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„Fühlen uns für die Krise gerüstet“: Die ÖVP-Spitze übt den Kampfoptimismus

30.09.2011 | 18:24 |   (Die Presse)

Vizekanzler Spindelegger und Wirtschaftsminister Mitterlehner planen eine Schuldenbremse in der Verfassung und wollen bei Pensionen und in den Ländern sparen. Die Abgabenquote soll nicht wachsen.

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Wien/Cim. „Gewitterwolken sind da, und das Katastrophenszenario tritt ein.“ Um das zu sagen, stünden sie nicht da. Sondern, um zu sagen, wie es weitergehen soll. Vizekanzler Michael Spindelegger und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (beide ÖVP) geben sich bei einer gemeinsamen Pressekonferenz unerschütterlich optimistisch. Nachdem Wifo und IHS ihre trüberen Aussichten für die österreichische Wirtschaft vorgestellt haben, warnen sie vor voreiligen Schritten. Die richtige Antwort, so Spindelegger: „Klug sparen, richtig investieren.“

Beim „klugen“ Sparen könne ein Schuldenlimit in der Verfassung helfen. Spindelegger gibt das Ziel vor, die Verschuldung bis 2015 von derzeit 72,5 Prozent des BIPs auf 70 Prozent herunterzubringen. 2020 soll das Maastricht-Kriterium von 60 Prozent erreicht sein. Diese Ziele sollen in die Verfassung geschrieben werden. Einen entsprechenden Gesetzestext habe die ÖVP schon am Montag an die SPÖ übergeben. „Um das Triple-A-Rating halten zu können, müssen wir das jetzt angehen, denn die Mitgliedsgebühr für diesen exklusiven Klub heißt Schuldenabbau.“

 

Sparen bei privilegierten Pensionen

Sparen will die ÖVP etwa bei den Pensionen: So wolle man den Gang in die Frühpension stoppen und Sonderrechte bei Pensionen abbauen, vor allem bei den ÖBB, in der Nationalbank und in den Ländern. Die Sozialpartner sollen dazu bis 10. Oktober Vorschläge machen. Außerdem müsse die Verwaltungsreform umgesetzt werden, sagt Spindelegger. Dazu hätten Kanzler Werner Faymann (SPÖ) und er die Landeshauptleute für den 21. Oktober eingeladen.

Mitterlehner warnte am Freitag davor, angesichts der laut Wifo und IHS-Prognosen schlechteren Aussichten „in Panik, in Tatenlosigkeit, in den Ruf zum Staat hin“ zu verfallen. „Wenn wir jetzt in den Chor derer, die schon wieder mit Konjunkturprogrammen und Gegenmaßnahmen kommen, einstimmen, haben wir mehrere negative Reaktionen zu befürchten“, so Mitterlehner. Stattdessen müsse man neue Märkte erschließen und auf Innovationen setzen, sagt Mitterlehner. Stichwort: Öko statt Auto. Innovationen will das Ministerium auch fördern, indem die Gründung von Unternehmen, etwa bei GmbH, billiger werden soll.

Sollte sich 2012 eine Krise anbahnen, wovon man in der ÖVP erst einmal freilich nicht ausgehen will, fühle man sich gerüstet. „Wir sind krisenerfahren, wir haben ein Instrumentarium zur Hand, das wir entsprechend ausweiten können“, so Mitterlehner. Das gehe zum Beispiel in Richtung Haftungen. Sollten Unternehmen Probleme haben, an Kredite zu kommen, könne man gegensteuern. Aber, von derartigen Szenarien sei man weit entfernt, betonte der Minister.

Die Abgabenquote soll nach den Plänen der ÖVP nicht wachsen, schließlich liege sie mit 44,4 Prozent schon über dem Europa-Schnitt von 39 Prozent. Eine mögliche Steuerreform sei trotz aller Ambitionen zum Sparen nicht vom Tisch. „Je nachdem, wie sich die Lage entwickelt, könnten wir mit Entlastungen die Investitionen anregen. Das kann 2013 sein, oder auch 2014“, so Spindelegger.

 

Noch wächst der Schuldenberg weiter

Mit den Sparplänen soll ein Nulldefizit wieder in greifbare Nähe rücken, die ÖVP peilt ein solches nach Aussagen von Finanzministerin Maria Fekter für 2015 an. Noch ist man von einem Nulldefizit oder gar einem Abbau der Schulden weit entfernt. Im zweiten Quartal ist der öffentliche Schuldenstand erneut gestiegen – sowohl im Vergleich zum ersten Quartal 2011 als auch gegenüber dem Vergleichszeitraum 2010.

Laut jüngsten Berechnungen der Statistik Austria lag die Verschuldung im zweiten Quartal bei 213,2 Mrd. Euro oder 72,5 Prozent des BIPs. Das sind 1,1 Prozent mehr als im ersten Quartal. Der Bund weist mit 0,6 Prozent die niedrigste Steigerungsrate auf, am stärksten stiegen die Schulden in den Gemeinden mit 8,8 Prozent.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.10.2011)

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36 Kommentare
 
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Gast: Reflector
03.10.2011 14:10
0 0

Die Titanic ist unsinkbar


und diese 'Krisenerprobten' sind gerüstet.

Gast: Im
02.10.2011 01:07
0 0

Schwarzsehen

Wer nimmt diese Partei denn noch ernst?

Gast: Febobo
01.10.2011 20:25
0 0

Das wichtigste wird leider übersehen

bzw. nur am Rande erwähnt:

die Schulden sind vom ersten zum zweiten Quartal um 1,1% auf 213.200.000.000 Euro gestiegen.

Im 2. Quartal 2010 waren sie bei 202.100.000.000 Euro.

Macht satte 5,5% Defizit im Jahr !! und die Krise hat noch nicht einmal angefangen und wir hatte nicht mal schlechte Konjunkturdaten und relativ wenige Arbeitslose. Und vermutlich sind die Daten auch noch geschönt.

Das wars Leute - dieser Staat wird untergehen - rette sich wer kann, es gibt nicht genügend Rettungsboote für alle.

Gast: xefo
01.10.2011 15:49
0 0

Positiv denken!

Liebe Mitmenschen,
Wer immer nur alles schwarz sieht kommt nie auf einen grünen zweig. Es ist vor allem in der jetzigen Situation wichtig, dass wir uns auf unsere stärken besinnen und ganz fest daran glauben, dass alles besser werden kann. Wer an die positive kraft der eigenen Wünsche und Vorstellungen glaubt, der wird nach und nach feststellen, dass es tatsächlich jeden Tag ein bisschen besser wird.

In diesem Sinne: Toi, toi, toi uns allen und ein gesegnetes Weihnachtsfest.

Und nach der Wahl passierte, womit niemand gerechnet hatte !

NICHTS !! Zwar meinten einige das Wort Verwaltungsreform, Pensionsreform oder ähnliches gehört zu haben, doch die Worthülsenproduzenten u. Pseudosozialisten aus SPÖVFP möchten ihrer Klientel nicht mit kaltherzigen,neoliberalen Begriffen wie "gestohlene" (weil nie eingezahlte) Pensionen oder aufgeblasener u. überbezahlter öff. Dienst ((c) Prof. Streissler) belästigen. Die Kinder werdens scho darennen... Hoffentlich werden diese Politzyniker zur Rechenschaft gezogen.

Gast: Bürger01
01.10.2011 11:32
2 0

we are done ....

Während der vergangenen 2 Boomjahre haben die Politiker rein gar nichts getan - keine Finanzmarktregulierung , keine Verwaltungsreform , keine Sparbudgets . Alles laufen lassen , die überbordenden Staatsschulden nicht reduziert , keine Skandale aufgearbeitet , einzig soziale Förderungen für Studenten und Schüler gekappt und den Sozialstaat abgebaut wo´s einfach geht .
Als Bürger muß man feststellen , das diese Art der Bewirtschaftung obsolet ist . Die Inflation ankurbeln , ja , dass haben sie zusammengebracht ( Valorisierung , ein nettes Wort ) und keine Steuererhöhung ( das Streichen von Steuererleichterungen ist ja keine ) .... Die jetzige Krise ist durch die EU-Staaten verursacht und Österreich ist da keine Ausnahme!

Gast: machmuss verschiebnix
01.10.2011 10:16
3 0

"..für die Krise gerüstet" ? Verstehe - der Wahltermin rückt näher,

da werden jetzt alle möglichen Scheinaktivitäten in der Öffentlichkeit
breitgetreten, aber glauben tut Euch das Keiner mehr !

Außerdem, solange die Sozial(Illusion)isten da mitreden, wird sowieso
in die falsche Richtung weiter gefahren und gleichzeitig die ÖVP
als Blockierer-Partei hingestellt !

Gast: TT1
01.10.2011 09:39
3 0

2010-11waren die nicht so schlechten jahre

Was haben die ROTSCHWARZEN superhelden geschafft? NICHTS!! Warum sollten sie es in Krisenjahren besser machen?? Dank der Inkompetenz dieser korrupten Bande verliert österreich in Kürze das tripleA. Es wäre absolut vermeidbar gewesen.

Gast: ramzaum
01.10.2011 09:36
0 0

Die Krisenmatadore

yes we can? Damit man es ihnen glaubt, sollten sie nicht vergessen, den Spruch auf den Wegweiser zum WC zu schreiben!

Gast: Plach2
01.10.2011 07:13
1 0

"No na"

Alles lauter "no na" Aussagen!

Da fehlt nur noch: Im Winter ist mit Kälte und Schnee zu rechnen....

Die halten uns wohl für besonders blöd!
Dabeiwaren es ÖVP Finanzminister die den Staat so hoch verschuldet haben!

Gast: Ruselre3
01.10.2011 06:54
0 0

Gott schütze Österreich vor der ÖVP!


Gast: Biersauer
01.10.2011 06:48
1 0

Griechische Zustände, das mästen der Günstlinge.


0 4

.

"""Sparen will die ÖVP etwa bei den Pensionen: So wolle man den Gang in die Frühpension stoppen und Sonderrechte bei Pensionen abbauen, vor allem bei den ÖBB"""

jaja liebe övp , sparen nur bei den anderen gell

Gast: newdeal
30.09.2011 23:52
0 0

macht mal ein einheitliches gerechtes pensionssystem, dass an die modernen produktions- und kapitalmarktentwicklungen orientiert ist. nur radikale asvg kürzungen und einsparen bei den menschen und dafür aber die kapitalmärkte mit milliarden fördern, ist keine große leistung.


Gast: Plusmeister Flash
30.09.2011 22:29
3 0

Triple-A-Rating bedeutet, dass man ein guter Schuldner ist

Besser wäre es gar kein Schuldner zu sein.


Gast: recycling
30.09.2011 22:28
0 2

Warum Schuldenbremse statt flexiblerem Mechanismus?

Letzterer würde es - ganz nach Übervater Keynes - erlauben, in der Krise auch mal zu investieren und nicht immer nur europaweit zu sparen und zu sparen und zu sparen, bis Italien, die Linke und Paul Krugman mit einer einzigen kritischen Stimme sprechen.
In Boomzeiten, die voll sicher bald wieder ankommen werden, könnte man jedoch vielleicht auch wirklich mal schauen, dass "keine Süßigkeiten vor der Hauptmahlzeit" verteilt werden? Oder notfalls einfach sehr viele verteilen, damit die Hauptmahlzeit dann ganz weggelassen werden kann ... oder muss.

Antworten Gast: biserl
01.10.2011 13:01
1 0

Re: Warum Schuldenbremse statt flexiblerem Mechanismus?

Erstens sind Investitionen oft bei solchen Regelungen eh bereits ausgenommen.

Und ganz brutal gesagt, wenn man was für die nächste Krise haben will, dann sollte man während der guten Zeiten (in der unsere Staaten weiter Miese machen um Klientelpolitik zu betreiben) etwas zur Seite legen, oder?

Antworten Antworten Gast: recycling
01.10.2011 16:27
2 0

Re: Re: Warum Schuldenbremse statt flexiblerem Mechanismus?

Ja, dann freuen wir uns am besten schon jetzt auf die nächsten guten Zeiten: in vielleicht 10 oder spätestens 20 Jahren.
Danke Sozialpartner, dass ihr jahrzehntelang so sozial an zukünftige Generationen gedacht habt, danke liebe und schlaue Wirtschaftsexperten, die ihr das Wirtschafts- und Finanzsystem wirklich gut verstanden habt.
Auch heute großen Dank an die Pensionistenvertreter, die ehrenhaft die Interessen der älteren ÖsterreicherInnen vertreten.
Danke an die großen Koalitionen und auch an die kleinen, vor allem an die Alleinregierungen.
Danke an den großen und einzigen Bruno, wir werden Deine weisen Sprüche über Wirtschaft nicht vergessen.
Danke Vranz, für den Pensionistenbrief.
Danke für die Schutzimpfungen der Verstaatlichen Industrie in den 80ern, für die Parteibuchwirtschaft, die Gaunereien der 00er Jahre, für ein freies Kärnten und für stets wirklich unabhängige Medien.
Danke an Landes- und Gemeindepolitiker, die in weiser Vorausschau Frankenkredite zum exakt richtigen Zeitpunkt aufgenommen haben.
Danke. Danke. Danke.

Gast: Gegen Korruption in der Politik!
30.09.2011 22:23
3 0

„Fühlen uns für die Krise gerüstet“

Hoffe, das war keine Drohung, dass wieder was hinter rüber abgezweigt wurde.

Gast: Mitzi9
30.09.2011 21:24
0 0

Weder "Schwindelegger" noch Mittelehner sind dafür zuständig!

Warum verspricht so etwas nicht die zuständige ÖVP Finanzministerin???


Antworten Gast: TT1
01.10.2011 09:42
0 0

Re: Weder "Schwindelegger" noch Mittelehner sind dafür zuständig!

Bitte nicht die Schottermizzi. Die hat's nicht so mit der deutschen Sprache und verheddert sich wieder mit ihren letztklassigen Aussagen wie beim letzten Mal

Korrupt und letztklassig ÖVP

Öffentliche Verblödungs Partei.

Ja die Geier haben überall die nichtbezahlte Beute auf die Seite gebracht und die Schulden zahlen ALLE.

Gier ist einfach schrecklich, paßt aber zu Fekter und Konsorten.
Schämts Euch ihr Geld hinaustuscher für Betonierer und EU Größenwahnsinn - Wirtschaftswahnsinn.

Leute wie Fekter Mitzi geben gerne das Steurgeld aus und die BAnken haben dabei kein Risiko, weil der Staat haftet.

Private Pensionsvorsorge ein Verlustgeschäft - und mit den FPÖ lern die PROVISIONSABFANGJÄGER gekauft.

Korrupte unfähige Schuldenbande - Banken und Schotterbaronförderer verlogene.

Re: Korrupt und letztklassig ÖVP

Sie sollten Ihre "Gunst" gleichmäßiger verteilen. Es gibt viel mehr zitierbare Kandidaten, aller Farben.

Dazu nur am Rande: Hätten wir alle bisherigen ÖBB-Subventionen für Eurofighter ausgegeben, würden wir mittlerweile "lauftwaffenmäßig" schon den USA ernsthafte Konkurrenzsorgen bereiten.

Gast: Plach2
30.09.2011 20:22
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Wer hat diesen Staat so hoch verschuldet?

Es waren die ÖVP Finanzminister Molterer, Pröll, Fekter....

und nun will auf einmal die ÖVP weniger Schulden????

Das haben sie uns im Dezember 2010 beim Bundget auch schon schon versprochen. Jeder ÖVP Redner sprach vom "sparen, sparen, sparen". In Wirklichkeit hieß dieses "sparen" neue, noch höhere Staatsschulden!!!!

Wie oft hat die ÖVP schon eine Verwaltungsreform angekündigt???

Re: Wer hat diesen Staat so hoch verschuldet?

Gibt's nicht aus so etwas wie einen Bundeskanzler, welcher die Größenordnungen und Zielrichtungen zumindest mit bestimmen sollte? Oder haben Sie die SPÖ-Koalitionsmehrheit schon als nicht mehr existent eingestuft?

Also, wenn's keine Verwaltungsreform, etc. gibt, so ist das (aus meiner Sicht) offensichtlich der Wille beider Bonsai-Koalitionäre.

Antworten Gast: pichlmayergasse
30.09.2011 23:42
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Re: Wer hat diesen Staat so hoch verschuldet?

Die Reformen der ÖVP beschränken sich darauf, die Situation der Banken zu verbessern und die der Beamten zu erhalten. Die Kosten dieses einseitigen Machterhalts tragen wieder die ASVG-Versicherten der Privatwirtschaft, also von Verwaltungsreform keine Spur.

 
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