Ansicht der Innenministerin, dass die Militärpolizisten Erfahrung im Personen- oder Objektschutz vorweisen und mit der Waffe umgehen könnten. Es wäre keine umfangreiche Schulung nötig, meinte Fekter. "Wir sind erst am Anfang der Diskussion, aber ich halte den Vorschlag für klug."

(c) Bundesheer Österreichs Militärpolizei bei einer Auslandsmission

vergrößern

Grüne: "Vorschlag vollkommen grotesk"

Auch aus Wien selbst kommt Kritik. Der Vorschlag, Militärpolizisten auf den Wiener Straßen einzusetzen, sei "vollkommen grotesk", heißt es in einer Aussendung des Grünen Stadtrats David Ellensohn. Er konstatiert "Uniformenzwang" und "Ahnungslosigkeit" bei Marek. Auch der rote Parteisekretär Christian Deutsch wies den Vorschlag zurück und warf Marek vor, "völlig ahnungslos und überfordert" zu sein.

Für "verfrüht und entbehrlich" hält der Vorsitzende der Bundesheergewerkschaft, Christgewerkschafter Wilhelm Waldner, die Diskussion. Erst, wenn die Wirkung der Refomen beim Heerespersonal absehbar sei, werde sich zeigen, ob Personal ins Innenressort übertreten könnte. Ein "Assistenzeinsatz" von Militärpolizisten in der Bundeshauptstadt komme aber "unter keinen Umständen" infrage. Dies stelle eine "demokratiepolitisch bedenkliche Vermengung" von innerer und äußerer Sicherheit dar.

Marek: 200 Militärpolizisten in Wien einsetzen

Die Wiener ÖVP-Chefin hatte vorgeschlagen, 200 der rund 400 Militärpolizisten aus dem Verteidigungsressort abzuziehen und für den Sicherheitsbereich einzusetzen. "Die haben eine sehr gute Ausbildung und könnten relativ rasch als vollwertige Polizisten Dienst tun", sagte sie in der "Presse".

Militärstreife und Militärpolizei
Die Militärstreife und Militärpolizei ist ein Spezialverband des Österreichischen Bundesheeres. Seine Aufgabe ist es die Soldaten, sowie alle militärischen Einrichtungen und Güter zu schützen. Zuzüglich dieser Militärstreifenfunktionen übernimmt der Verband Aufgaben des Personenschutzes und ist bei Auslandseinsätzen als Militärpolizei für die Sicherheit und die Ordnung innerhalb der Bundesheer-Kontingente verantwortlich. Als neue Aufgabe wird die Militärpolizei bei Auslandsmissionen auch zur Wiederherstellung und Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung eingesetzt werden.

Aufgaben im Inland:
Dienst- und Sicherheitskontrollen, Sicherheitsdienst, Personenschutz, Fahndungen, Ordnungsdienst, Erhebungen, Eskorten und Überstellungen

Internationale Aufgaben:
Verkehrsdienst, Einsatz bei Demonstrationen, Erkennungsdienstliche Behandlung, Einvernahmen, Fahndungen und Erhebungen, Informationsgewinnung, Gefangenenwesen, Zugriffsdienst, Personenschutz

(APA/Red.)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

156 Kommentare
 
1 2 3 4
byrig
10.06.2010 00:56
0 0

militär zur polizei

unserem fast nicht mehr vorhandenem bundesheer sollen jetzt noch zusätzliche ressoursen entzogen werden?eine idee der sozis?wäre ja noch verständlich.
aber nein:eine schwarze innenministerin äussert so einen kranken vorschlag.
das bundesheer hat überhaupt nichts zu verschenken,nichts abzugeben-im gegenteil-es muss massiv unterstützt werden.oder es beschliessen alle die abschaffung.
traurig nur,dass eine vermeintlich bürgerliche partei wie die övp,inzwischen ohne geschichtsbewusstsein und bar jeglicher verantwortung hier sogar eine vorreiterolle spielen will.
ähnlich der schuldebatte,wo die gesinnungslosen-wohl wissend was sie tun-aus eigennutz dem land schaden.

Gast: Vieze-leich-nant
09.06.2010 17:10
0 0

Schotter Mizzi

400 Militärpolizisten haben Angst vor dir!

Gast: miss.in.black
09.06.2010 16:49
0 0

endlich agiert die övp wieder so, wie man es von ihr erwartet!


sicherheit ist immerhin das wichtigste thema und sollte nicht von so einem banausen wie hc strache übernommen werden, schon gar nicht die sicherheit unserer regierung, der övp.
diese erkennt glücklicherweise endlich wieder ihre werte, geprägt von ihrem vorbild, Engelbert!!
nun können wir uns einer schönen zukunft, einem schönen wien erfreuen, in dem keine dreckigen proletengören mehr gegen unsere politikgenies aufbegehren, denn diese ratten gehören sofort niedergeschossen.
dann müssten wir auch nicht mehr unser hart erarbeitetes geld, für diese asozialen sozialhilfeempfänger via steuern(!!) spenden.
diese sollten viel mehr dazu genützt werden um die övp mitsamt banken zu finanzieren, institutionen die unser land braucht!


Antworten Gast: h
09.06.2010 17:37
0 0

Re: endlich agiert die övp wieder so, wie man es von ihr erwartet!

Da ist mir lieber HC übernimmt das Thema als Banausen von SPVÖP. Kann man sich noch an den Tiroler Platte erinnern, Der Allzweckminister von der ÖVP war nicht mal imstande kosovarische Asylschwindler abzuschieben. Solche Schwachmaten sollen bitte die Figner von der sicherheit lassen.

JoL
09.06.2010 13:00
0 0

Vielleicht sollte man der Frau Minister erklären,

was Miliz bedeutet!

--> Es gebe rund tausend „überzählige“ Personen im Verteidigungsressort, konstatierte Fekter (darunter 400 Milizpolizisten) <--

a9507144
09.06.2010 11:11
1 0

Also.. Da würde man Darabos noch eher die Qualifziertesten abknöpfen ...

Es wäre einfacher das Sicherheitspolizeigesetz anzupassen, so das auch der Militärpolizei passende Befugnisse verteilt werden.

Ich kann mich eigentlich auch nicht daran erinnern, dass beim Bundesheer mehr Leute als Notwendig Dienst machen, außer die Verwaltung. In diesem Bereich haben aber fast alle Unternehmen der Welt mehr Häuptlinge als Indianer. Abgesehen von Asiatische Arbeitskasernen für Börse Notierte Unternehmen! Wäre ich Darabos würde ich meine besseren Leute nie hergeben. Selbst die USA erkannten, das es schon schwerer wird einfach nur geeignte für die Arbeit beim Militär zu finden. Das neue Prinzip ist übrigens, das man immer wieder gerne Leute aufnehmen würde, die von einer Sache schon Ahnung haben, also wo man sich längere Ausbildung und Kosten ersparen kann. Das zieht sich vom Schweisser Profi aus die Ostländer, bis zu... und nun soll das Militär zur Polizei. Vielléicht motiviert man den Wechselfreudigen dann auch mit 10 000 Euro, damit dieser dann vor einer Botschaft als Wache steht, und die bessere Klasse der echten Polizisten dann andere Dienst erfüllen kann. Das Problem ist ja, das man von wo man immer wechselt so gut wie nie als echter Polizist gilt. Man wird mehr eine Art Hilfsdienst der BM I. Es gebe aber eine einfache Lösung. Man verteilt neue Befugnisse. An der Grenze tätige Militärs handeln als Exekutive Organe des BM Inneres oder des BM Finazen im Sinne Zoll und sind befugt eine Anhaltung, oder eine Kontrolle durchzuführen.


Inomine
09.06.2010 10:43
2 1

nur so zum nachdenken

militäreinsatz gegen die eigene zivilbevölkerung ist lt. verfassung verboten!

Antworten JoL
09.06.2010 12:59
0 0

Re: nur so zum nachdenken

Ausserdem setzt man es nicht gegen die eigen Zivilbevölkerung ein, sondern für sie.

Würde man das Heer gegen die Bevölkerung einsetzen, wäre das ein Putsch und der ist, no na ned, verboten.

Antworten JoL
09.06.2010 12:58
1 0

Re: nur so zum nachdenken

Stimmt so nicht ganz!

Wehrgesetz § 2 Lit C

Antworten Gast: gast
09.06.2010 12:06
0 1

Laut Eu-Verfassung GOTT SEI DANK NICHT!

Wenn gewalttätige Islamisten Lynchmob-Demos veranstalten, ist das Militär hinzuzuziehen.

Wer das anders sieht, ist der Feind.

Antworten Antworten heri3
09.06.2010 13:39
1 0

Re: Laut Eu-Verfassung GOTT SEI DANK NICHT!

sind sie aus der geschlossenen ausgekommen?
wer einen solche stumpfsinn verbreiten gehört in die schalldichte gummizelle!
"islamische lynchmop demos"
das muß einen normaldenkenden erst einfallen.
bei uns in österreich hat vor siebzig jahren der braune lynchmop geherrscht,
aber noch nie ein islamischer!

Antworten Peregrin
09.06.2010 10:47
0 0

Re: nur so zum nachdenken

Soll das irgendwas mit der moeglichen Umschulung und Uebernahme von Militaerstreifen zu tun haben?

Ilka
09.06.2010 10:13
0 0

Grenze zwischendurch dicht machen!

Wie ich bereits gestern gepostet habe; WARUM kann nicht zwischendurch - ohne Vorankündigung - die SchengenGrenze immer wieder geschlossen werden?!

Nur, weil der Vorschlag - seit langem! - von den Freiheitlichen kommt?

Was muss noch alles geschehen?

Antworten Gast: gast
09.06.2010 10:21
0 0

Re: Grenze zwischendurch dicht machen!

Weil es gegen das Gesetz ist.

Antworten Antworten Ilka
09.06.2010 13:00
0 0

Re: Re: Grenze zwischendurch dicht machen!

Das ist nicht wahr!

Diese Schließungen wären absolut gesetzeskonform!

Gast: gast
09.06.2010 10:11
0 0

mal a bissl recherchiert:

In Summe hat das Kommando Militärstreife&Militärpolizei 564 Angehörige, wovon 133 Milizsoldaten sind.

.... und von denen wird sich praktisch keiner freiwillig für die wiener polizei melden .... da wärens schön blöd.

Gast: Therox
09.06.2010 09:11
0 0

Apropos Burgenland...

Assistenzeinsatz...wie der Missbrauch von jungen Leuten im Militärdienst genannt wird. Komparsen, welche nix kosten und das Sicherheitsgefühl steigern sollen... vermitteln gerade jetzt zu Sommerbeginn den Anschein als befände man sich in einem Land mit Militärdiktatur... Wenn ich im Ausland soviele Soldaten im normalen Strassenbild sehen würde, wäre ich nicht gerade beruhigt.... aber bitte... die hohe Politik findet es als gut. also muss es ja gut sein... Basta!

Gast: paulo
09.06.2010 09:06
1 0

Machts nur so weiter, ...

Tierärzte als Allgemeinmediziner,
Rauchfangkehrer als Lungenreiniger,
...
aber: Politiker als Straßenkehrer, das wär doch was!
Österreich du kannst nur mehr untergehen

Antworten Gast: Römer
09.06.2010 09:42
0 0

Re: Machts nur so weiter, ...

Also mir ist ein Beamter (den ich mit Steuergeld bezahle) der arbeitet lieber, als einer der nur herumsitzt.
Und für die Person ist es wahrscheinlich auch interessanter etwas Sinnvolles zu tun als nur herumzusitzen.

Antworten Gast: kh123
09.06.2010 09:17
0 0

Re: Machts nur so weiter, ...

Eher umgekehrt, wenn wir Strassenkehrer zu Politikern machen würden, wärs auch kein Abstieg.

Gast: wuestenfuchs
09.06.2010 08:56
0 0

Das geht doch nicht

Wer soll denn dann die boesen Praesenzdiener zusammenstauchen, die waehrend des Chargen vom Tag Dienstes vielleicht etwas anderes als die Bibel oder die Dienstvorschriften lesen.
Die Herren sind sicher total ueberfordert die diversen Kasernen abzugrasen um diversen "Wachvergehen" auf die Spur zu kommen.

Antworten parapente
09.06.2010 09:30
0 0

Re: Das geht doch nicht

Leider hast du keine Ahnung von den Aufgaben der MP.

0 0

Nach dem ja in Wien die Kriminalität weitaus höher ist als im Burgenland MUSS einfach das Bundesheer aufmarschieren.


Wie meinte Darabos zum Einsatz im Burgenland: "Das Bundesheer garantiert unsere Sicherheit"

Und was für Bgld. gut ist kann doch für Wien nur bestens sein.

Oder kann es sein dass gerade der ganze Dummpopulismus unserer burgenländischen Regierungsmitglieder und Landespolitiker ungeschminkt zum Vorschein kommt?

Hackinger
09.06.2010 07:54
0 0

Tausend „überzählige“ Personen etc.

- im Verteidigungsressort (z.B. Militärstreifen sollten zu Polizisten)
- Zivildiener als Kindergärtner
- Eurofighter an die Fronten

Offenbar bewegt sich etwas bei der ständig angekündigten "Verwaltungsreform"

Hoffentlich kommen die anderen Ressorts auch bald an die Reihe.


Antworten Gast: TT1
09.06.2010 11:24
0 0

Re: Tausend „überzählige“ Personen etc.

Stimmt. DAS IST die Verwaltungsreform ;-)
versprochen - gehalten! SPÖVP!!

Gast: nogo
09.06.2010 07:38
0 0

die zeiten werden immer unsicherer

und unruhiger. die armut steigt, die bildung sinkt. das alles alles trotz gutmeinender, kleiner kim il sungs an der staatsspitze.

 
1 2 3 4

Mein Parlament