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"Wirklich erbärmlich": FPÖ-Antrag abgelehnt

12.10.2011 | 16:45 |   (DiePresse.com)

Die FPÖ beantragte in einer Sondersitzung Volksbefragungen zu Reichensteuer, Wehrpflicht, Studiengebühren, Frühpensionen und Euro-Rettungsschirm.

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Der Nationalrat ist am Mittwoch zur dritten Sondersitzung innerhalb eines Monats zusammengetreten. Die FPÖ forderte mit einem Dringlichen Antrag Volksbefragungen zu einer Fülle an Konfliktthemen - Reichensteuer, Wehrpflicht, Studiengebühren, Frühpensionen und Euro-Rettungsschirm.

Mit einhelliger Ablehnung reagierten SPÖ, ÖVP und Grüne auf den Antrag. Die Freiheitlichen würden Volk und Verfassung nicht ernst nehmen und mit ihren Anträgen geradezu verhöhnen, lautete der Vorwurf der Klubchefs der drei Parteien. Unterstützung gab es in der Debatte nur vom BZÖ, allerdings stimmte auch das Bündnis nicht für den Antrag. Auch sämtliche andere Oppositionsinitiativen wie der Wunsch nach einem Minderheitenrecht zur Beantragung von Volksbefragungen blieben in der Minderheit.

SP-Klubchef Josef Cap spottete darüber, dass die FPÖ über Beibehaltungen abstimmen lassen wolle, etwa bei der Wehrpflicht oder beim freien Hochschulzugang. Eine "schwache Ansage" sei auch der Wunsch nach einer befristeten Millionärssteuer. Unter Jörg Haider sei die FPÖ noch zur direktdemokratischen Aktion geschritten. Kaum in der Regierung, habe sich die Partei davon verabschiedet.

"Festspiele für Populisten"

Für die ÖVP warnte Klubchef Karlheinz Kopf vor "Festspielen für Populisten, für kampagnisierende Boulevardmedien", sollte sich die FPÖ mit ihren Vorschlägen durchsetzen. Das Parlament funktioniere, nehme seine demokratisch legitimierten Rechte wahr und arbeite für das österreichische Volk. "Was Sie hier tun, Sie verhöhnen die österreichische Verfassung und das österreichische Volk", sagte er in Richtung der Freiheitlichen.

Einen "wirklich erbärmlichen Antrag" ortete die Grüne Klubobfrau Eva Glawischnig. Beim Österreich-Konvent sei von den Freiheitlichen kein einziger entsprechender Vorschlag für das nun neu entdeckte Thema der Volksentscheide gekommen. Die Sondersitzung hätte die FPÖ wohl deshalb einberufen, weil das Parlamentsjahr zu Ende gehe und sie ihre Möglichkeit dazu noch nicht genutzt habe. Es sei dies nichts als ein reines Ablenkungsmanöver vom größten Korruptionssumpf der Zweiten Republik, an dem die FPÖ maßgeblich beteiligt sei.

BZÖ-Klubobmann Josef Bucher wertete diese Haltung der Grünen als erklärungsbedürftig. Hauptsächlich schoss er sich aber auf SP-Kanzler Werner Faymann ein. Der mache keine Volksbefragung, sondern frage lieber einen Zeitungsherausgeber, so Bucher in Anspielung an Faymanns Brief an den verblichenen "Krone"-Chef Hans Dichand.

Ähnlich äußerte sich FPÖ-Generalsekretär Herbert Kickl. Der Kanzler arbeite an Entmündigung und Enteignung des Staatsvolks und hole sich bei Bilderberger-Sitzungen Befehle ab.

(APA)

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157 Kommentare
 
1 2 3 4
Luzius
13.10.2011 14:54
0 0

AntiChrist(en) ?

Gibt es sie wirklich, oder scheint es solche allein in momentanen Regierung zu geben welche ja stets ÜBER dem, statt FÜR das Volk stehen möchte ?

Wohin die Reise gehen soll, bezeugten Kopf und Cap ja bestens, indem sie sich immer nur an ein Thema (Kärnten) festkrallen versuchen da sonst nichts vorhanden ist, um von sich selbst und all den Problemen ablenken zu versuchen !

Soll und darf SO "Regieren" aussehen und weiterhin getätigt werden ?

0 2

selbstkritik ist nicht nur den parteien fremd, auch der souverän kennt sie offenbar nicht.

wenn der souverän mehr an direkter mitbestimmung fordert, dann muss doch diese ausweitung seiner mitgestaltungsmöglichkeiten und seiner verantwortung unter dem gesichtspunkt untersucht werden: wie ist er denn mit seinen bisherigen möglichkeiten umgegangen?
mE äusserst mangelhaft!

mitgestaltung: in einer repräsentativen demokratie erfolgt das gestalten durch parteien. wenn der bürger da mitmachen will: warum tritt er nicht einer bestehenden partei bei, gründet mit anderen eine neue?
die parteizugehörigkeit war am größten, als es dafür was gab: die gemeindewohnung, der sichere job für den bub u.ä.
seit die verwendungsmöglichkeiten des parteibuchs eingeschränkt sind, hat auch die nachfrage stark nachgelassen...
tatsächliches mitgestalten ist eine äusserst mühsame und zeitaufwändige arbeit. will der bürger DAS tatsächlich?

verantwortung: wie geht der bürger mit seiner bisherigen verantwortung, seiner entscheidung vor und in der wahlzelle um?
niedrige wahlbeteiligung, stammwähler ohne auch nur eine sekunde darüber nachzudenken, beeinflusst durch kugelschreibergeschenke und bunte luftballons, ...
zur verantwortung gehört auch die kontrolle. diese ist am effektivsten indirekt durch eine vielfältige medienlandschaft: auch beim aufbau einer solchen hat der bürger weitgehend versagt.

ich finde: die bisherige 'demokratische' performance der österreichischen wähler ist mehr als dürftig.
die forderung nach MEHR daher mE dreist und äusserst gefährlich!

Antworten fefe
13.10.2011 17:02
0 0

Re: selbstkritik ist nicht nur den parteien fremd, auch der souverän kennt sie offenbar nicht.

Nie Forderung nach mehr direkter Demokratie kommt sicherlich daher, dass es jetzt unübersehbar wird, dass die Regierung gegen die Interessen der Bevölkerung handelt. Wenn alles zufriedenstellend läuft, ist der Eingriff ja nicht nötig.

Genau dafür gibt es ja Volksbegeheren und Volksabstimmung.

Bekümmerlich finde ich nciht, dass das gefordert wird, sondern vielmehr dass es nötig geworden ist, das zu fordern.

Gast: Hardliner 1
13.10.2011 10:41
4 0

Ruf nach Volksabstimmungen wird lauter

Die Angst vor dem eigenen Volk ist derzeit in vielen Staaten Europas unübersehbar. Dabei sind Parlamentarier auch nicht klüger als Frau Mayer und Herr Huber. Würden die Abgeordneten ihre persönlichen bzw. privaten Erfahrungen in ihr Abstimmungsverhalten einbeziehen, känmen ganz andere Beschlüsse heraus als wir sie derzeit erleben. Tatsache ist: Die Matadoren in der ersten Reihe des Parlaments geben vor, wie ihre Hinterbänkler abzustimmen haben, sonst sind sie bei der nächsten Wahl weg vom Fenster. Und wer will schon weg von den gut gefüllten Trögen eines Abgeordneten.
Leider wird dem Volk bei den jüngsten Euro-Entscheidungen immer wieder suggeriert, es gehe um das Große und Ganze und dieses oder jenes Votum sei alternativlos. Nichts ist alternativlos sonst bräuchten wir keine Parlamente mehr. Wenn die Politiker aber permanent gegen die Meinung des Volkes Entscheidungen treffen, dann ist es doch normal, dass der Ruf nach Volksabtimmungen lauter wird.

RSteiner
13.10.2011 08:20
4 0

Ist wirklich das B-Wort gefallen?

In einer Nationalratssitzung wagt jemand "Bilderberger" in den Mund zu nehmen? So ganz öffentlich? Und die Presse traut sich das auch noch schreiben?

Das System kracht wirklich an allen Ecken und Enden, die verlieren gerade die Kontrolle.

Gossert
13.10.2011 08:15
3 0

Faymann ist Popularist

...der lässt sich doch nicht von der FPÖ seine Werbeslogans wegnehmen.

Antworten fefe
13.10.2011 12:28
3 0

Re: Faymann ist Popularist

Was er wirklich ist, sollte vorerst einmal ein Gericht entscheiden. Es wundert mich, dass der immer noch dort sitzen darf.

Oder schaut die Staatsanwaltschaft über die Asfinag-Inserate hinweg. Sind ja nur ein paar Millionen und nur die Demokratie gefährdend.

Gast: Pastor Hans-Georg Peitl
13.10.2011 06:10
6 2

Zumindest

Zumindest braucht man sich in Zukunft nicht mehr die Frage stellen, welche Parteien im Sinne der Verfassung agieren und welche nicht.

FPÖ und BZÖ respektieren Österreich und der Rest SPÖ, ÖVP und GRUENE sind dagegen.

Da kann man ja beinahe schon nicht mehr wegen Hochverrat anklagen, denn: So viele Gefängnisse haben wir nicht.

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
Bundespressesprecher der
Österreichischen Bürgerpartei
http://www.oebp.at
http://jachwe.wordpress.com

Antworten Gast: ökumene
13.10.2011 10:55
0 4

uaaaaa ...

... zuviel weihrauch eingeatmet?

Gast: Praussackerl Edi
12.10.2011 21:48
13 0

jetzt ist es GESICHERT.....

....die Grünen drehen sich wie ein Fähnchen im Wind....Wo sie ihre Konten auffüllen können, da drehen sie sich hin - SCHANDE!

Antworten Ilka
13.10.2011 13:11
2 0

Re: jetzt ist es GESICHERT.....

...aber gewußt haben wir es bereits vorher - die Grünen sind eine Wendehalsfraktion .

Hr. Zyni
12.10.2011 21:19
3 0

die 6 ernsthaften Fragen des Kanzloids

1. Legt der Faynachtsmann Osterayer?
2. Liest Österreich Österreich?
3. Sind kleine Männer größer?
4.Brauchen wir den Terminator?
5.Solln unsre Schulden andre zahlen?
6.Ist die Uni wirklich nötig?

Gast: mate harry
12.10.2011 19:43
0 0

ist eigentlich schon brunftzeit?

die nächsten wahlen stehen doch noch längst nicht ins haus .... ; )

Gast: quorum
12.10.2011 19:21
1 0

Populismus pur, und zwar wenn alle, ob Rot, Grün, Blau

Schwarz oder Orange, viel von direkter Demokratie reden, aber dann, wenn es darauf ankomt oder sie die Möglichkeit haben, etwas zu ändern nichts dergleichen unternehmen oder konsequent zu ihrem reden handelten.

Ihr Reden zeigt, dass sie sich bewußt sind, dass dies bei den Wählern gut ankommt, wenn es um direkte Demokratie geht, sie mißbrauchen es aber, weil sie es nur für ihre Zwecke verwenden, um "Quote" zu machen, aber nicht, um dies endlich zu realisieren.

Gast: Demokratnow
12.10.2011 19:02
9 1

Autokratie

Wir leben offensichtlich schon einer Autokratie, sonst würde man nicht so heftig reagieren.

Gast: Neutraler Beobachter
12.10.2011 19:01
3 19

Interessant, dass gerade die Falottenpartei von Demokratie spricht?

Strache sollte eigentlich seine Zeit nutzen und zur Aufklärung diverser Vorfälle unter Schwarz Blau beitragen.
Gibt es nicht auch in Kärnten genug zum aufklären, was die Freiheitlichen verschwendet und angestellt haben?

Wer im Glashaus mit Steinen wirft braucht sich nicht wundern wenn er nass wird!


Antworten Luzius
13.10.2011 14:33
1 0

Re: Interessant, dass gerade die Falottenpartei von Demokratie spricht?

so jemand nennt sich wirklich ? selbst "Neutraler Beobachter" ?!

Mehr als Kärnten fällt einem ja auch sichtlich nicht ein, statt sich sehr aktuelle Probleme (ich erspare mir das aufzählen) anzunehmen ?

WER da wohl eher die Falotten sein werden.

Antworten Gast: globetrotterneu
12.10.2011 20:31
4 0

Re: Interessant, dass gerade die Falottenpartei von Demokratie spricht?

bla bla bla Wer im Glashaus mit Steinen wirft braucht sich nicht wundern wenn er nass wird! du meinst woll den faymann oder.

Antworten Antworten Gast: nuover
13.10.2011 09:08
0 5

Re: Re: Interessant, dass gerade die Falottenpartei von Demokratie spricht?

nene, er hat schon recht, wenn er das über die freiheitlichen schreibt.....da gibt es so viel aufzuarbeiten, dass die direktdemokratie als ablenkung her muss.

Gast: Beobachterender
12.10.2011 19:00
14 1

Gelebte Demokratie

"Die Freiheitlichen würden Volk und Verfassung nicht ernst nehmen und mit ihren Anträgen geradezu verhöhnen, lautete der Vorwurf der Klubchefs der drei Parteien."

Die die Befragung, noch besser Abstimmung, durch das Volk nicht die direkteste Form vom Demokratiie?

Wozu auch das Volk fragen, nö, brauch ma ned, die wollen dann Ende was wir nicht wollen!

0 4

Re: Gelebte Demokratie

Sie kennen anscheinend unsere Verfassung nicht...

FranzF
12.10.2011 18:53
1 21

Die FPÖ wird es nicht schaffen,

die von ihr erträumten Stimmen für so populistische Forderungen zu bekommen. Sorry, die Leute sind nicht so dumm, dass sie das durchschauen.

Antworten Gast: Nurmalso
12.10.2011 21:58
1 3

Re: Die FPÖ wird es nicht schaffen,

26% der Wahlberechtigten scheinen das nicht zu können :(

Iason
12.10.2011 18:26
9 0

Eine Volksabstimmung zu den Staatsschulden wäre interessant

Frage: Soll der österreichische Staat in der Verfassung verankern, dass nie mehr Budgetdefizite gemacht werden dürfen, um die drohende Statspleite zu verhindern?

D.h. in den guten Zeiten müssen Überschüsse eingefahren werden, die von mir aus in den schlechten Zeiten abgebaut werden können.

Frage: Soll der Staat die längst überfälligen Reformen angehen, um seine überbordenden Ausgaben in den Griff zu bekommen?

Ich schätze solche Fragen werden nicht kommen.
Eher solche: Soll man die Reichen höher besteuern, damit die Armen nicht verhungern?


Gast: gut zu wissen
12.10.2011 18:24
20 0

das ist gelebte Demokratie

wer das Volk befragen will, ist Populist, Demagoge oder eifnach nur erbaermlich. Man mag von FPOE und Konsorten halten was man will, aber diese abgehobene Rhetorik von seiten der Stellvertreter spricht Baende, und das nicht im positiven Sinne.

13 0

An dieser Haltung kann man sehr gut abschätzen wie manche Politiker zum Volk stehen

Es darf wohl nur aus wahlpopulistischer Taktik das Volk befragt werden, wenn´s dem Hrn. Häupel genehm ist, aber nicht wenn es um Belange geht, die das Volk wirklich betreffen.
Diesen Politikern, denen der Artikel I der Verfassung, nämlich dass das Recht vom Volk ausgeht, so wenig bdeutet, sollte man bei der nächsten Wahl den Marsch blasen.

 
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