26.05.2012 11:48 | Meine Presse Merkliste 0

Reaktionen: Ländle-Parteien loben Verwalter Sausgruber

07.10.2011 | 13:22 |   (DiePresse.com)

Die Vorarlberger Parteien zeigten sich am Freitag vom angekündigten Rücktritt Herbert Sausgrubers teilweise überrascht.

Artikel drucken Drucken Artikel versenden Senden Merken AAA Textgröße Artikel kommentieren Kommentieren

Die Vorarlberger Parteien zeigten sich am Freitag vom angekündigten Rücktritt Herbert Sausgrubers (ÖVP) teilweise überrascht. Die Parteichefs erinnerten daran, dass Sausgruber bei der Landtagswahl 2009 zugesichert hatte, bis zum Ende der Periode 2014 im Amt zu bleiben. Man habe jedoch bereits einen früheren Abgang erwartet, damit der Nachfolger aus der starken Position des Landeshauptmanns in die nächste Wahl gehen könne, hieß es. In der Bewertung Sausgrubers Arbeit wurde die gute Verwaltung des Landes gelobt und einmal mehr der fehlende Gestaltungswille Sausgrubers kritisiert.

"Auch wenn es sehr kurzfristig war: Es war klar, dass er innerhalb der Periode übergeben wird", sagte FPÖ-Chef Dieter Egger. Er wünsche Sausgruber für die Pension alles Gute. Man müsse ihm zugutehalten, dass er das Land sehr gut verwaltet habe und finanziell geordnete Rahmenbedingungen hinterlasse. Bei gesellschaftlich wichtigen Themen wie Bildung oder Integration hätte er aber mehr Gestaltungswillen zeigen können, so Egger. Es werde sich weisen, ob ein möglicher Nachfolger Markus Wallner (ÖVP) die Gestaltungskraft sei, die das Land in den bewegten Zeiten brauche, bisher habe er diese teilweise vermissen lassen. "Wir werden den Nachfolger an seiner Arbeit messen", so Egger.

Sausgruber habe bei der Wahl 2009 und auch danach immer bestritten, vor Ende der Legislaturperiode sein Amt übergeben zu wollen, so SPÖ-Chef Michael Ritsch. Dennoch sei klar gewesen, dass dies vorher erfolge, um dem Nachfolger den Landeshauptmann-Bonus zu ermöglichen und die "Alleinherrschaft" zu sichern, was nach "Landespapa" Sausgruber sicher nicht einfach werde. Sausgruber habe die Landesfinanzen gut verwaltet, wenn auch die Gemeindefinanzen parallel dazu aus dem Ruder gelaufen seien. Er freue sich auf eine "neue Politikergeneration", die Reformen bei Bildung und Kinderbetreuung hoffentlich offener gegenüberstehen werde. Er hoffe, dass nach der nächsten Wahl auch die Sozialdemokraten ein Verhandlungspartner für eine Regierungszusammenarbeit sein werden, was mit Sausgruber nicht möglich gewesen sei.

"Ich bin bisher davon ausgegangen, dass gilt, was er vor und nach der Wahl gesagt hat - nämlich die gesamte Periode zu absolvieren", so Grünen-Sprecher Johannes Rauch. Sausgruber habe mit dem Schritt wohl die Nachfolge-Spekulationen beenden und Nachfolger Markus Wallner (ÖVP) fixieren wollen. "Mit Sausgruber verlässt der letzte überzeugte Christlich-Soziale die ÖVP Vorarlberg", so Rauch. Trotz allen Differenzen würdige er Sausgrubers Arbeit für das Land. "Dass er der FPÖ nach ihren antisemitischen Ausritten im Landtagswahlkampf 2009 den Regierungssessel vor die Tür gestellt hat, wird ein historischer Verdienst bleiben", sagte er. Er lobte weiters die gute Verwaltung, Sparsamkeit und die Übernahme der Grünen-Idee der Energieautonomie. "Leider auf der Bremse gestanden" sei Sausgruber bei der gesellschaftspolitischen Liberalisierung wie Kinderbetreuung, Schulreform oder der Modernisierung des demokratischen Systems in Hinblick auf Kontrolle.

Der Vorarlberger BZÖ-Obmann Christoph Hagen erklärte, der Rücktritt Sausgruber sei zur Kenntnis zu nehmen. "Privat wünsche ich ihm alles Gute", so der Nationalrat. Sausgruber habe nach der Wahl gesagt, er wolle die gesamte Periode im Amt bleiben. "Aber es schaut wohl ganz danach aus, dass die ÖVP den Landeshauptmann-Bonus in der Partei halten will und rasch einen Nachfolger aufbauen möchte", so Hagen.



"Mit Respekt und Anerkennung" entließ ÖGB-Landesvorsitzender Norbert Loacker Sausgruber aus dem Amt. Sausgruber habe für die Arbeitnehmer des Landes und ihre Belange immer offene Ohren gehabt und die Sozialpartnerschaft auch in politisch schweren Zeiten sehr gepflegt. Er betonte die über die Jahre hinweg gute Zusammenarbeit, "die von gegenseitigem Respekt, Menschlichkeit, Fachkompetenz und vor allem auch von Handschlag-Qualität getragen war".

Testen Sie "Die Presse" 3 Wochen lang gratis: diepresse.com/testabo
Als Gast kommentieren

...oder einloggen um als registrierter Benutzer zu kommentieren (Vorteile dieser Variante)


Mit dem Absenden Ihres Kommentares erklären Sie sich mit den Forenregeln einverstanden.

*... Pflichtfelder

Sicherheitscode
(Was bringt das?)*



Schwer lesbar?
Neuen Code generieren

Verbleibende Zeichen

36 Kommentare
 
1 2
rboe
08.10.2011 23:39
1 1

Warum geht der sympathische Sausgruber

und nicht (Zitat): "der Irre von St.Pölten" , der im oberen Waldviertel an den Stammtischen schon so verhaßt ist...
Wenn sich schwarze Bauern bereits über die Stilllegung der roten Eisenbahn erzürnen, dann dauert es bis zur Revolution in St.Pölten nicht mehr lange. Ob es die Apparatschicks von Prölls Gnaden genauso überraschen wird, wie einst die SED-Bonzen um Honecker ???

http://www.thayatalbahn.at/

DI Michael M. Plank

rboe
08.10.2011 23:39
0 0

Warum geht der sympathische Sausgruber

und nicht (Zitat): "der Irre von St.Pölten" , der im oberen Waldviertel an den Stammtischen schon so verhaßt ist...
Wenn sich schwarze Bauern bereits über die Stilllegung der roten Eisenbahn erzürnen, dann dauert es bis zur Revolution in St.Pölten nicht mehr lange. Ob es die Apparatschicks von Prölls Gnaden genauso überraschen wird, wie einst die SED-Bonzen um Honecker ???

http://www.thayatalbahn.at/

DI Michael M. Plank

Gast: Evelyn B.
08.10.2011 11:00
1 3

Die Zeit nach Sausgruber ...

... bietet eine Chance und ist zugleich eine große Herausforderung für seinen jungen Nachfolger Mag. Markus Wallner. Es gilt, die wahren Bedürfnisse der Menschen zu erkennen und Rahmenbedingungen zu schaffen, die ein Miteinander auf Augenhöhe ermöglichen. Die immer weiter auseinander klaffende Schere zwischen Arm und Reich ist auch in unserem sauberen Ländle längst ein Thema, das mit Mut und schnellstens umsetzbaren Lösungen angegangen werden muss. Ich gebe die Hoffnung nicht auf, dass auch das große Potenzial der Frauen endlich erkannt wird. Man weiss inzwischen, dass jene Regierungen, Wirtschaftsorganisationen und Unternehmen wesentlich erfolgreicher unterwegs sind und zukunftsfähige Lösungen entwickeln, die den Weitblick haben, starke und engagierte Frauen einzubinden in wichtige Entscheidungen. Die männliche UND weibliche Sichtweise lässt Lösungen finden, die zum Wohle aller beitragen. Das ist das Gebot der Stunde. Die beängstigenden Zeichen, die weltweit zu sehen sind, machen auch nicht vor Vorarlberg Halt. Große Umwälzungen stehen uns bevor.
Evelyn Böhler
(Noch)Spartenobfrau Information und Consulting
Vorsitzende „Frau in der Wirtschaft“ Vorarlberg

Gast: Histi
07.10.2011 19:22
4 1

Einer der letzten,...

...wenn nicht der letzte wirklich fähige Mann der ÖVP, geht und das ist schade!

Antworten Gast: Karl Huber
08.10.2011 08:27
0 0

Re: Einer der letzten,...

Sausi isch schon ganz in Ordnung..

Ich denk die Gscheiten gehen bevors zu spät isch. Wie der Pepi auch (der isch ja auch kein ganz Blöder).
Die verlassen das sinkende Schiff.
In a paar Monat sind die vergessen (der Pepi isch schon a Weile jedem wurscht) und werden deshalb auch "ungeschoren" davonkommen (das soll jetzt nicht heißen, das ich dem Sausi auch nur IRGENDWAS unterstellt!!).

Gast: Gast 2011
07.10.2011 17:21
5 1

in der Pröll-Partie

haben Politiker mit Hirn wie Sausgruber auch wenig Gestaltungsmöglichkeit. Da regieren die Typen von Pröll's Gnaden und führen die Partei zielstrebig in den Abgrund.

Gast: Johann S
07.10.2011 15:48
2 1

Die alten Cracks

Erinnert irgendwie an den Eduard Wallnöfer aus Tirol.
DieLandesväter.

Da man einen Vorarlberger mit einem Tiroler absolut nicht vergleichen kann,

hinkt dieser Vergleich schon sehr!

Gast: andi007
07.10.2011 15:07
0 7

tja

und dahin ist er, was hat er gut gemacht, was nicht?

er war ein klassischer konservativer, gesellschaftspolitisch leider viel zu sehr, wirtschaftspolitisch zum glück. man ist kein risiko eingegangen, das land ist immernoch im besitz des familiensilbers, welches jährlich eine gute rendite für das land erwirtschaftet und er war auch definitiv zu konservativ für korruptionsfälle, da würde ich für sausgruber die hand ins feuer halten

es ist aber auch ein fakt, das vorarlberg nicht zwingend, wegen der politik gut dasteht, sondern wegen der geographisch guten lage und evtl. auch wegen der mentalität der menschen. dennoch kann man etwas sagen, man kann als politiker deutlichen fortschritt erreichen, man kann aber auch erreichen, dass das hohe wohlstandsniveau abgesichert wird und dies wird man schon sausgruber zuschreiben können

als politiker kann man mit falschen entscheidugnen den karren auch ordentlich in den dreck ziehen, muss man sich nur kärnten ansehen, das ist in vorarlberg definitiv nicht passiert!

sein nachfolger, ich hätte mir gewünscht, der rüdisser wirds, leider wirds der wallner, für mich von grund auf unsympathisch, redet immer sehr angriffig, etc.. für mich die art von konservativen, die das land nicht braucht

Im ZiB-Interview konnte man sehen, daß Sausgruber tatsächlich gesundheitliche Probleme hat!

Entweder ist es ein beginnender M.Parkinson, oder eine Depression.....

Gast: Schleichgruber
07.10.2011 14:06
14 0

Verwaltungsreform JETZT!

Diesen Rücktritt könnte man doch gleich zum ANlass für eine Verwaltungsreform nehmen.

Zum Beispiel:

Aus ganz Vorarlberg einen BEZIRK machen und von der BH Bregenz verwalten lassen. Landesregierung auflösen, andere BHs schließen.

"Landesgesetze" werden einfach weiter gelten, aber es gibt eben keine neuen. Who cares.

Das Beispiel auf ganz Österreich anwenden. Max. 4 Bezirke pro Bundesland. Landesregierungen einfach auflösen.

Und Wien verliert seine Bundesland-Privilegien und wird einfach nur Stadt.

Und sollten länderspezifische Gesetze nötig sein darf der chronisch unbeschäftigte Bundesrat in Aktion treten!

Einsparungspotential: zwei Milliarden jährlich!

Antworten gelb
07.10.2011 20:09
0 3

Re: Verwaltungsreform JETZT!

des kann ich mir nicht vorstellen, dass sich soviel an Einsparungspotential herausschlagen lässt!
Wer bezahlt die Arbeitslose der auf die Strasse gesetzten?

Gast: mecky
07.10.2011 13:52
2 7

tuaregs

gehirnwäsche ist schon einmalig. so viel unsinn habe ich noch nie gelesen. typischer auftragsschreiber

Antworten Tuareg
07.10.2011 14:17
2 2

meckys

gibts eben viele im Land. Die JA Sager, die für nichts anderes da sind als eben JA zu sagen.

Da ist Bewegung drin. Wer zum erlauchten Kreis der Auserwählten im Raum des LH seinen Platz hat - welche Meinung sollte er denn vertreten?

Seine, na klar...., was denn sonst, denn sonst - ehrlich, geerdet, bodenständig usw., usw., halt ein bißchen weg von heute und morgen.


Gast: der_mann
07.10.2011 13:28
3 3

schade!

exzellenter mann!

Gast: Hemingway
07.10.2011 13:24
6 2

Ich glaube, LH Sausgruber ist einer der wenigen korrekten Politiker.


Florianus
07.10.2011 11:42
11 2

Gscheiter wärs, ...

... wenn der "Alte Pröll" in NÖ seinen Hut nähme .... aber der will ja noch 20 bis 30 Jahre bleiben und dabei gut verdienen.

Und wer ihm in die Quere kommt, wird attackiert:

http://www.youtube.com/watch?v=JKgVhez2o0U

Bitte Video unbedingt ansehen!

Re: Gscheiter wärs, ...... der Pröll ginge....

In einem Nebensatz Sausgrubers ist es ja angeklungen, daß Fürst Erwin der Größenwahnsinnige aus Pröllistan mit ein Grund für Seinen Rückzug ist!

Tuareg
07.10.2011 11:15
4 3

ach ja

und die ganzten vertuschten Korruptionsfälle im Land

was ist eigentlich mit der "Ratz" passiert; Sausi hat die vol.at (VN) ja voll im Griff.


Antworten Gast: andi007
07.10.2011 15:09
0 1

Re: ach ja

lieber tuareg, ich kann dir bei manchen sachen ja zustimmen, aber informier dich doch bitte

die zuständigkeit im fall ratz liegt nicht beim land, sondern bei der justiz. die anklage ist fertig und der fall wird in salzburg verhandelt, ein ausgang mit einer bedingten haftstraße gilt als sicher

und die vn-vol.at voll in der hand? das denke ich nicht, nur sind die leute dort eben brüder im geiste...

Tuareg
07.10.2011 11:13
2 2

und dazu

Wallner tritt in seine Fußstapfen, d.h. die ÖVP meint man kann so weitermachen.

Bei den nächsten Wahlen ist die Mehrheit dahin, mal sehen was dann aus der gestrigen ÖVP wird...= s.a. Spindelegger Trauma.

Ach ja, und die armen Bauern habe ich ja noch vergessen...

Tuareg
07.10.2011 11:11
2 2

na, ja

die Bilanz seiner Regierungsarbeit ist mittelmäßig. Vorarlberg ist aufgrund seiner Lage zur Schweiz und einer der besten Wirtschaftsregionen Deutschlands bevorzugt, die Bevölkerung daher auch ohne Sausi schon sehr zufrieden.

Dieses Land zu regieren ist daher keine besondere Leistung, es sei denn man hat auch Visionen für die Zukunft auf den Weg gebracht. Und hier schaut die Bilanz düster aus.
Insbesondere beim Verkehr hat die Nichtentscheidungsfähigkeit des LH und seiner Vorgänger Spuren hinterlassen.

Weiters wurde die Landesverwaltung dauernd ausgebaut, gegenüber Veränderungen der Gesellschaft ist man nicht aufgeschlossen. Das führt dazu, dass notwendige Strukturänderungen verweigert werden (Gemeindezusammenlegungen, Feuerwehrwesen etc.); wer darüber diskutiert gilt automatisch als Verräter.

Das Volk ist dieser Politik bereits weit voraus, die ÖVP und LH Sausgruber hinken der Entwicklung ein gutes Stück hinterher.

Gute Regierungsarbeit ist mehr als Bestehendes zu bewahren und Stimmenkauf durch Förderung von Vereinen (zB Feuerwehren, Musikvereine, Heiligsprechung des Ehrenamtes) zu betreiben.


Antworten Gast: Sans ned komisch
07.10.2011 17:22
1 0

Re: na, ja

Und wenn die Bilanz nur "nichts kaputtgemacht" ist: das ist immer noch mehr, als man von den meisten Politikern sagen kann.

Antworten Gast: zwickerll
07.10.2011 11:33
5 1

Re: na, ja

so hätten sie es gerne? Entweder ist der Tuareg" ein Auftragsschreiber oder er lebt nicht in Vorarlberg?
Die angeführten "Schwächen" von Sausgruber konnte man in letzter Zeit alle in den Parteibroschüren der SPÖ und teilweise auch in den Argumenten der FPÖ inclusive Grünen lesen und hören!
Die Realität ist Gott sei Dank eine andere!

Antworten Antworten Gast: der_mann
07.10.2011 13:38
6 1

Re: Re: na, ja

absolut richtig! wirtschaftlich 1a, fast keine schulden und infrastruktur tip top ausgebaut. und das ist nicht von selber passiert! verantwortungsvolle und (ich glaube) grossteils auch ehrliche politker... so kenne ich vorarlberg und sausgruber. viele würden sich die finger ablecken wenn sie so eine integere persönlichkeit vorne dran hätten.

Antworten Antworten Antworten Gast: exilvorarlberger
07.10.2011 19:30
2 0

Re: Re: Re: na, ja

das mit dem fast keine schulden hätte ich jetzt doch gern etwas genauer ausgeführt, gemessen an den Usa oder wie

 
1 2

Mein Parlament