22.05.2013 17:15 Merkliste 0

Fekter bereitet Steuerentlastung für Spitzenverdiener vor

14.09.2011 | 17:07 |  von Karl Ettinger (Die Presse)

Konfrontation in der Regierung. Die ÖVP-Finanzministerin hat gegenläufige Pläne zur SPÖ-„Reichensteuer“. Sie will auch jene Viertelmillion Österreicher entlasten, deren Einkommen in den Spitzensteuersatz fällt.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

WIEN. Bei den Arbeiten für die Steuerreform sind die Koalitionsparteien zusehends auf Kollisionskurs unterwegs. Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) strebt nicht nur, wie mehrfach angekündigt, Erleichterungen für den Mittelstand an, sondern will auch eine steuerliche Entlastung für die mehr als eine Viertelmillion Österreicher, die unter den Spitzensteuersatz von 50 Prozent fällt. Im Finanzressort und von Fekter werden der „Presse" entsprechende Pläne bestätigt. Details wollte sie allerdings vorerst nicht preisgeben: Man müsse auf das „Gesamtpaket" zur Steuerreform warten.

Ehe der ÖVP-Klub am Donnerstag in Saalfelden zur Klausur zusammentrifft, bei der sich alles um das Thema „Leistung" dreht, spitzt sich damit der Steuerkonflikt zu. Denn schon bisher haben Fekter und die ÖVP alle SPÖ-Pläne für eine Vermögens- und „Millionärssteuer" (die für Einkommen ab einer Million Euro gelten soll) vehement abgelehnt. Die Vorbereitungen der Finanzministerin gehen nun für Spitzenverdiener sogar in die andere Richtung.

Höhere Einkommensgrenze

Ansatzpunkt ist für das Finanzministerium, wie der „Presse" dort erläutert wurde, allerdings nicht eine Senkung des geltenden Spitzensteuersatzes von 50 Prozent. Das Problem dabei: Dafür wäre eine Verfassungsänderung notwendig. Denn daran ist auch die Kapitalertragssteuer von 25 Prozent - somit in der halben Höhe des Spitzensteuersatzes - gekoppelt. An die Senkung der Kapitalertragssteuer ist auch wegen der Einnahmenausfälle nicht gedacht. Überdies wäre für die Verfassungsänderung die Zustimmung einer Oppositionspartei notwendig.

Die Pläne der Finanzministerin gehen stattdessen dahin, die Einkommensgrenze, ab der künftig der Spitzensteuersatz zum Tragen kommt, anzuheben. Seit der Steuerreform 2009 wird der Höchstsatz ab einer Bemessungsgrundlage von 60.000 Euro Jahreseinkommen (nach Abzug der Sozialversicherung und weiterer steuerlicher Anrechnungsmöglichkeiten) fällig. Die neue Höhe ist offen.

Bis 2009 lag der Grenzbetrag bei 51.000 Euro. Damals fiel nach Angaben laut Finanzressort rund eine Viertelmillion Österreicher in den obersten Steuertarif. Zuvor hatte die Grenze schon seit der Steuerreform 1988 gegolten, damals waren allerdings nur rund 50.000 Österreicher betroffen.

SPÖ: Arbeitsgruppe ist Fortschritt

In der Koalition wird erwartet, dass die in der Vorwoche vereinbarte SPÖ-ÖVP-Arbeitsgruppe zu Vermögenssteuern in absehbarer Zeit tagen wird. „Das es diese Arbeitsgruppe gibt, ist schon ein signifikanter Fortschritt", meint SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter, der mit Finanzstaatssekretär Andreas Schieder für das SPÖ-Steuerkonzept zuständig ist, im Gespräch mit der „Presse".

Für Kräuter ist das Fünf-Punkte-Programm seiner Partei Basis für Verhandlungen. Er betont, dass die tatsächliche Belastung beim Spitzensteuersatz unter Anrechnung des steuerlich begünstigten Urlaubs- und Weihnachtsgeldes und anderer Begünstigungen teils nur bei gut 38 Prozent liege. Weiters stellt er klar, zum SPÖ-Konzept zähle nicht nur die von der ÖVP bekämpfte „Millionärssteuer", sondern auch eine Steuerentlastung für den Mittelstand. Diesen hat SPÖ-Chef Kanzler Werner Faymann bei Einkommen von 2000 bis 4000 Euro brutto im Monat angesiedelt.
Kräuters „persönlicher Vorschlag" ist eine befristete Solidarabgabe in Form eines fünfprozentigen Steuerzuschlags für Spitzeneinkommen über 300.000 Euro im Jahr. Das finde auch in den SPÖ-Landesorganisationen Anklang.

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo

Mehr aus dem Web

223 Kommentare
 
12 3 4 5

Thema verfehlt, Frau Fekter !!

Der grosse Irrtum der Pseudosozialisten aus SPÖVFP ( Sozialismus ist nach Karl Marx ein Programm über Generationen u. nicht das Füttern bzw. Aufblasen des öff. Dienstes u. der Frühpensionssüchtigen ) ist der zwanghafte Glaube an mehr Staat als Lösung aller Strukturprobleme. Aber nach 40 Jahren "Pseudosozialismus" sind unsere Umverteilungsgläubigen schwer heilbar. Wir brauchen einen superstarken, schlanken Staat ( 5 Pers. je 1000 EW u. nicht 22 !!; Schweiz hat 8) als Ordnungsrahmen für den seelenlosen Markt. Eine Reduktion auf 1/4 Brüssel, 1/4 Bund u. 1/4 Bezirke mit Steuerhoheit wie die Schweizer Kantone u. das schwedische Pensionsmodell (kein Steuerzuschuss zu Pensionen !! u. Frühpension mit 5% Abschlag pro Jahr) geht nicht in das Gehirn unserer (Un)- Sozialpartner.

Gast: Johann S
15.09.2011 15:13
0 0

Entlastung

Es könnte sich durchaus um eine sog."Selbstentlastung" handeln.

Gast: Logologo
15.09.2011 14:26
0 1

Noch schnell die Kassen leer gemacht und den Schuldenberg vergrößert und dann ab in die Opposition!

Verbrannte Erde! Hinter uns die Sintflut!
Verantwortungsloses Pack!

Das verantwortungslose Pack

denkt leider gar nicht daran, in die Opposition zu verschwinden. Denn es gibt in Österreich keine machtgierigere Partei als die SPÖ. Die will unter allen Umständen regieren. Aber auf keinen Fall an den dann notwendigen Maßnahmen eine Verantwortung tragen.

Gast: Kaukulia
15.09.2011 14:23
1 0

So hat die deutsche FDP die 4%-Hürde geschafft!

Von oben nach unten.

Gast: Hihihihi
15.09.2011 14:20
0 0

Supa Idee! Da werden wir uns bald unter den PIGS wiederfinden, da gibts dann billiges Geld von der EU - für die Reichen!

Oh Herr, schmeiß Hirn vom Himmel!

1 0

mittelstand ...

... ist doch großteils eh schon hin!
ich meine die echte privatwirtschaft, nicht jene welche aufträge von staat bzw. wenn der staat vorschriften macht, wo der bürger durch zwangsvorschrift zu zwangsdienstleistungen gezwungen wird (der großteil!).

was wollens da noch machen. mehr oder weniger steuern wird kaum nachfrage bzw. innovationen generieren die masse ist einfach zu klein.

Gast: werbistdu
15.09.2011 13:04
0 2

Die Linken Clowns...

haben bis jetzt immer noch nicht begriffen, daß das Schuldenproblem des Staates nur durch ehrliche Ausgabenpolitik in den Griff zu bekommen ist.
Was nützen den Finanzminister die paar Millionen, die den Reichen jetzt noch aus der Tasche gezogen werden sollen, wenn unser Sozialsystem und unsere Verschwendungspolitik ins uferlose läuft.
Es wird dadurch nur eine Neiddebatte angefacht.
An den wirklichen Problemen wird jahrelang nur vorbeigeredet, und wichtige, aber leider auch schmerzhafte Reformen werden von den Linken seit ewig abgewürgt.
(Ich gehöre-leider-nicht zu den Reichen)

Antworten Gast: clown
15.09.2011 16:36
1 1

Re: Die Linken Clowns...

die verhinderer von reformen, die wirklich was bringen, sitzen im beamtenapparat, ohne deren zutun sich kein politiker aus dem fenster zu lehnen traut. fast alle expertisen dazu stammen von beamten. nonanet werden die sich die eigene suppe versalzen wollen...

Re: Die Linken Clowns...

Wer verhinderten denn eine vernünftige Verwaltungsreform in Form einer Entflechtung der Kompetenzen von Bund und Ländern und wer verhindert denn einen vernünftigen Spitalsplan und medizinischen Großgeräteplan? Es sind die Landeshauptleute (mit wenigen Ausnahmen) die eine Zusammenlegung oder Abstimmmung der Kompetenzbereiche von Spitälern oder Umwandlung von kleineren Spitälern in Geriatriezentren, gegebenenfalls mit Erstversorgung ablehen, meist mit dem Argument der Arbeitsplatzsicherung. Nur diese hat mit der medizinischen Versorgung absolut nichts zu tun ubnd Umschulungen soll es angeblich ja auch geben. Warum muss E. Pröll zwei Vollspitäler in einem Abstand von nur 15km bauen? Alles im Sinne von Einsparungen? Ganz zu schweigen, dass sich kein LH aus reinem Prestigedenken an den med. Großgeräteplan hält. Das Problem ist, dass sich der ÖVP Chef gegen seien schwarzen LHs nicht durchsetzen kann. Dazu kommt, dass Neugebauer die völlig ungerechtfertigete Hacklerregelung für Beamte, die meist nicht einmal wissen, wie man Arbeit schreibt, mit Zähnen und Klauen verteidigt. Sicher auch die ÖBB und Wien sind ein Privilegienstadel. Nur sollte es Spindelegger gelingen seine LHs zur Besinnnung zu bringen, blieben auch den ÖBB Gewerkschaftern und Häupl nichts anderes übrig als ebenfalls vernünftig zu werden und den Vertrauensschutz auf ein vernünftiges Maß zu reduzieren.

1 0

Re: Die Linken Clowns...

und "ehrlich" geht nur über transparenz.
denn wer kann den wirklich die gesetze lesen, sodass er rauslesen kann wer wieviel bekommt. zudem liegt überall ein sehr großer ermessenspielraum.

ich finder der bürger hat ein recht zu wissen welches unternehmen, partei und privatperson wieviel bekommt.

und der schaffung der transparenz wird sich genau NULL ändern. es ist nur das üblich parteiengeschwafle um wählerstimmen zu buhlen.
und gerade "der kleine mann" sollte da großen interesse zeigen, tut man nämlich so weiter ist der bankrott unausweichlich und dann kommt "der kleine mann" richtig zum handkuss!

aus der geschichte nicht gelernt?

Re: Re: Die Linken Clowns...

Nun ja, die Idee mit der Tranparenzdatenbank war ja nicht schlecht, vom Prinzip her gesehen. Nach ÖVP Vorstellung sollte sich diese jedoch nur auf die Sozialtransfers beziehen und um Gottes Willen nur ja nicht auch auf Subventionen für Betriebe (Geschäftsgeheimnisse) oder gar auf die Bauern. Eine derart einseitige Ausrichtung, die noch dazu nicht einmal die größten Brocken der Umverteilung erfasst konnte nicht zum ERfolg führen.

Gast: mariechen
15.09.2011 11:13
5 1

verschwiegen wird immer, wieviel einer, der 300.000.- verdient schon jetzt an Steuern ZAHLT !

Welchen ungeheuren Anteil er schon beiträgt.
Und mit dem Netto geht der zur Tankstelle und zahlt dort wieder 100% Steuern ?

Wir haben ein FEUDALES Steuersystem. Kein Kaiser, König, Fürst oder Graf hätte es WAGEN dürfen , seine Leute SO abzuzocken, wie das der "moderne Staat" tut. Es hätte Revolten gegeben.
Wir sind so gehirngewaschen, daß wir diese Abzocke schlucken.
Verwaltungsreform, wesentlich weniger Gesetze, kleinen EFFIZIENTEN Staat.
Und Steuern runter.
Wir wollen selbst entscheiden, was mit unserem Einkommen geschieht. Weil es UNSER Einkommen ist und nicht das der Bürokraten, die es sich einfach nehmen.

Re: verschwiegen wird immer, wieviel einer, der 300.000.- verdient schon jetzt an Steuern ZAHLT !

von dem was mir von den 300.000,- im Jahr übrig bleibt, kann ich mir das Tanken aber gerade noch so leisten. Falls nicht, dann entlasse ich ein paar Diener oder verkaufe einen der drei Spritschluckenden Jaguars.
Zum Feudalen System: Gebt dem Kaiser was des Kaisers. Dem Kaiser gehört der zehnte Teil unseres Verdienstes. Schade nur dass wir keinen Kaiser haben, bis auf Robert Heinrich den ersten, seines Zeichens Kaiser von Österreich.
10% Steuern wären das...

0 0

Re: Re: verschwiegen wird immer, wieviel einer, der 300.000.- verdient schon jetzt an Steuern ZAHLT !

Wäre es nicht gescheit sich Gedanken zu machen, wie man selbst zu mehr Verdienst kommt?
Wenns den andern mehr wegnehmen habens selbst auch nicht mehr in der tasche.

Antworten Gast: Outing
15.09.2011 14:29
1 0

Re: Ich halte Sie für einen Lohnposterer des Reichnschutzbundes(=övp), denn aus freien Stücken schreibt man solchen Unsinn ja nicht!


Antworten Antworten Gast: mariechen
15.09.2011 17:49
1 0

Re: Re: Ich halte Sie für einen Lohnposterer des Reichnschutzbundes(=övp), denn aus freien Stücken schreibt man solchen Unsinn ja nicht!

Da liegst du völlig falsch, mein lieber sozialistischer Polemikposter.
Der schamlose Griff in die Taschen anderer Leute ist bei euch ja Konzept.

300.000.- Jahreseinkommen zahlt wieviel Steuern ?
Beantworten sie die Frage.
Und fragen sie sich, ob das nicht ein schon fairer Beitrag ist !

Maulwurf

Wenn man sich die Aktionen der Frau BM betrachtet, so könnte man glauben die Roten haben einen Maulwurf bei den Schwarzen eingschleust, um die Partei von innen her aufzulösen. Taktisch nicht schlecht .

Antworten Gast: Consuela
15.09.2011 16:16
0 0

Re: Maulwurf

hihihihi

Antworten Gast: Vilkas
15.09.2011 11:08
1 0

Re: Maulwurf

Das ist die Rache der Roten an der ÖVP für den "Maulwurf" Laura Rudas ....

Antworten Gast: Daylie
15.09.2011 11:08
0 0

Re: Maulwurf

Ich glaub die Schwarzen sind selbst deppert genug, denen braucht man gar nicht extra in die Suppe spucken.

Gast: Pastor Hans-Georg Peitl
15.09.2011 10:40
0 0

Gratulation, Frau Fekter

Wenn man es sich wirklich überlegt, so kann eine Rettung des Systems in Wahrheit nur durch eine Kaufkraftsteigerung erfolgen.

Wenn ich also die Lohnsteuer heruntersetze, so können die Menschen mehr kaufen und die Einkommenssteuer schnellt hinauf.

Dies erzeugt Kaufkraft.

Würde ich mir allerdings zur selben Zeit noch überlegen, was ich durch die hierdurch entstehende Mehrsteuer mache, ob ich sie nicht in verstaatlichte Patentauswertung investieren möchte um Exportartikel zu schaffen und damit das Import-Export Mirakel aufzulösen oder das Geld in die leistungsschwächere Bevölkerung investiere, um auch dort die Kaufkraft zu steigern, dann hätte ich den maximalen Nutzen.

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
Bundespressesprecher der
Österreichischen Bürgerpartei
http://www.oebp.at
http://jachwe.wordpress.com

Re: Gratulation, Frau Fekter

Ich gehe mal von mir aus: Ich falle mit meinem Einkommen in den Spitzensteuersatz. Erhebliche Teile meines Einkommens spare ich bereits jetzt. Würde meine Steuerbelastung sinken, dann würde ich mehr sparen, aber nicht mehr kaufen. Ich kaufe bereits jetzt alles was ich möchte. Ich denke, ich bin da nicht der einzige Spitzenverdiener auf den das zutrifft.

Antworten Gast: Betriebsleiter (42)
15.09.2011 11:06
0 1

Re: Wenn der Irre Pastor hier einmal gratuliert, weiß die Fekter, dass die ÖVP bald unter 10% liegen wird.


irrefuehrende Ueberschrift

Bei "Steuerentlastung für Spitzenverdiener" habe ich mir viel gedacht, allerdings nicht die laengst faellige dezente Anpassung der Bemessungsgrundlage ab der der Spitzensteuersatz gilt.
Sollte IMO aber durchgaengig, auch fuer die niedrigeren Einkommen, gemacht werden.

Re: irrefuehrende Ueberschrift

eine komplett missglückte überschrift, meine ich....

 
12 3 4 5