Es war im September 2007, als zwei junge Kolleginnen mit türkischen bzw. bulgarischen Wurzeln den mittlerweile verstorbenen Kärntner Landeshauptmann Jörg Haider für die „Presse“ interviewten. Das Besondere daran: Die beiden arbeiteten für den von Simon Inou gegründeten Verein M-Media, dessen Ziel es ist, Migranten in Mainstream-Medien zu bringen.
Das Interview erschien zu einem Zeitpunkt, als eine Kooperation mit M-Media noch gar nicht vertraglich fixiert war. Und zeigte auf, wie sehr die Redaktion der „Presse“ von anderen Zugängen aus Sicht von Migranten profitieren würde. Und so startete im Jänner 2008 das gemeinsame Projekt offiziell: Seit damals wird jede Woche eine Seite von den M-Media-Mitarbeitern gestaltet.
Ein Beitrag über Türken, die zum Sterben in ihre alte Heimat ausgeflogen werden, war der Startschuss für eine Reihe spannender Artikel, die im „Österreich“-Teil erscheinen. Und das nicht als Fremdkörper oder Ghetto für Migrantenjournalisten, sondern als integraler Bestandteil der „Presse“.
In gemeinsamen Redaktionskonferenzen werden die Themen erarbeitet, auf einer „Road Map“ der Fahrplan der kommenden Wochen geplant – und gegebenenfalls auch wieder umgestoßen, wenn aktuelle Ereignisse das erfordern. Die „Presse“-Redaktion steht dem Team von M-Media beim Redigieren, beim Layout und der Produktion hilfreich zur Seite.
Dass die Zusammenarbeit funktioniert, erkannte auch Unterrichtsministerin Claudia Schmied, die dem Projekt den „Förderungspreis für Projekte des interkulturellen Dialogs 2008“ verlieh. Und wie gut die Zusammenarbeit funktioniert, sieht man unter anderem auch daran, dass Artikel der M-Media-Kollegen auch immer häufiger abseits der wöchentlichen Seite erscheinen. Und letztlich auch daran, dass eine Kollegin mittlerweile einen fixen Platz im Chronik-Ressort der „Presse“ gefunden hat.