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Fekter sagt Staatsreform ab und Steuerreform zu

27.04.2011 | 18:47 |  VON THOMAS PRIOR UND KARL ETTING (Die Presse)

Die Regierung hat den Finanzrahmen bis 2015 beschlossen. Fast alle Ressorts müssen Abstriche machen - mehr Geld gibt es nur für Pflege und Bildung. Weitere Budgettricks könnten 2014 ans Licht kommen.

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WIEN. Mit zwei bemerkenswerten Festlegungen hat die neue Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) jetzt ihren Kurs bis zum Ende der Legislaturperiode abgesteckt. Von einer tiefgreifenden Staatsreform nimmt sie Abschied. „Das sehe ich nicht. So schlecht steht dieses Land nicht da, dass man alles umkrempeln muss", betonte Fekter am Mittwochabend bei ihrem ersten Auftritt vor Journalisten. Sie möchte lieber „step by step" Neuerungen in der Verwaltung umsetzen: „Es passiert ja auf verschiedenen Ebenen reformatorisch sehr viel", meinte sie mit Hinweis auf das steirische Sparpaket und die Spitalsreform in Oberösterreich.

Zugleich stellte sie bereits eine Steuerreform bis 2013 in Aussicht. Sie werde mit dem Vizekanzler Michael Spindelegger (ÖVP) ein Steuerreformpaket schnüren. Nachsatz: „Ich gehe davon aus vor der nächsten Wahl."

Reformen statt „großes Wünsch-Dir-was"

Anlass für Fekters Medienauftritt war der Beschluss des neuen Finanzrahmens bis 2015 Mittwochvormittag im Ministerrat. Fekter warnte am Abend alle Regierungsmitglieder: Statt einem „großen Wünsch-Dir-Was" werde es nur Geld nach Reformen geben. Auch für die Universitäten gab sie keine Zusagen für noch mehr Geld ab. Änderungen müssten kontinuierlich erfolgen. „Ich bin keine, die wie das Kaninchen vor der Schlange sitzt und auf den Big bang wartet", so Fekter.

Die gute Nachricht beim Finanzrahmen lautet: Das Staatsdefizit sinkt - von 4,6 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 2010 auf prognostizierte 3,9 Prozent im heurigen Jahr. Danach soll es weiter bergab gehen: 2012 auf 3,3 Prozent, 2013 auf 2,9 Prozent und 2015 auf zwei Prozent. Das Ziel, die Unterschreitung der Maastricht-Grenze von drei Prozent, würde damit 2013 unterboten, frohlockte Kanzler Werner Faymann nach dem Ministerrat.

Die Staatsverschuldung steigt von 72,3 Prozent im Vorjahr zunächst auf 75,5 Prozent, um ab 2014 (75,1 Prozent) wieder zu sinken. Oder auch nicht. Denn die schlechte Nachricht lautet: 2014 wird das Europäische System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen (ESVG) reformiert - mit dem wahrscheinlichen Effekt, dass weitere ausgelagerte Verbindlichkeiten in die Staatsschuld eingerechnet werden müssen.

In Österreich könnte das unter anderem die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG), die Autobahngesellschaft Asfinag, vor allem aber die Bundesbahnen betreffen. Denn jene Schulden, die den ÖBB für den Infrastrukturausbau umgehängt wurden, sind derzeit nur mit 4,85 Milliarden Euro verbucht. Tatsächlich sind es rund 20 Milliarden Euro.

Ausgespart wurden bisher auch die Verbindlichkeiten für die Bad Bank der Kommunalkredit: immerhin 15 Milliarden Euro (nur der „Besserungsschein" über eine Milliarde Euro schlug zu Buche). Außerdem gibt es keinen genauen Überblick über die Budgettricks der Gemeinden, wie der Vorsitzende des Staatsschuldenausschusses, Bernhard Felderer, nicht müde wird zu betonen. Im schlimmsten Fall könnte die ESVG-Reform 2014 die Staatsschuld auf über 80 Prozent des BIPs treiben, wie der „Presse" im Finanzministerium vorgerechnet wurde.

Höhere Aufwendungen für Zinsen

Die Zinsaufwendungen für die Schulden des Landes steigen stärker als geplant, wie es im Strategiebericht zum Finanzrahmen heißt. Die Ausgaben für „Zinsen und Kassa" (Tilgungen und Währungstauschverträge) wachsen von rund 8,3 Milliarden Euro im Jahr 2011 auf rund 9,9 Milliarden bis 2015 an. Welche Erklärung es dafür gebe? Mit der Konjunktur springe nun auch das Zinsniveau wieder an, das in den vergangenen Jahren krisenbedingt auf sehr niedrigen Niveau gewesen ist, heißt es aus dem Finanzressort.

Grafik: Die Presse

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("Die Presse", Print-Ausgabe, 28.04.2011)

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43 Kommentare
 
1 2
Luzius
29.04.2011 15:18
1 0

Fekter war im Innenministerium weit besser aufgehoben

und Spindlecker hätte Fiedler ins Justizministerium holen müssen, um auch endlich die Verfilzungen abstellen zu können welche erst zu so manch Rettungspaketen führten !


2 0

wir können leider nichts für Sie tun

2013: bitte schenken Sie uns trotzdem wieder Ihr Vertrauen für wundervolle fünf Jahre, blabla ...

2 0

keine staatsreform

da wird sich onkel erwin aber freuen !

Gast: Plach2
28.04.2011 16:25
1 0

Defizit heißt: Noch mehr Schulden!

Dazu sagen SPÖ+ÖVP auch noch "sparen"!

Höhere Steuern bringen Aufschwung, Wachstum und neue Arbeitsplätze schreibt die ÖVP.

Gast: Plach2
28.04.2011 15:03
2 1

Das kennen wir doch schon!

Mit dieser ÖVP sind keine Reformen möglich. Den Rest zahlt der Steuerzahler.

Jedes Jahr höhere Staatsschulden nennen diese Typen auch noch "sparen"!

2 0

Vergessen wir bitte nicht

Koralmtunnel - 10.000 Mio Euro
Semmeringtunnel - 3.000 Mio Euro
Staatshaftungen Eurorettung - 25.000 Mio Euro
Staatshaftung Griechenland - 2.000 Mio Euro
Staatshaftung Irland - 800 Mio Euro


Gast: Kunigunde
28.04.2011 14:19
0 1

Finanzm. Fekter

Diese seelenlose und kalte Unsympathlerin ist auf einem Buchhaltungsposten gut aufgehoben, auch wenn er extrem überbezahlt ist!

Gast: Stadtkarpfen
28.04.2011 14:17
1 1

Frau Fekter

... bitte an Ihre laut ÖVP ach so glorreichen Vorgänger wie z.B Grasser weitergeben, die zuerst Unternehmen und Steuer auf Vermögen gesenkt bzw. gleich ganz abgeschafft haben und das Familiensilber der Republik verschachtert haben (die Hälfte davon selbst eingesteckt) und letzlich auch Banken sinn- u. alternativlos gerettet haben....

Jetzt wieder die dumme Ansage, alle hätten über ihre Verhältnisse gelebt... Ich fühle mich keineswegs angesprochen, weil ich bin kein steuerpriviligierter Reicher, kein subventionierter Großgrundbauer und kein geretteter Bankmanager und Börsenspekulant bin...

Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren - also, wie gehabt bei der ÖVP!!

0 0

Re: Frau Fekter

die vermögensteuer hat finanzminister lacina(spö) abgeschafft. einer der letzten spö-politiker, die wirtschaftlich noch einen durchblick gehabt haben.

1 0

warten wir's ab

fachlich ist fekter als studierte betriebswirtin und ehemalige geschäftsführerin eines unternehmens besser qualifiziert als wohl die allermeisten anderen finanzminister der letzten 30 jahre. dass sie gleich zu beginn (wie schon vor monaten bundeskanzler faymann) eine grosse staatsreform absagt, ist ein erheblicher minuspunkt, wohl aber einfach nur der realität geschuldet. dass sie die härte hat, ihren kollegen bei (spar-)verhandlungen ordentlich auf die zehen zu steigen, ein pluspunkt.

Antworten Gast: altersheim attnang-puchheim
28.04.2011 13:29
0 1

Re: warten wir's ab

Zum abwarten ist diese Frau doch schon viel zu alt. Um unseren jungen österreichischen Staat schwungvoll in die neue Moderne Globalisierung zu führen brauchen wir eine die noch Milch hat.

Antworten Gast: Plach2
28.04.2011 13:10
0 1

Re: warten wir's ab

Einkommensvergleich 1999 - 2009:

Beamte und Politiker +26%
Angestellte + 4 %
Arbeiter - 9%

Kein Politiker wird sich sein hohes Einkommen und seine fürstlichen Pensionsansprüche selber kürzen!

Daher wird weiterhin jede politische Funktion 10 fach mit gleichen Aufgaben besetzt. Alles zusätzlich zur sauteueren EU Verwaltung!

Gast: Hinsichtlich & Rücksichtlich
28.04.2011 11:02
0 2

Schulden sind geil!

Weil Schulden so unglaublich geil und schön sind waren ja fast alle Finanzminster bemüht, daß sie immer mehr werden.

Megageil ist es ja, daß wir für die Schulden ja auch immer mehr Zinsen zahlen dürfen.

Daß ich mit meinen hohen Steuern bei diesem geilen Spiel mitspielen darf, find ich auch affengeil. Danke Frau Minister!

Und weil alles so geil ist brauchen wir auch keine Reformen, es ist ja alles in Ordnung, weil die Schulden ohnehin immer mehr werden!

Ja die Frau Minister kennt sich aus. Danke Frau Minister! Toll!


Antworten Gast: Plach2
28.04.2011 13:07
1 3

Schulden sind geil!

Immer höhere Staatsschulden nennen diese Typen auch noch "sparen"!!!

Obwohl man in der Verwaltung jährlich 10 Mrd. einsparen kann verweigert die ÖVP eine Verwaltungsreform und erhöht wieder einmal die Steuern. (Jede Steuererhöhung auf Treibstoffen bringt wenig später eine Teuerungswelle)

Ihre Parteigünstlinge versorgen sie weiterhin mit hochbezahlten Psoten egal wie hoch sie die Wahlen verlieren.

1 0

Re: Schulden sind geil!

wenn Sie so auf die ÖVP losgehen, waren Sie offensichtlich noch nie im sprichwörtlich "Roten" Wien...

Antworten Antworten Antworten Gast: Plach2
28.04.2011 15:05
0 0

Re: Re: Schulden sind geil!

Ob im "Roten Wien" oder im tiefschwarzen NÖ.... alles zahlt der Steuerzahler!

Weiterhin werden Parteigünstlinge auf Kosten des Steuerzahler mit hochbezahlten Jobs versorgt!

Pro Kopf Verschuldung: NÖ 1.700, Wien 750.

1 0

Re: Re: Re: Schulden sind geil!

dass überall parteigünstlinge versorgt werden, stellt wohl kein österreicher in frage. bin übrigens oberösterreicher, pro kopf verschuldung hier (stand 2010): 0 euro. und trotzdem wird bereits jetzt eine durchaus mutige spitalsreform durchgezogen. scheint also eher ein problem der ost-mentalität in nö, wien und dem bgld zu sein.

Antworten Antworten Antworten Antworten Antworten Gast: Kärnten & Linz
30.04.2011 17:21
0 1

Re: Re: Re: Re: Schulden sind geil!

O.- Schulden, das erstaunt mich jetzt aber (bin auch OÖ) aber von den Linzer Schulden haben Sie wohl noch nie was gehört, und Ost-Mentalität so ein Blödsinn, in Kärnten sind noch mehr Schulden und das liegt bekanntlich im Süden.

Eine Reform in der Verwaltung muss mann aber von oben nach unten starten nicht umgekehrt daher sollte dass der Bund vormachen

0 0

Re: Re: Re: Re: Re: Schulden sind geil!

wenn Sie nicht zwischen Bund, Länder und Gemeinden unterscheiden, empfehle ich Ihnen einen Verfassungsrechtslehrgang- Pühringer mag ja Fehler machen, die, die der Linzer Bgm Dobusch gemacht hat, kann man ihm aber schwerlich umhängen. Und wenn Sie sich Österreich ordentlich anschauen würden, würden Sie schon registrieren, dass eine gewisse Schuldenmentalität und Staatsgläubigkeit zunimmt, je weiter Sie nach Osten gehen und umgekehrt abnimmt, je weiter Sie nach Westen schauen. Eine (unrühmliche) Ausnahme wie Kärnten bestätigt weder die Regel, noch widerlegt sie sie.

Gast: daslebenistschön
28.04.2011 09:52
0 2

das war das kapitel ÖVP!


Gast: ROTER OKTOBER
28.04.2011 09:38
1 5

Fekter als Ministerin.......

Tja, als Innenministerin hat sie ja allerhand zusammengebracht!
Mehr Asylanten als vorher, mehr illegale, mehr Kriminalität, mehr Kosten durch das Innenresort selbstverständlich, denn wenn man sooo erfolgreich ist, dann muss man den Mit"arbeitern" (was die hackeln kann keiner definieren) auch mehr zahlen, blablabla....

Das Finanzministerium macht seit Jahrzehnten nur Müll. Nur Defizite bei steigenden Steuereinnahmen und sinkenden Sozialausgaben.
Ein Rekordsteuereinnahmenjahr wird sofort zu einem Megadefizitjahr usw.

Was die Schotter-mizzi leider nicht kann ist ein Unternehmen führen. Deswegen hat man sie ja nach Wien geschickt und läßt sie zuhause nicht ans Ruder!
Sollte eigentlich jedem einleuchten, oder?

Gast: 1. Parteiloser
28.04.2011 07:59
5 0

Propaganda und Realtität!

Abstriche in den Ressorts:
Die Ausgaben der Ressorts werden weiter steigen und zwar gleich um 2.000 Mio. Euro. in nur 2 Jahren. Über den Nutzen der Ressorts für Österreich und die Österreicher wurde gleich gar nicht gesprochen.

Staatsreform nicht notwendig:
Die können gar nicht erkennen, dass Österreich einfach nur noch einen Verwaltungsirrsinn hat und die geschützten Bereiche außer Kontrolle sind. Bei Betrachtung der gesamten Staatsausgaben (ink. SV) verbrennen die Wahnsinnigen ja schon über 150.000 Mio. Euro pro Jahr, also über 42.000.- Euro pro Haushalt und Jahr. Garniert wird das mit einem irren Haufen Schulden, welcher mit den Auslagerungen zusammen Richtung 300.000 Mio. Euro geht, also schnell Richtung 100.000.- Euro pro Haushalt.

Und dann schwadroniert die neue Finanzministerin etwas von "Österreich steht nicht schlecht da".

Steuerreform geplant:
Die aktuelle Realität schaut dann aus der Sicht des Bundes so aus:
https://www.bmf.gv.at/budget/akthh/2011/201103hauptueberblicke.htm

Einnahmen:.....13.998,4 Mio. Euro
Ausgaben:.......18.802,7 Mio. Euro
Defizit...3 Monate: knapp 5.000 Mio. Euro!

Steuerreform mit Steuererhöhungen scheint zu kommen. USt auf 50%?

Die Entscheidungsträger für Österreich sind schon im Kopf ganz falsch gepolt und der Realität entrückt. Da kann es keinen Lösungen geben, das kann nur den Untergang bedeuten.

Flucht oder Abgabenverweigerung?

just4fun
28.04.2011 07:51
4 0

wird ja immer schlimmer

klar, noch eine steuerreform vor der nächsten wahl wo unnütz milliarden rausgeschmissen werden nur damit der spindelegger und der faymann dann noch blöder von den wahlplakaten grinsen können.
offensichtlich ist sie bzw. der spindelegger genausowenig lernfähig wie der pröll zuvor.

allein schon ihre aussage dass eine staatsreform sei nicht nötig zeigt wohl das österreich hilflos dem untergang geweiht ist. würde ein normaler mensch sagen man will mit vollgas gegen eine betonmauer fahren würde man ihn aus selbstschutz einweisen, sagt eine ministerin sowas lässt man sie munter weiter werkeln...

zombie1969
27.04.2011 23:07
2 0

Normal

Was glaubt man denn woher das Geld für die jährlichen Milliardenkosten die die missratene Migrationspolitik den Staat kostet kommen soll? Da muss der Bürger irgend wo wieder mehr Zuschläge bezahlen. Das ist ein völlig normaler Vorgang. Und die Kosten in der verfehlten Migrationspolitik werden noch erheblich steigen nach dem 1. Mai wenn alle Grenzen ganz offen sind. Somit wird man sich mit weiteren Erhöhungen der Abgaben in allen Bereichen abfinden müssen.

Antworten Luzius
29.04.2011 15:30
0 1

woher das Geld für die jährlichen Milliardenkosten die die missratene Migrationspolitik den Staat kostet kommen soll?

Migranten müssen verwaltet werden, weswegen man auch keine Verwaltungsreform anstrebt; dafür aber ein völlig neues Ressort erfand, welches die SPÖ sogar per eigenem Ministerium ebenso aufblähen versuchen wird .
Hundsdorfer meint auch, dass die eh nur ~25 000 ausländischen Arbeiter kein Problem darstellen werden; wers glaubt, wird evtl selig gesprochen ;-)

2013 Abwahl der beiden Verschwender und Lügner !!!!!!!

Gast: HatMariaAngstVorBrüssel
27.04.2011 22:13
8 0

Fekter sagt Staatsreform ab und Steuerreform zu

Weitere Budgettricks könnten 2014 ans Licht kommen.
Das heißt wohl soviel wie '' sie wursteln sich wie bisher weiter'' verschulden uns möglichst heimlich höher, nehmen uns über Steuern noch mehr aus streichen Gesundheits und Sozialleistungen. Sie lassen mehr billige Arbeitskräfte ins Land und transferieren so weiterhin die Gewinne in die alten fetten Strukturen an der breiten Bevölkerung vorbei.
Guter Plan, Wirklich gut.

 
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