FPÖ-Neujahrstreffen: "Drittes Kapitel" Kanzlerschaft

22.01.2011 | 17:47 |  von Oliver Pink (Die Presse)

Nach dem Wahlsieg in Wien und dem Sparbudget der Regierung ist die FPÖ im Aufwind. Beim Neujahrstreffen, einem Volksfest für Strache-Fans, träumte man bereits davon, die Nummer eins zu werden.

Drucken Versenden AAA
Schriftgröße
Kommentieren

Mehr zum Thema:

Die FPÖ hat einen strategischen Vorteil gegenüber anderen Parteien. Sie hat eine klare, einfache Botschaft, die auch für jene, die sich kaum oder gar nicht für Politik interessieren, leicht verständlich ist: Die Freiheitliche Partei ist grundsätzlich für Leistung. Wenn einer nicht mitkommt – macht auch nichts. Dann springt eben der Staat ein. Sofern man nicht Ausländer ist.

Mehr zum Thema:

Eine Botschaft, die auch beim FPÖ-Neujahrstreffen, dem alljährlichen freiheitlichen Ritual zum Jahresbeginn, unters Volk gebracht wird. Im wahrsten Sinne des Wortes. Denn dieses Treffen ist keine geschlossene Parteiveranstaltung für Funktionäre, sondern für jedermann zugänglich. Und so siehtes dann auch aus – als hätte Manfred Deix den Pinsel geführt.

Das Bier fließt schon mittags reichlich. Die „John Otti Band“ spielt dazu die Hitparade rauf und runter. Das gefällt allerdings nicht jedem: Ein älterer Herr im Trachtenjanker beschwert sich bitter beim Sänger.

Zwei Stunden später ist es dann so weit: Der, auf den alle warten, betritt die Bühne in der Event-Pyramide in Vösendorf: Heinz-Christian Strache. Begleitet von martialisch-dramatischem Trommelwirbel – und von Barbara Rosenkranz, Martin Graf, Andreas Mölzer und Harald Vilimsky.

Man habe in den vergangenen Jahren „Geschichte geschrieben“ und die FPÖ wieder zur Mittelpartei gemacht, sagt Strache. „Nun ist es Zeit, das zweite Kapitel aufzuschlagen.“ Die FPÖ sei auf dem Sprung zur stärksten Kraft in Österreich. „Und dann werden wir das dritte Kapitel aufschlagen und den Führungsanspruch in diesem Land stellen.“ Ja, er wolle regieren, sagt der FPÖ-Obmann. „Diesem Faymann wird sein Grinsen noch vergehen – spätestens 2013.“ Aber: „Nichts kommt von selbst.“ Der Erfolg der vergangenen Jahre sei keine Selbstverständlichkeit. Daher: „Demut, Dienen ist gefragt.“

„Österreichische Arbeitnehmer zuerst“, verlangt Strache eine Verlängerung der Übergangsfristen für EU-Osteuropäer. Die FPÖ werde dafür sorgen, „dass unsere Kinder nicht zur Minderheit werden in Österreich“. In einer Gesamtschule würden Niveau und Leistungsbereitschaft weiter sinken. Multikulti sei gescheitert, so Strache. Jenen Zuwanderern, die anständige Inländer geworden seien, rief er aber zu: „Ihr seid ein Teil von uns!“ Man wolle nur nicht islamisiert werden. Strache spricht sich zudem für die Wehrpflicht aus: „Frag nicht immer, was das Land für dich tut, frag, was du für unser Land tun kannst.“ Auf Bruno Kreisky, gestern vor 100 Jahren geboren, nahm Strache am Ende kurz Bezug: „Er war ein großer Österreicher“. Im Gegensatz zu den „heutigen Figuren“ in der SPÖ.

Die Pyramide tobt. Die Halle ist bis auf den letzten Platz gefüllt. Die Strache-Fans schwenken rot-weiß-rote Fahnen, jubeln, schunkeln, singen. Auch Uwe Scheuch, der FPK-Chef, ist gekommen. „Schön, dass ihr wieder da seid“, sagt Rosenkranz zu Scheuch und seinen Kameraden, um danach mit aggressiver Rhetorik und sich überschlagender Stimme die Gegner zu attackieren.

Wer zu den Siegern gehören will, ist hier gut aufgehoben. In einer Imas-Umfrage für die „Krone“ liegt die FPÖ bereits gleichauf mit der ÖVP bei 25Prozent, nur einen Prozentpunkt hinter der SPÖ. Bei den 14- bis 29-Jährigen kommt die Strache-Partei gar auf 42Prozent – und ist damit klar die Nummer eins. Die Funktionäre träumen schon von der Kanzlerschaft. Man werde die „Systemparteien“ bald abgehängt haben, prophezeit der Gastgeber, der Bezirksobmann von Mödling, Christian Höbart. Und Generalsekretär Vilimsky donnert ins Mikrofon: „Auf dich, Heinz-Christian, kommt die Aufgabe, Bundeskanzler zu sein, früher zu als du glaubst.“ Dann wäre es nicht mehr möglich, dass ein Gewalttäter, der ein Kind zu Tode prügle, eine Frühpension bekäme, spielt er auf den Fall Cain („Eine Schande!“) an. An die Funktionäre aber appelliert er, jetzt nur nicht die Bodenhaftung zu verlieren.

Und auch die „John Otti Band“ hat ihr Programm letztlich doch noch auf Skihütten-Schlager umgestellt.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.01.2011)

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Lesen Sie hier weiter zum Thema:

Mehr aus dem Web

317 Kommentare
 
12 3 4 5 6 7
Gast: pensador
11.04.2011 19:30
0

Angst vor einem Toten?

Die Angst der "Presse" vor Kommentaren zur Schändung des Nowotny-Grabes scheint fast noch grösser zu sein als die der Linken vor einem Toten.
Denn wieso werden da keine Kommentare erlaubt?

Gast: poldine
25.01.2011 23:05
0

Wenn dann STRACHE das Regieren übernimmt wird Milch und Honig fließen,

die Arbeitslosigkeit sinken, die FREIHEITLICHEN Industriellen werden dann nur mehr Österreichische ArbeiterInnen beschäftigen, die Steuern werden gesenkt, die Wirtschaft wird eine Höhenflug erleben, Touristen werden das Land stürmen, jeder wird mehr verdienen.
Leider hat uns die FREIHEITLICHE Partei schon gezeigt wie es geht mit dem Beispiel KÄRNTEN:
hohe Arbeistlosigkeit
horrende Schulden
Imageverlust
Chaos im Gesundheitswesen
Abwanderung der Wirtschaft
Abwanderung der hochqualifizierten Arbeitskräfte
Abwanderung der Jugend
Skandale
und, und, und....

Ist das was unsere Landsleute wirklich wollen?

Gast: Türkin
24.01.2011 13:21
1

Heut' hab' ich eine schubfreie Phase!

Daher kann ich heute wieder die FPÖ loben, weil sie die einzige Partei ist, die für uns Österreicher wählbar ist!
Nur die FPÖ vertritt, das Österreicher zuerts kommen sollen und dann gar nichts mehr.
Ich als echte Österreicher, die schon über 1 Jahrzehnte die Staatsbürgerschaft habe, kann nur die FPÖ wählen-
Was anderes gibts gar nicht! Keine Frage!

Gast: Biersauer
24.01.2011 13:03
0

Wenn jeder Hackler bald seine 45.000€ Schulden zahlen wird,...

die der Schöne und der Dicke auf seine Kappe gemacht haben, könnens die zwei ruhig weiter behalten.
Nur, wirds so nicht bleiben, weil beim Schuldenzahlen, was einer nicht gemacht hat, geht dann somanchem der Knopf auf im Hirn!
Aber, selbst wenn diese Schulden abgestottert sein sollen. dann gehts erst sowieso richtig weiter!
Also, viel Spass beim Blechen, dann redma weiter.
Da kommt ja nowas dazu: die rote Islamistenfaust im Nacken, damit den Gutmenschen nicht zeitlang wird.

Antworten Gast: Poldine
25.01.2011 23:08
0

Re: Wenn jeder Hackler bald seine 45.000€ Schulden zahlen wird,...

Schauens nach Kärnten, dort hat die FREIHEITLICHE Regierung vertreten durch die Splittergruppe FPK den Schuldenstand von 150 Mio auf 3 Mrd Euro katapultiert und das in 10 Jahren!
Viel Spaß der Jugend, wenn dann die Freiheitliche Regierung unter STRACHE das gleiche macht für Österreich!

Gast: Ösi - oder was in meiner Patientenverfügung steht
24.01.2011 12:45
0

Man muss ja vorsorgen als anständiger verantwortungsvoller Mensch!

Gesetzt dem Fall, dass ich einmal so demens werde, dass ich den Löffel Suppe nicht mehr selbstständig zum Mund führen kann, dann untersage ich jetzt schon vorsorglich´, dass die Wahlkommision meine Wahlstimme den Freiheitlichen zugerechnet wird!
Auch wenn der HC die Hoffnung der Hoffnungslosen ist, so heisst das nicht, dass ein hoffnungsloser Fall automatisch FPÖ-Stimme wird!!

nix zu tanken!
Ösenpower

Antworten Gast: rote Sa_
24.01.2011 18:32
0

Re: Man muss ja vorsorgen als anständiger verantwortungsvoller Mensch!

Keine Sorge. Diese Praktik ist angeblich eine Spezialität der Roten. Die grasen immer alle Heime ab.
… oder drohen mit Pensionistenbriefen.
Soll es tatsächlich gegeben haben.

Gast: soseies
24.01.2011 02:34
1

Brisante Akten aus Korruptionsbehörde: 25 Mio. Euro für Lobbys von BZÖ und FPÖ?



http://www.news.at/articles/1050/11/284374/brisante-akten-korruptionsbehoerde-25-mio-euro-lobbys-bzoe-fpoe


Antworten Gast: gast
24.01.2011 08:19
2

Re: Brisante Akten aus Korruptionsbehörde: 25 Mio. Euro für Lobbys von BZÖ und FPÖ?

News und Falter. Garanten für eine objektive Berichterstattung...

Gast: Johan C.
23.01.2011 23:07
1

FPÖ-Wähler und -Funktionäre

sind charakterschwach, weil sie mit ihren eigenen Problemen und Dingen, die sie selbst in ihrer Vergangenheit erlebt haben, nicht zurechtkommen.

Dafür sind natürlich jetzt alle anderen schuld.

Das der Anteil derer, die dieser Meinung sind, in Österreich immer mehr werden, sollte der SPÖ und ÖVP zu denken geben.

Oder taktieren beide schon, welche Partei nach den nächsten Nationalratswahlen dem Hatze den Popo auswischen darf?

42% der jungen Wähler suchen wohl einen sog. "starken Führer".

Wenn er dann da ist, werden alle deppert aus der Wäsche schauen.

Wenn dann alles blau eingefärbt wird und man nicht mehr das sagen und schreiben kann, was man denkt.

Wenn dann z.B. Foren wie dieses hier abgedreht werden.

Wenn der ORF totgemacht wird ("... ist ja eh net schad drum...")

Und alles für ein "gesundes Österreich" - im Mittelalter dachte man auch, daß Aderlaß gesund macht - ist also relativ, was gesund oder krank ist.

Re: FPÖ-Wähler und -Funktionäre

Wenn ich dieses noble Forum hier "abdrehe" wird's der Welt nicht wirklich abgehen.

Gast: Kickls Schüler
23.01.2011 21:22
1

ein Schüttelreim

Unser Herz schlägt rot-weiss-rot,
doch unser Hirn ist leider tot.

Antworten Gast: nix für ungut
24.01.2011 01:25
5

Re: ein Schüttelreim

Dass dein Hirn tot ist, ist nicht zu überlesen.

Gast: FOX
23.01.2011 20:49
7

Die FPÖ hat mir Rassismus nichts mehr am Hut!

Sie betreibt vielmehr Politik mit Hausverstand. Was ist daran so verkehrt die Zuwanderung einzudämmen, wenn der Migrantenanteil auf 20% im Verhältnis zur Mehrheitsbevölkerung ansteigt? Man darf nicht rassistisch sein, aber Österreich muss schon immer noch das Land der Österreicher bleiben!

Antworten Gast: sonja100
23.01.2011 23:21
4

Re: Die FPÖ hat mir Rassismus nichts mehr am Hut!

Hat sie eh noch nie gehabt! Es wurde ihr einfach nur untergeschoben!Das gleiche versucht man jetzt schon wieder!

Mutige Ansage....

Worauf bezieht sich diese Hoffnung? Immerhin hat er es in seinem stärksten Wahlkreis 26% geschafft und das bei ca. 60% Wahlbeteiligung.

Und selbst wenn es zutrifft ist er immer noch ein Politiker und egal von welcher Partei, in dieser Berufssparte finden sich spezielle Menschen zusammen, die kein Problem haben Versprechen zu vergessen, Prinzipien über Bord zu werfen und Positionen zu ändern.

Ich persönlich glaube kaum, das die FPÖ in der Regierung sich wesentlich unterscheiden würde von den Anderen. Maximal vielleicht mit einer Absoluten aber das bleibt wohl ein feuchter Traum von HC.

Gast: UKW
23.01.2011 19:55
0

Wenn Strache ans Ruder kommt macht er dort weiter, wo Kreiky aufgehört hat

Dagegen sind Prölls und Faymanns Schulden-anhäufungs-politik ein Kindergeburtstag.

Gast: I Ging 1, 21
23.01.2011 18:43
4

Partei "Bürger in Wut"

Stache hin oder her. Tatsache ist, dass europaweit der Widerstand gegen Multikulti immer größer wird. Im Mai wird in Bremen die Partei "Bürger in Wut" über 5 % bekommen. Und im September bekommt "Die Freiheit" in Berlin über 5 %.

Re: Partei

So etwas wird doch normalerweise zensuriert ?

Antworten Gast: I Ging 1, 21
23.01.2011 19:00
0

Korrektur

Anstatt "Stache" soll es heißen "Strache".

Antworten Antworten Gast: ;-)
23.01.2011 20:18
0

Re: Korrektur

Echt?

Gast: MS FPÖ
23.01.2011 17:49
11

Neujahrsfeier

Ich war bei der Neujahrsfeier und ausenstehende können nicht mitreden weil ihr alles nur von der Spö aufgreift und die Spö lügt und betrügt und 1 Politiker schaut auf den Österreicher das ist HC Strache er will den Österreichischen staatsbürger stärker fördern so wie zB der 25 jährige der was den 3 jährigen bub totgeprügelt hat dieser mensch hat frühpension bezogen mehr als ein österreichischer arbeiter der 50 jahre gearbeitet hat und er hat mehrere vorstrafen und das man da nichts unterniemd da läuft was flasch in der Spö und Övp deswegen wird die Fpö stärker

Antworten Gast: Poldine
25.01.2011 23:12
0

Re: Neujahrsfeier

Aber ändern wird sich nichts.
Die FREIHEITLICHEN haben in Kärnten Regeirungsveraqntwort übernommen und das Bundesland ist abgewirtschaftet, die Jugend und hochqualifizierte Arbeitskräfte wandern ab, horrende Schulden, Imageverlust, Chaos im Gesundheitswesen,....
Der kleine Maxi glaubt es wird sich was ändern wenn STRACHE an die Macht kommt. Das wird sicherlich nicht der Fall sein. Bestes Beispiel ist das von den FREIHEITLICHEN agewirtschaftete Kärnten - das sollte Warnung genug sein.

Re: Schlimm, schlimm ...

So viel tolle, neue Ideen. Ja, da verstehe ich es schon, daß man beim Wiederkäuen selbiger einfach keine Zeit für Punkt und Beistrich hat. Echt, das verstehe ich. - Aber seit wann ist es verboten, vor dem Wiederkäuen nachzudenken?

Re: Neujahrsfeier

"...dieser mensch hat frühpension bezogen mehr als ein österreichischer arbeiter der 50 jahre gearbeitet hat ..."

Ich finde es auch völlig falsch, solche Typen ständig zun pardonieren, aber Ihre Behauptung über die Pensionshöhe ist wieder einmal eine bewusst falsche typische FPÖ-Meldung.

Re: Neujahrsfeier

...ausenstehende? lernens deutsch, herr...

 
12 3 4 5 6 7

Umfrage

Das Bundesheer und sein Kampf ums Budget

Mein Parlament

AnmeldenAnmelden