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Faymann will "Lügen der Atomlobby" aufzeigen

22.03.2011 | 12:25 |   (DiePresse.com)

Die Regierung ruft in der Nationalrats-Sondersitzung die Opposition zu einem gemeinsamen Anti-Atom-Kurs auf. Die Grünen attackieren Wolfgang Schüssel.

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Der Nationalrat hat am Dienstag in einer Sondersitzung über die Atompolitik diskutiert. Einig waren sich die Parteien darin, dass international auf den Atom-Ausstieg gedrängt werden muss. Der Opposition sind die Initiativen der Regierung allerdings noch nicht engagiert genug.

Zuvor hatte die Regierung im Ministerrat einen Anti-Atom-Aktionsplan beschlossen. Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) erklärte, man habe den Auftrag, die "Lügen" der Atomlobby aufzuzeigen. Solche Lügen seien alles, was an Sicherheit "vorgegaukelt" werde und was glauben machen solle, dass so etwas nur in Japan passieren könne. Im Zusammenhang mit dem Ausbau des tschechischen Atomkraftwerkes Temelin behalte sich Österreich "alle rechtlichen Schritte" vor.

"Nach Japan nicht zur Tagesordnung übergehen"

Faymann bezeichnete es als absurd, nach der Japan-Katastrophe zur Tagesordnung überzugehen, ohne Schritte gegen die Atomenergie einzuleiten. "Wir wissen, das Ziel ist nicht erreicht, wenn einiges stillgelegt wird, sondern wenn ausgestiegen wird aus dieser Technologie." Der Kanzler forderte die Fraktionen auf, "dass wir uns nicht gegeneinander klein machen, sondern miteinander stark machen in Europa gegen die Kernenergie".

Auch für VP-Umweltminister Niki Berlakovich hat die Katastrophe klar gemacht: "Atomkraft ist nicht sicher, Atomkraft ist nicht beherrschbar." Er forderte alle Parteien zum Sprechen "mit rot-weiß-roter Stimme" auf.

Opposition vermisst ernsthafte Initiativen

Die Grünen vermissen in der heimischen Politik "ernsthafte Initiativen". Man sei "ein bissl frustriert über die Aktionslosigkeit der letzten Jahre", sagte Parteichefin Eva Glawischnig. Sie kündigte an, die Regierung bei "echten Ausstiegsinitiativen" zu unterstützen, aber "nicht bei den Stresstests, das können sie allein machen mit der Atom-Lobby". Dass Ökostrom zu teuer sei, "dieses Argument möchte ich nie mehr hören. Das ist wirklich lächerlich", meinte Glawischnig.

FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache sagte, mittels Wasser, Solar, Geothermie oder Windkraft habe Österreich die Chance, energieautark zu werden. Eine autonome Energieversorgung und der Umweltschutz - "Das ist der Auftrag an uns alle", so Strache.

BZÖ-Klubchef Josef Bucher erklärte: "Wir müssen das Zeitfenster jetzt aktiv nützen und die Ängste der Bevölkerung ernst nehmen. Jede andere Entscheidung, wäre fahrlässig. Wir sollten nicht Lippenbekenntnisse von uns geben, wie das die Bundesregierung heute wieder gemacht hat."

Kritik an Schüssel

Heftig diskutiert wurde auch über die Aufsichtsratstätigkeit des ehemaligen Bundeskanzlers Wolfgang Schüssel (ÖVP) beim deutschen Energiekonzern RW.  Glawischnig ortet eine Unvereinbarkeit und forderte ihn auf: "Ich verstehe nicht, dass sie sich nicht äußern können und hinter der Zeitung verkriechen. Das ist nicht in Ordnung. Bitte äußern sie sich."

ÖVP-Klubobmann Karlheinz Kopf nahm Schüssel in Schutz: "Wer, wenn nicht er hat eine Anti-Atompolitik nicht nur unterstützt, sondern betrieben, die uns europaweit endlich Sicherheitsstandards für Atomkraftwerke brachte."

Vor Sitzungsbeginn demonstrierten rund 50 Atomgegner vor dem Parlament. Neben Global 2000, die "schon wieder Tschernobyl" orteten, waren auch die "Mütter gegen Atomgefahr", "Gewerkschafter gegen Atomenergie und Krieg" und die Grünen mit Transparenten vor Ort.

(APA)

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98 Kommentare
 
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Cosinus62
26.03.2011 07:54
0 0

Na sowas, wer war denn damals für Zwentendorf?


Gast: Atomos
24.03.2011 11:11
0 0

Gut, dann sperren wir alle Atomkraftwerke zu ...

... dann haben wir zwar keinen Atomstrom mehr, dafür bleibt das Gefahrenpotential das gleiche. Wie Fukushima zeigt, kann es nämlich auch noch bei der (jahrelang notwendigen) Zwischenlagerung der nicht mehr benutzten Brennstäbe zu Kernschmelzen kommen, wenn es Pannen in der Lagerung (Stichwort: Kühlung im "Abklingbecken") gibt.
Besser als ein reflexartiger Schrei nach Atomausstieg wäre wohl die strenge Kontrolle stetiger Aufrüstung von Sicherheitsstandards und deren tatsächliche Durchsetzung.

Gast: mysterium
23.03.2011 09:20
1 0

Tolle Ablenkung Faymann!

Wann beschäftigen wir uns mit den 2,2 Mrd., die in den EMS überwiesen, dh neue Staatsschulden, werden MÜSSEN. Das ist betrügerische Krida. Wer gab Ihnen die Vollmacht dazu?

Da liefert man sich Scheingefechte um die Atomkraft, die wir nicht ändern können, aber wo wir ändern könnten, dass wird verdeckt.

Gast: Pinoccio
23.03.2011 07:22
1 0

Lügen

Wann deckt herr Bundeskanzler die Lügen um die Pensionsfinanzierung auf - Stichwort Hacklerregelung? Wann sagt er der Jugend des Landes die Wahrheit?

Gast: El Silbo
22.03.2011 21:10
0 0

unter anderem.....

...aber man braucht natürlich eine NEUTRALE JUSTIZFARBE um das aufzuarbeiten!

http://www.oe24.at/oesterreich/politik/Pilz-fordert-U-Ausschuss-zu-Radar-Deal/595337

Murray
22.03.2011 19:08
1 0

Ich lach mich scheckig

Österreich betreibt kein Kernkraftwerk, kann daher auch keines schließen.
Österreich ist auf Stromimporte angewiesen, weil die Grünen gegen Wasserkraftwerke - gegen erneuerbare Energieproduktion also - opponiert haben.
Die Einflussmöglichkeiten Österreichs auf die internationale Energiewirtschaft sind also genau null.
Österreich ist keine Kolonialmacht und kann den Nachbarstaaten nichts vorschreiben und mit nichts drohen.
Die Sprüche der Politiker sind daher so ernst zu nehmen wie die Äußerungen kleiner Kinder in der Sandkiste.
Das Gerede von der Energieautarkie ist spätestens dann zu Ende, wenn jemand der Redaktion der Kronenzeitung vorrechnet, wie viel das die Österreicher kosten wird.
Gebt unseren Regierungsmitgliedern doch bitte eine Gummiente und einen Schnuller und setzt sie ins Planschbecken, dort können sie sich gemäß ihrer geistigen Entwicklungsstufe betätigen.

Antworten Sam Lowry
22.03.2011 21:41
2 1

Re: Ich lach mich scheckig

Bitte nicht die Wortmeldungen der Opposition vergessen. In dieser Sondersitzung war die Opposition sogar noch peinlicher als die Regierung.

1 1

Vielleicht

sollte der Herr Bundeskanzler die Lügen der Regierung aufzeigen.
Aber es ist halt schöner mit dem Finger auf andere zu zeigen. Besonders dann wenn es sich gleich um eine ganze Lobby handelt

crisspy
22.03.2011 17:45
3 0

populistisches gelaber

fakt: tschernobyl war ein experiment
japan ist ein erdbebengebiet und im moment ist noch nichts passiert

atomkraft ist günstig, umweltfreundlich und zukunftsfähig!

2 0

Re: populistisches gelaber

aber die "german angst" im deutschsprachigen raum ist ein ewiger gegner von fortschritt und realismus.

egal, die franzosen werden sich neben den jungs im osten freuen. haben sie doch bald mehr absatz für ihren atomstrom.

ohne atomstrom hätte ich gerne ein paar GrünInnen im hamsterrad bei mir im keller ... nach möglichkeit welche ohne Blähungen und mit kleinem lungenvolumen, wegen der CO2-Bilanz und so.

Gast: luky
22.03.2011 17:31
0 0

chancen genutzt?

auch wenn das vor der Ära Faymann war: Krsko könnte heute nicht mehr am Netz sein. So what?
Die nächste Chance kommt: Kroatien ist an Krsko beteiligt, angeblich zu 50 %! Also EU-Beitritt blockieren bzw. an diese Bedingung knüpfen. Auch wenn es mir für Kroatien leid tut, das Land hätte wesentlich früher in die EU aufgenommen werden müssen als Rumänien und Bulgarien, es geht eben nicht anders. Wir werden nicht alle AKWs der EU stilllegen können, aber ich erwarte bei sämtlichen AKWs an unserer unmittelbaren Grenze das Ausschöpfen aller Möglichkeiten, auch wenn sie politisch unkorrekt sind.
Und ich erwarte politischen Druck auf Deutschland, dass Isar 1 nie mehr ans Netz geht, dieses AKW wird als gefährlich eingestuft. Sinnlose Stresstest sind nur Beruhigungstabletten und Augenauswischerei. Bei dieser sensiblen Technologie darf es zumindest keine Kompromisse geben und schon gar keine, die nur aus Profitgründen resultieren.

freeman
22.03.2011 16:38
3 0

Unbestätigen Gerüchten zu Folge

sollen selbst im Nationalrat schon Atome gesichtet worden sein.

Wahrscheinlich wurden sie von bösen Lobbyisten dort plaziert.

Unser Bundeskanzlerl wird uns jedoch retten!


Gast: schüttelkopf
22.03.2011 16:31
0 0

gewerkschafter

waren es nicht die gewerkschafter, die sich soooo vehement für den bau des akw in zwentendorf und später das kraftwerk hainburg einsetzten?

ja!

aber ich vergaß: dass war damals die linie der barddei - und diese irrt sich nie!


Gast: memento
22.03.2011 16:24
2 0

Wer, kann den schon ernst nehmen?

Die Atomlobby gehört in die Schranken gewiesen, aber das Faygmännchen überschätzt sich sehr.

Gast: O. W. Fischer
22.03.2011 16:12
5 0

Mei liab - der Faymann ....

Aufzeigen will er? Wieso das? Weil er in der Schule zu wenig aufgezeigt hat?

Aufzeigen kann doch nur wer, wer auch was darüber weiß?

DerMike
22.03.2011 15:12
6 0

Der Kasperl?

Wer glaubt denn dem etwas? Der kann doch einen Lobbyisten vom Petzibär nicht unterscheiden.

Gast: DI
22.03.2011 15:05
3 0

Beweis bereits erbracht

Als es mit der Wirtschaftskrise so richtig los ging, hat Hr. Faymann großspurig von der Einführung der Finanztransaktionssteuer, bessere Kontrolle der Banker usw. gesprochen. Was ist bis heute umgesetzt, erreicht worden? Nichts. Beim Atomausstieg, besseren Kontrollen, Überwachung usw. wird nach meiner Meinung ebenso viel oder besser gesagt wenig geschehen. Schade um die verpasste Chance.

Elsimate
22.03.2011 14:56
8 0

im lügen kennt sich der Faymann ja am besten aus!

so wie auch die anderen überbezahlten Vollpfosten im Parlament...

Gast: Thomson
22.03.2011 14:54
7 3

Faymann will "Lügen der Atomlobby" aufzeigen???

...das ist schon OK, aber mir wäre es auch wichtig die "Lügen der Politiker" aufzuzeigen - Wieviel "Lobberationsgebühr-ichkannesgarnichtmehrhören" kassiert den Der Schüssel pro Jahr bei RWE??? 3 000 000 Millionen Schilling oder 4 000 000 Schilling??? Zusätzlich zu seiner Pension und zusätzlich hat er noch ein Parlamentsjoberl, welches ihm die Immunität sichert, somit kann er praktisch NICHTS falsch machen, ER IST IMMER GESICHERT VOR DER JUSTIZ - einfach zum speiben!!

Antworten Vergil
22.03.2011 19:46
1 0

Re: Faymann will

Frage an einen verwirrten Geist. Weshalb sollte sich Dr. Schüssel vor der Justiz schützen müssen ????

Antworten Fritz
22.03.2011 17:04
1 0

Re: Faymann will

"...kassiert den Der Schüssel pro Jahr bei RWE??? 3 000 000 Millionen Schilling oder 4 000 000 Schilling??? "

Fragen´s nicht dumm herum, schauen Sie im Geschäftsbericht der RWE nach, dann werden Sie draufkommen, dass Schüssel 2010 insgesamt € 98.000,-
erhalten hat!

http://www.rwe.com/web/cms/de/110822/rwe/investor-relations/berichte/

Antworten Antworten Gast: nureinefrage
22.03.2011 17:57
0 0

Re: Re: Faymann will

Darf in Österreich ein Pensionist zur Politpension(Geld, welches zu 100% von den öst. Steuerzahlern ist) 1,4 Millionen Schilling dazu verdienen - oder ist das NUR Schwarzen erlaubt???

Antworten Antworten Antworten Fritz
22.03.2011 21:08
0 0

Re: Re: Re: Faymann will

Wer sagt Ihnen denn, dass Schüssel € 98.000,- DAZUverdient hat?

Damit werden auch Spesen, wie Flugkosten, Hotelkosten etc. abgedeckt!

Lösen Sie sich einmal von der dauernden Unterscheidung in Rot und Schwarz. Dazuverdienen darf JEDER, wenn er dafür auch was leistet!

Antworten Antworten Antworten Vergil
22.03.2011 19:47
1 0

Re: Re: Re: Faymann will

Nein !!
Selbiges ist natürlich auch Roten, Grünen, Blauen und BZÖsten gestattet.

Gast: Auslandsoesterreicher 2.0
22.03.2011 14:50
3 0

...

Wie wärs wenn sich Herr Faymann mit der Pensionslüge beschäftigen würde. Oder den kleinen und grossen Lügen die uns seine Parteikollegen und Koalitionspartner täglich auftischen. Wie immer ein politisches Ablenkungsmanöver sich ja nicht den wahren Problemen stellen zu müssen. Anders formuliert...die österreichische Variante um seinen Namen im Windschatten einer Naturkatastrophe in die Medien zu kriegen. Erbärmlich! Schlussfolgerung...siehe Nick!

 
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