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Parlament: Hundstorfer verteidigt offenen Arbeitsmarkt

16.06.2010 | 16:24 |   (DiePresse.com)

Auf die von der FPÖ einberufene Dringliche Anfrage im Parlament reagiert SP-Sozialminister Hundstorfer gelassen. Die Ostöffnung des Arbeitsmarktes sei nicht so dramatisch wie von den Blauen behauptet.

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SP-Sozialminister Rudolf Hundstorfer hat die Anwürfe der Freiheitlichen in der Beantwortung von deren Dringlicher Anfrage am Mittwoch-Nachmittag kühl zurückgewiesen. Das Pensionssystem sieht er als gesichert, die Mindestsicherung als wirkungsvolles Armutsbekämpfungs-Instrument und die Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt durch die Ost-Öffnung hält er für nicht so dramatisch. 20.000 bis 25.000 zusätzliche Beschäftigte aus den östlichen EU-Ländern seien zu erwarten, erklärte Hundstorfer.

Hundstorfer kündigt genaue Kontrollen an

Der Sozialminister wies darauf hin, dass er es geschafft habe, dass die Übergangsfristen bis zur äußersten Grenze ausgedehnt worden seien. Gleich werde man bei Bulgarien und Rumänien vorgehen, für die im folgenden Jahr noch keine Freizügigkeit gilt. Gleichzeitig betonte Hundstorfer, dass man genau kontrollieren werde, ob die Arbeitnehmer auch nach dem österreichischen Mindestentgelt bezahlt würden.

Die Mindestsicherung verteidigte der Minister und betonte gleichzeitig, dass die Auszahlung der Leistung an die Bereitschaft zur Annahme einer Beschäftigung gebunden sei. Überdies werde die Mindestsicherung mit ihren 744 Euro um ein Drittel niedriger sein als der Mindestlohn von tausend Euro. Hundstorfer warf den Freiheitlichen vor, dass sie ihren Wählern unterstellen wollten, Schwarzarbeiter zu sein, die nebenbei die Mindestsicherung kassieren wollten.

(c) APA (Roland Schlager) FP-Generalsekretär Herbert Kickl gegen SP-Sozialminister Rudolf Hundstorfer

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Reformen angekündigt

Bezüglich der Ausgabendynamik im Pensionsbereich betonte der Minister, dass die staatlichen Mittel für das System immer unter sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts blieben, da die Kosten für den Beamtenbereich zurückgingen. Einmal mehr kündigte Hundstorfer für den Herbst eine Reform von Hacklerregelung, Schwerarbeiterpension und Invaliditätspension an. Fragen zu einem Ende von privilegierten Pensionen wie bei den ÖBB und der Nationalbank beantwortete er nicht, da diese nicht in seinen Ressortbereich fielen.

Vorgehalten wurde der FPÖ vom Sozialminister, dass diese Panikmache betreibe, was ausländische Arbeitskräfte angehe: "Nehmen Sie endlich zur Kenntnis, dass ausländische Arbeitnehmer um ein Drittel mehr in das System einzahlen, als sie entnehmen. Die ausländischen Arbeitnehmer sind Nettozahler."

FPÖ: "Gigantische Tragödie für Arbeitsmarkt"

In der Begründung der "Dringlichen" hatte FPÖ-Sozialsprecher Herbert Kickl düstere Szenarien an die Wand gemalt. Angesichts des Endes der Übergangsfristen erahnt er eine "gigantische Tragödie für den österreichischen Arbeitsmarkt". Hundstorfer krümme trotzdem keinen Finger.

Dabei sei es gerade der Minister gewesen, der in seiner Zeit als ÖGB-Präsident noch vor den Auswirkungen auf den österreichischen Arbeitsmarkt gewarnt habe. Nunmehr gelte das offenbar nicht mehr - ein Beleg, dass Gewerkschaft und Arbeitnehmer in der SPÖ "abgemeldet" seien.

Die Mindestsicherung bezeichnete der freiheitliche Generalsekretär als "Pallawatsch". Überhaupt fragte er sich, wieso denn die SPÖ nur Armutsbekämpfung für die Erwerbslosen, nicht aber für die Arbeitnehmer betreibe. Leistungsgerechtigkeit müsse heißen, dass man mit Erwerbstätigkeit nicht in Armut landen dürfe.

ÖVP verteidigt Hundstorfer

Unterstützung für Hundstorfer kam von VP-Sozialsprecher August Wöginger. Auch er verwies auf die zuletzt gesunkene Arbeitslosigkeit. "Der Weg geht in die richtige Richtung", sagte Wöginger. Verteidigt wurde vom VP-Abgeordneten auch die Mindestsicherung - "aber nur mit der gleichzeitigen Einführung einer Transparenzdatenbank". Es gehe darum, der skeptischen Bevölkerung zu erklären, dass man bei der Vereinheitlichung der Sozialhilfe Missbrauch verhindern und die Bezieher in den Arbeitsmarkt integrieren wolle.

Grüne wundern sich über Freiheitliche

Grünen-Sozialsprecher Karl Öllinger wunderte sich über die Kritik der FPÖ an Hundstorfer: "Sie sind gegen die Mindestsicherung, werfen aber denen von der Bundesregierung vor, dass sie sie nicht rechtzeitig durchführen?" Auch den Übergangsfristen für den Zugang von Arbeitskräften aus den östlichen EU-Nachbarn kann er wenig abgewinnen. Schließlich habe es gerade im Bau- und Baunebengewerbe zwar die strengsten Übergangsbestimmungen gegeben, aber auch den größten Druck auf die Löhne, "weil die Leute alle schwarz arbeiten".

Stillstand nicht nur in der Sozialpolitik, sondern in der gesamten Bundesregierung, ortete BZÖ-Sozialsprecherin Ursula Haubner. Das Schauspiel der letzten Wochen sei "eigentlich eine Zumutung", da die Koalition wegen der bevorstehenden Landtagswahlen nur zaudere und zögere und damit auch die Arbeit des Parlaments lähme. Sie forderte die Umsetzung des schon 2004 geplanten transparenten Pensionskontos. Damit könnten die Versicherten ihren Pensionsantritt dann mit Abschlägen frei wählen, auch Kindererziehungszeiten müssten berücksichtigt werden.

(APA)

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23 Kommentare
Gast: gast
18.06.2010 11:51
0 0

Politiker mitdenken und wirtschaften

die 4,3 Milliarden €uro die wir als Steuerzahler dazugeben müssen das überhaupt die Pensionen bezahlt werden können. Die Lösung wär zu einfach. Das könnt ja ein Verlust von Wählerstimmen geben, die Sozialschmarotzer könnten anders als SPÖ wählen. Die zu unrecht in die Frühpension gegangen sind (sprich miniskus und wegen Berufschutz )mit 50 Jahre bis mindestens 58 Jahre zurück in den Job. Pension Stop und im Sozialbereich einsetzen. Aber um das geld wie mancher Meinung geh ich nimma Arbeiten, da geh i gleich in die Pension und das mit 51 Jahre fast 1200,- €uro Pension Eine Frau im Lebensmittel Geschäft bekommt weniger für 40 stunden muss aber viel darum Arbeite und sich einiges gefallen lassen.

Gast: janu
17.06.2010 16:12
0 0

Sich alles schönreden, auch wenns hässlich wird

Es ist eine typisch österreichische Eigenschaft dass man sich alles schönredet(damit man nicht handeln muss)und dann jammert dass es doch nicht so schön ist.Im Zuge des Jammerns werden dann immer irgendwelche Schuldigen gesucht die sich nicht wehren.
Genauso ist es bei der Öffnung des Arbeitsmarktes.Man glaubt hier ist alles perfekt aber fürchtet um die Jobs, die durch die"bösen"Osteuropäer ersetzt werden könnten,die sich danach sehnen bei uns niedere Tätigkeiten zu erledigen,für die sich die Österreicher sowieso zu schade sind, anstatt sich anzusehen warum wirklich Jobs in Österreich verloren gehen.Es liegt daran dass man in Österreich ein schlechte Standortpolitik betreibt daher wandern die Unternehmen zu den billigen Fachkräften ab(dorthin wo Löhne günstig sind, also in den Osten).Und zweitens liegt es daran dass die Österreicher so wenig Bereitschaft zeigen sich höher zuqualifizieren.Dadurch wird natürlich der Fliesenleger aus Bulgarien zur Konkurrenz.Wenn man sich weiterbilden würde, könnte man ihm aber die Arbeit anschaffen.Dadurch würden Tätigkeiten mit geringer Wertschöpfung praktisch ausgelagert um Kapazitäten für Tätigkeiten mit höherer Wertschopfung zu schaffen.Das würde den Wohlstand der ganzen Volkswirtschaft erhöhen.Aber anstatt zu handeln,innovativ zu werden oder Risiken einzugehen raunzt der Österreicher lieber.Und daher werden uns die Volkswirschaften im Osten mittelfristig überholen.Vielleicht erhöht dies die Bereitschaft zur Initiative hierzulande wieder.

Gast: gast
17.06.2010 09:00
1 0

hundstorfer

nomen est omen! das volk nur belügen, es darf bald eh nix mehr sagen, ohne strafrichter, gell, hundsi?!

enzo
17.06.2010 07:48
1 0

Keine Gefahr

Bei Bauarbeiten kommen die Subfirmen schon aus Rumänien.
Die Gewrkschaften sind die größten Heuchler der Geschichte.
Sie wissen genau das die EU ein Ziel hat die Löhne im Sinne der Unternehmer nach unten zu fahren damit der Profit steigt.
Und Schwarzarbeit ist ein fixer Bestandteil der österreichischen Bauwirtschaft.

Kantig
17.06.2010 07:33
3 0

Man braucht nicht blauäugig zu sein, um zu wissen, die Freiheitlichen werde wieder recht haben.

Unser Politfilz will sich bei Kollegen im Ausland nicht schämen mit dem Schutz der Werkelnden im Lande.

Billigstlohnkonkurrenz ist die Komik bei den Gewerkschafern. Anscheinend bauen die Funktionäre gerade wie wild an ihren Villen und brauchen billiges Personal.


Blitzky
17.06.2010 05:21
1 0

"Anwürfe der Freiheitlichen"

das wäre zu begründen.
Unter "Anwürfen" verstehe ich persönliche Beleidigungen. Dem Artikel kann ich aber keinerlei persönliche Beleidigung Hundsdorfers erkennen, sondern nur - aus meiner Sicht - großteils berechtigte Bedenken gegen die von Hundsdorfer vertretene Politik.

Antworten Gast: Gastname
17.06.2010 06:15
1 0

Re:

Aus Selbstachtung entspringt notwendig auch Selbstgefühl, Selbstvertrauen und Selbständigkeit.

Wer sich aber nicht selbst achten kann und doch Ansehen in der Welt gewinnen will, der muss notgedrungen alle Mittel der Verstellung, Kriecherei, Schmeichelei aufbieten, um sein Ziel zu erreichen.

"""Menschen dieser Art, deren es leider viele gibt, sind die gemeinschädlichsten im Staate."""

Gast: Löser
16.06.2010 20:41
3 0

nona - keiner der Gewerkschaftsfunktionäre wird dadurch seinen Job verleiren


Antworten amornwan
18.06.2010 11:37
0 0

Re: nona - keiner der Gewerkschaftsfunktionäre wird dadurch seinen Job verleiren

Hr. DOGSDORFER und seine SOZIKUMPANE werden abermals zu Landes und Arbeiterverätern!

Gast: gast
16.06.2010 18:18
0 1

da kennt si nur wer aus

"..Die Mindestsicherung bezeichnete der freiheitliche Generalsekretär als "Pallawatsch.."

die presse am 16.03.:

"..Ragger (FPK) betonte zwar, dass Kärnten grundsätzlich am schnellsten bei der Umsetzung sein könne, da es ja bereits eine Mindestsicherung gebe.."

???

0 0

Re: da kennt si nur wer aus >> mit Recht ist sowas zu kritisieren - es ist eine Enteignung und keine Mindestsicherung!

Eine Beamtenblähkonstruktion ohne echter Nothilfe.

Wenn ich ein Häuschen verscherbeln muß um danach teurer zu wohnen als vorher ist das nur für Funktionäre einsichtig.

Die Arbeitsolsenversicherung von allen entrichtet, auch öffentlicher Dienst, reicht mehr als aus um diese nebbichen 744.- wertgesichert an jeden auszuzahlen, der keine Arbeit die mindestens 1000.-€ im Monat einbringt, findet.

Damit ist ein angemessener Mindestlohn eingeführt und Betriebe die das nicht leisten können verschwinden vom Markt.


Gast: gast
16.06.2010 18:13
0 3

freiheit

warum bezeichnen sich die freiheitlichen eigentlich so? wenn man deren meinung so verfolgt, sind sie eigentlich _immer_ für einschränkeungen in der freiheit von personen.

*nachdenk*

Antworten Ilka
16.06.2010 18:42
2 0

Re: freiheit

"*nachdenk*

Halten Sie sich an Ihren eigenen Ratschlag und denken Sie mal nach!


Gast: Burtl
16.06.2010 17:59
0 3

Die größte Ausländergruppe sind die Deutschen

und gegen deren Hartnäckigkeit auf unsere Sozialleistungen haben die Ostler eh keine Chance...

Antworten Gast: gast
16.06.2010 18:20
0 3

Re: Die größte Ausländergruppe sind die Deutschen

ich habe manchmal das gefühl, wer auslaender ist und wer nicht entscheidet die FPÖ. deutsche gehören wohl nicht dazu.

Gast: Joseph III
16.06.2010 17:58
0 4

1995

haben die Blauen uns von den 1000en Portugiesen erzählt, die nach dem EU-Beitritt Österreich "stürmen" würden. Und wo sind Sie denn jetzt bitte, die vielen Portugiesen, liebe Effen?

Antworten JEF
17.06.2010 11:08
0 0

Re: Die Portugiesen

waren jedenfalls beim Bau des Semmeringtunnels beschäftigt, dass weiss ich positiv!
Wo sonst noch überall, da sollen sich halt mal die Insider melden.

Nur weil Sie, lieber Joseph III, keine Portugiesen gesehen haben, heisst das noch lange nicht, dass sie ferngeblieben sind. Gehen sie halt mal raus aus ihrem Elfenbeinturm!

Antworten Gast: gast
16.06.2010 18:22
1 1

Re: 1995

auch die facharbeiter laufen eher davon, als sie nach österreich kommen. ;-)

Staunton
16.06.2010 17:57
0 2

Den Freiheitlichen fehlt - wieder einmal - total der Durchblick. Die FPÖ sollte sich langsam in "Partei der Ahnungslosen" umtaufen lassen.

Während die FPÖ wegen der Ostöffnung des Arbeitsmarktes mit Schaum vor dem Mund auf die SPÖ losgeht, ist ihr anderseits völlig entgangen, dass ihr Lieblingspartner für eine Koalition, die ÖVP, den Arbeitsmarkt schon vor etlichen Jahren geöffnet hat. Nur halt indirekt. Das weiß natürlich auch die SPÖ, aber die will ja bekanntlich die ÖVP nicht verärgern.

Denn es sind zwar die einzelnen Arbeit- und Dienstnehmer aus dem Osten daran gehindert gewesen, in Österreich zu arbeiten. Aber nicht die ausländischen Firmen. So sind halt ausländische Firmen nach Österreich gekommen und haben waggon- und autobusweise ausländischer Arbeiter mitgebracht, die ihrerseits Österreicher von Arbeitsplätzen verdrängt haben. Manchmal wurden ganze Arbeiterpartien von Österreichern gegen Ausländer ausgetauscht. Habe ich selbst persönlich erlebt.

Und dann gab es ja auch noch andere Tricks, den Österreichern Ausländer unterzujubeln, die auch sicher nicht von der SPÖ oder dem SPÖ-Klientel ihren Ausgang genommen haben, sondern vor allem dem Ideenreichtum der schwarzen Klientel entsprangen:
Z.B. war da die Sache mit den Scheinfirmen, wo einzelnen Arbeitern aus dem Ausland mit Handelsregistereintragungen der Anschein von Firmen oder Gesellschaftsorganen gegeben wurde. Warum wohl? Dann gab es außerdem sowieso etliche Schwarzfirmen mit ausländischen Arbeitern, die mit österreichischen Firmen zusammenarbeiteten. Wer da wohl am meisten von diesen Firmen profitiert hat? Naja, und der Visaskandal?

Gast: Eurrora
16.06.2010 16:55
2 0

Hundsdorfer vertritt nur seine Interessen,

ihm ist es egal wie es den Arbeiter und Angestellten in der Privatwirtschaft geht,wichtig sind im seine Spätzel und seine Gage.
Er ist der geborene Sozialist ,wir sind wir .

Gast: WienerGast
16.06.2010 16:29
3 1

Richtige Fragenstellungen !!!

Auch wenn ich nicht gerade ein Fan der Blauen bin, wo er recht hat hat er recht. Das sind interessante entscheidende Fragen.

ICH WILL " ORGINAL ARBEITSAMT " ABER NICHT AMS = ARBEITSMARKTSERVICE SIEMENS SKLAVEN TREIBEREI GES .M.B.H .......................

Drinnen gibt es so viele Vespen und zuwenig Honigbienen !Bären sind unterwegs!

kroegner
16.06.2010 15:31
1 0

Außer der Fortschreibung

der Hacklerregelung, einem Sozialsystem das nicht wirklich funktioniert und der Mindestsicherung habe ich von Hundstorfer wirklich nichts gehört.

Mein Parlament