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Alle Wertpapierbesitzer müssen zahlen

26.10.2010 | 18:29 |   (Die Presse)

Von der neuen Kursgewinnsteuer sind nicht nur Aktienbesitzer, sondern auch Inhaber von Anleihen und Fondsanteilen betroffen. Analysten sorgen sich nun um die Wiener Börse.

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Wien/b.l./APA. Etwa sechs bis sieben Prozent der Österreicher halten Aktien. Nicht nur sie werden künftig zur Kasse gebeten, sondern auch die Inhaber von anderen Wertpapieren wie Anleihen oder Fondsanteilen. Die am Wochenende beschlossene Vermögenszuwachssteuer erregt deshalb die Gemüter von Analysten und Anlegerschützern. Bisher mussten Privatpersonen Aktiengewinne nur dann versteuern, wenn sie die Aktien kürzer als ein Jahr in ihrem Besitz hatten. Diese Frist wird nun, wie berichtet, fallen. Künftig zahlt man auf alle Kursgewinne 25 Prozent Kapitalertragssteuer.

Hier die Details zur neuen Steuer:
• Betroffen sind nicht nur Besitzer von Aktien, sondern auch von Anleihen, Fonds und anderen Wertpapieren, sagte Harald Waiglein, Sprecher von Finanzminister Josef Pröll, am Dienstag: Auch wer Anleihen mit Gewinn verkauft, muss künftig eine 25-prozentige Steuer auf die Kursgewinne abführen.
• Bei Fonds werden zunächst Gewinne und Verluste, die der Fonds selbst erwirtschaftet, zu einem bestimmten Stichtag gegenverrechnet, die Differenz wird besteuert. Verkauft ein Anleger seine Anteile nach diesem Stichtag und fährt weitere Gewinne ein, muss er zusätzlich Steuer berappen. Sind die Gewinne hingegen geringer als zum Stichtag, kann er sich die Differenz per Einkommensteuererklärung zurückholen.
• Die neue Steuer gilt für alle Wertpapiere, die ab dem 1.Jänner 2011 erworben werden. Für ältere Investments gilt noch die alte Regelung: Wer die Wertpapiere vor Ablauf eines Jahres verkauft, muss etwaige Gewinne bei der Einkommensteuererklärung angeben. Karl Bruckner, Vizepräsident der Kammer der Wirtschaftstreuhänder, rät daher jenen Anlegern, die an weitere Kurssteigerungen glauben, noch heuer in Aktien zu investieren. Dann kann man etwaige Gewinne in den folgenden Jahren noch steuerfrei einstreifen.
• Die Kursgewinnsteuer wird gleich von den Banken eingehoben– wie auch die Kapitalertragsteuer auf Sparbuchzinsen. Verluste können gegenverrechnet werden. Man muss sie aber selbst in der Einkommensteuererklärung geltend machen, die Banken machen keinen Verlustausgleich.
•Ein Verlustvortrag auf spätere Wirtschaftsjahre ist laut Finanzministerium nicht möglich, ebenso wenig wie eine Verrechnung mit anderen Einkunftsarten (etwa der Lohnsteuer).
• Betroffen von der Änderung sind nur Privatanleger. Unternehmen mussten schon bisher Steuer zahlen, wenn sie Veräußerungsgewinne erzielten. Nicht betroffen sind dagegen Versicherungen sowie die Zukunftsvorsorge.

Die neue Steuer soll im ersten Jahr 30 Mio. Euro bringen, bis 2014 hofft man auf einen Anstieg auf 250 Mio. Euro pro Jahr. An dem Vorhaben hagelte es in den vergangenen Tagen herbe Kritik: Bernhard Felderer vom Institut für Höhere Studien will prüfen, ob von der Steuer nicht primär der Mittelstand betroffen sei.

 

„Bärendienst“ für die Börse

Der Chefanalyst der Raiffeisen Bank International (RBI), Peter Brezinschek, kritisierte, dass von der Vermögenszuwachssteuer, die er grundsätzlich für problematisch hält, nicht alle Vermögensarten, etwa auch Immobilien, erfasst werden. Der Wiener Börse erweise man damit einen „Bärendienst“. In Österreich sei die Aktionärsquote ohnehin niedrig: Nur sechs bis sieben Prozent der Bevölkerung halten Aktien. In Deutschland seien es knapp 20 Prozent.

Der letzte Börsegang in Wien liegt mit der Strabag bereits drei Jahre zurück. Dagegen sind zahlreiche Unternehmen in den vergangenen Jahren nach Insolvenzen, Fusionen und Übernahmen vom Handel verschwunden.

Brezinschek weist auch das Argument, dass Aktien bisher nicht besteuert waren, Sparbücher aber schon, zurück: Die ausgeschütteten Gewinne (Dividenden) werden bereits mit 25 Prozent besteuert– genauso wie Sparbuchzinsen. Bei Aktien gehe es um Risikokapital, das die Unternehmen zum Wachstum bräuchten.

In der Kammer der Wirtschaftstreuhänder hat man offenbar Schlimmeres befürchtet: Bruckner sprach von einem „einigermaßen moderaten Steuersatz“. Immerhin blieben bestehende Wertpapierdepots verschont. Er fordert jedoch, dass langfristige Anleger (ab einer Behaltedauer von fünf Jahren) steuerlich begünstigt werden, indem sie etwa mit dem halben Satz (12,5 Prozent) besteuert werden. Auch Wilhelm Rasinger vom Interessenverband für Anleger zeigte sich erleichtert, dass keine Substanzbesteuerung kommt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 27.10.2010)

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254 Kommentare
 
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zukunftsvorsorge

ja dann ist es nun mit der Privaten Pensionsvorsorge auch vorbei wenn die regierung kleinanleger bestraftdie mit 10 000 euro für die zukunft vorsorgen !! die pensionen sidn sowieso nicht mehr sicher und jetzt kommt noch das ! in österreich ist man der dumme wenn man arbeitet und wenn man sein erspartes geld anlegen will für die zukunft am besten ist es wenn man kein geld hat udn arbeitslos ist dann können sie einem nichts mehr wegnehmen !!!

Gast: montaigne
01.11.2010 20:22
0 0

Erschienen 1984

Lüftl/Martin: Die Formlen für den Staatsbankrott
Am Beispiel des finanziellen Endes der Repubilk Östrerreich

Bankrottbereich zwischen 2005 und 2021.

Gast: rot ohne ende
27.10.2010 20:02
3 0

tausche Bundesadler gegen roten Stern

..mehr fällt mir nicht ein.
Steuer auf Gewinne werden automatisch abgeführt..Verluste kann man dann beim FA geltend machen....das ist ja der blanke Hohn!!!

Re: tausche Bundesadler gegen roten Stern

Richtig!

Die bornierte Frechheit von Dick&Doof ist empörend!!!

Gast: REDNÄCK
27.10.2010 19:15
0 0

Endlich eine gerechte und wirklich soziale Steuerreform

Wenn man sich kein Auto leisten kann, dann wird man nun nicht zur Kassa gebeten.
Wenn mn sich gar keine Kinder leisten kann, dann muss man jetzt nicht zusätzlich auf etwas verzichten.
Wenn man beim Studieren nicht ewig trödelt und haligali macht, dann spürt man die Reform gar nicht.
Wenn man sich nicht leisten kann zigtausende Euros in Aktien zu stecken, dann merkt man auch keinen Unterschied!
Wenn man, so wie unsereins, von der Sozialhilfe abhängt, dann wird man wenigstens diesmal verschont.
Und das finde ich voll ok und sozial!

Gast: Ösi
27.10.2010 18:47
0 0

Ich hab' ein Sparbuch von meiner Oma......

.........klingt im ersten Moment vielleicht lustig, ist es aber nicht.
Da ich von den Zinsen seit Ende meiner Ausbildung die Seele baumeln lassen kann.
Und es ist schön mitanzusehen wir die ganzen braunen Bildungsverlierer für meine Zinsen "Molochen", ja das ist geil!!!

Antworten Gast: ein fan
27.10.2010 19:41
0 0

Re: Ich hab' ein Sparbuch von meiner Oma......

geiler beitrag!!! der besten im forum!!!

2 0

Betroffen: Pensionsvorsorge

Die private Pensionsvorsorge bei den Banken hatte bereits ein Risiko: es handelt mit 40% Wertpapieren oder Aktien!

Ein zweites Risiko: es wird neuerdings auch noch besteuert.

Antworten Gast: _Peter
27.10.2010 22:12
0 1

Re: Betroffen: Pensionsvorsorge

Sie sind absolut schlecht informiert ...
... und schreiben, wie viele andere hier, blanken Unsinn. Möglicherweise ist dies für Sie eine Befriedigung, der Aufklärung dient dies nicht.

Die private Pensionsvorsorge (Zukunftsvorsorge) wurde schon vor einiger Zeit auf ein "Lebensphasenmodell" umgestellt und darf _durchschnittlich_ über das Jahr verteilt, je nach Alter des Einzahlers, in max. 30% Aktien investieren. Auch Altverträge wurden umgestellt, hier ist die Sachlage etwas anders, aber auch hier sind 30% Aktientanteil maximal vorgeschrieben.

Weiterhin ist die private Pensionsvorsoge sowie einige andere Investitionen von der Wertpapier-KeSt ausgenommen.

Erst informieren und dann schreiben!


Gast: Ösi
27.10.2010 18:39
0 0

Ojeeee! Spekulanten, die uns die Wirtschaftskrise eingebrockt haben müssen künftig zahlen!

Wer hätte den gedacht, dass die kleinen Spekulanten, die mit Aktien und Wertpapieren zweistellige Gewinne je Jahr verdienen wollen, auch einmal was zum Staat beitragen wollen.
Muss jetzt doch tatsächlich die breite Abzockmafia genauso zahlen wie der anständige Sparbuchbesitzer.
Die Bonzen sehen das sicher als ungerecht!

Genossen, RECHT MUSS RECHT BLEIBEN! JEDER muss zum Staat beitragen! Auch die, die mit den Aktien und Wertpapieren für ihre FETTE Pension vorsorgen wollen.

lg
Ösenpower

Antworten Gast: Der Herr Karl
27.10.2010 23:47
1 0

Re: Ojeeee! Spekulanten, die uns die Wirtschaftskrise eingebrockt haben müssen künftig zahlen!

...ich glaub den Bonzen wird da schon schnell was einfallen, dass sie diese Steuer umgehen (oder im Kleingedruckten des Gesetztes ist sowieso ein Hintertürl offen)

Re: Ojeeee! Spekulanten, die uns die Wirtschaftskrise eingebrockt haben müssen künftig zahlen!

Wo Bist Du angrennt?

Antworten Antworten Gast: Ösi
27.10.2010 19:08
0 2

Re: Re: Ojeeee! Spekulanten, die uns die Wirtschaftskrise eingebrockt haben müssen künftig zahlen!

Unser gerechte Finanzminister Josef Pröll meint zu recht, dass der Euro bei ihm am besten aufgehoben ist.
Und da gebe ich ihm vollkommrn recht!
Wo soll sonst das Geld für meine Mindestsicherung herkommen?

Genossen, RECHT gilt für alle!

lg
Ösenpower

Antworten Gast: ROTER OKTOBER
27.10.2010 18:54
0 1

Für'n A & F der Kommentar.......

...........Sie sind ein richtiger Fraggle!

Jetzt gönnen'S dem braunen Dreischichtarbeiter doch auch etwas vom Kuchen.
Vielleicht kommen's dann einmal aus dem Alttagstrott heraus und sehen dass die Welt nicht nur aus Asylwerbern besteht, die ihnen ihr Hab und Gut streitig machen wollen....THINK ABOUT IT

Gast: rolfrüdiger
27.10.2010 17:35
1 0

Eine glatte Lüge!!

Keiner der bestehenden Aktienbesitzer muss zahlen. Erst bei Neuerwerb ab 2010. Nur weil die APA-Meldung sparsam durchdacht war, muss die Presse diesen Stumpfsinn nicht eins zu eins übernehmen.

4 0

was ist der ÖVP da wieder eingefallen?

Ein Umfaller zu lasten des Wirtschaftstandortes und der Todesstoß für die Börse.
verantwortungslos, da braucht man sich nicht auf die Roten ausreden

2 0

Falls sich das bei den Sozis noch nicht rumgesprochen hat:

Zu einer effektiven Altersabsicherung gehört in Zukunft zwingend Aktienbesitz.

Aber was solls: Gehn wir halt nach ZH oder FRA.

Antworten Gast: maneater
27.10.2010 18:33
3 0

Re: Falls sich das bei den Sozis noch nicht rumgesprochen hat:

erst wenn die letzten steuerzahler ausgepresst, die letzten ordentlichen staatsbürger in den ruin getrieben wurden, werden die menschen merken, dass man sozialdemokraten essen kann!

"Die neue Steuer soll im ersten Jahr 30 Mio. Euro bringen..."

Bei der Erbschaftssteuer, die jedes Jahr an die 300 Mio. € brachte, sprach man von einer "Bagatellsteuer" die "leistungsfeindlich" sei. Welche "Leistung" allerdings ein Erbe erbringt dem durch Glück der "richtigen" Geburt Vermögen zufällt, blieb unerwähnt. Ein unwichtiges Detail nach Ansicht der SPÖVP.

Aber eine Steuer, die läppische 30 Mio. € pro Jahr bringt, ist jetzt der große Wurf. Obwohl hier völlig undifferenziert auch Erträge aus Vermögen besteuert wird, dass erarbeitet wurde.

Unfassbar. Die SPÖVP ist zu nichts fähig. Die Mittelstandsbelaster sind wieder kräftig an der Arbeit. Darüber und darunter wird das Geld verschenkt, dass in der Mitte einkassiert wird.

Diese Ideen könnts euch einrexen, liebe Lobbypolitiker. Bei solchen "Ergebnissen" kann ich gleich die Kommunisten wählen. Die sind in dieser Sache um nichts schlechter und haben einen Vorteil: Sie hätten vor den wirklich Reichen keinen Schiss.

Antworten Gast: Gast
27.10.2010 16:45
0 0

Re:

Sehen Sie es mal nicht nur von der Sicht des Erben sondern vom Erblasser. was hat es für ein Sinn Vermögen anzuhäufen wenn der nachkommenden Generation wieder nur ein Teil bleibt und da rede ich noch nicht mal davon, dass Menschen nicht nur im hohen Alter vorhersehbar sterben.

Re: Re:

Aus der Sicht des Erblassers fallen keine Steuern an, denn solange der lebt, ist es ja sein Geld. Daher: Doppelbesteuerung?

Es hat im übrigen keinen Sinn, Vermögen "für nachfolgende Generationen" anzuhäufen. Denn wie gerecht ist das, wenn einer zufällig in die richtige Familie geboren wird und der andere nicht? Gar nicht. Mit "Leistungsgesellschaft" -dem zweiten VP Lieblingsbegriff- hat erben übrigens gar nichts zu tun. Ganz im Gegenteil. Denn welche Leistung hat ein Erbe erbracht? Keine. Er hatte nur Glück.

Antworten Antworten Gast: Der Herr Karl
27.10.2010 23:53
1 0

Re: Re:

Wenn der Erblasser es ausgegeben hätte, so hätte er wenigstens was davon gehabt. Aber GEIZ ist GEIL

Re: Re: Re:

Ist mir auch unverständlich. Ich würde es ausgeben. Alles.

Aber die Mentalität ist heute noch eine andere. Alte Menschen geben ihr Geld lieber ihren Enkerln (die es oft genug versaufen), anstatt es für sich selbst auszugeben. Dafür beantragen sie im Gegenzug Pflegegeld und andere Sozialleistungen. Das mag nicht die Regel sein, passiert aber oft genug.

0 1

Re: Re:

die Erbschaftssteuer so wie sie war, war sehr wohl sozial durchdacht. sie richtete sich ja nicht nach dem richtigen Wert des Vermögens.

Gast: Gast
27.10.2010 16:12
1 0

Sauerei

Das ganze ist wieder der Weg des geringsten Widerstandes.
Da wird mit dem Rasenmäher drüber gefahren, so dass alle etwas betroffen sind.

Doch echte Strukturreformen (Abschaffung Bundesrat, Verkleinerung NR, Landtag verkleinern, usw.) wird wieder tunlichst nicht angegangen.
In der eigenen Wärmestube ist es halt am wohligsten.

Welche Leute mit Format haben die Mittel und die Fähigkeiten dies durchzusetzten.
Dann hätten wir nach den nächsten Wahlen komplett neue Gesichter in der Politik.

Das Volk hat nämlich die Nase von diesen Typen schon gehörig voll.

Weiß man schon wie Depots in D oder CH behandelt werden?


 
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