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Die ÖVP malt sich ein neues Familienbild

24.08.2011 | 18:19 |  Von Regina Pöll (Die Presse)

ÖVP-Chef Spindelegger und Minister Mitterlehner wollen „Familie“ neu definieren, Familienleistungen automatisch an die Inflation anpassen, Förderungen vereinfachen und Zusammenhalt belohnen.

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Wien. Am konkretesten war noch die Überlegung Reinhold Mitterlehners, die Familienförderungen künftig per Gesetz automatisch an die Inflation anzupassen – so, wie das bei den Pensionen schon der Fall ist. Immerhin seien die Familienleistungen seit mehr als zehn Jahren nicht mehr angepasst worden. Hier sollte man gegenüber dem Pensionsmodell gleichziehen, meinte der ÖVP-Familienminister am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Wien. Mit Parteichef und Vizekanzler Michael Spindelegger hatte er Aufstellung genommen, um zu demonstrieren: Ja, die ÖVP sucht einen neuen Weg in der Familienpolitik. Bis 16.Dezember werde man ein parteieigenes Familienkonzept erarbeiten und dann auch einen neuen Familienbegriff präsentieren.

Mit diesem tut sich die ÖVP, die Hüterin traditioneller Werte und selbsternannte „Familienpartei“, seit Längerem schwer: Wer ist eine Familie – „nur“ Vater, Mutter, Kinder? Auch Patchworkfamilien oder Alleinerziehende und ihre Kinder habe man bereits im Visier, sagte Spindelegger; und auch für andere – etwa Homosexuelle – habe man Antworten gefunden, spielte er auf die Eingetragene Partnerschaft an. Ob Homopaare, bei denen ein Partner ein Kind hat, nach den neuen Vorstellungen der Partei denn auch „Familie“ – und damit förderungswürdig – wären? Darauf wollte Spindelegger nicht antworten. Die Partei werde bis Jahresende über vieles diskutieren und dabei auch Modelle aus dem Ausland berücksichtigen.

Fest steht das Vorhaben, den „Förderdschungel“ zu lichten: Es sei wenig sinnvoll, dass weiter sieben Ministerien – vom Familien- über das Gesundheits- bis zum Sozialministerium – direkt oder indirekt mit Familienförderung (Pensionen, Pflegegeld, Familienbeihilfe, ...) zu tun hätten. Hier könne vieles vereinfacht werden und sein Ressort federführend aktiv werden, meinte Mitterlehner. Auch die Länder und ihre Förderungen für Familien wolle man genauer unter die Lupe nehmen; Doppelgleisigkeiten sollten vermieden werden.

Neu ist das nicht, Länder und Nachbarressorts bremsen bisher. Die ÖVP begegnet dem mit dem Mantra, dass man „den Ländern nichts wegnehmen“, sondern den Familien etwas geben wolle. Denn diese wären ein Wert an sich, den es zu stärken gelte. Beim Budget 2012 werde es jedenfalls keine Kürzungen mehr bei Familienleistungen geben, sagten Spindelegger und Mitterlehner.

 

Familienbeihilfe direkt an Studenten?

Änderungen könnte es auch bei der Familien- und der Studienbeihilfe geben: Die Familienbeihilfe könnte künftig direkt an die Studenten ausbezahlt werden, nicht mehr an die Eltern. Sie könnte dann aber auch zur Gänze von der (in der Höhe angepassten) Studienbeihilfe abgelöst werden.

Auch „Spezialproblemen“ will sich die Partei künftig widmen. Beispiel? Drei Kindersitze unterschiedlicher Größe würden nicht auf die Rückbank eines Autos passen – für derlei brauche es mehr Bewusstsein.

Und dann fällt doch noch ein – nach eigenen Angaben – neuer Familienbegriff der ÖVP: ein „intergenerativer“, so der Parteichef. Man wolle nicht nur stärker auf Eltern und ihre Kinder schauen, sondern auch auf jene, die ihre Eltern pflegen – und sie entsprechend fördern, etwa wenn sie altersgerecht (um-)bauen: „Nicht so viel ins Heim, mehr im Familienverband“ lautet das Motto.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.08.2011)

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52 Kommentare
 
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Familienleistungen automatisch an die Inflation anpassen

Eigentlich sollte das selbstverständlich sein.
Löhne und Gehälter, Pensionen, alles wird an die Inflation angepasst, warum Familienleistungen nicht?

Dadurch werden die Familienleistungen tatsächlich Jahr für Jahr gekürzt.
Nach einigen Jahren werden sie dann mit großem Getöse um einen Teil der Kürzungen erhöht.
Scheinheilig!

Siehe hier für weitere Informationen:
http://www.wolfmayr.org/familie/viewtopic.php?f=1&t=629

Gast: Gast 2011
26.08.2011 10:15
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ÖVP ist SPÖ-Unterstützerverein

und der Steigbügelhalter für einen schwachen Kanzler Faymann. Die ÖVP hat sich als Familien- und Wirtschaftspartei längst verabschiedet und von der Materie keine Ahnung mehr.

Gast: ro
26.08.2011 02:30
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ÖVP-Chef Spindelegger und Minister Mitterlehner

was wollen sie noch entscheiden es ist doch bekamt das die deutschen den EU Ländern ihre Politik aufzwingen will und sie keine Reichensteuer einführen werden und der Kleine die Zeche zahlen muss

Gast: TOM22
25.08.2011 21:16
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für wen

bin neugierig für wen die Familienleistungen sein werden! Wahrscheinlich wieder für die anderen und nichts für uns. Unser Mittelstand - auch mit Kindern - wird das via Steuern erwirtschaften müssen.

Antworten Gast: habnix
26.08.2011 02:48
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Re: für wen

da hast du recht (Familienleistungen) alleinstehende Mütter bekommen mit 4 Kindern 3,500 Euro und werden vom Sozialamt noch unterstützt ein Ehepaar muss zum Großteil alles von ihren Einkünften bezahlen da die Sozialleistungen nicht greifen ich kann von 3,500 Euro nur träumen und manche Ehepaare wahrscheinlich auch es geht mir nicht um Neid aber um Gleichstellung

Antworten Gast: Plach2
25.08.2011 22:04
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Die ÖVP betreibt beinharte Klientelpolitik!

Nur jene Gruppen, die die ÖVP wählen, werden großzügig mit Steuergeld verwöhnt.

Bisher waren das die Bauern, Beamte und Unternehmer.

Einkommensvergleich 1999 - 2009:

Beamte +26%
Angestellte + 4 %
Arbeiter - 9%

Gast: TOM22
25.08.2011 21:14
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Scheidungsfolgen

Macht einfach die Scheidungsfolgen für Männer nicht so drastisch und schon wird mehr geheiratet und werden mehr Kinder in die Welt gesetzt.

Gast: Plach2
25.08.2011 17:18
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Bei den Pensionen halten sich seit Jahren SPÖ+ÖVP nicht an ihr Gesetz!

Lt. Gesetz werden die Pensionen automatisch an die Inflation angeglichen. Trotzdem verlangen SPÖ (Blecha) und ÖVP (Khol) immer wieder enue Gespräche um die gesetzlichen Vorgaben zu umgehen.

Statt ENDLICH die hohen Staatsschulden zu reduzieren, erfinden diese Typen immer wieder neue Ausgaben!

Gast: Isidor vom Billa
25.08.2011 15:26
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Empfohlene Lektüre für unsere Schwarze Riege: Des Kaisers neue Kleider.


Gast: Na ja...
25.08.2011 15:23
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Die Rücknahme der Familienbeihilfe ist noch nicht so lange her!

Abgesehen davon ist es zu hinterfragen, was mehr hilft: Geld oder garantierte Betreuung (am Nachmittag).

Auch den Studenten kürzt man alles, damit es den Griechen hinterhergeworfen wird.

Die ÖVP, unsere "Familienpartei" würde die Leute am liebsten am Arbeitsplatz anketten und bis zum Umfallen arbeiten lassen.

Das soziale Image ist tot, in Wahrheit ist die SPÖ eine lupenreine wirtschaftsliberale Partei, verwoben mit der Versorgung spezieller Klienten.

Antworten Gast: Plach2
25.08.2011 17:20
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Re: Die Rücknahme der Familienbeihilfe ist noch nicht so lange her!

Das kennen wir doch schon:

Immer wenn die Umfragen für die ÖVP im Keller sind, dreschen sie auf Darabos hin und erfinden neue Steuergeschenke für Familien und Bauern.
Dabei war es die ÖVP die vor wenigen Monaten die Familienbeihilfe gekürzt hat!

Gast: Ehemaliger Linksliberaler
25.08.2011 14:22
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Typisch für konservative Parteien...

...niemals Vorreiter sein sondern Tatsachen erst zur Kenntnis nehmen, wenn auch der hinterletzte Tiroler Bauerntölpel nichts mehr dagegen hat.

Re: Typisch für konservative Parteien...

Definitionsgemäß.

Gast: Sepp
25.08.2011 11:16
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Nichts gegen Familienpolitik ...

... aber wie blöd ist es ausgabenseitige Sozialleistungen automatisch an die Inflationsrate anzupassen. Statt das Budget zu sanieren sollen jetzt mal schnell die Kosten jährlich automatisch steigen. Liebe ÖVP, schafft mal 50% der großteils sinnlosen Subventionen ab, dann gibt es Spielraum für Erhöhungen von wünschenwerten Dingen. Mein Vorschlag: ab heute möge sich jeder Politiker zuerst in seinem Verantwortungsbereich anschauen, was alles an Leistungen ersatzlos gestrichen werden kann, dann dies Anschaffen und dann darf er wieder über neue Geschenke nachdenken.

Antworten Gast: Plach2
25.08.2011 13:01
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100% richtig!

Statt sich endlich einmal über die Reduktion der hohen Staatsschulden (die uns ÖVP Finanzminister hinterlassen haben) zu unterhalten, erfinden diese Typen immer wieder neue Ausgaben!!!

Weiterhin keine Verwaltungsreform
keine Heeresreform
keine Gesundheitsreform
keine Bildungsreform
keine Staatsreform
keine Pensionsreform

statt dessen neue Ausgaben!

Diese SPÖ/ÖVP Regierung fährt den ganzen Staat an die Wand.

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Re: Nichts gegen Familienpolitik ...

Familienpolitik nutzt sicher nicht bürgerlichen Netto-Steuerzahlern! Bürgerliche Familien leben vom Einkommen und nicht von Sozialleistungen. Und die ausufernden Sozialleistungen fressen das Einkommen auf!

Gast: pächter der wahrheit
25.08.2011 11:05
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Geldausgeben alleine ist keine Familienpolitik

Jeder Mensch kann das.

Es müssen auch Strukturen geschaffen werden, z.B. manifeste Sozialleistungen, die gleichzeitig auch neue Arbeit schaffen z.B. persönliche Betreuungsleistungen.

So wird einfach Geld hinausgepulvert, dass dann individuell möglicherweise nicht zweckgemäss verwendet wird, sondern für schnöden Konsum verbraucht wird.

Bringt den Familien nichts und der Gesellschaft nichts.

Jeder wissenschaftliche Untersuchung und erfolgreiche andere Staaten (Skandinavien) machen das so; aber unsere Doktoren hängen wieder einmal am Dogma.

Worum geht es?

Ganz konkret, meine ich? Geld, Kindersitze, Familienderivate?
Und was will die ÖVP? Für alle da sein und niemandem wehtun? Oder irgendwas Bestimmtes? Ich werde nicht ganz schlau aus obigem Artikel.

Gast: Bademeisterin
25.08.2011 10:01
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Bravo, bravo, bravo - neue Schulden, neue Schulden, neue Schulden

wenn die Politclowns neue Schulden machen können fühlen sie sich richtig wohl.....

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Re: Bravo, bravo, bravo - neue Schulden, neue Schulden, neue Schulden

Bürgerliche werden sich vor lauter Sozialleistungen Familie bald nicht mehr leisten können. Sie müssen diese ja für sich und all die anderen bezahlen!!!

Gast: habnix
25.08.2011 09:28
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ÖVP-Chef Spindelegger

ihr beschmutzt die österreichische Fahne mit eurem ÖVP Logo hängt eine schwarze daneben

Antworten Gast: Plach2
25.08.2011 21:28
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Ist schon richtig so!

SPÖ+ÖVP verkhalten sich so, als ob ihnen der gesamte Staat (und der ORF) gehören würde!

Das nennen sie dann auch noch "unabhängiger ORF".

Gast: Biersauer
25.08.2011 08:44
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Die Schwarzen haben die Heilige Dreifaltigkeit in ihrem Betbüchl..

und die Roten haben sich jetzt mit dem Koran verheiratet, aber die Blauen geben sich kämpferisch und streiten mittels eines Holzkreuzes um die Wählerentscheidung.
Dass dabei dei schweigende Mehrheit nichts von alldem wissen möchte ist diesen Staatstragenden
bisher entgangen.

Antworten Gast: Wahlniederlage vorprogrammiert
25.08.2011 12:56
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Re: Die Schwarzen haben die Heilige Dreifaltigkeit in ihrem Betbüchl..

Sie malen und basteln schon am neuen Familienbild, in dem die Österreicher überhaupt nicht mehr vorkommen. Jetzt muß noch einer sagen, das sind ja auch alles auch Österreicher. Aber sicher doch, am Papier.

http://www.krone.at/Oesterreich/Spindelegger_will_Dialog_mit_Moslems_intensivieren-Jubilaeum_als_Anlass-Story-293660

Drei Kindersitze

Haben wir in diesen Zeiten keine andere Sorgen als 3 unterschiedlich große Kindersitze im Auto? Wieviele Familien betrifft das eigentlich? Warum stellt eine Qualitätszeitung keine harten Fragen und schreibt diesen Schwachsinn auch noch nieder? Eigentlich müsste man froh sein wenn es nur diese Sorgen gäbe aber es ist leider nich so. Baba ÖVP.

Antworten Gast: 1. Parteiloser
25.08.2011 09:42
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Re: Drei Kindersitze

Das ist doch für eine Beamtenpartei vollkommen normal, dass Fragen gestellt werden, um dann in einem Mehrjahrsprozess Antworten zu finden, welche die Gesellschaft gar nicht braucht.

Ja, die ÖVP ist fertig, weil diese keinen Sinn für Österreich mehr hat. Die SPÖ ist heute auch eine Nichtspartei, weil der klassische Konflikt Arbeitgeber- Arbeitnehmer kaum mehr existiert (beide Gruppen kämpfen heute zusammen um die Existenz). Und, was die Oppositionsparteien an Lösungen / Positionierungen anzubieten hätten, das ist gleich gar nicht erkennbar.

 
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