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Militär zur Polizei? Nun Gespräche

08.06.2010 | 18:43 |   (Die Presse)

Militärstreifen sollten zu Polizisten umgeschult werden, meint auch die Bundes-ÖVP. Doch SP-Verteidigungsminister Darabos will kein Personal hergeben. Kanzler Faymann kündigt Gespräche an.

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Wien (aich). Der Wunsch der Wiener ÖVP-Chefin Christine Marek, 200 der 400 Militärpolizisten im Sicherheitsbereich einzusetzen, sorgt nun auch bundespolitisch für Diskussionen. Innenministerin Maria Fekter stellte sich am Dienstag demonstrativ hinter die von Marek im „Presse“-Interview (Dienstag-Ausgabe) forcierte Idee. „Alles, was der Sicherheit in Wien förderlich ist, ist in meinem Interesse“, erklärte Fekter am Rande des Ministerrats.

Es gebe rund tausend „überzählige“ Personen im Verteidigungsressort, konstatierte Fekter (darunter 400 Milizpolizisten). Sie wolle unterbeschäftigten Personen gern wieder eine „lebenserfüllende Aufgabe geben“, so Fekter. Doch Verteidigungsminister Norbert Darabos (SPÖ) kann sich nicht entsinnen, unterbeschäftigte Mitarbeiter zu haben. „Ich halte von dem Vorschlag nichts“, ließ Darabos der Innenministerin ausrichten. Das Heer habe „keine Kapazitäten“, und die Militärstreifen seien durch die Reform 2010 neu aufgestellt worden. Überhaupt reagierte Darabos wenig amüsiert auf die ÖVP-Wünsche, die er via Medien erfahren musste. „Man hat mit mir nicht geredet“, meinte Darabos, der diese Art von „Zurufpolitik“ kritisiert. „Es ist auch interessant, dass man mich für den Assistenzeinsatz prügelt und plötzlich mit diesem Vorschlag auftaucht.“

 

Konkrete Gespräche bis zum Sommer

Fekter verwies hingegen darauf, dass ein Wechsel von Militärpolizisten in die zivile Polizei Vorteile brächte. Diese würden Erfahrung im Personen- und Objektschutz vorweisen und könnten mit der Waffe umgehen. Zum Beispiel bei der Bewachung von Botschaften könnten ehemalige Militärpolizisten gut eingesetzt werden. Eine umfangreiche Umschulung sei nicht notwendig. Kanzler Werner Faymann war bei seinem Pressefoyer nach dem Ministerrat bemüht, nicht von einem Konflikt in der Regierung zu sprechen. Seine persönliche Meinung zu dem Thema wollte er nicht sagen. „Innen- und Verteidigungsminister werden sich zusammensetzen. Wenn sie das Gespräch geführt haben, werde ich ihnen gerne sagen, was herausgekommen ist“, erklärte Faymann gegenüber Journalisten. Fekter kündigte an, bis zum Sommer konkrete Gespräche mit Darabos und Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek führen zu wollen.

Auf klaren Konfrontationskurs mit der ÖVP ging die Wiener SPÖ. Marek sei „völlig ahnungslos und überfordert“ und lasse sich nur als „Sprachrohr“ Fekters einspannen, sagte SPÖ-Landesparteisekretär Christian Deutsch. Ihn stört vor allem, dass Marek im „Presse“-Interview Verbesserungen für die Polizei in Wien in den letzten Jahren konstatierte. Wenn die SPÖ das Gegenteil behaupte, dann „lüge“ sie, so Marek. Dem hält Deutsch entgegen, dass Wien allein heuer 200 Polizisten verliere.

 

Zivildiener als Kindergärtner: Kritik

Im Innenressort gibt es aber momentan noch ein weiteres heißes Thema: Die Novelle zum Zivildienstgesetz. Von mehreren Seiten kommt Kritik am Fekter-Entwurf. So stoßen sich etwa das Unterrichtsministerium und die Arbeiterkammer daran, dass die Zivildiener künftig generell bei Kinderbetreuungs- und Integrationseinrichtungen eingesetzt werden sollen. Bisher war das nur möglich, wenn dort auch behinderte Kinder betreut werden. Das Unterrichtsministerium bezweifelt, dass Zivildiener ausreichend qualifiziert sind, um generell in Kindergärten tätig zu sein. Ähnliche Argumente findet die Arbeiterkammer (AK), die überdies auf die angespannte Arbeitsmarktsituation hinweist. Daher sei es abzulehnen, wenn die Aufgabenbereiche der Zivildiener in diese Richtung ausgeweitet werden. Auch die Opposition reagiert mit scharfer Kritik: So fürchtet die grüne Zivildienstsprecherin Tanja Windbüchler-Souschill, dass man die Aufgabenbereiche der Zivildiener ausdehnt, um „soziale Löcher zu stopfen“. Plakativ formulierte es BZÖ-Vizeklubchef Herbert Scheibner: „Ein Kinderbuch vorlesen kann ja nicht als Wehrersatz im Sinne der umfassenden Landesverteidigung gelten.“ FPÖ-Generalsekretär Harald Vilimsky ist generell gegen eine Änderung des Zivildienstgesetzes.

Noch nicht enthalten ist im Entwurf ein weiteres heißes Eisen. Fekter schlug vor einigen Wochen vor, dass Zivildiener Polizisten werden dürfen. Dafür sollen sie einen Teil des Grundwehrdienstes nachholen. Darabos hatte ablehnend reagiert.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.06.2010)

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156 Kommentare
 
1 2 3 4
byrig
10.06.2010 00:56
0 0

militär zur polizei

unserem fast nicht mehr vorhandenem bundesheer sollen jetzt noch zusätzliche ressoursen entzogen werden?eine idee der sozis?wäre ja noch verständlich.
aber nein:eine schwarze innenministerin äussert so einen kranken vorschlag.
das bundesheer hat überhaupt nichts zu verschenken,nichts abzugeben-im gegenteil-es muss massiv unterstützt werden.oder es beschliessen alle die abschaffung.
traurig nur,dass eine vermeintlich bürgerliche partei wie die övp,inzwischen ohne geschichtsbewusstsein und bar jeglicher verantwortung hier sogar eine vorreiterolle spielen will.
ähnlich der schuldebatte,wo die gesinnungslosen-wohl wissend was sie tun-aus eigennutz dem land schaden.

Gast: Vieze-leich-nant
09.06.2010 17:10
0 0

Schotter Mizzi

400 Militärpolizisten haben Angst vor dir!

Gast: miss.in.black
09.06.2010 16:49
0 0

endlich agiert die övp wieder so, wie man es von ihr erwartet!


sicherheit ist immerhin das wichtigste thema und sollte nicht von so einem banausen wie hc strache übernommen werden, schon gar nicht die sicherheit unserer regierung, der övp.
diese erkennt glücklicherweise endlich wieder ihre werte, geprägt von ihrem vorbild, Engelbert!!
nun können wir uns einer schönen zukunft, einem schönen wien erfreuen, in dem keine dreckigen proletengören mehr gegen unsere politikgenies aufbegehren, denn diese ratten gehören sofort niedergeschossen.
dann müssten wir auch nicht mehr unser hart erarbeitetes geld, für diese asozialen sozialhilfeempfänger via steuern(!!) spenden.
diese sollten viel mehr dazu genützt werden um die övp mitsamt banken zu finanzieren, institutionen die unser land braucht!


Antworten Gast: h
09.06.2010 17:37
0 0

Re: endlich agiert die övp wieder so, wie man es von ihr erwartet!

Da ist mir lieber HC übernimmt das Thema als Banausen von SPVÖP. Kann man sich noch an den Tiroler Platte erinnern, Der Allzweckminister von der ÖVP war nicht mal imstande kosovarische Asylschwindler abzuschieben. Solche Schwachmaten sollen bitte die Figner von der sicherheit lassen.

JoL
09.06.2010 13:00
0 0

Vielleicht sollte man der Frau Minister erklären,

was Miliz bedeutet!

--> Es gebe rund tausend „überzählige“ Personen im Verteidigungsressort, konstatierte Fekter (darunter 400 Milizpolizisten) <--

a9507144
09.06.2010 11:11
1 0

Also.. Da würde man Darabos noch eher die Qualifziertesten abknöpfen ...

Es wäre einfacher das Sicherheitspolizeigesetz anzupassen, so das auch der Militärpolizei passende Befugnisse verteilt werden.

Ich kann mich eigentlich auch nicht daran erinnern, dass beim Bundesheer mehr Leute als Notwendig Dienst machen, außer die Verwaltung. In diesem Bereich haben aber fast alle Unternehmen der Welt mehr Häuptlinge als Indianer. Abgesehen von Asiatische Arbeitskasernen für Börse Notierte Unternehmen! Wäre ich Darabos würde ich meine besseren Leute nie hergeben. Selbst die USA erkannten, das es schon schwerer wird einfach nur geeignte für die Arbeit beim Militär zu finden. Das neue Prinzip ist übrigens, das man immer wieder gerne Leute aufnehmen würde, die von einer Sache schon Ahnung haben, also wo man sich längere Ausbildung und Kosten ersparen kann. Das zieht sich vom Schweisser Profi aus die Ostländer, bis zu... und nun soll das Militär zur Polizei. Vielléicht motiviert man den Wechselfreudigen dann auch mit 10 000 Euro, damit dieser dann vor einer Botschaft als Wache steht, und die bessere Klasse der echten Polizisten dann andere Dienst erfüllen kann. Das Problem ist ja, das man von wo man immer wechselt so gut wie nie als echter Polizist gilt. Man wird mehr eine Art Hilfsdienst der BM I. Es gebe aber eine einfache Lösung. Man verteilt neue Befugnisse. An der Grenze tätige Militärs handeln als Exekutive Organe des BM Inneres oder des BM Finazen im Sinne Zoll und sind befugt eine Anhaltung, oder eine Kontrolle durchzuführen.


Inomine
09.06.2010 10:43
2 1

nur so zum nachdenken

militäreinsatz gegen die eigene zivilbevölkerung ist lt. verfassung verboten!

Antworten JoL
09.06.2010 12:59
0 0

Re: nur so zum nachdenken

Ausserdem setzt man es nicht gegen die eigen Zivilbevölkerung ein, sondern für sie.

Würde man das Heer gegen die Bevölkerung einsetzen, wäre das ein Putsch und der ist, no na ned, verboten.

Antworten JoL
09.06.2010 12:58
1 0

Re: nur so zum nachdenken

Stimmt so nicht ganz!

Wehrgesetz § 2 Lit C

Antworten Gast: gast
09.06.2010 12:06
0 1

Laut Eu-Verfassung GOTT SEI DANK NICHT!

Wenn gewalttätige Islamisten Lynchmob-Demos veranstalten, ist das Militär hinzuzuziehen.

Wer das anders sieht, ist der Feind.

Antworten Antworten heri3
09.06.2010 13:39
1 0

Re: Laut Eu-Verfassung GOTT SEI DANK NICHT!

sind sie aus der geschlossenen ausgekommen?
wer einen solche stumpfsinn verbreiten gehört in die schalldichte gummizelle!
"islamische lynchmop demos"
das muß einen normaldenkenden erst einfallen.
bei uns in österreich hat vor siebzig jahren der braune lynchmop geherrscht,
aber noch nie ein islamischer!

Antworten Peregrin
09.06.2010 10:47
0 0

Re: nur so zum nachdenken

Soll das irgendwas mit der moeglichen Umschulung und Uebernahme von Militaerstreifen zu tun haben?

Ilka
09.06.2010 10:13
0 0

Grenze zwischendurch dicht machen!

Wie ich bereits gestern gepostet habe; WARUM kann nicht zwischendurch - ohne Vorankündigung - die SchengenGrenze immer wieder geschlossen werden?!

Nur, weil der Vorschlag - seit langem! - von den Freiheitlichen kommt?

Was muss noch alles geschehen?

Antworten Gast: gast
09.06.2010 10:21
0 0

Re: Grenze zwischendurch dicht machen!

Weil es gegen das Gesetz ist.

Antworten Antworten Ilka
09.06.2010 13:00
0 0

Re: Re: Grenze zwischendurch dicht machen!

Das ist nicht wahr!

Diese Schließungen wären absolut gesetzeskonform!

Gast: gast
09.06.2010 10:11
0 0

mal a bissl recherchiert:

In Summe hat das Kommando Militärstreife&Militärpolizei 564 Angehörige, wovon 133 Milizsoldaten sind.

.... und von denen wird sich praktisch keiner freiwillig für die wiener polizei melden .... da wärens schön blöd.

Gast: Therox
09.06.2010 09:11
0 0

Apropos Burgenland...

Assistenzeinsatz...wie der Missbrauch von jungen Leuten im Militärdienst genannt wird. Komparsen, welche nix kosten und das Sicherheitsgefühl steigern sollen... vermitteln gerade jetzt zu Sommerbeginn den Anschein als befände man sich in einem Land mit Militärdiktatur... Wenn ich im Ausland soviele Soldaten im normalen Strassenbild sehen würde, wäre ich nicht gerade beruhigt.... aber bitte... die hohe Politik findet es als gut. also muss es ja gut sein... Basta!

Gast: paulo
09.06.2010 09:06
1 0

Machts nur so weiter, ...

Tierärzte als Allgemeinmediziner,
Rauchfangkehrer als Lungenreiniger,
...
aber: Politiker als Straßenkehrer, das wär doch was!
Österreich du kannst nur mehr untergehen

Antworten Gast: Römer
09.06.2010 09:42
0 0

Re: Machts nur so weiter, ...

Also mir ist ein Beamter (den ich mit Steuergeld bezahle) der arbeitet lieber, als einer der nur herumsitzt.
Und für die Person ist es wahrscheinlich auch interessanter etwas Sinnvolles zu tun als nur herumzusitzen.

Antworten Gast: kh123
09.06.2010 09:17
0 0

Re: Machts nur so weiter, ...

Eher umgekehrt, wenn wir Strassenkehrer zu Politikern machen würden, wärs auch kein Abstieg.

Gast: wuestenfuchs
09.06.2010 08:56
0 0

Das geht doch nicht

Wer soll denn dann die boesen Praesenzdiener zusammenstauchen, die waehrend des Chargen vom Tag Dienstes vielleicht etwas anderes als die Bibel oder die Dienstvorschriften lesen.
Die Herren sind sicher total ueberfordert die diversen Kasernen abzugrasen um diversen "Wachvergehen" auf die Spur zu kommen.

Antworten parapente
09.06.2010 09:30
0 0

Re: Das geht doch nicht

Leider hast du keine Ahnung von den Aufgaben der MP.

0 0

Nach dem ja in Wien die Kriminalität weitaus höher ist als im Burgenland MUSS einfach das Bundesheer aufmarschieren.


Wie meinte Darabos zum Einsatz im Burgenland: "Das Bundesheer garantiert unsere Sicherheit"

Und was für Bgld. gut ist kann doch für Wien nur bestens sein.

Oder kann es sein dass gerade der ganze Dummpopulismus unserer burgenländischen Regierungsmitglieder und Landespolitiker ungeschminkt zum Vorschein kommt?

Hackinger
09.06.2010 07:54
0 0

Tausend „überzählige“ Personen etc.

- im Verteidigungsressort (z.B. Militärstreifen sollten zu Polizisten)
- Zivildiener als Kindergärtner
- Eurofighter an die Fronten

Offenbar bewegt sich etwas bei der ständig angekündigten "Verwaltungsreform"

Hoffentlich kommen die anderen Ressorts auch bald an die Reihe.


Antworten Gast: TT1
09.06.2010 11:24
0 0

Re: Tausend „überzählige“ Personen etc.

Stimmt. DAS IST die Verwaltungsreform ;-)
versprochen - gehalten! SPÖVP!!

Gast: nogo
09.06.2010 07:38
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die zeiten werden immer unsicherer

und unruhiger. die armut steigt, die bildung sinkt. das alles alles trotz gutmeinender, kleiner kim il sungs an der staatsspitze.

 
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