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Demokratiebewegungen sollen kooperieren und kandidieren

20.10.2011 | 18:23 |  von REGINA PÖLL (Die Presse)

„www.willwaehlen.at“ plant gemeinsamen Auftritt mit Bewegungen von „Mein Österreich“ bis zur Mehrheitswahlrechtsinitiative. Wichtig sei, dass man sich „ideologiefrei“ auf Kernthemen verständigt.

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Wien. „Mein Österreich“, der „Mutbürger-Stammtisch“, die „Initiative Mehrheitswahlrecht und Demokratiereform“, „www.willwaehlen.at“: Die Bewegungen, die sich gegen das aktuelle politische System richten, werden immer mehr. Darin liege eine Chance, aber auch eine Schwäche, warnt jetzt einer der Betreiber von „www.willwaehlen.at“, der Publizist Christoph Bösch. Denn sosehr die Initiativen – jede für sich – auf Defizite im System aufmerksam machten, sosehr könnten auf diese Weise Energien „verpuffen“, sagt Bösch im Gespräch mit der „Presse“.

Sein Vorschlag lautet daher: Sämtliche ähnlich orientierten Bewegungen sollten sich rasch auf einer gemeinsamen Plattform – zum Beispiel im Internet – zusammenfinden und vereint um Neuerungen kämpfen, insbesondere um ein neues Wahlrecht. Auch eine gemeinsame Kandidatur bei der Nationalratswahl 2013 solle angestrebt werden. Eine solche Gruppe solle dann innerhalb einer Legislaturperiode für die gewünschten Reformen sorgen, danach könnte sie die Politik auch wieder verlassen.

Wichtig für eine Kooperation wäre, dass man sich „ideologiefrei“ auf Kernthemen verständigt, meint Bösch, der bereits Gespräche mit Vertretern mehrerer Initiativen führt. Als mögliche gemeinsame Inhalte nennt er die folgenden:
•Demokratiereform:
Gelingen solle ein neues, personalisiertes Wahlrecht. Gemeinsames Ziel könnte auch ein Mehrheitswahlrecht sein. Als heftige Kämpfer dafür gelten neben „www.willwaehlen.at“ die Spitzen der Mehrheitswahlrechtsinitiative, darunter die Ex-ÖVP-Politiker Heinrich Neisser und Herwig Hösele.
•Verwaltungsreform:
Auch die Verwaltungsstrukturen in Österreich sollten vereinfacht werden. Die Effizienz müsse steigen, die Ausgaben müssten sinken.
•Föderalismusreform: Die Gewichte zwischen Bund und Ländern sollten daher „sinnvoll neu geordnet“ werden, sagt Bösch.

Findet man hier einen Konsens, sollten sich die Bewegungen rasch bei Veranstaltungen, vor allem aber im Internet gemeinsam präsentieren. Etwa mit einer eigenen Seite auf „Facebook“. Dort sollten sich dann die engagiertesten Mitstreiter mit ihren Ideen vorstellen. Die Internet-User sollten daraufhin über die Bewerber – ob Prominente oder nicht – „abstimmen“, daraus solle sich die gemeinsame Liste für 2013 ergeben.

 

„Mein Österreich“ als Kern?

Als Kern der gemeinsamen Bewegungen kann sich Bösch die jüngste Initiative, „Mein Österreich“ (im Internet auch: „www.meinoe.at“), vorstellen. Gegründet von Salzburger Altpolitikern, zählt sie inzwischen zahlreiche Ex-Bundespolitiker sowie tausende Bürger als Unterstützer. Positive Signale für eine gemeinsame Plattform gibt es bereits: „Dafür sind wir sicher zu haben“, sagt etwa der Ex-ÖVP-Vizekanzler und „Mein Österreich“-Mitstreiter Erhard Busek.

Mit dem „Mutbürger“-Stammtisch von „Presse“-Kolumnistin Anneliese Rohrer kooperiert man bereits lose: Beim jüngsten Stammtisch hat „Mein Österreich“ seine Ziele – darunter ein Demokratievolksbegehren – vorgestellt. Busek: „Wir müssten uns halt zusammenraufen. Streiten geht dann nicht.“

("Die Presse", Print-Ausgabe, 21.10.2011)

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10 Kommentare
Gast: Parteischublade
22.10.2011 09:10
0 0

Wir Arbeitenden sind nicht an Ideologien interessiert

Ideologien sind die Spielwiese der Intellektuellen, die "sonst nichts zu tun haben".

Parzifal
21.10.2011 10:03
0 0

Bösch hat sehr Recht

wenn er sagt: "Denn sosehr die Initiativen – jede für sich – auf Defizite im System aufmerksam machten, sosehr könnten auf diese Weise Energien „verpuffen“,
Und damit hat er 100% Recht. Ich bin einer der neuen Mutbürger und wir hatten zuletzt ein interessantes Meeting im Bürgerbüro Ehrenhauser (Garnisongasse 22) in dem sich schon viele zivilgesellschaftliche Organisationen treffen um sich zu vernetzen. Dort haben wir auf Anregung des engagierten Büroleiters beschlossen, uns gemeinsam auf EIN einziges Thema (nicht 3 oder 4) , welches allen Intiativen helfen würde ihren Forderungen eine Chance zu geben, einigen müssen. Und dieses Thema soll dann der Hebel für alle anderen Anliegen sein. Klingt gut und logisch - jetzt müssen wir uns "nur noch" mit vielen anderen Gruppierungen auf eine gemeinsame Forderung einigen. Bei MeinOE ist für uns noch nicht wirklich durchschaubar, wer da wirklich dahinter steckt - das ist fast zu professionell aufgebaut. Einige meinen, dass mein OE so eine Art Blitzableiterfunktion erfüllen soll. Was zur Warnung von Bösch passt.

1 1

und wenn ich schon den Namen BUSEK sehe,...

..ist die Sache schon verdorben. Der miese Verbrecher hat die Mitschuld an den jetzien zuständen. Uns in die EU hineingelogen. Ein Man der Migranten ohne Wenn und Aber!

Der Typ gehört gradmal eingesperrt und sonst nix!

Antworten Gast: TimeoDanaos
22.10.2011 09:17
0 0

Re: und wenn ich schon den Namen BUSEK sehe,...

Ich halte die MeinOE auch für ein "Trojanisches Pferd" des Busek, aber so rabiat hätte ich das nicht formuliert.

0 1

guter Schmäh

...die linken Zecken lasst also wirklich nichts unversucht! Alte Politik im neuen Deckmäntelchen!

pcherb
21.10.2011 08:22
0 1

Ich unterstütze "Mein Österreich"


Gast: Pastor Hans-Georg Peitl
21.10.2011 07:13
1 0

Altpolitiker?

Ich höre immer Altpolitiker. Was sollen die eigentlich anders machen als zu ihren aktiven Zeiten, die uns die Probleme erst eingebracht haben.

Und was soll ausser die Vertretung von Pensionistenthemen, denn das sind diese Herrn ja alle, sonst dabei herausschauen.

Schlage vor: Diese Gruppen unterstützen den Pensionistenverband.

Euer

Pastor Hans-Georg Peitl
Bundespressesprecher der
Österreichischen Bürgerpartei
http://www.oebp.at
http://jachwe.wordpress.com

EU-aus
20.10.2011 19:23
3 1

für ein faires Wahlrecht

Ein faires Wahlrecht ist das bisherige Verhältiswahlrecht, wo jede gültige Stimme gleich viel Wert ist. (Lediglich die undemokratische 4% Hürde ist gegen das Verhältniswahlrecht).

Ein Mehrheitswahlrecht wäre eine Manipulation des Wählerwillens und würde nur die großen Parteien noch größer machen. Die offensichtliche Zweck ist SPÖ und ÖVP damit für die nächsten Jahrzehnte in der Regierung zu halten.

Unsere Vorschläge zum neuen Wahlrecht
=> http://www.euaustrittspartei.at/oesterreich-neu/wahlrecht/

R. Marschall, Obmann
www.euaustrittspartei.at


Antworten Gast: Andergast
22.10.2011 11:29
0 0

Mehr Fluktuation Re: für ein faires Wahlrecht

Das Problem liegt ja nicht im Wahlrecht sondern an den Sesselpickern im Parlament, die von den Parteifunktionären und den Kammern bestimmt werden.

Wichtiger als Wahlrechtsänderungen:

Vor der Wahl müssen alle Abgeordneten einen Vertrag unterschreiben, dass sie auf keinen Fall länger als 2 Legislaturperioden kandidieren und dann einem Nachfolger Platz machen. Damit sind sie gegen Erpressungen des Partei- und Fraktionsvorsitzenden geschützt.

0 0

Re: für ein faires Wahlrecht

Vollkommen richtig!

Mein Parlament