Wien. Eigentlich hätte es schon bis Sommer so weit sein sollen. Dann dauerten die Vorbereitungen – EU-weite Ausschreibung inklusive – doch länger („Die Presse“ berichtete). Jetzt steht fest: Der neue Auftritt des Kanzlers im Web 2.0 startet fix mit Oktober, also am Nationalfeiertag. Dann wird sich Werner Faymann (SPÖ) auf einer neuen Internetseite, mit einer eigenen App, also Handy-Applikation für iPhone und Android, sowie im Social Network Facebook und im Online-„Tagebuch“ Twitter präsentieren.
Das gab seine zu Jahresbeginn eigens installierte Social-Media-Verantwortliche, Faymanns frühere Pressesprecherin Angelika Feigl, am Montag auch auf Twitter bekannt. Dort postet Feigl unter dem Nick-Namen „bkaangel“ – zu Deutsch: Engel des Bundeskanzleramts (BKA) – Kurzmeldungen über den Fortgang des Projekts. So hieß es gestern in der Früh nach einem „Presse“-Bericht zum Thema: „Offizieller Start von #Bundeskanzler #Faymanns Social-Media-Auftritt mit Website, App, FB und Twitter am 26. Oktober!“
Ins Projekt involviert ist außer Feigl, die Faymanns Kabinett angehört, der Bundespressedienst im BKA. Für die Konzeption und Realisierung insbesondere der Technik haben sich die Wiener „Skill3D GmbH“ und die Bietergemeinschaft „Dimoco“ durchgesetzt. Kosten wird das Projekt, das Faymann im „Web 2.0“ beliebter machen soll, BKA-Angaben zufolge rund 200.000 Euro in den ersten zwei Jahren. Faymann höchstpersönlich, nicht nur sein Team, will auf Twitter und Facebook Meldungen absetzen: dann aber mit einem eigenen Vermerk, dass er es war, der gepostet hat – und nicht ein Mitarbeiter.
Selbst sein „Online-Vorbild“, der im Web 2.0 besonders stark präsente US-Präsident Barack Obama, setzt angeblich gelegentlich selbst Nachrichten ab; dann mit dem Kürzel „bo“ am Ende des Postings. Faymann, so heißt es, will seine Nachrichten nicht nur mit seinen Initialen, sondern noch deutlicher als „Originale“ des Kanzlers kennzeichnen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 30.08.2011)
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