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ÖVP-interner Konflikt um Vermögenssteuern

01.10.2011 | 20:30 |   (DiePresse.com)

Der Wirtschaftsbund lehnt den Vorstoß von Erwin Pröll für höhere Steuern für Spitzenverdiener ab. Die Parteizentrale hingegen begrüßt die Idee.

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In der ÖVP bahnt sich offenbar ein Konflikt in Sachen Steuerreform an. Der Wirtschaftsbund lehnte am Samstag eine Steuererhöhung für Spitzenverdiener ab. Ein entsprechender Vorstoß war zuvor vom niederösterreichischen Landeshauptmann Erwin Pröll gekommen. Die ÖVP-Parteizentrale hatte das begrüßt und als Parteilinie bezeichnet. Nach Ansicht des Wirtschaftsbundes kann davon aber keine Rede sein.

Vielmehr sei es erst bei der Klubklausur in Saalfelden "einhellig Thema gewesen, dass man keine neuen Steuern" wolle, sagte Wirtschaftsbund-Generalsekretär Peter Haubner am Samstagnachmittag. Das gelte auch für Steuererhöhungen. Der Wirtschaftsbund sei ganz klar gegen neue Steuern und habe das auch in einer Resolution Anfang September festgehalten, so Haubner.

Gesamtkonzept für neues Steuersystem

Man sei auch dagegen, in der Öffentlichkeit Einzelmaßnahmen zu diskutieren. Immerhin sei es vereinbart, ein Gesamtkonzept zu erarbeiten, das ein einfacheres und direkteres Steuersystem bringen soll. Hier sei man auf einer Linie mit Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP). Diese ist selbst Wirtschaftsbündlerin. Eine ständige Diskussion über Einzelvorschläge würde den Wirtschaftsstandort gefährden und Verunsicherung schüren, so Haubner.

Zudem müsse gebe es auch auf der Ausgabenseite Einsparungspotenziale. Hier seien die Landeshauptleute in der Verantwortung, so Haubner in Richtung Erwin Pröll. Die Steiermark und Oberösterreich hätten in Sachen Verwaltungsreform gezeigt, wie es gehe.

(APA)

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2 Kommentare
Gast: der vom Himmel
02.10.2011 10:30
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die Spitzenverdiener werden zahlen

In 1 1/2 Jahren ist Wahl in Niederösterreich und der Pröll setzt auf die kleinen Gemeinden und auf die Bauern. Wer in NÖ auf etwas anderes setzt, der hat schon verloren. Dieses Lied kennen neben den Klerikern auch die anderen wahlwerbenden Parteien. In Radelbrunn gehen die Uhren eben anders. Da wird sich die IV die Zähne ausbeissen.

ÖVP verliert letzten Funken an Glaubwürdigkeit

Wenn jetzt die ÖVP der Anregung Erwin Prölls folgt, gibt sie das letzte Argument auf, weswegen sie von Anhängern einer konservativ liberalen Mehrheit der Bevölkerung gewählt werden könnte. Sie würde sich dem von der Linken propagierten Ruf "schröpft die G'stopften" anschließen und wäre dann nicht mehr wirklich von dieser zu unterscheiden.
Dazu kommt, dass diese Haltung im Gegensatz zur Behauptung der Linken, dass dies gerecht sei, angesichts der bereits jetzt bestehenden enormen Steuerbelastung unfair ist. Darüber hinaus würde es auch ein fatales Signal an unsere Jugend aussenden, die besser motiviert werden sollte, durch eigene Leistung Wohlstand anzusteben, als zu warten, bis sie ihnen dieser durch Umverteilung zufällt.