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Steiermark: SPÖ und ÖVP reanimieren „Miteinander“

21.10.2010 | 18:29 |  KLAUS HÖFLER (Die Presse)

Die Großparteien setzen auf Konsens. Konflikte drohen aber beim Budget und der Besetzung von Aufsichtsräten. Das von Streit und Stagnation dominierte Gestern so schnell wie möglich vergessen werden.

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[Graz]In die glanzvoll restaurierte Landtagsstube mit ihren neuen, gewöhnungsbedürftig klobig wirkenden Sitzbänken mischte sich am Donnerstag eine gehörige Portion Nostalgie. Obwohl mit der konstituierenden Sitzung des steirischen Landtags und der Angelobung der Landesregierung eigentlich die politische Zukunft eingeläutet wurde, stand die Vergangenheit nicht selten im Mittelpunkt.

Da beschwor der mit den Stimmen von ÖVP, FPÖ und seiner SPÖ-Fraktion erneut zum Landeshauptmann gewählte Franz Voves mit großväterlicher Milde mehrmals das „Miteinander“ der Parteien – ein Schlagwort, das schon Vorgängerin Waltraud Klasnic (ÖVP) zum Generalthema ihrer Regierungszeit (1996–2005) gemacht hatte. Da griff ÖVP-Klubobmann Christopher Drexler, der bis zuletzt als verbaler Scharfschütze Voves im Visier hatte, sogar noch weiter in die historische Mottenkiste und kramte sanftmütig das konstruktive „steirische Klima“ der 1970er-Jahre heraus, das es anno 2010 wiederzubeleben gelte. Um die Herausforderungen von morgen bewältigen zu können, setzen SPÖ und ÖVP in der Steiermark unter dem Titel einer „Reformpartnerschaft“ also auf das Erfolgsrezept von vorgestern.

Gleichzeitig soll das von Streit und Stagnation dominierte Gestern so schnell wie möglich vergessen werden. „Ziehen wir einen dicken Schlussstrich unter die letzten Jahre“, beschwor Voves das Heil der kollektiven Amnesie. Und sein neuer alter Regierungspartner, VP-Vizelandeshauptmann Hermann Schützenhöfer, lieferte noch einmal jene Interpretation des Wahlergebnisses, das den beiden Großparteien als Rechtfertigung für ihre neuerliche Partnerschaft dient: „Wir haben den Wählerwillen verstanden: Man hat uns zur Zusammenarbeit aufgefordert“, sagte Schützenhöfer. Zur Erinnerung: Sowohl ÖVP (minus 1,5Prozent) als auch SPÖ (minus 3,4Prozent) haben am 26.September schmerzliche Stimmenverluste erlitten.

 

Rochaden in Politik-Nahbereich

Gemeinsam will man jetzt mit einem sieben Schwerpunkte umfassenden Arbeitsprogramm die Steiermark „zukunftsfit“ machen. Erste Nagelprobe für das reanimierte Miteinander werden die Budgetverhandlungen sein. Konfliktpotenzial haben aber auch die zu erwartenden Umfärbelungen in den Chefetagen von diversen Landesgesellschaften. In der Spitalsgesellschaft Kages werden nach der Ressort-Übernahme durch die ÖVP wohl auch wieder schwarze Vertrauensleute in die Geschäftsführung und den derzeit ausschließlich SPÖ-besetzten Aufsichtsrat einziehen, auch beim Landesenergieversorger Energie Steiermark könnte die ÖVP Postenansprüche stellen, ebenso in der Fachhochschule Joanneum, wo eine Geschäftsführerstelle derzeit ohnehin vakant ist.

Auf einen Blick

Abschied Kurt Flecker. Die Angelobung des neuen Landtags war die Abschiedsvorstellung von Landtagspräsident Kurt Flecker. Der spitzzüngige SPÖ-Langzeitpolitiker verkniff sich zwar eine Generalabrechnung, in seine persönlichen Dankesworte mischte sich dennoch Kritik. So verurteilte er die federführend von „seiner“ SPÖ betriebene und mit der ÖVP im Regierungsübereinkommen festgeschriebene Verkleinerung des Landtags als „falsches Zeichen zur falschen Zeit“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 22.10.2010)

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7 Kommentare
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was ist denn das für ein deutsch?

reanimieren bedeutet, einen herz-kreislaufstillstand wiederzubeleben.

kleiner tipp von mir: es gibt einen duden, man kann auch googeln, was das wort bedeutet.

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sowas von lieb....nur....wer braucht 10 Regierungen?

Das Fürstentum Steiermark vergibt wieder Lehen, an brave Untertanen!
Nur - wer braucht in diesem kleinen Landl 10 Gesetzgebungsgremien, 10 Regierungen, wenn in Brüssel die Gesetze gemacht werden? Aber damit nicht genug - Bezirkshauptmannschaften, Gemeinden, Sozialpartner und die wahren Herrscher - die NGOs - tyrannisieren die Untertanen ausbeuterisch bis zum Staatsbankrott! Nur - Landeshauptmann sein, das ist fein, auch wenn noch so antiquiert und museumsreif!

Gast: Lukas
21.10.2010 23:08
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der Albtraum SPÖVP geht in die nächste Runde

unfähige und unwillige Politiker sitzen an den Machthebeln und Futtertrögen...

Gast: Joseffuss
21.10.2010 21:35
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Armer Voves

Es gibt eine steirische Partei die andere Mehrheiten nicht annerkennt, die ÖVP: Wenn´s nicht mehr der Herr Drexler ist dann werden es schon andere machen und obendrein haben sie jetzt ja 2, Voves und Kurzmann, die sie, wenn die Periode so lange dauert, 5 lange Jahre Prügel zwischen die Beine werfen werden.

bula sagt
21.10.2010 19:25
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die etwas

eigenwillige interpretation des wählerwillens durch herrn schützenhöfer befähigt diesen in der tat zum "witzelandeshauptmann".

Gast: Gast
21.10.2010 18:27
2 0

Landtage sind überflüssige Bauernbühnen

Die Rollen im fünfjährigen Bauerntheater sind vergeben, die Pfründner machen es sich gemütlich. Niemand im zahlenden Publikum würde ihr Nichtdasein bemerken. Abschaffung dieser sündteuren Laienbühnen täte not. Aber um das politisch durchzusetzen, muß es wahrscheinlich noch schlimmer kommen.

Gast: Aristokritos
21.10.2010 15:58
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Grüne Kernkompetenz

Wie gut, dass die Grüninnen auf ihre Kernkompetenz der Opposition beschränkt bleiben und ihre Bäume in Form von sinnlosen Umweltzonen so rasch nicht in den Himmel wachsen; auch Bürgermeister Nagl wäre in Graz gut beraten, sich nicht länger von diesen links- chaotischen Träumern, pardon Träumerinnen, am Nasenring vorführen zu lassen.

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