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Heinisch-Hosek: Frau Anti-Neugebauer und die Männer

12.11.2011 | 18:12 |  von karl ettinger (Die Presse)

Machtbewusste Männer sind meist ihr Gegenüber: Ministerin Heinisch-Hosek poltert nicht wie Beamtenchef Neugebauer. Die Frauenpolitik hat es der Pragmatikerin allerdings mehr angetan.

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So viele Terminverpflichtungen wie in der abgelaufenen Woche hat sie in ihrer Amtszeit als Ministerin seit Dezember 2008 noch selten wahrgenommen: Verwaltungsmesse in Berlin, Auftritt vor Bundespersonalleitern in Wien, Rede beim Beamtengewerkschaftstag, Start des Reformdialogs für den öffentlichen Dienst. An diesem Samstagnachmittag sitzt die ehemalige Lehrerin für Schwerhörige und Gehörlose aus Guntramsdorf südlich von Wien einem ehemaligen Hauptschullehrer bei den Gehaltsverhandlungen für den öffentlichen Dienst gegenüber: Fritz Neugebauer. Zumindest im Sympathievergleich wäre ihr der Erfolg sicher.

Zwei wie Tag und Nacht: Da die ruhige Ex-SPÖ-Gemeinderätin, die mit der Aufgabe des Ministeramtes nach mehreren Jahren als Nationalratsabgeordnete und einer kurzen Episode als Landesrätin in Niederösterreich gewachsen ist. Dort der altgediente Chef der Beamtengewerkschaft, der mit 230.000 Mitgliedern im Rücken oft die Muskeln spielen lässt.


Kunstsinn. Eine kulturelle Ader haben freilich beide. Heinisch-Hosek entspannt sich, indem sie selbst malt. Mit kräftigen Farben, wie bei ihrer Kleidung. Neugebauer spielt Klavier und ist ein Operettenfan.

Die für den öffentlichen Dienst zuständige Frauenministerin räumt ein, dass sie eher harmoniebedürftig ist. Die Exlehrerin ist lernfähig. In knapp drei Ministerjahren hat sie gelernt, dass sie machtbewussten Männern unverblümt Grenzen aufzeigen muss: Als „überzogen“ schmetterte sie die erste Forderung nach einer Gehaltserhöhung um 4,65 Prozent noch ab.

„Sie ist eine Kämpferin“, wird Heinisch-Hosek attestiert. Zähigkeit und Hartnäckigkeit braucht sie auch, um in einem „Unternehmen“ wie dem Bundesdienst mit knapp 133.000 Mitarbeitern irgendetwas zu bewegen. Bis 2014 sollen in Etappen knapp 4000 Dienstposten abgebaut werden. Es dauerte lange, bis sie mit Ex-Innenministerin Maria Fekter über das Prozedere für den Wechsel ehemaliger Post- und Telekom-Mitarbeiter zur Polizei einig war. Strengere Korruptionsbestimmungen, die eine oder andere Nachjustierung im Dienstrecht. Der große Wurf war nicht dabei. Sie wolle nicht „wie eine Jeanne d'Arc um die Minoritenkirche reiten“ und ständig rufen, was sie wolle, „um dann mit wehenden Fahnen unterzugehen“, sagt Heinisch-Hosek, deren Amtsitz im Palais Dietrichstein direkt neben der genannten Kirche in der Wiener City liegt.

„Glühende Kämpferin für Frauenrechte“: Das war Heinisch, die heuer im Dezember 50 wird und seit zwei Jahrzehnten mit ihrem Mann Walter verheiratet ist, nicht von Jugend an. Schon gar nicht war es ihr in die Wiege gelegt. Feminismus oder Emanzipation waren für sie lang Fremdworte. Die Mutter, eine Näherin, sorgte auf Geheiß des Vaters, eines Schlossers, daheim für die Kinder. Gabriele war ein braves, fleißiges Mädchen, das erst mit 24 von daheim ausgezogen ist.

Als Kämpferin für die Gleichstellung der Frauen war sie eine Spätberufene. Heute ist SPÖ-Frauenikone Johanna Dohnal neben Bruno Kreisky ihr Vorbild. Heute bringen sie traditionelle Rollenklischees und der Umstand, dass viele junge Mädchen vorrangig in Lehrberufe wie Friseurin statt in – besser bezahlte – technische Berufe drängen, mehr auf die Palme als dumpfe Männerkritik an ihrem „Genderwahnsinn“, weil sie sich für Frauenquoten in der SPÖ und in beruflichen Spitzenfunktionen starkmacht.


Widerstand in der SPÖ. Die männlichen Genossen machen es Heinisch-Hosek, die im Juni 2009 Nationalratspräsidentin Barbara Prammer als SPÖ-Frauenvorsitzende gefolgt ist, nicht leicht. So wurden die SPÖ-Frauen heuer vor der Gemeinderatswahl in St. Pölten bei der Listenerstellung mit dem Argument ausgetrickst, die von der Bundespartei beschlossene Quotenregelung werde erst im Herbst von der Landes-SPÖ abgesegnet.

Heinisch-Hosek hat lieber einen Fuß in der Tür, statt mit dem Kopf durch die Wand zu rennen und sich nur eine blutige Nase zu holen. Der Preis sind Abstriche. Seit heuer müssen Betriebe je nach Mitarbeiterzahl Einkommen von Frauen und Männer auflisten. Manche Gewerkschafterin bedauerte, dass es keine Sanktionen für Firmen gibt, die sich weigern. Heinisch-Hosek sah das Ergebnis als einen Schritt zur Verringerung der Einkommensschere. Beim einkommensabhängigen Kindergeld hatte Ex-Familienstaatssekretärin Christine Marek (ÖVP) die Nase vorn.

Bei der nach langem Hin und Her von SPÖ und ÖVP vereinbarten Eintragung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften statt einer Ehe stimmte die Frauenministerin zu, auch wenn sie von einem „unvollendeten“ Stück sprach. Beim Ausbau der Kinderbetreuung muss sie mit der ÖVP wegen Millionen raufen. Mühsam ist das Leben einer Frauenministerin, die nur über ein Zehn-Millionen-Minibudget verfügt. Wer sie als Männerfresserin abstempelt, dem hält sie entgegen, dass Frauenpolitik „auch Männersache“ sei: Vor allem jüngere Männer will sie begeistern – etwa mit dem Papamonat, den sie im Bundesdienst eingeführt hat.

Sie ist eine eingefleischte Rote, aber in der SPÖ ein Sonderfall. Ex-Bundeskanzler Alfred Gusenbauer war ihr Fürsprecher. Ministerin wurde sie allerdings unter dessen Nachfolger Werner Faymann, zu dessen engstem Kreis sie zählt. Um von der Politik abzuschalten, malt Heinisch-Hosek nicht nur. Mit der klassischen Hausfrauenrolle hat sie garantiert nichts am Hut, aber sie entspannt sich auch beim Kochen. An diesem Wochenende bleibt ihr dafür wenig Zeit.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.11.2011)

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33 Kommentare
 
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Dick und Doof beim Schattenboxen!


Gast: steuerzahlerin
13.11.2011 20:56
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Beamte in der Schweiz

Die Bundesbeamten der Schweiz erhalten eine Lohnerhöhung von 1,2%!!, und Herr Neugebauer verlangt von unserem verschuldeten Land 4,65%!!!

Gast: Steuerzahler2011
13.11.2011 20:37
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Bitte erspart euch diese Farce

Liebe Frau HH und Hr. Neug..., erspart uns und euch bitte dieses Jahr diese Farce einer "Verhandlung" wie hier schon mehrmals geschrieben sind die Prozente schon längst besprochen und Fr. HH wäre dumm wenn sie weniger nehmen würde, sie verhandelt ja auch ihr zukünftiges Gehalt

kommentare

unser aller kommentare mögen ja gut und schön sein, für den einen oder anderen wahrscheinlich ein (sicherheits-)ventil, um den frust etwas abzubauen, aber: welcher politiker, welche politerin liest sich diese kommentare überhaupt durch? der neugebauer??
und wenn´s doch einen einmal in diese richtung verschlägt, welche wirkung haben unsere postings auf diesen politiker/beamten?
Tät´ mich schon interessieren.

Re: kommentare

Warum soll er eueren Blödsinn lesen ?

Re: Re: kommentare

@peters..............: "unseren"..........

Re: kommentare

sorry: in zeile 3: politikerin

Gast: Plach2
13.11.2011 15:41
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Alles nur Show!

Das Ergebnis ist längst bekannt!

Parlamentspräsident Neugebauer kennt ganz genau die Budgetzahlen.

Forderung: 4,65%
Angebot: 2,95%
Ergebnis: 3,8%

Wozu dann das ganze Theater?

SPÖ+ÖVP haben sich seit dem Krieg den gesamten Staat im Proporz untereinander aufgeteilt und versorgen weiterhin ihre Parteigünstlinge mit hochbezahlte Jobs.

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Re: Alles nur Show!

Ist zu fein ausgedrückt! Sketch oder Schmierentheater wäre treffend! Titel: Wie verarsche ich meine Klientel! Ein Kampf auf Biegen und Brechen im Schattenboxen, das als Boxkampf verkauft wird.

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Für die Angleichung des Pensionsantrittsalters

ist die Frau Minister aber nicht.
Da dürfen die Frauen bevorzugt werden.

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Re: Für die Angleichung des Pensionsantrittsalters

Verpflichtender Dienst beim Heer bzw Zivildienst für Frauen wird auch weg gewischt.
Mich nervt diese Form des Sexismus immer mehr!
Die Angleichung des Pensionsalters ist allerdings vorgesehen. Mehr Jobs für Ältere wird es wahrscheinlich in absehbarer Zeit geben; spätestens nach der nächsten Schulreform können noch weniger Junge irgend etwas noch richtig.

Gast: Ulirike
13.11.2011 13:32
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Personal reduzieren

indem man Pensionierungen nicht mehr Nachbesetzt. Wenn Jemand in Pension geht, auf diesen Arbeitsplatz trotz allem wer gebraucht wird, dann muß man halt dem oder die jenige dort hin auf diesen Arbeitsplatz ersetzen. Anfangen kann man ja wirklich in den Schulen. Da würde auch in größeren Schulen eine Bürokraft mit einer Gehilfingenügen. Auch ich habe mir das schon sagen lassen das diese nur am Schulanfang, bei Schüler eintritten, Schljahres Mitte beim Halbjahreszeugnis und am Schulende wirklich was zu tun haben.
Da könnte man sich wirklich wenn Not am Mann ist, von einer Leihfirma einen Bürokraft holen. Die Schulen lassen sich ja auch von einer Reinigungs Firma putzen. Ist ja sehr bekannt. Da gibts sicher noch mehr Bereiche im Saatsdienst wo man ein Fremdpersonal, auch für Bürohilfe ienstzen könnte. Denn das würde auf dauer billiegr kommen. Mir zb. ist zu Ohren gekommen es welche gibt, die ohendies nur mehr im Krankenstand ist, weil sie in die Pension wollen. Einige Wochen im Dienst, dann wieder einige Wochen Krank. Das geht wirklich nur beim Staat. Das kostet auch Geld! Angeblich soll man die beim Bund nicht versetzen können wenns über 10 Jahre dabei sind. Das gibts doch nicht! Ein gecheiter Österreicher der woanders reich geworden ist, hier wieder Arbeitsplatz geschaffen hat, der sagt ja, das tut weh Leute entlassen. Aber wenns nicht geht muss es so sein. Aber die leistungsträger abspeisen unter der Inflation. Finde ich nicht Richtig! Anständig Wirtschaften wäre besser!

Re: Personal reduzieren

Wer Leiharbeit auch noch propagiert, gehört als Sklave in ein Uranbergwerk verbracht. Weil's ja so schön ist.

Antworten Gast: Ulirike
13.11.2011 16:11
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Re: Personal reduzieren Anhang!

Pension ersatz Intern natürlich. Keine Neuaufnahme! 3.Zeile.

Gast: Fiona Latz
13.11.2011 11:57
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Bundesprekariat

Heinisch-Hosek ist Herrin über das Bundesprekariat, wo bereits eine jüngere Mitarbeitergeneration von AkademikerInnen über Leiharbeitsfirmen angestellt ist, nicht mehr in Kinderkarenz gehen darf, finanziell weder Gegenwart noch Zukunft hat, und doch manche Ministerien vor dem Zusperren bewahrt - weil sie dort die Arbeit tun.

Antworten Gast: Plach2
13.11.2011 12:17
1 0

Sozialistisch heißt nicht sozial!


Gast: jo so ist es
13.11.2011 11:07
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her mit den 4,65

Dieses Beamtenbashing geht mir schon auf die Nerven. Für alle ist Geld da in ungeheuren Mengen, für Gr., für unfähige Banken, lebensunfähige Mindestsicherungsbezieher,... nur nicht für Leute im öff. Dienst, die arbeiten und Ö. am Laufen halten.

Antworten Gast: Baur4
13.11.2011 12:23
2 0

Das Ergebnis ist längst bekannt:

Ganz zufällig treffen sich SPÖ+ÖVP wieder in der Mitte.

Forderung 4,65%
Angebot 2,95%
Ergebnis 3,8%

So funktioniert die Show der langen Lohnverhandlungen!

Einkommensvergleich 1999 - 2009:

Beamte +26%
Angestellte + 4 %
Arbeiter - 9%

Außerdem erhielten hochbezahlte Parteigünstlinge (Beamte) in den Ministerien Prämien:

Finanz 56 MA 282.673
Innen 36 MA 24.100
Außen 11 MA 9.672
Wirtschaft 17 MA 6.350
Justiz 6 MA 6.815

Von solchen "Prämien" können Kleinverdiener oder die Kassierin an der Supermarktkasse nur träumen!

Für die Beamten ist es kein Nachteil ÖVP zu wählen!

Antworten Gast: gert78922
13.11.2011 12:18
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Re: her mit den 4,65

die beamten und staatsbedinsteten haben die höchsten gehälter in österreich

nicht umsonst ist in wien eben aufgrund der vielen beamten die kaufkraft um 30% höher als in tirol

und österreich halten nicht politiker oder beamte am laufen, sondern die arbeitnehmer in der privatwirtschaft trotz der vielen unfähigen beamten und politiker (warum braucht denn jedes ministerium trotz der vielen akademiker noch zusätzlich studien von externen firmen um viel geld, was machen die beamten den ganzen tag??)

Antworten Antworten Gast: Baur4
13.11.2011 15:36
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Damit das noch lange so bleibt:

Wird weiterhin JEDE politische Funktion gleich 10 fach besetzt! Einmal im Bund und 9 x mit gleichen Aufgaben in den Ländern. Dabei kann man gleich 10 fach die Parteigünstlige mit sichere, lebenslange Jobs versorgen.

Re: her mit den 4,65

rauz´ net. für uns (leih-)hackler is jo a nix do.

Antworten Antworten Gast: Baur4
13.11.2011 15:38
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Re: Re: her mit den 4,65

Politiker zählen zu den Beamten; daher:

Einkommensvergleich 1999 - 2009:

Beamte und Politiker +26%
Angestellte + 4 %
Arbeiter - 9%

"Pragmatikerin"?

Steht das tatsächlich da? Hat der Autor den verbalen Brechdurchfall dieser inferioren Zicke nocht nie verfolgt?

Gast: Fragende (kann nicht verwndet werden)
13.11.2011 08:38
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Homestory

Bin etwas überrascht über die Homestory von G.H.H.
Was hat der persönliche Sympathiefaktor mit der Beamtengehaltsrunde zu tun?

Antworten Gast: UKW
13.11.2011 10:29
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Re: Homestory

Karoline Etttiinger hat ein Faible für Emaaanzen-Themen.

"Dumpfe Männerkritik"?

Frau Heinisch-Hosek geht ständig mit falschen Zahlen (Gender-Pay-Gap-Lüge, häusliche Gewalt etc.) hausieren und betreibt bewusst die Benachteiligung von Männern (Quoten et al.), während sie Frauen paradoxerweise zu ebensolchen erziehen möchte.

Inwiefern, Herr Ettinger, ist das Aufzeigen dieser Missstände durch jemanden, der diese mit seinen Steuergeldern finanzieren darf, "dumpfe Männerkritik"?

 
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