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Kaisersohn Otto Habsburg ist tot

04.07.2011 | 09:26 |  von Hans Werner Scheidl (Die Presse)

Der Ehrenpräsident der Internationalen Paneuropa-Union und ehemaliger Alterspräsident des Europaparlaments ist 98-jährig in Bayern verstorben. Er soll „friedlich eingeschlafen“ sein.

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Otto Habsburg-Lothringen, der älteste Sohn des letzten österreichischen Kaisers und ungarischen Königs Karl I. (IV.), Ehrenpräsident der Internationalen Paneuropa-Union und ehemaliger Alterspräsident des Europaparlaments, ist am Montag in den frühen Morgenstunden in seinem Haus in Pöcking am Starnberger See in Bayern im Alter von 98 Jahren verstorben.

Otto Habsburg ist nach Angaben einer Mitarbeiterin „friedlich eingeschlafen“. Seit dem dem Tod seiner Gemahlin Regina im Vorjahr war er verwitwet. Habsburg hinterlässt sieben Kinder, 22 Enkelkinder und zwei Urenkel. Chef des Hauses Habsburg ist sein ältester Sohn Karl Habsburg-Lothringen, der in Österreich lebt. Der Verstorbene war Träger zahlreicher hoher Auszeichnungen. Zuletzt hatte ihm der französische Präsident Nicolas Sarkozy das Großkreuz des Ordens der Ehrenlegion verliehen.

Sein Sohn Karl erklärte am Montag zum Tod des ehemaligen Erzherzogs: „Mein Vater war eine überragende Persönlichkeit. Mit ihm verlieren wir einen großen Europäer, der uns in allem, was wir heute tun, über die Maßen geprägt hat.“

Am 16. Juli gibt es für den Verstorbenen im Wiener Stephansdom mehrere Gedenkgottesdienste - beigesetzt wird er in der Kapuzinergruft, der Kaisergruft der Habsburger.

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Thronfolger ohne Thron

Als Erzherzog-Thronfolger hätte er einmal eine europäische Großmacht beherrschen sollen – als ältester Abgeordneter zum Europäischen Parlament hat er den Lebensbogen beendet: Franz Josef Otto Robert Maria Anton Karl Max Heinrich Sixtus Xaver Felix Renatus Ludwig Gaetan Pius Ignatius von Habsburg-Lothringen ist tot. Sein hohes Alter in robuster Gesundheit – Erbteil der Mutter – war eine Gnade Gottes, dem er zeitlebens blindlings vertraut hat. Und so durfte er noch seinen Traum von einem Europa der freien Völker in Erfüllung gehen sehen. Dass er noch die ehemaligen Kronländer „heimkehren“ sah, war krönender Abschluss eines bizarren Lebenslaufes. (c) APA

(c) APA



Anders – ganz anders hätte dieser aussehen sollen. Die österreichischen Doppeladler blähten sich noch stolz (wenngleich auch schon ein bischen müde) auf den reich bestickten Standarten der kaiserlich-u.-königlichen Regimenter, damals, am 21. November 1912; nur wenige ahnten schon, daß diese heile Welt demnächst in Trümmer fallen werde.

Als es so weit war, der kaiserliche Vater – vertrieben von Land und Thron – im Exil auf Madeira viel zu früh starb, da war die kurze „Karriere“ des blondgelockten kaiserlichen Prinzen Otto jäh zu Ende. In einem Alter, da andere Kinder ins Leben treten, war seines schon mit vielen und schweren Erlebnissen beladen. Mit sechseinhalb Jahren hieß für ihn das neue Ziel – Exil. Aus der Kinderstube ging es direkt in die Schule des Lebens.

Denn der Vater – ausgemergelt und erschöpft nach dem Zusammenbruch seines Reichs – erkrankte in Funchal auf Madeira an der Spanischen Grippe. Das Kind – noch nicht zehn Jahre alt – musste am Sterbelager des Kaisers verweilen, der Vater wollte es so: „Er soll wissen, wie man sich in solchen Lagen benimmt, als Kaiser und als Katholik.“ Am Karsamstag 1922 war der Leidensweg des letzten Kaisers von Österreich zu Ende. Und die Mutter nahm ihren Ältesten beiseite: „Dein Vater schläft jetzt den ewigen Schlaf, nun bist Du Kaiser und König.“ Dann deutete sie vor ihrem Kind eine Verbeugung an.

Es dauerte, bis der junge Mann die Träume der kaiserlichen Mutter Zita als Illusion erkannte, ihn, den vergötterten ältesten Sohn, auf einen Thron in Europa zu setzen – es musste in ihren Augen nicht unbedingt der österreichische sein. Aber der Bedarf nach einem Habsburger-Herrscher war nach dem Absturz Alt-Europas ins Bodenlose nicht mehr gegeben – und der junge Mann musste sich nach anderen Lebenszielen umsehen.

Schwer genug für einen, der als Rüstzeug zwar die beste Ausbildung (österreichische und ungarische Matura, Doktorat der politischen und sozialen Wissenschaften in Löwen, Belgien) genießen durfte, von der Mutter, den Geschwistern und den zahllosen über die ganze Welt verstreuten Familienmitgliedern aber als „Chef des Hauses“ betrachtet wurde. Macht und Einfluss, Geld und Vermögen konnte er ihnen nicht verschaffen (manche waren selbst tüchtig genug) – aber den Glanz des Namens, den wollte/musste er den Nachkommen und der Welt erhalten. Respekt und Achtung wollte er aus eigenem erringen – durch ein untadeliges Privatleben, durch ein Auftreten, stets „comme il faut“, durch eine Tätigkeit, die ihn unabhängig machen sollte von jeder staatlichen Apanage (die es sowieso nicht zu erhoffen galt) und durch eine politische Umtriebigkeit, die ihm ein bescheidenes Mitspielen im europäischen Gestaltungsprozess ermöglichen sollte.

Das ist Otto lange Jahre gelungen. Es war kein gescheitertes Leben – auch wenn das Ziel vorerst so ganz anders vorgegeben schien. Lange Zeit stand es im Schatten der kaiserlichen Mutter. Sie war gemeinsam mit dem Gemahl Karl vom ungarischen Fürstprimas gesalbt und gekrönt worden und fühlte sich daher absolut nicht berechtigt, auf irgendwelche Herrscherrechte zu verzichten. Sie sah sich bis zum letzten Atemzug als Königin ihrer Völker.

Ottos Abschied von diesen Illusionen glich einem Seiltanz: Hier die verehrte Mutter, die gehörig resolut sein konnte, dort die politische Einsicht, dass an eine Habsburger-Restauration nicht zu denken sei – nicht einmal in den turbulentesten Zeiten Österreichs 1938, als der erklärte Legitimist Kurt von Schuschnigg Österreich vor Adolf Hitler retten wollte. Otto forderte die Kanzlerschaft für sich, sollte Schuschnigg gar keinen anderen Ausweg mehr sehen. Für den Habsburger eine folgerichtiges Verlangen: Er habe seinem Land zu dienen, das hatte ihm die Mutter vorgelebt, auch um den Preis des persönlichen Unterganges. Aber Schuschnigg musste dies ablehnen: Weil es sinnlos gewesen wäre und er den Kaisersohn nicht unnötig in Gefahr bringen wollte. Da ging er später lieber selbst in den Hausarrest des NS-Regimes. Und Otto – über viele Zwischenstationen – ins US-Exil.

Erst im Amerika der Kriegsjahre schärfte sich Ottos politisches Profil. In unzähligen Demarchen, persönlichen Gesprächen auf allen Ebenen, bei zahlreichen Einladungen durch Präsident Roosevelt agitierte der Vertriebene für das Wiedererstehen eines souveränen Österreichs, für eine Abkoppelung des Landes vom Deutschen Reich nach Kriegsende – äußerstenfalls für eine vage „Donaukonföderation“ aller Nachfolgestaaten der alten Monarchie. Ohne Zita und die Söhne Otto, Robert und Felix hätte die berühmte „Moskauer Deklaration“ der Alliierten zu Österreich ganz anders gelautet.

Das wurde Otto nie gelohnt. Nach dem Krieg und einer „standesgemäßen“ Vermählung mit Regina von Sachsen-Meiningen ließ sich die Familie des einstigen Thronprätendenten in Pöcking am Starnberger See nieder, in der „Villa Austria“, von wo man die Salzburger Berge der Heimat erblicken konnte. Im österreichischen Reisepaß fand sich weiter der behördliche Eintrag: „Gilt für alle Staaten der Welt. Berechtigt nicht zur Einreise nach Österreich und nicht zur Durchreise durch Österreich.“ Wenigstens dieses Unrecht wollte der promovierte Staatsrechtler Otto beseitigt wissen. Aber das dauerte noch bis in die  sechziger Jahre.

Mindestens so ungeduldig warteten die verbliebenen Monarchisten auf die Geburt eines männlichen Nachkommens: Fünf Töchter hatte das Paar schon, bevor Karl und später noch Georg für Aufatmen bei den Getreuen sorgten.

Habsburg: Eine europäische Familie im 21. Jahrhundert

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Beseelter Paneuropäer

Der Vater hingegen war unermüdlich auf Vortragsreisen, er schrieb Bücher, verfasste Zeitungskommentare – alles einer Idee untergeordnet: Nur ein vereintes Europa könne auf Dauer dem geschundenen Kontinent Frieden und Stabilität sichern. Diesem übergeordneten Ziel Richard Coudenhove-Kalergis folgte von da an die politische Lebensbahn des Habsburgers. Was der erste Pan-Europäer in der „Neuen Freien Presse“ skizziert hatte, das gestaltete Otto freilich nach eigenem Gutdünken aus. Die Tochter Walburga hat das einmal sehr treffend so beschrieben: „Mein Vater entspricht – unter geänderten Bedingungen – dem Bild Grillparzers vom Kaiser, der niemals stirbt“ (König Ottokar).

Viele Winkelzüge, manche Kompromisse waren dabei nötig. Nicht alle Familienmitglieder machten da mit. Sie akzeptierten nicht, dass der „Chef des Hauses“ freiwillig auf Restitutionsforderungen verzichtete, dass ihm eine politische Rolle wichtiger war – die er nur spielen konnte, wenn er sich mit den Parteien nicht anlegte.

Um überhaupt den Fuß in die Politik zu bekommen, nahm Otto eine Doppelstaatsbürgerschaft auf sich – sie ermöglichte ihm ein Mandat der bayrischen CSU für das Europa-Parlament. Und überdies verteidigte er stets und überall die Sudetendeutschen als „Schirmherr“ dieser vertriebenen Altösterreicher – eine durchaus logische Funktion im Selbstverständnis des Habsburgers.

In einer langen Generationenkette betrachtete sich Otto stets als Verbindungsglied zwischen 19. und 21. Jahrhundert. In jeder Phase hätten die Habsburger ihre Rolle zu spielen. Er sprach gern von der Translatio imperii, der Übertragung des Reiches. „Das war im Jahre 800, bei der Kaiserkrönung Karls des Großen, der Fall und später wieder bei der Krönung Ottos I. Es gab wieder eine Translatio imperii, als  nach der chaotischen, kaiserlosen Zeit von 1245 bis 1273 Rudolf von Habsburg zum deutschen König gewählt wurde.“

Und so war für den Mann, der aus rein taktisch-politischem Kalkül der Mitgliedschaft zum „Haus Habsburg“ abgeschworen hatte, bis zum letzten Atemzug die europäische Einigung nichts anderes als eine weitere Translatio imperii. Es gab keinen Thron, aber es gab die Idee des Abendlandes, „und Habsburg war die kaiserliche Dynastie des Abendlandes. Sie verkörperte seit Rudolf I. die reichische Idee.“ Und noch etwas hat Otto nie vergessen, sondern vorgelebt: „Die Dynastie hat nicht das Reich in Besitz genommen, sondern umgekehrt, das Reich die Dynastie.“

Dass sein ältester Sohn Karl als österreichischer Parlamentarier eine Zeitlang neben ihm sitzen konnte – das war für Otto mehr als nur sentimentales Glücksgefühl im Alter: Ein Zeichen für die Kontinuität sollte es sein, die die Habsburger nie aus den Augen lassen würden. Dass der Sohn in vielem nicht nach ihm geriet – Otto wusste es natürlich. Aber nie hätte er ihn im Stich gelassen. Da ramponierte er lieber 1998 in blinder Verteidigung des Sohnes, der aus Unverstand das politische Kapital verspielte, eigenes Renommee. Zuletzt übertrug er dem Sohn noch das Amt eines Souveräns über den Orden vom Goldenen Vlies, wofür sich Teile der Familie nur sehr zögernd erwärmen konnten.


Doch da neigte sich seine eigene Rolle in Europa ohnedies schon dem Ende zu. Er hatte immerhin die Ehre, den Altersvorsitz im Europaparlament führen zu dürfen, als erstmals österreichische Abgeordnete ihre Plätze im Plenum einnahmen. Das gemahnte stark an die repräsentativen Rolle des Erzherzogs Johann, der 1848 die erste deutsche Nationalversammlung in der Paulskirche präsidierte.

Und dass just seine Paneuropa-Union jenes „Picknick“ an der ungarischen Grenze veranstaltete, das den Aufbruch, die Explosion in Osteuropa einleitete – diese historische Rolle wird ihm nie jemand absprechen, auch wenn seine resolute und tüchtige Tochter Walburga federführend war. Nie werden wir die Bilder jener jubelnden DDR-Bürger vergessen, für die sich in Ungarn erstmals der Stacheldraht zum goldenen Westen, zur erhofften Freiheit öffnete. Eine Eruption war das, nichts konnte diesen einmal eingeleiteten „Volksaufstand“ – im wahrsten Sinne des Wortes – mehr stoppen. Kein Gorbatschow, kein Honecker.  

Das wiegt, das zählt. Und das wird vor der Geschichte Bestand haben.

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Otto Habsburg

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278 Kommentare
 
1 23 4 5 6 7
Gast: KritischerGeist
05.07.2011 19:51
11 2

Requiescat in pacem!

Otto von Habsburg-Lothringen war ein Mensch mit viel Bildung, Format, Anstand und v.a. Charakter!
Irgendwie hatte er ein feines, etwas engelhaftes Wesen!
Requiescat in pacem!

0 5

Re: Requiescat in pacem!

das von ist überflüssig. durch Gottes gnaden kein Kaiser mehr!

Antworten Antworten Gast: KritischerGeist
08.07.2011 08:07
0 0

Das "von" habe ich absichtlich angebracht, auch wenn ich weiß, dass es in Österreich nicht mehr "angebracht" ist! ;-)

EHRE DEM, DEM EHRE GEBÜHRT!!

Antworten Antworten Gast: NN
07.07.2011 12:44
0 0

Re: Re: Requiescat in pacem!

Irrtum , seine kaiserliche Hochheit hat einen deutschen Pass und dort ist der Adelstitel noch anerkannt.

Re: Requiescat in pacem!

accusativus directionis??

Gast: Sprachpolizistin
05.07.2011 17:39
11 1

Nur eine kleine Anmerkung

Die Formulierung Fahrplan der Trauerfeierlichkeiten ist mE deplaciert: Züge haben einen Fahrplan, aber nicht Trauerfeierlichkeiten. Ein bisschen mehr Sorgfalt bei der Formulierung würde den Herren von der Presse nicht schaden .....

Gast: Tut mir leid um Otto
05.07.2011 15:26
12 1

Güte des Herzens Eine Schönheit höherer Art / A. Schopenhauer

Er war ein Edelmann von hohem Adel. Seine anerzogene Noblesse ein Lichtblick und Leitfaden für unsere nutzlosen Hammerschlagpolitiker. Man sollte sie alle miteinander einmal ordentlich durchschütteln und weichklopfen. Meine allerliebste Großmutter die seit ewigen Zeiten verstorbene Sabine Fuchsbichler (Name nicht geändert) war noch eine Leib-und Seele-Monarchistin. Stolz auf ihren Kaiser und stolz auf ihr Heimatland Österreich. Ich bin heute Sozialdemokrat; auch mit Leib und Seele und frage mich dessen ungeachtet klammheimlich oft: Ein Kaiser würde vielleicht unserer stimmzetteligen Sauhaufenbagasch als oberster Kontrollorgan bedingterweise guttun. So haben wir eine fadenscheinige Beamtendemokratie am Hals, die uns mit der Garrotte ihrer politischen Willkür die Luft abschneidet. Die einstigen Habsburgischen Wegelagerer sind inzwischen zeitgemäß vernünftig angepasst. Die neuen Fallensteller, so wie ich es fühle, wesentlich gefährlicher wie the House of Habsburg. So könnte ich wahrscheinlich über diverse Missstände dem „Kaiser“ einen geharnischten Brief schreiben. Bei Fischer (obwohl auch Sozialdemokrat) bin ich mir da überhaupt nicht mehr sicher. Der hetzt mir Glattwegs die Geheime Staatspolizei hinterher. Lässt mich auss…-natürlich immer zum Wohle der Republik. Trotzdem, es ist gut wie es ist! Nur, hin und wieder kommen mir Gedanken, die ich lieber nicht hätte.

Gast: Attilas Yalcin Tülü
05.07.2011 15:24
2 0

ANTHROPOS

9 mal Leben hättest
8 mal könntest du vor dem Tod flüchten
7 Kontinente dürfen dir gehören
6 Meter unter der Erde bist du ewig
5 Meter Leintuch kannst du mit nehmen
4 mal so gross kannst du deine Augen machen,
sie gehen wieder von selbst zu
3 Tage ist das Leben in dieser Welt
2 tausend mal, wenn du dich vor Gott bückst
1´nes Tages wirst du sterben 0 ist das Ende !

*Text:Ahmet Cakman
Übersetzung,Komposition,Gesang:
turkiya1-ellada1@newyorkemail.net

19 3

Jetzt haben linke Historiker...

... Hochblüte: können sie doch wichtig in allen Medien, vor allem im ORF, die Habsburger schlecht machen (und die Kirche gleich dazu). Gut ist nur Sozialismus (und Kommunismus); eine Monarchie ist schlicht und einfach verachtenswert.

Dabei hat Otto von Habsburg mehr für dieses Land getan als tausende Politiker...

Antworten Gast: Johann S
06.07.2011 19:13
0 0

Re: Jetzt haben linke Historiker...

Was ist ein linker Historiker und wo wurde die Errichtung sozialistischer(kommunistischer) Strukturen verlangt? Man sollte die Monarchie als Teil unserer Geschichte sehen und versuchen unsere Republik besser zu gestalten. Dieser momentane Hype aus traurigem Anlass wird bald verklingen.Lb Gr

1 6

Dabei hat Otto von Habsburg mehr für dieses Land getan als tausende Politiker...

Zum Beispiel?

Antworten Antworten Gast: truchy
06.07.2011 08:55
3 0

vielen Tausenden zu einem Visum verholfen,

damit sie den Nazi-Schergen entkommen. Immenser Einsatz während des Krieges für österreichische Belange bei den Führern der westlichen Allianz.

Besondere Agenda in der Nachkriegszeit: Paneurop. Bewegung und deren Höhepunkt das Picknick mit der vorübergehenden Grenzöffnung zu Ungarn, wo hunderte DDR-Bürger flüchten konnten und damit ein nicht unwesentlicher Mosaikstein gesetzt wurde, für die Ausichtslosigkeit von weiteren restriktiven DDR-Regierungs-Maßnahmen, so deren Ende mibeschleunigt hat.

moeger er in frieden ruhen

... aber seine ansichten waren schon etwas weltfremd ...

Re: moeger er in frieden ruhen

Pazifismus, Toleranz, ein geeintes Europa ... sind sicher keine weltfremden Ansichten. bedauerlicherweise gehen diese Eigenschaften nicht mit der Realität konform!

Antworten Gast: huyshuf
05.07.2011 13:11
8 1

aber ich bitt'Sie, WAS ist dieser Welt fremd?


Gast: Genosse Graf Gudenus
05.07.2011 12:14
0 0

Leserbriefe zur Aufbahrung

was haben die bisherigen 207 Kommentare zu tun?

19 2

lieber einen kaiser otto als einen präsidenten fischer


in einem land in dem die wörter demokratie, diktatur, monarchie und republik nicht unterschieden werden können

hat sich jeder kommentar erübrigt.

Antworten Gast: Quosque tandem
05.07.2011 12:56
6 0

Was nützte aber die Unterscheidung, wenn

diese oft nur in der Theorie vorhanden. Weder herrscht in jedem Staat, der sich Demokratie nennt, tatsächlich der Demos, noch in jeder Monarchie der "Monarch". Was nützt es in einer Republik, die res publica nur zu kommentieren und die Entscheidung dann Einigen zu überlassen.

Selbst in unserem Staat reduziert sich die "Demokratie" darin (nun sogar nur mehr alle 5 Jahre) ein Kreuzchen zu machen und dies bei Parteien, die sich vor Wahlen bewusst verstellen, ihre wahren Absichten verschleiern dürfen, Versprechungen nicht halten müssen und selbst Parteiprogramme außer Acht lassen können.

Dabei wäre in unseren Zeiten der umfassenden Kommunikationsmöglichkeiten es sehr einfach, Infos zu einer Thematik zu verbreiten und dann auch relativ rasch zu einem Ergebnis aller Betroffenen zu kommen. Die "Repräsentative" könnte sich dann auf das alltägliche politsche bzw. Verwaltungsgeschäft beschränken.

Oft wird die repräsentative Demokratie (im Vergleich zur direkten) als die Überlegene dargestellt. Dies lässt sich aber weder durch die Geschichte (der ärgste Verbrecher kam nicht durch die direkte, sondern erst durch die repräsentative an die Macht) noch findet sich im Mittel bei Repräsentanten eine höhere Intelligenz oder ein Mehr an Verantwortungsbewußtsein als im Mittel aller Bürger. Der Vorteil wäre eine sachbezogene Bearbeitung von Problemen und kein Stillstand.

Der Nachteil: Mangel an Konsensbildung, was ja der Vorteil der repräsentativen D. wäre, aber immer mehr ausfällt!

Gast: anonymouse
05.07.2011 09:17
16 1

Es ist äußerst interessant...

...wie die Habsburgkritiker und Monarchie-Hasser hier herumtoben.

Die Monarchie war schlecht, die derzeitige Demokratie ist super.

Früher gehörte das Land den Habsburgern. Heute dem Staat, dem man es zu einem Preis abkaufen muß, den eben jener Staat festsetzt.

Früher gab es Zehent, heute Einkommenssteuer, MwSt etc.

Früher einen Haufen (unnötiger) Beamter der K.u.K. Monarchie, heu8te einen Haufen (ebenfalls unnötiger) Politiker.

Wozu die Aufregung? Neuer Name aber geändert hat sich doch eh nix...

;)

Antworten Gast: Hudriwudri
05.07.2011 13:59
7 0

Re: Es ist äußerst interessant...

Natuerlich hat sich was geaendert. Die Steuerbelastung ist heute zehnmal hoeher, ebenso haelt sich die kleine Republik zehnmal mehr Verwaltungsbeamten als die grosse Donaumonarchie.

Antworten Antworten Gast: EinBeamter
05.07.2011 16:56
2 0

Re: Re: Es ist äußerst interessant...

Nur das die Donaumonarchie 50 Mil Bürger hatte.

aber 852.000 Beamte (2010) ist eh nicht schlecht! Das sind soviele wie Kaiser Franz Josef am Beginn des 1. Weltkrieges aufbieten konnte. unsere 852.000 können nichts dafür dass sie wertlos sind, die politik zwingt sie zur bürokratie (in der monarchie (1948) übrigens eine Forderung der Demonstranten - danke dass ihr sie für uns erstritten habt)

Gast: Gast 1090
05.07.2011 09:05
1 17

Finde das Theater um Otto Habsburg absolut lächerlich


An die Presse:

Ich dachte, die Presse unterscheidet sich von den billigen Blättern.

Re: Finde das Theater um Otto Habsburg absolut lächerlich

Tut sie auch. Deshalb fallen Sie hier auch so unangenehm auf!

Antworten Gast: joaeh
05.07.2011 13:09
6 0

Die Presse ist aber nicht allein Organ

für Gast 1090 und seine "Befindungen", sondern es gibt auch Leser, die dies nicht als "Theater" empfinden, sondern der Wirklichkeit höchst angemessen halten, darüber zu berichten, und zwar sowohl in Bezug auf dessen beachtliche Lebensleistung, als auch hinsichtlich seines einstigen Status in unsererm Land.

Kritisieren darf ja jeder jedes, aber: Andere Leser, andere Themen! und so sehen diese Leser hier den Unterschied der Berichterstattung zu "billigen Blättern" höchstens im "Wie" aber nicht im "Dass".

1 3

Re: ... die Presse unterscheidet sich von den billigen Blättern?

Wenn Sie den Preis am Kiosk meinen, werden Sie wohl Ihre Bestätigung finden!

Gast: jwguowm
05.07.2011 08:29
1 5

Neutral

ist dieser Artikel aber nicht.
Vor allem, daß sein magisches Auge mehrere Gebirge durchleuchten konnte, um die Salzburger Berge zu sehen, ist doch etwas unwahrscheinlich.

2 3

Kaiserreichkomplex?

Ich habe den Kaiserreichkomplex der Österreicher bisher für einen, von den Medien Angedichteten gehalten, aber nachdem ich die comments zu dem Thema sehe, und mit welchen Titeln Otto Habsburg hier posthum geehrt wird, frage ich mich schon, ob die Laudatoren hier wirklich glauben, das eine Erbfolgemonarchie besser, als eine demokratische Republik wäre...

Ich hoffe auf die ein oder andere Aussage dazu, die NICHT darauf abzielt, das zur Monarchie alles besser war, sondern was jetzt besser wäre.

Antworten Gast: Johann S
06.07.2011 18:51
0 0

Re: Kaiserreichkomplex?

Man könnte auch Untertanenneurose formulieren,Die Entwicklung des Naturrechts kumuliert in der Menschenrechtserklärung der Uno von 1948 schliesst in ihren Artikeln 1,2 und21 eine solche Erbmonarchie aus.Ich begrüsse Ihren Beitrag.Lb Gr

gute Frage.

Ob Monarchie nicht doch besser wäre als der Status einer Teilrepublik der EUdSSR...

0 0

Re: gute Frage.

Der Unterschied wäre nicht so groß, wie Sie glauben.

1 0

Re: gute Frage.

Sowie UK, Belgien, Holland, Spanien?

Antworten Gast: anonymouse
05.07.2011 09:46
0 0

Re: Kaiserreichkomplex?

Sollte es eine Erfolgemonarchie geben, dann wäre diese nur dann der derzeitigen Demokratie samt Politikern vorzuziehen, wenn:

Der Monarch ein Idealist/Altruist ist und einizig und alleine für das Wohl/ zum Wohle des Volkes regiert und einen größeren Planungs- und Entwicklungszeitraum berücksichtigt als derzeitige Legislaturperioden unserer Kasperl-Politiker....

Fazit:
Sehr viel Wunschdenken und die Möglichkeit einer Verwirklichung eher gegen Null tendierend

Antworten Antworten Gast: Philanthrop sollte er aber auch sein!
05.07.2011 14:54
0 0

Re: Re: Kaiserreichkomplex?


1 11

so ein getue

in den medien, als wäre der bundespräsident verstorben. wen kümmern die habsburger?

Antworten Gast: fefe
06.07.2011 09:54
0 0

Re: so ein getue

Otto von Habsburg hat mehr für Österreich getan als alle Bundespräsidenten der 2. Republik zusammen. Wenn ein Bundespräsident stirbt kommt ein anderer auf diesen Versorgungsposten, das hat genau Null Auswirkung für uns.

9 0

Egal was man von ihm halten möchte...

Die Einen sehen ihn als den letzten Monarchen, andere als Politiker mit Zeitgeist usw.

Egal, was man von ihm hält bzw gehalten hat, ein Teil österreichischer Zeitgeschichte ist mit ihm gestorben...


0 11

Re: ... ein Teil österreichischer Zeitgeschichte ist mit ihm gestorben?

Als Kleinkind hat er öfters vor seinem Großonkel -dem Kaiser- buckeln dürfen, als Jugendlicher hat er mit seinen Eltern Inseln bewohnt?

Als er sein Brot schwinden sah, war er alt genug, genehme Versorgungs-Quellen zu erschließen und er machte es gut!

Re: Re: ... ein Teil österreichischer Zeitgeschichte ist mit ihm gestorben?

ihre kommentare sind wirklich nicht besonders qualifiziert - dass sie angesichts eines todesfalls nur in polemik verfallen können, zeigt schon, wessen geistes kind sie sind.

6 0

Möge man von ihm halten, was man möchte....

Für die Einen wird er stets der letzte Habsburger (also Monarch) bleiben, für die anderen hat er sich zu einem Verfechter der EU geändert und für wieder andere hat er als Politiker Zeitgeist bewiesen.

Unabhängig davon oder welche Meinung man sonst vertreten möchte. Sicher ist, das ein Teil der österreichischen und europäischen Zeitgeschichte mit ihm gestorben ist...

0 6

Re: zu einem Verfechter der EU geändert und für wieder andere ...

meinen (wie ich), ER hat eine Nische gefunden, sein Fortkommen zu sichern und in dieses EU-politische Vakuum auch seine Familie einzubringen!

10 0

Der Kaiser ist Tot - lange lebe der Kaiser!

Otto H. war ein toller Mann einer alten Garde. Respekt vor seinem Leben und seiner Arbeit, Beileid seiner Familie!


Gast: Pastor Hans-Georg Peitl
05.07.2011 06:42
5 3

Nachruf

Auch wenn ich als Direkter Demokrat das Haus Habsburg mit seinem Absolutismus in der Geschichte nicht ganz begreife, so möchte ich dennoch meine tiefste Trauer über den Tod Otto Habsburgs aussprechen.

Otto Habsburg hat sein Leben lang mit seiner Pan Europa Bewegung für ein freies, dezentrales, aber Vereintes Europa gekämpft und als sich Europa vereinigte, hat man es wieder einmal, gegen den Wunsch Habsburgs gestaltet.

Das Leben Habsburgs war nach 1918 das Leben eines Verfolgten.

Jahrzehntelang hat man den Habsburgern die Einreise nach Österreich verwehrt und erst im heurigen Jahr hat man beschlossen, dass man auch Habsburgern die Menschenrechte zugestehen muss.

Man gab ihnen das aktive und passive Wahlrecht.

Otto Habsburg war mit seinem "Paneuropäischen Picknick" maßgeblich
an der Wiedervereinigung Deuschlands beteiligt und später an der Seite Helmut Kohls Abgeordneter der CSU Mitglied im Europaparlament. Das ist die Ebene die nichts zu entscheiden hat.

Als Kleinkind also von 1916 bis 1919 setzte der österreichische Adel auf Kronprinz Otto ihre ganzen Hoffnungen und das sollte auch bis zu seinem Tod zu bleiben. Manche hofften, er führe den Adel wieder ein.

Es ist also ein wirklich grosser Mensch von uns gegangen.

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
Bundespressesprecher der
Österreichischen Bürgerpartei
http://www.oebp.at
http://www.oebote.gnx.at

Antworten Gast: JohannS
08.07.2011 20:02
0 0

Re: Nachruf

Was ist ein direkter Demokrat? Auch der letzte Kaiser hätte in Östereich bleiben können hätte er die republikanschen Strukturen akzeptiert.Aber natürlich das "Gottesgnadentum"liess ein solches Verhalten nicht zu.Der 1.Weltkrieg führte zum zerbrechen3er Kaiserreiche Lb Gr

1 5

Re: Bei allem Respekt (wenn "der Nick" trägt, was er verspricht):

"Man gab ihnen das aktive und passive Wahlrecht."

Warum meinen Sie, "man hätte" mit diese, "Rechten" Menschenrechte vollzogen, wenn selbst heute noch Imigranten dieselben verweigert werden und das auch, obwohl sie schon Jahrzehte hier ihren Wohnsitz haben, was der "Adelige" (feudal war er mangels Untertanen ja niemals) bis zum Tod verweigerte?

Ein komischer AT-Passträger!

Re: Re: Bei allem Respekt (wenn

bitte zeigen sie mir einen migranten mit österreichischer staatsbürgerschaft, der diese rechte nicht hat.

Antworten Gast: österr. Wähler
05.07.2011 09:02
1 0

Re: Nachruf ...? Machen sie sich wichtig?

Diese "Partei" besteht doch nur aus drei Personen - Komikern darf man sagen.

Antworten Antworten Gast: Komiker
06.07.2011 20:27
0 0

Re: Re: Nachruf ...? Machen sie sich wichtig?

Ehrlich gesagt: Wir haben fast alles. Internationale Topmanager wie Thomas Ferrero, Banker wie Zehetbauer, Sportler wie Niki Lauda, Musiker wie Gerald Grüner und vieles mehr.

Komiker haben wir bisher noch keine:
Wollen Sie nicht zu uns kommen?


13 0

Traurig

Es ist wirklich traurig wie pietätlos die Österreicher heutzutage sind! Ganz davon abgesehen, dass diesem Mann und seiner Familie alles weggenommen wurde, was sie besaßen, dass sein Lebenswerk, wie man es hier oben sachlich dargestellt sieht, seinesgleichen sucht, und dass dieser Mann einer der ehrlichsten, beeindruckendsten, gebildetsten und gescheitesten Menschen war, den Österreich und Europa seit langem gesehen hat, was gibt Ihnen das Recht über einen gerade verstorbenen Menschen, den Sie nicht einmal kannten, von dem Sie nur in den, doch oft sehr einseitigen, Medien gehört haben, der in seinem Leben nichts verbrochen hat, in aller Öffentlichkeit so zu beleidigen. Ich denke Sie sollten sich zwei Mal überlegen, was sie in einem solchen Forum schreiben. Kein Mensch, vor allem keiner der so viel durchgemacht und geleistet hat wie Otto von Habsburg, hat es verdient an seinem Sterbetag so behandelt zu werden. Jeder Hat das Recht auf seine Meinung, und jeder darf über Otto von Habsburg denken, was er will. Es ist aber eine Anstandssache, in manchen Situationen seine Meinung für sich zu behalten. Dies hier ist eine solche Situation. Ich würde auch nicht am Sterbetag von großen SPÖ-Politikern über sie herüberfahren, sie beleidigen, nur weil ich nicht ihrer Ansicht war. Ich bitte Sie also denselben Anstand zu zeigen!

Re: Traurig

Ich kann Ihnen nur hundertprozentig zustimmen. Die mentalen Flatulenzen bezüglich des Todes dieses großen Mannes sind aus allertiefster Schublade!

Antworten Gast: Messalina-X
05.07.2011 15:45
2 0

Re: Traurig

chapeau, ich unterschreibe JEDES Wort

 
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