Zum Tee beim Botschafter

13.11.2010 | 18:18 |  von CHRISTIAN ULTSCH (Die Presse)

Zwischen Kalkül und Ausrutscher. Wollte der langjährige türkische Botschafter Kadri Ecvet Tezcan im ausführlichem Gespräch mit der "Presse" die Integrationsdebatte oder seine Politkarriere in Gang bringen?

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Das Interview war für Montag 10 Uhr Vormittag angesetzt. Eine europäische Diplomatin hatte mir erzählt, der türkische Botschafter, ein Freund klarer Worte, habe originelle Ideen zum Unterricht für türkische Schüler. Also beantragte ich einen Termin im Palais in der Prinz-Eugen-Straße 40, um mit ihm über Integration zu sprechen.

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Kadri Ecvet Tezcan empfing mich sehr freundlich in seinem holzvertäfelten Arbeitszimmer. Dort hatte auch sein Vorgänger, Selim Yenel, Interviews gegeben. Auch er ein offener Mann, doch der Temperamentunterschied zwischen den beiden hätte kaum größer sein können, wie sich bald herausstellen sollte.

„Kaffee, Tee, türkischer Kaffee?“, bot der Botschafter an, und das Gespräch begann. Auf Englisch. Er sah erholt und gut gelaunt aus. Deshalb erkundigte ich mich nach seinem Wochenende. Er sei zu Besuch in Krems gewesen, sagte er. Zum ersten Mal seit seinem Antritt als Botschafter habe er sich in Österreich zu Hause gefühlt.

Ein Hausdiener in einem weißen Jackett brachte kräftigen türkischen Tee in einem dieser kleinen bauchigen Gläser. Die Atmosphäre war entspannt, ich drückte auf die Aufnahmetaste. Und da stellte mir Tezcan eine Frage, die ich von einem Diplomaten zu Beginn eines Interviews noch nie gehört hatte. „Wollen Sie, dass ich als Botschafter antworte? Das wird langweilig. Oder soll ich als jemand antworten, der seit einem Jahr in Wien lebt und viele Kontakte zu den 250.000 Türken hier hat?“. Ich nahm die Einladung an. Nach zwei Aufwärmantworten im Diplomatenmodus geriet der Botschafter in Fahrt und trat auch nicht mehr auf die Bremse. Er nahm die österreichische Integrationspolitik auseinander, scheute nicht vor Angriffen zurück.


Der Rundumschlag.
Maria Fekters Geisteshaltung sei weder liberal noch weltoffen, die ÖVP-Ministerin sei in der falschen Partei. Heinz-Christian Strache, Michael Spindelegger, Kardinal Christoph Schönborn und die SPÖ, sie alle bekamen in unterschiedlicher Dosierung ihr Fett ab. Doch auch die Türken schonte er nicht, schilderte Treffen mit Eltern, die glauben, ihre Kinder sprächen mit 500 Wörtern schon fließendes Deutsch. Er geißelte Zwangsheiraten, forderte eine Kindergartenpflicht und sorgte sich um türkische Mädchen, die mit 13 nicht mehr zur Schule gehen. Den Österreichern aber warf er vor, sich außer im Urlaub nicht für fremde Kulturen zu interessieren.

Es war einer der Sätze, die er am Tag danach vermutlich bereute.

Wir redeten eine Stunde lang. Interviews, die in schriftlicher Form erscheinen, sind meistens nur Auszüge aus einem längeren Gespräch. Das war auch diesmal so. Nicht alles, was der Botschafter sagte, fand Eingang in die Zeitung. „Was für ein Problem hat Österreich? Seit einem Jahr versuche ich das herauszufinden. Sorry, es ist mir nicht gelungen“, schloss er eines seiner flammenden Statements ab.

Hier sprach ein zorniger, ein enttäuschter, ein leidenschaftlicher Mann. Einer, der sich als Sprachrohr der türkischen Minderheit in Österreich sieht und nicht einverstanden damit ist, was dieses Land unter Integration versteht.

Und wenn er einmal in vollem rhetorischen Galopp war, konnte und wollte sich der Mann aus Istanbul nicht mehr zügeln. Die Feindseligkeiten, die dabei aufblitzten, waren auch persönlich motiviert. Maria Fekter hatte der Botschafter im Frühjahr getroffen. Die Begegnung verlief so heftig, dass das Innenministerium eine Note ans Außenamt sandte. Und Außenminister Spindelegger nahm er übel, ihn nicht empfangen zu haben. Aus seiner Zeit als Botschafter in Baku war er eine andere Behandlung gewohnt, dort stand er angeblich in engem Kontakt mit Aserbaidschans Präsidenten Ilham Alijew.

Er, der Repräsentant eines dynamischen 72-Millionen-Einwohnerstaates, fühlte sich nun nicht gebührend behandelt. Und dann kamen da noch die täglichen Diskriminierungen hinzu, von denen ihm türkische Migranten in Wien erzählt hatten. Und der anti-islamische Wahlkampf der FPÖ in Wien.

Viele Österreicher wollen keine Frauen mit Kopftüchern herumlaufen sehen? „Thank you“ – der 61-jährige Karrierediplomat bedankte sich für jede provokante Interviewfrage und lud seinen Zorn daran auf.

Ich kannte diese Art von Zorn, ich hatte sie, abgemildert, ein paar Wochen vorher bei der UN-Generalversammlung in New York bei jemandem kennengelernt, der als kühler Kopf der neuen, auch stark nach Osten gerichteten türkischen Außenpolitik gilt: bei Außenminister Ahmet Davutoğlu. Auch er, der Professor, der „Kissinger vom Bosporus“, wurde während des Interviews phasenweise emotional. Als nämlich die Sprache auf die Thesen des ehemaligen deutschen Bundesbankers Thilo Sarrazin und anti-islamische Strömungen in Europa kam.

Knapp drei Wochen später verwendete sein Botschafter in Wien eine Formulierung, die ich so ähnlich schon in New York gehört hatte. „Diese Werte (Menschenrechte) haben wir von euch (Europäern) gelernt, und jetzt kehrt ihr diesen Werten den Rücken. Jetzt sagt ihr: Kauft unsere Waren, aber kommt nicht in unser Land“, erklärte Tezcan in einer der Passagen des Interviews, die zunächst nicht abgedruckt wurden.

Es ist kaum vorstellbar, dass er Ankara um Erlaubnis für einen Rundumschlag fragte. Das grüne Licht gab sich der langjährige Botschafter vermutlich schon selbst – und überfuhr dabei in der Hitze des Gesprächs gleich auch ein paar rote Ampeln. Doch völlig außerhalb der Verkehrsordnung der türkischen Außenpolitik bewegte er sich natürlich auch nicht. Diese türkische Regierung tritt mit dem Selbstbewusstsein einer aufstrebenden Macht auf und versteht sich zunehmend als mahnende Beschützerin der türkischen Minderheiten im Ausland. Dabei nimmt sie neuerdings ihre (ehemaligen) Landsleute durchaus auch in die Pflicht. Ein türkischer Spitzenpolitiker nach dem anderen forderte zuletzt die Türken in Deutschland und Österreich auf, ordentlich Deutsch zu lernen. Dahinter steckt ein einfacher Gedanke: Ohne Deutsch keine Integration, und ohne Integration keine Zustimmung zu einem EU-Beitritt der Türkei. Diese Erkenntnis pflanzte unter anderen Selim Yenel, Tezcans Vorgänger in Wien, tief im türkischen Außenamt ein. Davutoğlu machte den gewandten Diplomaten zum Vize-Staatssekretär in Ankara.

Abberufung und Politkarriere? Selim Yenel war wohl auch am Krisenmanagement beteiligt, das wenige Stunden nach Tezcans Interview einsetzte. Der Botschafter mit der losen Zunge bekam umgehend einen Maulkorb verpasst, er gab keine Interviews mehr. Mit der „Presse“ kommunizierte er nur noch über seinen Ersten Botschaftssekretär Ufuk Gezer. Eines war ihm dabei besonders wichtig: klarzustellen, dass er in dem Interview seine privaten Ansichten geäußert habe. Auf diese Linie hatte Ankara ihn offenbar festgelegt.

War damit die erste Phase seiner Abberufung eingeleitet? „Zum nächsten türkischen Nationalfeiertag wird ein anderer Botschafter einladen“, prophezeite schon am Mittwoch ein österreichischer Diplomat. Allein aus pragmatischen Gründen sei für die Türkei kein Botschafter tragbar, der es sich mit der gesamten Regierungsspitze des Gastlandes verscherzt habe.

Das Außenamt in Wien will keine Türe mehr für Tezcan öffnen. Es schwärzt ihn an, lässt Geschichten darüber verbreiten, wie frauenfeindlich der Botschafter sich gegen Ministerinnen verhalten habe. Beatrix Karl, Claudia Bandion-Ortner, Maria Fekter, alle hätten sich über den türkischen Macho beschwert. Und im Übrigen habe Tezcan schon in Warschau einen Scherbenhaufen hinterlassen.

Ist sich der Botschafter bewusst, dass er mit dem Interview seiner Karriere eine neue Wende gegeben hat? Als er am Mittwochvormittag im Außenamt vorstellig wird, um sich vom Leiter der Südeuropa-Abteilung die Leviten lesen zu lassen, sagt er angeblich: „Ich bin heute früh aufgestanden. Ich werde älter – und nicht klüger.“

Von dieser Verzagtheit ist aber schon einen Tag später nichts mehr zu bemerken. Bei einem Botschaftsempfang für Unternehmer feiert die türkische Gemeinde ihren neuen Helden mit stehenden Ovationen. Und es macht ein Gerücht die Runde, das schon durch Ankara und Istanbul jagte: Tezcan strebe eine politische Karriere an.

Das klingt im Rückblick wie die Rationalisierung eines Ausrutschers. Oder steckte doch Kalkül dahinter? Im Interview hatte er kurz angemerkt, dass Medien nicht darüber berichten, wenn ein Hund einen Menschen beißt, sondern nur, wenn ein Mensch einen Hund beißt. „Dieses Gespräch wird Aufsehen erregen“, sagte ich zu ihm. „Hoffentlich“, entgegnete er nur. War er sich über die Tragweite im Klaren? Er verlangte jedenfalls keine Autorisierung des Interviews.

Am Tag danach bedankt sich der der Erste Botschaftssekretär nicht nur für die korrekte Wiedergabe. Er lässt auch ausrichten, dass es Ziel seines Chefs gewesen sei, die Integrationsdebatte neu zu entfachen. Das zumindest ist Kadri Ecvet Tezcan gelungen.

INTERVIEW-ZITATE

Botschafter Tezcan im O-Ton.
„Wenn ich der Generalsekretär der UNO, der OSZE oder der Opec wäre, würde ich nicht hierbleiben. Wenn ihr keine Ausländer hier wollt, dann jagt sie doch fort.“

„Die Innenministerin sollte aufhören,
im Integrationsprozess zu intervenieren. Sie ist in der falschen Partei.“

„Mein Ziel ist es, dass Türkisch als Maturasprache akzeptiert wird.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 14.11.2010)

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41 Kommentare
 
12

Kalkül??!!!!!!!!!!

Man müsste ihn zeigen, daß man diese Methode sich für "höhere Aufgaben" zu empfehlen, nicht unterstützt. Er gehört zur unerwünschten Person erklärt! Die Rüpeleien dieser Herrschaften sollte man endlich einmal einbremsen! Sich hierzulande nach "Gutsherrenart" aufzuführen ist eine brutale Unverschämtheit! Wenn die EU dieses Land in die EU aufnimmt, dann kann man sich auf etwas gefasst machen! Die wollen uns jetzt schon Vorschriften machen!

Gast: seltener Gast
16.11.2010 14:33
0

Ein echter Ungustl!

Bitte, könnte jemand diesen völlig unerträglichen Herrn höflich, aber sehr bestimmt aus unserem Land hinauskomplimentieren? Mit der Höflichkeit, die er selbst vermissen lässt, natürlich. Nur hinaus mit ihm.

Gast: desaster
15.11.2010 10:55
2

...der langjährige türkische Botschafter...

Erstens ist er erst seit kurzem Botschafter in Wien, zweitens nicht prinzipiell frauenfeindlich. Bei seinen Landsleuten ist er durchaus geneigt lange freundliche Gespräche mit islamischen Frauen zu führen, selbst wenn diese kein Kopftuch tragen.

Was er allerdings ist: total überheblich gegenüber den Menschen und der Kultur seines Gastlandes und daher für den Posten eines Diplomaten total ungeeignet!

Gast: Gast
15.11.2010 01:13
0

ha ha

Die Tee war ohnzuker!! die kuchen kam nix gut wie kebab..lol :)))

Gast: Analyst
14.11.2010 20:24
1

Kalkül

Vor dem Hintergrund des Gerangels um eine türkische EU-Zugehörigkeit hat sich folgendes abgespielt:

Botschafter Tezcan repräsentiert die Türkei, egal wann und wo er in der Öffentlichkeit agiert. Machen wir uns also nichts vor: sein öffentliches Interview gibt nicht seinen, sondern den Standpunkt der Türkei wieder. Es sei denn, seine Aussagen wären eigenmächtig und ohne Wissen und Billigung der türkischen Regierung erfolgt. In einem solchen Fall zieht eine Regierung ihren Botschafter unverzüglich von seinem Posten ab und entschuldigt sich beim Gastland. Indem dies nicht erfolgt ist, hat die Türkei dem österreichischen Staat (und der EU) über die Presse ausrichten lassen, was sie von ihm hält. Diesen Weg schlägt ein Staat ein, wenn ihm der bilaterale diplomatische Weg nicht zielführend erscheint und er auf das Gesagte keine unmittelbare Antwort wünscht.

Außenminister Spindeleggers Reaktion ist angesichts der eklatanten Einmischung der Türkei in innerösterreichische Fragen unverständlich und untragbar. Der Beifall vieler türkischstämmigen Zuwanderer und ihrer Angehörigen in der Türkei ist bekannt. Die Wirkung auf die Österreicher wird bei den nächsten Wahlen noch deutlicher erkennbar werden. Was von der Türkei offenbar beabsichtigt war, um einen pronouncierten Gegner eines türkischen EU-Beitritts an den rechtsradikalen EU-Pranger zu stellen und damit zum Schweigen zu bringen.


Gast: Helmut
14.11.2010 19:03
0

Interesse für fremde Kulturen

In vielen Dingen hat Herr Tezcan recht, aber ist es wirklich Interesse an der türkischen Kultur, das die Österreicher jährlich zu tausenden in die türkischen all-incl.-Clubs treibt?

Gast: Benu
14.11.2010 17:14
1

Ich will das Original in englischer Sprache lesen - besser noch - hören.


Gast: ralph giordano bruno
14.11.2010 17:03
0

jagshemash!

es ist das Borat (from kazakstan) problem: oder war in dieser "satire" jemals eine erkenntnis in der mentalität erkennbar?

Arnold Schwarzenegger; "this is no job for girlie-men!"

als stolzer krieger (macho) kommt man in ein land, das von "girlies" regiert werden, auch wenn der botschafter ein so ein girlie sieht, denkt er, der chefredaktör (mit glatze vom görus) wird das schon overrulen - und nimmt sich kein blatt vor die zunge.

alles BORAT oder was?
ja - alles genau so. noch "lustiger" nur noch unsere intellektuellen & künstler, die ein diskussionsverbot fordern, weil es ja den "rechten" nützen könnte!

Gast: zkw
14.11.2010 16:31
2

Zukunft

Dadurch, dass wir nicht Türkisch sprechen, entgeht uns Österreichern so einiges. Niemand weiß, was in den Moscheen gepredigt oder untereinander bei den Türken gesprochen wird. Ein immenser Vorteil für die Türken.
Diese Parallelgesellschaft wird auch in Österreich wie in Deutschland zur Besitznahme von Staatsgebiet führen. Die Türken waren und sind an keiner Integration interessiert, weil sie es nicht notwendig haben. In Deutschland gibt es heute bereits ganze Dörfer und Stadtteile, die nur von Türken bewohnt werden. Da traut sich kein deutscher Polizist mehr rein. Wenn jetzt nicht wirklich äußerst hart an den Missständen gearbeitet wird - wozu auch Ausweisung im Notfall dazu gehören muss, werden wir in zwei Jahrzehnten bürgerkriegsähnliche Zustände haben.

Ist Tezcan noch da, oder packt er erst seine Koffer?

Solche "Diplomaten" sind untragbar.

Antworten Gast: ggg
14.11.2010 18:15
0

Re: Ist Tezcan noch da, oder packt er erst seine Koffer?

meinst du das Echt==????Dann Weg mit FPÖ und Fekter!!!!
die sind genau so untragbar!!!

oder ist das Falsch naja das ist wahrscheinlich zu viel für dein kleinen kopf!!!


Gast: TomMabuse
14.11.2010 13:19
1

Verschiedenheiten der Weltbilder

Ich denke, daß es wohl mehr auf die kulturellen Weltbilder ankommt, denn auf Assimilation.
Ein sehr guter Freund und lieber Kollege - nebenbei selbst "Kind türkischer Einwanderer", wie er sich selbst bezeichnet - hat folgenden Vorschlag:
man möge doch in der Türkei die Forderung aufstellen, die Hagia Sophia wieder zu dem zu machen, das sie ursprünglich einmal war: eine christliche Kirche!
An der Reaktion der Türken kann man dann die wahre Gesinnung erkennen...

Im übrigen erlebe ich sehr oft in der Aussenstelle unserer Firma in Istanbul, daß die Türken darauf bestehen, daß sich ein Gast den Sitten und Gebräuchen im Gastland anzupassen hat (sic!) und nicht umgekehrt.

Also, Herr Botschafter: passen Sie sich bitte an, nehmen Sie zur Kenntnis, daß Sie unerwünscht (geworden) sind - und lassen Sie uns unseren Lebensstil! - Wir werden auch als Urlaubsgast in Ihrem Land auch aufgefordert, Ihre Gefühle zu respektieren!

Im Übrigen zeigt sicch so immer mehr, daß die Türkei per se nicht europafähig ist, und daher nicht nur geographisch in einem Europa nichts verloren hat!

Gast: Alexandra
14.11.2010 12:01
3

Österreich hat eine falsche Zuwanderungspolitik betrieben, aber auch jene, die mit vollkommen falschen Vorstellungen hierher gekommen sind, müssen ihre Verantwortung dafür übernehmen

Dafür könnte sich ein türkischer Botschafter sinnvollerweise einsetzen. Für die falschen Zuwanderer das Richtige zu tun, wie man es in der "Presse" fordert, sollte aber auch eine Bringschuld der Türkei sein. Was bietet die Türkei jenen an, die erkennen, dass sie hier nicht qualifiziert genug sind? Welche Chancen haben diese Rückkehrer? Keine nämlich. Deshalb bleiben sie dann und versuchen hier in einer Parallelgesellschaft der ähnlich Gescheiterten zu leben, was sehr leicht ist. Viele türkische Vereine unterstützen genau das. Die hier gerne lebenden und arbeitenden, auch studierenden Migranten wollen mit jenen nicht in einen Topf geworfen werden, sie haben sich von dieser Community auch meistens schon ganz abgekoppelt und fühlen sich auch nicht diskriminiert. Sie sehen mit realistischem Blick die Unterschiede, was sie hier erreicht haben. Man sollte deshalb auch nicht leichthin immer von "den Türken" sprechen. Viele wollen gar nicht mehr als solche wahrgenommen werden.

Gast: Der Botschaftersollte die Realität hier besser kennen
14.11.2010 11:27
2

Er sollte ehrlich über die Defizite seiner Landsleute sprechen

Wenn er Statistiken gelesen hat, dann kennt er die Ausreißer der türk. Zuwanderer im Vergleich zu anderen Migranten sehr wohl. Er kann nicht negieren, wieviel die Steuerzahler- u. dazu gehören auch die gut integrierten türk. Migranten aller sozialen Schichten-für jene ausgeben, die hier nicht den Weg in den Arbeitsprozess findenWOLLEN. Ja, in den fünfziger Jahren hatten wir auch eine Hausfrauengesellschaft, aber schon sehr zum Unwillen der Frauen, die auch alles gemacht haben, um aus dieser Rolle herauszufinden. Außerdem mussten die Männer als Alleinverdiener ihre Familie erhalten u. konnten nicht auf den Goldregen des Sozialstaates hoffen. Als Botschafter jenen die Stange halten zu wollen, die hier zu den Verliierern gehören, zeigt nicht von Weltoffenheit und politischer Verantwortung. Die Aussagen des Botschafters waren undifferenziert und auf Hausmeisterniveau und stärkt hier die falsche Gruppe, und nicht jene, die hier eine (zweite) Heimat gefunden haben u. in Europa angekommen sind. Die Aussage:"Was immer du tun musst, ist von Gott gegeben, ist genug für dich. Das Einzige, was du tun musst, ist Gutes für deine Familie.." Das ist eine mittelalterliche Anschauungu. das hätten sie auch in Anatolien tun können. Er hat die Religion in den Mittelpunkt seiner Einstellung gerückt, säkularisierte Türken interessieren ihn nicht, das ist ja z.T. auch die Haltung der türk. Politiker, die zeigen, wie wenig weit Gesetzesänderungen selbst i.d. Türkei bis jetzt gegriffen haben.

Re: Er sollte ehrlich über die Defizite seiner Landsleute sprechen

Ist Tezcan auch Botschafter der gef*ckten kurdischen Minderheit oder vertritt er nur die "Elite"?

Gast: gast
14.11.2010 10:48
2

Englisch ?

Auf Englisch ?Als Botchafter in österreich sollten´s doch einen Türken finden, der Deutsch kann.
In Istanbul ist jeder zweite Reiseführer auf die österreichische oder deutsche Schule gegangen.
Kommt da nix nach ?

Antworten Gast: TomMabuse
14.11.2010 15:18
1

Re: Englisch ?

Ich denke, der Herr Redakteur mußte froh sein, daß er nicht das Interview auf türkisch führen mußte...

Ein wirklich gebildeter Diplomat wird wohl eher versucht sein, die Sprache des Gastlandes zu beherrschen. Zumal dieser Herr ja auch schon länger in Hamburg war - und dort vielleicht auch durch seine Eskapaden auf- und durchgefallen ist?

Re: Englisch ?

Tezcan war lange Zeit türkischer Generalkonsul in Hamburg, aber deutsch spricht er trotzdem nicht.

Wie der Herr, so....

Antworten Gast: ötzi
14.11.2010 14:13
0

Re: Englisch ?

wahrscheinlich will keiner her, Franzi

Gast: amen
14.11.2010 10:16
4

bezahltes kopftuch

nachdem sie bereits über ein jahr unser haus geputzt hatte, stand sie eines morgens mit einem kopftuch vor mir. sie grinste und meinte: wie ich es finde? ich war ehrlich etwas schockiert. ich hatte sie eingestellt, weil ich mich freute, eine türkin zu sehen, die ganz "normal" aussah, die gut deutsch sprach, die hier mit mann und kindern eben eine wohnung gekauft hatte. und nun ein kopftuch. ich frage, seit wann sie das trage. sie antwortet, sie trage das schon seit sie verheiratet sei, sie habe es mir nur bisher nie gezeigt, besonders nicht beim einstellungsgespräch, weil sie annahm, ich würde sie dann nicht einstellen. sie fragte mich, wie ich zum kopftuch stehe. ich antwortete, dass ich es nicht verstehe und dass alle menschen nackt zur welt kommen. sie erklärte daraufhin: der iman in der moschee würde sie dazu anhalten, das kopftuch zu tragen. und als gute ehefrau müsse man sich vor anderen männern schützen. und heute würden die frauen ja auch schöne kopftücher tragen und sich schön zurecht machen, nicht mehr so wie ihre großmütter und mütter. und dann, mit einem verschwörerischen lachen von frau zu frau, ja, auch die österreichischen männer würden ihnen "trotz!" kopftuch sooolche augen machen. sie und auch ihre freundinnen vermuten sogar, gerade deswegen. außerdem bekommen kopftuchmädchen großzügige studienbeihilfe aus der türkei - bis zu 400 euro! und deren familien auch. alle frauen in unserem viertel tun das. eine gute frau trägt ein kopftuch.

Antworten Gast: Das stimmt leider.
14.11.2010 11:38
3

Re: bezahltes kopftuch: Als das Kopftuch auf türkischen Unis verboten war,

wurden jedes Jahr Hunderte kopftuchtragender Mädchen organisierterweise nach Wien geschickt, denn hier haben türkische Studenten bis vor kurzem keine Studiengebühren bezahlt. Sie wurden und werden in Heimen einquartiert, beaufsichtigt, indoktriniert. Zurückgekehrt unterrichten sie dann in Religionsschulen und sind ein vollkommen falsches Vorbild und Signal für die Mädchen und Buben, die von den Eltern in diese Schulen geschickt werden. Das wird von der türkischen Regierung auch befürwortet, nicht offiziell, wenn sie mit europäischen Politikern über die Aufnahme in die EU sprechen. Aber jeder weiß, wie weit die Realität den der EU zuliebe erlassenen Gesetzen hinten nach hängt.

Antworten Antworten Gast: ralph giordano bruno
14.11.2010 17:23
2

Re: Re: bezahltes kopftuch: Als das Kopftuch auf türkischen Unis verboten war,

und jetzt stehen wir bei 6% (strukturell in wien bereits durch geburten bei 25%).

in 10 bis 20 jahren - wenn die quote das wahlalter errecht hat - dann geht es los.
ab 30% ist alles unumkehrbar, siehe bosnien, kosovo, libanon (ehemals die schweiz des nahen ostens), dann gnade uns allah.

1. problem: sogenannte migrationsverbände, als würde für mich als provinzler nur der vatikan mit seinen erzbischöfen sprechen (in den vereinen sprechen fast nur die strenggläubigen).

2. problem: bildung - weg mit türkischen sonderlehrern, fahrschulprüfern, berufseinstellungsbegleitern, integrationsbeauftragten.

bei uns (und es ist noch "bei uns") hat das individuum die entscheidung, erst wenn der stamm, die familie, das patriarchat obsiegt hat, geht es in richtung völligem "stammes"-denken, wo sich alle, wie göttlich vorhergesehen, zu fügen haben.

Gast: Wiener
14.11.2010 08:28
2

Der und die Seinigen sollen heimgehen.

Bevor wir sie heimschicken.
Und entfacht hat er was - nur was ganz anderes.

Gast: gast
14.11.2010 07:49
2

EU

Die Türkei ist kein Teil Europas. Ihr Betritt wäre das Ende der EU, welche damit die letzte Legitimation durch das Volk verloren hätte. Wenn es nicht gar zu einem gewalttätigen Aufstand käme.

Gast: Idee
14.11.2010 07:47
0

Problem Nr 1

Hauptproblem: Wenn du nicht meiner Meinung bist haben wir ein Problem.

"Suche nicht Fehler sondern eine Lösung"
"Eigene Probleme bewältigen, dann hat man nicht so viel Zeit sich über andere zu ärgern"

Ich entschuldige mich schon im vorhinnein bei alle die nicht der selben Meinung sind

Na bravo!

Die Presse als Steigbügelhalter für türkische Machopolitikerkarrieren.

 
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