Von Wien bis ins Ländle: Landeshymnen im Gender-Test

15.07.2011 | 15:41 |   (DiePresse.com)

Nach der Umformulierung der Bundeshymne, werden nun die Landeshymnen inspiziert. Ein Überblick zeigt: Während manche keine "heiklen" Textstellen haben, fehlt eine "Wiener Hymne" völlig.

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Die Ergänzung der Bundeshymne um die "Töchter" ist paktiert. Nun werden mögliche Änderungen bei den Landeshymnen diskutiert. Allerdings nur manche, denn die wenigsten enthalten überhaupt "heikle" Textstellen, durch die sich Frauen diskriminiert fühlen könnten. Wien erspart sich solche Überlegungen sogar gänzlich: Die Bundeshauptstadt verfügt über gar keine offizielle Landeshymne.

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  • "Bruderband" im Burgenland

Im Burgendland scheint dagegen schon mehr Nachholbedarf zu bestehen: Mit "Mein Heimatvolk, mein Heimatland! Mit Öst'reichs Länderbunde hält dich verknüpft das Bruderband schon manche gute Stunde" beginnt die dritte Strophe der Landeshymne. Ob sich zu dem Bruder- in Zukunft auch ein Schwesterband gesellen soll, ließ Frauenlandesrätin Verena Dunst (SPÖ) offen. Es werde darüber aber Gespräche geben.

  • Oberösterreichische "Kinderl" und "Hünderl"

In Oberösterreich gibt es eine lauwarme Diskussion um eine Änderung der Zeile: "Hoamatland, di han ich so gern! Wiar a Kinderl sei Muader, a Hünderl sein Herrn". Während sich Landeshauptmann Josef Pühringer (ÖVP) gegen eine Umformulierung ausspricht, da es sich um einen Mundarttext handele, kann sich SPÖ-Frauensprecherin Sonja Ablinger einen Ideenwettbewerb für eine Änderung vorstellen.

  • Steiermark: Grenz- statt Genderfrage

Die steirischen Landeshymne enthält dagegen keine diskriminierenden Stellen. In der zweiten Strophe kommen ein Jäger und eine Sennerin vor ("Wo die Gemse keck von der Felswand springt und der Jäger kühn sein Leben wagt;
wo die Sennerin frohe Jodler singt am Gebirg, das hoch in Wolken ragt "). Damit sind beide Geschlechter im bäuerlichen Arbeitsumfeld vertreten. Änderungsüberlegungen gab es allerdings in Bezug auf die beschriebenen Grenzen der Steiermark. Dem Text zufolge würden diese bis weit ins heutige Slowenien reichen.

  • In Kärnten gilt "Mannesmut und Frauentreu"

Auch die Kärntner Landeshymne ist genderresistent: In der vierten Strophe werden die Frauen in der Textstelle "Wo Mannesmut und Frauentreu die Heimat sich erstritt aufs neu" bereits berücksichtigt.

  • Neutrales Niederösterreich

Ein Musterbeispiel an neutralen Bezeichnungen ist unterdessen die niederösterreichische Landeshymne: Hier werden einzig die "Ahnen" besungen.

  • Salzburg bald "Land der Eltern"?

Für eine frauenfreundliche Textänderung der Salzburger Landeshymne tritt die SPÖ-Landesfrauenvorsitzende Ingrid Riezler ein. Ihrer Ansicht nach gehöre der Beginn der ersten Strophe "Land unsrer Väter dringend in Land unsrer Eltern" geändert.

  • Vorarlberg bleibt beim "Mütterlein"

Indes schließt Landeshauptmann Herbert Sausgruber (ÖVP) eine Änderung der Vorarlberger Landeshymne aus. Zwar findet sich in der dritten Strophe die Liedzeile "Du Ländle, meine teure Heimat, wie könnt' ich je vergessen dein, es waren doch die schönsten Jahre beim lieben, guten Mütterlein", diskriminierend sei dies aber nicht, erklärte er der APA.

  • Tirol: Änderungen (fast) ausgeschlossen

Eine klare Abfuhr erteilt auch der Tiroler Landeschef Günther Platter (ÖVP): "Die Tiroler Landeshymne wird sicherlich nicht abgeändert." Es gebe im Land wichtigere Themen. Dennoch findet sich gleich in der ersten Strophe: "Es blutete der Brüder Herz". Die ÖVP-Landesfrauenchefin Sonja Ledl zeigte sich daher gesprächsbereit. Auch SPÖ-Frauensprecherin Gisela Wurm, zeigte sich gegenüber einer Änderung nicht abgeneigt.

(Ag./Red.)

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71 Kommentare
 
12
Gast: HWHU
20.07.2011 15:09
0

Gute Nacht

Gute Nacht Österreich –
Es ist Zeit zum Schlafengeh’n –
Denn das Emanzengrollen –
Das alle gar nicht wollen –
Die Hymne hat zerstört.

Gute Nacht Österreich –
Wer wird jetzt das Licht abdreh’n –
Da sich mit ringend‘ Händen –
Die meisten nun abwenden –
Und keiner mehr hinhört.

Gute Nach Österreich –
Zum letzten Mal du mich geseh’n –
Denn auch ich geh‘ von dannen –
Werd‘ anderswo anfangen –
Wo kein Irrwitz mich stört.

Land der Hämmer ...

... dem ist nichts hinzuzufügen.

Gast: Supernova
19.07.2011 15:36
0

VAter und Mutter unser

Änderungen von historischen Texten finde ich schwachsinnig. Die Texte der Landeshymnen und der Bundeshymne stammen eben aus ihrer jeweiligen Zeit, und da wird eben nur von Brüderbanden und Sennerinnen gesprochen... daher sollte man soll sie als historische Dokumente so lassen wie sie geschrieben wurden ! Oder sollte man das jetzt mit Schwesternbande und Senner ergänzen oder umtexten?? Und warum nicht gleich die altmodischen Termini durch modernere ersetzen? Statt Brüderbande "Freundschaften"....und statt Sennern und Sennerinnen "Programmierer/innen"?? Warum nicht gleich die Bibel gendergerecht umtexten? Und das Vaterunser? Warum nicht gleich "Vater und Mutter unser, die ihr seid im Himmel"???- Kann man sich vorstellen, dass ein enziger Franzose, nicht einmal eine einzige französische Emanze, die genderkonforme Änderung der Marseillese gefordert hat?

Gast: Siwla
19.07.2011 08:43
1

Lächerlich

Einfach lächerlich, die ganze Diskussion.

Ich empfehle, weil es immer irgendwer was zu beanstanden hat, folgende Version:

Laa la laa lalalaa la lalala,

Laa la laa lalalaa la lalala,

Laa la laa la la la la la!

Laa la la la la laa lalalala,

Laa la la la la laa lalalala,

Laa la laa la lalalalalaa,

Laa la laa lalalalalalaa laa.

So sollte es wirklich für jeden passen:

http://schreibfreiheit.eu/2011/07/12/anderung-der-bundeshymne-in-allen-belangen-notwendig/
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Das ist die Fußballerversion ..

... da werden sich die anderen Sportarten diskriminiert fühlen.

Wenn schon, denn schon.....

Also einen Vorschlag haett´ ich noch :

Wie waer´s denn, liebe Damen, wenn man die letzten drei Zeilen der dritten Strophe, durch die folgenden ersetzte:

" Ewig lass in Schwesterchoeren,
Mutterland, dir Treue schwoeren,
vielgeliebtes Frauenreich "

?????????????????????????????????????????????

Gast: friend of paula
18.07.2011 00:32
2

Bist Du wirklich schon völlig verblödet, liebe "Presse"?


Völlig nicht,

... denn das würde bedeuten, dass sie in irgendeinem Bereich perfekt ist.

Gendern

Schneid ma si olle Zumpfal ob und singan daun im Chor.
Wia die lieabn Engal.

Oh du armes Kulturgut.

Wenn wo Unrecht besteht, gehört es geändert.
Nur des Änderungswillen bin ich nicht dafür.

Auch die Schlager gehören gegendert und geändert

Z.B. der alte Gassenhauer von Conny Francis hieße dann "Schöne fremde Männin, du bist lieb zu mir..."!

... und der Bundesadler ??



Muss der jetzt statt Hammer und Sichel gendergerecht Handtasche und Kondom (hui, da schlägt man gleich mehrere Fliegen auf einen Streich) in den Klauen halten??

...

Nun werden eben die Töchter des Landes mit einbezogen.
Warum sollte ausgerechnet das leider zur Hymne gewordene Lied der Jugoslawin Preradovic unantastbar sein ?

Österreichs Hymne ist diese hier:
http://www.youtube.com/watch?v=fzbayTf0OLM


Antworten Gast: friedrich,der III.
16.07.2011 16:18
0

Re: ...

die hymne ist "i am from austria",den rest:vergiss es!

Bei A*treibung ist das viel gerechter - da wird nicht

auf das Geschlecht geschaut und alles ist soo korrekt.

Gast: cugetator
16.07.2011 12:50
3

Dieser Schwachsinn interessiert keinen "Presse"-Leser

Schminkt Euch doch dieses Dalmen-Thema endlich ab. Überlasst das dem "Falter" oder der "Krone".
Noch hat die "Presse" eine weibliche und männliche Leserschaft, die dieser Schwachsinn nicht im geringsten interessiert.

Gast: O. W. Fischer
16.07.2011 12:40
0

Genderrückschritt

Die einstmalige "Gender-Marie" fiel der "Polizei" zum Opfer und wurde von dieser per Innenministerium vereinnahmt;-)

Gast: ecco
16.07.2011 12:39
0

haben

diese kasperl im parlament keine anderen sorgen ??

ich glaubs einfach nicht, uns steht das wasser bis zu den nasenlöchern und dort wird um nichtigkeiten rumgeeiert.


Gast: Typisch
16.07.2011 12:34
1

Typisch

Wenn nur Frauen vorkommen, dann passt natürlich alles: "Zwar findet sich in der dritten Strophe die Liedzeile "Du Ländle, meine teure Heimat, wie könnt' ich je vergessen dein, es waren doch die schönsten Jahre beim lieben, guten Mütterlein", diskriminierend sei dies aber nicht, erklärte er der APA."

Typisch für diesen sinnlosen Genderwahn, der nichts mit Gleichberechtigung, aber viel damit zu tun hat, die Bevölkerung immer wieder aufs neue zu spalten (derzeit aktuelle Feindbilder: Männer, Muslime und "faule" Staaten..als ob es einen einzigen Staat weltweit gäbe, der keine Schulden hat), damit sich da Volk nur ja nicht drauf konzentriert, vom wem es wirklich seit Jahrzehnten "diskriminiert" (also ausgebeutet bis zum Tod) wird: Konzernen, Lobbyisten, Banken.

Antworten Gast: cugetator
16.07.2011 19:16
0

Re: Typisch

Sie bringen das auf den Punkt, von wem das Volk "diskriminiert" wird.
Vergessen haben Sie aber die grössten Ausbeuter:
Die linken und "liberalen" Bonzen und Nutzniesser.

Gast: Eurrora
16.07.2011 11:22
1

Schon was gehört vom Sommerloch der Medien.


Gast: schlussaus
16.07.2011 10:26
1

Nationalhymnen haben eigentlich schon längt

ausgedient, ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten und in einer globalisierten Welt und insbesondere in der westlichen Welt mit multiethnischer Zusammensetzung, wo bei vielen der geschichtliche Zusammenhang fehlt bzw. die Werte gar nicht immer geteilt werden, ist dies ohnehin obsolet und nur mehr Hülle.

Diese Rauchsche Genderdebatte, die von den wesentlichen Problemen dieses Landes ablenkt, hätten wir uns ersparen können. Nächstesmal dann die Debatte, weil nur männliche Weise vor dem Parlament sitzen. Vielleicht lassen sich ja dann Schittenhelm, Rauch-Kallat & Co modellieren...

Gast: HWHU
16.07.2011 10:23
11

Achtung Satire!

Manche nenn‘ sie Genderhexen
Selbstdarsteller mit Komplexen
Die nun fegen durch das Land
Im strahlend‘ Feminist-Gewand
Zu kontrollieren alle Lieder
Und dann machen sie sie nieder
Löschen raus und fügen zu
Geben nirgends wo mehr Ruh‘
Auch die Sprache wird verhunzt
Ach welch große Geisteskunst!
Holprig dann ein jeder Text
Als wär‘ er in der Tat verhext

Achtung Satire!

Auch zu dieser Lyrik lässt sich nur sagen:
Holterdipolter

Antworten Antworten Gast: Hans 123
18.07.2011 10:42
0

Re: Achtung Satire!

?????

Neufassung der ersten Strophe

Hier die gendergerechte und religionsneutrale Fassung der ersten Strophe:

Land das Berge, Land das Strome,
Land das ÄckerInnen, Land das Gebetsstätten,
Land das HämmerInnen zukunftsreich,
Heimat bist du großer KinderInnen,
Volk begnadet für das Schöne,
vielgerühmtes Österreich.

Geht nicht ...

... zukunftsreich und Österreich reimt sich.

 
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