Die Regierungsspitze will dem Wunsch der Opposition, rasch einen parlamentarischen Untersuchungsausschuss in der Causa Telekom einzusetzen, nicht nachkommen. Es wäre für die Ermittlungen der Behörden „kontraproduktiv“, wenn man „morgen einen U-Ausschuss einrichte“, meinte Vizekanzler Michael Spindelegger nach dem Ministerrat. Auch Kanzler Werner Faymann erklärte, er habe „allergrößtes Vertrauen in die Justiz“.
Der SPÖ-Chef ließ aber durchklingen, dass man vor Ende der behördlichen Ermittlungen einen U-Ausschuss einsetzen könne. Entscheidend sei, wann Erkenntnisse über politische Verantwortlichkeiten vorlägen. Auf die Frage, ob er Verwicklungen der ÖVP in die Affäre vermute, wich Faymann aus: „Vorzeitige Rückschlüsse auf Parteien ziehe ich keine“, sagte er. ÖVP-Klubchef Karlheinz Kopf erklärte, es sei eine „Sauerei“, dass der Name des Ex-parteichefs Wilhelm Molterer in die Affäre hineingezogen werden soll. Molterer war mit Sponsorengeldern der Telekom für den Fußballverein seines Heimatorts in Verbindung gebracht worden.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 31.08.2011)
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